Frisch angeliefert (II)

Hallo

Ich habe soeben einen neuen Beleg für meine Sammlung zur Postgeschichte der Saar-Region von den Revolutionskriegen bis zur Gegenwart erhalten.

Beleg von Frankfurt nach Troyes von 1817
© Sammlung Saarphilatelie.com

Dieser Beleg hat zwar keinen Abgangs- oder Bestimmungsort in der Saar-Region, dafür einen nicht häufig anzutreffenden Transitstempel Allemagne par Sarrebruck (Antiqua, 3 Zeilen, 36 mm x 14 mm). Dieser belegt, dass Anfang des 19. Jahrhunderts eine regelmässig bediente Poststrecke über Saarbrücken nach Metz bestand.

Abgeschlagen wurde der Beleg in der kurzlebigen Freien Stadt Frankfurt am 7. Oktober 1817 mit einem Handstempel Francfurt R on I * 1817*.

Absender des Belegs ist die Firma Gebr. Strebel (Strébel frères). Gelaufen ist der Beleg an die Messieurs Berthelin & Comp. in Troyes (Departement Aube).

Das Porto betrug für den Rayon 1 in der Frankfurter Guldenwährung 19 Kreuzer.

Bis dann

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#saarphilatelie

Beitrag im Mitteilungsblatt ArGe SAAR

Hallo

Mit Co-Autor Josef Peter habe ich in der aktuellen Ausgabe der Mitteilungsblätter der Bundesarbeitsgemeinschaft SAAR für Philatelie und Postgeschichte e.V. einen Beitrag zu einem rätselhaften Beleg veröffentlicht (S. 8f).

In diesem Beitrag bringe ich die Fragestellung rund um einen Beleg ohne Stempelabschlag von Schiffweiler (Saar) nach Tübingen einer weiteren Leserschaft nahe, über den ich bereits letztes Jahr im Saarphilatelie-Blog geschrieben hatte (Link).

Mitteilungsblatt Nr. 60 ArGe SAAR
Mitteilungsblatt Nr. 60 ArGe SAAR
©Sammlung Saarphilatelie.com
©Sammlung Saarphilatelie.com

Bis dann

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#saarphilatelie

Frisch angeliefert (I)

Hallo

Ich hoffe, ihr könnt den Sommer trotz des vielen Regens und der Überschwemmungen geniessen.

Ich habe soeben einen neuen Beleg für meine Sammlung zur Postgeschichte der Saar-Region von den Revolutionskriegen bis zur Gegenwart erhalten.

Der Beleg ist ein Brief mit Inhalt des Capitaine Dunand, dem Chef der  41. Compagnie des vétérans nationaux (1) an den Citoyen Maire (2) des Ortes und Arrondissements Bonneville (3). Der Brief datiert vom 20. Messidor an 8° de la Republique Française (4). Abgeschlagen wurde der Brief am Postamt Sarrelibre (5) mit einem zweizeiligen Stempel 55 Sarrelibre (6) in roter Farbe auf Ölbasis. Das Porto ist handschriftlich notiert und beträgt 10 Centime resp. im Jahr 1800 einen Décime. Sehr schön ist auf der Briefrückseite das unversehrte Wachssiegel der 41. Compagnie vétérans nationaux.

Bis dann

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Anmerkungen

(1) Die Vétérans nationaux waren im frühen 19. Jahrhundert Reserveeinheiten.

(2) Citoyen Maire heisst übersetzt Bürger Bürgermeister, wobei Citoyen die „revolutionäre“ Anrede ist. Diese wird weiter verwendet, obschon Konsul Napoléon Bonaparte mit dem Staatsstreich vom 18. Brumaire an 8° die Revolution für beendet erklärt hatte.

(3) Der Ort Bonneville ist Hauptort und Namensgeber von Kanton und Arrondissement. Bonneville und liegt südöstlich von Genève unweit der Schweizer Grenze in Hochsavoyen.

(4) Der 20. Messidor an 8° des französischen Revolutionskalenders entspricht dem 9. Juli 1800.

(5) Sarrelibre war zwischen 1793 und 1810 der „revolutionäre“ Name von Sarrelouis (dt. Saarlouis).

(6) Feuser 3064-13, der Stempel 55 Sarrelibre (44mm x 10.5-11mm) war bereits zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Verwendung.

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#saarphilatelie

Deutsche Briefmarken-Revue rezensiert Handbuch Feldmerkmale SAAR I

Hallo

Die Deutsche Briefmarken-Revue rezensiert in der aktuellen Ausgabe Nr. 6 für Juni 2021 auf Seite 65 das Handbuch Feldmerkmale SAAR I.

Schaut einmal ‚rein.

Bis dann

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#saarphilatelie

Handbuch Feldmerkmale SAAR I – Neuerscheinung

Hallo

Das Handbuch Feldmerkmale SAAR I ist  für SFr. 54.90 / € 49.95 beim «Horizonte-Erweitern» Buchverlag erhältlich. Bestellungen per E-Mail.

Eine kostenlose 40-seitige Leseprobe erhaltet Ihr auf der Webseite des Verlags oder über diesen Link.

Erste Leser-Reaktionen

    • Vielen Dank für den Download-Link, hat alles geklappt. […] nach einem groben Überblick verstehe ich was Freund […] geschrieben hatte  „ein dickes Buch“ jetzt kann ich sagen „was für ein großartiges Werk“. In einiger Zeit werden die Saarspezialisten nicht mehr den Michel oder Philotax zitieren sondern den „Maywald“. (G.M. aus Alpen)
    • […] mit Superlativen sollte man sparsam umgehen – aber Ihr Buch erfüllt den Anspruch des besten Werkes zu der 1. Offenburger Ausgabe! (W.G. aus Illingen)

Bis dann

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#saarphilatelie

Das „Handbuch Feldmerkmale SAAR I“ erscheint in Kürze

Hallo

Es sind ziemlich genau 3 Monate seit meinem letzten Beitrag vergangen. Vielleicht habt Ihr euch gefragt, was der Hintergrund dieser langen Absenz war. In den letzten 6 Monaten habe ich ein Buch über die Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland mit Fokus auf den Feldmerkmalen der SAAR I geschrieben. Die letzten 3 Monate waren die „heisse“ Phase.

Einige Eckdaten

    • ca. 2’300 Seiten
    • 7’100 farbige Abbildungen
    • 946 Feldmerkmale, davon 446 bislang nicht dokumentiert
    • 931 Nebenmerkmale
    • 23 wiederkehrende Feldmerkmale, 5 Reihenmerkmale, 1 Zeilenmerkmal
    • Format: E-Book (PDF with individual and distinctive watermarks)
    • ca. 360 MB (passt auf jedes Smartphone)
    • «Horizonte-Erweitern» Buchverlag
    • ISBN: 978-3-952368-0-3
    • Preis: SFr. 54.90 / Euro 49.95

Das Handbuch Feldmerkmale SAAR I ist eine gute, illustrierte Ergänzung zu eurem Briefmarken-Katalog. Auf euer Smartphone geladen, könnt ihr es zum bequemen Nachschlagen auf Tauschabende und Briefmarken-Messen mitnehmen; der Begriff Handbuch erhält damit eine völlig neue Bedeutung.

Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt und wird durch einen sorgfältig zusammengestellten Anhang ergänzt. Im ersten Abschnitt gehe ich auf die Entstehung der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland, deren Herstellung, Bildmotive sowie Verwendung ein.

Im zweiten Abschnitt beschreibe ich in 20 durchgehend illustrierten Kapiteln die Feldmerkmale der einzelnen Werte der SAAR I. Jedem Wert ist eine ausführliche Einleitung sowie ein Überblick zu den beschriebenen Feldmerkmalen vorangestellt.

So sieht die Beschreibung eines Feldmerkmals aus.

Für die Feldmerkmal-Sammler habe ich im Anhang einen Sammel-Vorschlag, sozusagen den Baedeker zu den schönsten und auffälligsten Feldmerkmalen der SAAR I zusammengestellt. Dieser ist ebenfalls durchgehend illustriert und umfangreicher, als die von den MICHEL Briefmarken-Katalogen bekannten, etwa 100 Merkmale auf zwei Katalogseiten. Der Anhang enthält darüber hinaus wichtige Daten zu den Ausgaben der Berufe und Ansichten aus dem Saarland in Form von Tabellen, dazu grundlegende Informationen zum Rastertiefdruck, eine Kurzbiographie von Vytautas Kazimieras Jonynas, den Gestalter der Briefmarkenmotive, sowie eine ausführliche Bibliographie.

Falls ihr euch fragt, weshalb ich von dem schönen Titel Weisse Wolke über dem Storchennest abgerückt bin, dieser hätte das Handbuch in die Nähe so bekannter Autorinnen wie Lucinda Riley oder Sarah Lark gerückt. Das wäre dann aber das total falsche Genre.

Vorbestellungen für das Handbuch nehme ich gerne per E-Mail unter info(at)saarphilatelie.com entgegen. Die Auslieferung erfolgt, sobald das Handbuch in der Schweizer Nationalbibliothek und in der Deutschen Nationalbibliothek registriert wurde, was etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen wird.

Bis dann

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    #saarphilatelie

15 Pfennig – Rätselhaftes Bogenfeld 19B (II)

Hallo

Vielen Dank allen, die auf meinen Aufruf hin mit mir Kontakt aufgenommen und mich bei der Bestätigung des Feldmerkmals als „in Teilauflage auftretend“ unterstützt haben haben.

Es handelt sich bei dem Feldmerkmal des Feldes 19B tatsächlich um ein Feldmerkmal in Teilauflage. Die Entstehung konnte enger eingegrenzt werden und zwar zwischen die Bogen B05122 und Bogen 04670. Ebenso stützt sich die Annahme, das Merkmal trete bis zum Ende des Drucks auf weiter mit Indizien untermauert werden.

Damit ist das vorgestellte Feldmerkmal vom Bogenfeld 19B eindeutig ein tertiäres Feldmerkmal.Diese entstehen in der Regel durch Beschädigungen des Formzylinders während des Druckvorgangs, beispielsweise beim Einbau des Formzylinders oder dessen Reinigung (in ganz wenigen Fällen könnte eine Retusche Ursache neu auftauchender, tertiärer Feldmerkmale sein). Insbesondere nach Druckbeginn auftretende Feldmerkmale in Teilauflage gehören zu den tertiären Feldmerkmalen.

Noch ein Hinweis zu den Druckdaten bei der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland (1). Das auf den Druckbogen angebrachte Druckdatum gibt immer das Datum der Druckweiterverarbeitung (Sichtkontrolle, Bogenrandsignaturen, Perforation, Trennung der Schalterbogen, Endkontrolle und Verpackung) an. In der Regel war dies bei den niedrigen Auflagen der Originalausgabe tatsächlich auch Drucktag, musste es jedoch nicht zwingend sein. Gerade bei den Werten, deren Druck mehrere Tage benötigte – und hier insbesondere der 12 Pfennig– und der 24 Pfennig-Wert – wurden die letzten Druckbogen des Vortages erst am folgenden Arbeitstag weiterverarbeitet. Ebenso gilt dies bei den Werten, deren Auflage zum Schluss noch mittels Bogen der Druckreserve erhöht wurden (2).

Bis dann

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Anmerkungen

(1) Die Aussage trifft auch auf die 2. Offenburger Ausgabe sowie die Länderausgaben der Französischen Besatzungszone, die alle in der Druckerei Franz Burda in Offenburg hergestellt wurden, zu. Insbesondere bei den Länderausgaben waren die einzelnen Auflagen so hoch, dass die Bogen gem. Dr. Hans Flatters (Handbuch ArGe FZ 3.0.3) manchmal erst Tage spter verarbeitet wurden.

(2) Nachweisen konnte ich diese „nachträgliche“ Erhöhung der Auflage mittels Bogen der Druckreserve u.a. bei den Werten SP21 (16 Pfennig), SP22 (20 Pfennig), SP23 (24 Pfennig) sowie SP30 (75 Pfennig)

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#saarphilatelie

15 Pfennig – Rätselhaftes Bogenfeld 19B (I)

Hallo

Heute stelle ich euch ein interessantes Feldmerkmal der 1. Offenburger Ausgabe vor und bitte euch gleichzeitig um eure Unterstützung und Mitarbeit.

Worum geht’s? Ich habe beim 15 Pfennig-Wert auf Bogenfeld 19B ein auffälliges Feldmerkmal identifiziert, das in keinem Katalog meiner doch recht umfangreichen Bibliothek aufgeführt ist. Das ist per se nichts ungewöhnliches, doch das Merkmal ist so auffällig, dass ich stutzig wurde und begann nachzuforschen.

Hier erst einmal eine Abbildung des Bogenfelds 19B mit dem Feldmerkmal „feiner, senkrechter Farbstrich über die helle Glutwolke von der Achsel des linken Stahlwerkers bis zu seinem linken Stiefel“ (SP20 19B)

   

Feld 19B ist das Bogenfeld unterhalb von 9B, eines bekannten und unter anderem auch in Michel Briefmarken-Katalogen unter Mi. 212Z V aufgeführten Feldmerkmals, da sollte ich einige Bogenecken in meiner Sammlung haben. Tatsächlich fand ich neben einigen Exemplaren mit dem abgebildeten Feldmerkmal auch Exemplare ohne Feldmerkmal. Ein Rakelstrich, welcher durch eine Beschädigung der Rakel der Rotations-Bogentiefdruckmaschine Palatia O hervorgerufen wird, ist es sicher nicht. Die Beschädigung der Rakel hinterlässt auf dem Formzylinder eine Farbspur, die sich als leicht verwischter Farbstrich über den ganzen oder Teile des Druckbogens bemerkbar macht. Bei dem abgebildeten Feldmerkmal können wir dagegen die einzelnen betroffenen Näpfchen zählen (vgl. hochauflösende Abbildung).

SP20 19B (Scan mit 3200dpi)
Viererblock obere rechte Bogenecke mit Feldmerkmal
Viererblock obere rechte Bogenecke ohne Feldmerkmal

Nun wurde es spannend: Druckzufälligkeit oder Teilauflage? Feldmerkmale in Teilauflage sind beim 15 Pfennig-Wert bislang nicht bekannt. Es ist auch eher unwahrscheinlich, wurde der Wert ja innerhalb eines Arbeitstages, am 7. Februar 1947, gedruckt.

Nachweisen konnte ich das Feldmerkmal auf verschiedenen B-Bogen ab B04670 bis B00225. Es ist davon auszugehen, dass das Feldmerkmal bis zum letzten Bogen auftritt. Damit fällt das Attribut Druckzufälligkeit weg. Es handelt sich definitiv um ein Feldmerkmal in Teilauflage.

Nicht nachweisen konnte ich das Feldmerkmal auf den B-Bogen B06117 sowie B06116. Was auch immer die Ursache dieses Feldmerkmals gewesen sein mag, sie trat am am 7. Februar 1947 bei einer Gesamtauflage von 7’600 Druckbogen irgendwann nach ca. 1’423 bis 2’930 bereits gedruckten Bogen ein, womit es sich bei der Abweichung um ein tertiäres Feldmerkmal handelt.

Es verbleiben zwei offene Fragen:

    1. Was war die Ursache dieser Abweichung?
    2. Wann während des Druckvorgangs entstand die Abweichung, resp. bei welcher Bogennummer tritt diese erstmals auf?

Nun kommt ihr und eure Unterstützung ins Spiel. Bitte schreibt mir per E-Mail, welcher B-Bogen des 15 Pfennig-Werts sich in eurer Sammlung befindet (Bogennummer) und ob auf Bogenfeld B19 das abgebildete Feldmerkmal auftritt oder eben nicht. Vielen Dank

Bis dann

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Anmerkung

Ich bedanke mich bei meinem Sammlerkollegen Winfried Gesellchen für seine Unterstützung bei meinen Nachforschungen.

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#saarphilatelie

Probedrucke 1. Offenburger Ausgabe

Hallo

Die Corona-Pandemie schränkt die öffentlichen Aktivitäten von uns Briefmarken-Sammlern  ein. Andererseits bescheren uns die allgemeinen Einschränkungen auch viel Zeit, welche wir sinnvoll für unsere Familien und unser schönes Hobby einsetzen können.

Worüber schreibe ich im heutigen Beitrag? Der Titel ist der Stichwortgeber: Probeabzüge.

Wenn wir uns an unseren Exemplare der 1. Offenburger Ausgabe erfreuen, wissen wir wahrscheinlich, wann diese ausgegeben wurden: zwischen dem 20. Januar und dem 7. März 1947. Einige von uns wissen sogar, wann und wo die Marken hergestellt wurden: zwischen dem 27. Dezember 1946 und dem 21. Februar 1947 in der Druckerei Franz Burda in Offenburg.

Den wenigsten von uns dürfte jedoch beim Anblick der Briefmarken bewusst sein, dass die Arbeiten an den Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland bereits viel früher begonnen hatten.

Der Entscheid der französischen Militärbehörden in Saarbrücken und Baden-Baden neben den Briefmarken der Ausgabe Wappen und Dichter eine weitere Briefmarkenausgabe ausschliesslich für das Saarland auszugeben, dürfte im Sommer 1946 gefallen sein. Ich gehe davon aus, dass die territoriale Erweiterung des Saarlandes zu Lasten der französischen Besatzungszone mit Wirkung vom 20. Juli 1946 sowie die etwa einen Monat später, mit Verordnung vom 30. August 1946, erfolgte Gründung des Landes Rheinpfalz die Auslöser für die Arbeiten waren.

 

Zu den vorbereitenden Arbeiten gehörten neben dem Entwurf der Bildmotive durch den vielseitig begabten Künstler Vytautas Kazimieras Jonynas auch die Entscheide über die Zuordnung von Bildmotiven und Werten sowie die Zuordnung von Werten und Farben. Für all diese Entscheide wurden Druckproben benötigt.

Der gezeigte Probedruck in einer hellorangen Farbe ist sehr aufschlussreich, zeigt er uns doch von links nach rechts:

    • ein mit dem endgültigen Ergebnis weitgehend übereinstimmendes Bildmotiv Alter Turm
    • ein abweichendes Bildmotiv Bäuerinnen, dazu noch mit einem „falschen“ Wert
    • ein mit dem endgültigen Ergebnis weitgehend übereinstimmendes Bildmotiv Bergmann, mit „spitzem Anstrich der 1 der Wertangabe 12“
    • ein mit dem endgültigen Ergebnis weitgehend übereinstimmendes Bildmotiv Saarschleife, wenn auch noch ohne Entwerfernamen
    • ein mit dem endgültigen Ergebnis weitgehend übereinstimmendes Bildmotiv Denkmal Maréchal Ney

Die kleinformatigen Werte tragen links unten einen Hinweis, den ich auf der mir freundlicherweise zur Verfügung gestellten Kopie leider nicht entziffern kann. Aufgrund des Ausrufezeichens gehe ich davon aus, dass es ein Hinweis auf die noch nicht erfolgte Druckfreigabe ist.

Wenn wir unsere Briefmarken das nächste Mal betrachten, ist uns klar, dass die Arbeiten zu diesen kleinen Kunstwerken begannen lang bevor die Druckmaschine das erste mal angeworfen wurde.

Bis dann

Nachtrag vom 6. Januar 2021

Mein Sammlerkollege Dr. Ulrich Fingerhut hat mich freundlicherweise darauf hingewiesen, dass das unleserliche Wort „ungültig“ ist.

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#saarphilatelie

Ich vermisse etwas …

Hallo

Die Medien sind voller Corona – also sozusagen infiziert. Bei diesem ganzen Trubel um die Pandemie finde ich es ja nachvollziehbar, dass selbst Offensichtliches in den Hintergrund gedrängt wird. Doch wundere ich mich schon. Diese Verdrängung scheint jedoch nicht ausschliesslich auf die Medien zuzutreffen, sondern auch auf die Briefmarkenausgaben in Deutschland.

Stichwort: Saarhundert. Das Saarland feiert dieses Jahr 100 Jahre seines Bestehens als territoriale Einheit. Geschaffen 1920 durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages (1).

Das deutsche Finanzministerium verausgabt 2020 so einige Sondermarken und gedenkt wichtiger Ereignissen, beispielsweise:

    • 250ster Geburtstag Ludwig von Beethoven
    • 100ster Geburtstag Richard von Weizäcker
    • 75 Jahre Vereinte Nationen
    • 75 Jahre AM-Post Briefmarken
    • 50 Jahre Tatort

Jedoch scheint in Deutschland das 100 Jahr-Jubiläum des Saarlandes kein veritabler Anlass zum Gedenken oder zur Freude zu sein. Nicht einmal die Saarländische Landesregierung, die noch 2016/17 60 Jahre Bundesland Saarland mit einer Privatausgabe feierte, hat etwas dergleichen für 100 Jahre Saarland verausgabt. Liegt dies eventuell daran, dass das „Territoire du bassin de la Sarre“, das Saargebiet, durch den später von den Deutschen so verteufelten Versailler Vertrag das Licht der Welt erblickte?

Wie dem auch sei. Die Chance ist vertan. Gut, dass sich 2022 eine weitere Chance bietet, gleich mehrere Sondermarken mit Bezug zum Saarland zu verausgaben.

    • 75 Jahre Verfassung des Saarlandes (2)
    • 75 Jahre Briefmarkenausgabe mit Landesbezeichnung Saar (3)
    • 25ster Todestag des Briefmarkengestalters V. K. Jonynas (4)

Ich bin gespannt.

Bis dann

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Anmerkungen

(1) Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919, Teil III, Abschnitt IV., Artikel 45-50 plus Anlage

(2) Verfassung des Saarlandes vom 15. Dezember 1947

(3) Die Briefmarken der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland erschienen zwischen dem 20. Januar und dem 7. März 1947

(4) Vytautas Kazimieras Jonynas (1907-1997), hochgeehrter Künstler, der in Litauen, Frankreich, Deutschland und den USA wirkte, entwarf nicht bloss die erste Briefmarkenausgabe für das Saarland, sondern auch die Länderausgaben für Baden, Württemberg sowie Rheinland-Pfalz.

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#saarphilatelie