Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (2/2023)

Hallo

In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 2/2023 ist auf Seite 33ff der 14. Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Dieser Beitrag behandelt die Feldmerkmale des 45 Pfennig-Werts. Darüber hinaus befasst er sich mit den Unterschieden zwischen der 1. und 2. Offenburger Ausgabe.

Bis dann

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#saarphilatelie

Zwei Artikel in der Deutschen Briefmarken-Revue (1/2023)

Hallo

In der Ausgabe 1/2023 der Deutschen Briefmarken-Revue sind gleich zwei Artikel aus meiner Feder, sprich Tastatur, erschienen.

Ab Seite 21 beschreibe ich ausführlich die bislang in der Fachwelt nicht bekannten Ministerblocks der 2. Offenburger Ausgabe (vgl. auch die Blog-Beiträge hier und hier). Die in meiner Sammlung befindlichen fünf Ministerblocks sind jedoch keine Einzelstücke, denn mit Unterstützung des Auktionshauses Christoph Gärtner konnte ich für jeden der vier Werte weitere fünf Exemplare nachweisen.

Zur Auffrischung:

Die 2. Offenburger Ausgabe ist manchem Leser wahrscheinlich nur im Zusammenhang mit der Malstatt-Burbacher Überdruckausgabe (SAAR II) als preisgünstiges Pendant zum «Urdruck» bekannt, In den MICHEL-Katalogen als Typ II oder Neudruck bezeichnet. Daher an dieser Stelle ein kurzer Überblick dieser interessanten Marken, welche in den MICHEL-Katalogen seit den 1990er-Jahren leider ein unverdientes Nischendasein fristen.

In den ersten neun Wochen des Jahres 1947 wurden die Marken der Freimarkenserie «Berufe und Ansichten aus dem Saarland» (SAAR I) ausgegeben. Allen Beteiligten war bereits während der Planungsphase im Oktober/November 1946 bewusst, diese Freimarkenserie würde bloss eine Übergangsausgabe sein. Die Politik der französischen Regierung arbeitete seit November 1946 auf eine Wirtschaftsunion mit einem autonomen Saarland hin. Die erste reguläre Regierung der IV. Republik plante «die Einführung eines entsprechenden Statuts, das die Autonomie der Saar anerkennt, ihre Persönlichkeit, ihre eigene Verfassung. Das Statut wird eine unabhängige Regierung unter der Kontrolle eines französischen Hohen Kommissars vorsehen, dessen Vollmachten noch zu präzisieren sind. Die französische Regierung übernimmt die auswärtige Vertretung. Ebenso gelten bestimmte französische Gesetze ipso facto. Dazu wird das Statut den untersagten Bereich benennen oder genauer gesagt den Bereich, der der französischen Autorität vorbehalten bleibt.» (1)

Die vorgesehene Wirtschaftsunion setzte die Einbeziehung des Saarlandes in das Zollgebiet Frankreichs voraus, was bekanntlich am 22. Dezember 1946 umgesetzt wurde. Eine weitere Voraussetzung war die Einführung des französischen Franc als gesetzliches Zahlungsmittel im Saarland. Dieser Währungswechsel benötigte jedoch nebst zeitintensiven Vorarbeiten auch die Zustimmung der französischen Nationalversammlung. Kein einfaches Unterfangen bei den damaligen innenpolitischen Gegensätzen.

Die von der P.T.T. innert Jahresfrist erwartete Einführung des Franc würde eine neue Freimarkenserie in Frankenwährung nach sich ziehen, die — so die Planung — man rechtzeitig in Auftrag geben würde. Die Auflagen der einzelnen Werte der 1. Offenburger Ausgabe waren daher so bemessen, dass ab Ende Januar der absehbare Markenbedarf für etwa 10 Monate gedeckt wäre. Es zeigte sich bald, die Verantwortlichen hatten bei ihren Berechnungen zwei menschliche Faktoren unterschätzt: die Sammelleidenschaft sowie das Horten von Briefmarken als vermeintlich sichere Wertanlage in unsicheren Zeiten einer schwindsüchtigen Reichsmark.

Die P.T.T. Saarbrücken registrierte im Spätsommer 1947 bei einigen Werten der 1. Offenburger Ausgabe einen raschen Rückgang ihrer Bestände. Hinsichtlich des Zeitpunkts des Währungswechsels hielt man sich in Paris jedoch weiterhin bedeckt, obschon bereits am 16. Juni 1947 zur Feststellung der im Saarland vorhandenen Bestände an Reichsmark ein Zwangsumtausch in ‹Saarmark› stattgefunden hatte. Die Verantwortlichen der P.T.T. Saarbrücken hätten wahrscheinlich liebend gern eine neue  Freimarkenserie in Frankenwährung in Auftrag gegeben. Stattdessen waren sie gezwungen, im September 1947 bei der Druckerei Franz Burda in Offenburg eine Neuauflage der Freimarkenserie «Berufe und Ansichten aus dem Saarland» in Auftrag zu geben.

In Offenburg war man überrascht. Hier war man ebenfalls davon ausgegangen, dass die Freimarkenserie «Berufe und Ansichten aus dem Saarland» bloss eine Übergangsausgabe bis zur Bestellung von Briefmarken in Frankenwährung sei. Sämtliche Materialien wie die kupfernen Ballardhäute, die Diapositive usw. waren entweder für die Länderausgaben der Französischen Zone verwendet oder vernichtet worden. Allein die Vorlagen und Originalnegative der 1. Offenburger Ausgabe waren noch vorhanden. Auf Basis dieser Originalnegative wurde nun zwischen Mitte Oktober und Ende November 1947 die 13 Werte umfassende 2. Offenburger Ausgabe gedruckt und ausgeliefert.

Die Werte mit dem Bildmotiv «Stahlwerker» waren die ersten Werte, welche gedruckt und ausgeliefert wurden. An die saarländischen Postschalter gelangten jedoch vor dem Währungswechsel nur die drei Werte zu 15 Pf., 16 Pf. und 24 Pf. (2), welche am 24. Oktober 1947 nach Saarbrücken versandt worden waren. Der ebenfalls im Oktober 1947 fertiggestellte 20 Pf.-Wert kam dagegen nicht ohne Überdruck in Frankenwährung zur Ausgabe. Weshalb nicht? Die P.T.T. Saarbrücken wurde höchstwahrscheinlich erst Ende Oktober in die kurz bevorstehende Währungsumstellung eingeweiht. Daraufhin stoppten die Verantwortlichen den Briefmarkendruck bei Burda. Bei der Lagebeurteilung kristallisierte sich schnell heraus, es blieb bis zum Währungswechsel nicht genug Zeit, Briefmarken in Frankenwährung herzustellen. Was tun Postverwaltungen auf der gesamten Welt in einer solchen Situation? Sie überdrucken trotz aller damit verbundenen Nachteile die vorhandenen Markenbestände, um Zeit zu gewinnen. Der Druck bei Burda wurde wieder aufgenommen. Soviel zur Entstehungsgeschichte der 2. Offenburger Ausgabe.

Ab Seite 36f könnt ihr den 13. Teil der von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I lesen. Dieser Beitrag behandelt die Feldmerkmale des 40 Pfennig-Werts. Darüber hinaus befasst er sich mit Druckabklatschen.

Bis dann

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Anmerkungen

(1)  Loth, Wilfried; Die unvollendete Annexion, Frankreich und die Saar 1943 bis 1947; VfZ 70 (2022) H.3 

(2) Die entsprechende Anmerkung in den MICHEL-Katalogen zählt hier den 12 Pfennig-Wert auf, was falsch ist. Der 12 Pfennig-Wert der 2. Offenburger Ausgabe wurde als letzter der 13 Werte am 22./24. November 1947, also nach dem Währungswechsel gedruckt. Richtig ist, dass der 12 Pf./2F-Wert (ausschliesslich «Urdruck») zu den drei Marken gehörte, welche neben 15 Pf./3F und 24 Pf./6F am Tag des Währungswechsels an den saarländischen Postschaltern verfügbar waren.

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Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (12/2022)

Hallo

In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 12/2022 ist auf Seite 28f der elfte Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Dieser Beitrag behandelt die Feldmerkmale des 30 Pfennig-Werts. Darüber hinaus befasst er sich mit dem Vorgehen Diapositivmontage innerhalb der Druckvorstufe.

Die Intentionen und Inhalte der Beitragsserie habe ich hier beschrieben.

Lesenswert ist der Beitrag von Elmar Vogt auf Seite 31ff. Er beschäftigt sich anlässlich des 25. Todestags von Vytautas Kazimieras Jonynas mit dem vielseitigen Gestalter der Bildmotive der Freimarkenserie Berufe und Ansichten aus dem Saarland.

Vytautas K. Jonynas (1907-1997)

Bis dann

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Anmerkungen zur MiNr. 126 I

Hallo

Dieser Beitrag basiert auf Hinweisen und Abbildungen, welche mir mein Sammlerfreund Peter Falz zukommen liess. Peter beschäftigt sich intensiv mit den Flugpostausgaben des Saargebiets und des Saarlandes. So nimmt es kaum Wunder, dass sich dieser Beitrag um eine dieser Flugpostausgaben, die SG MiNr. 126 I von 1928 handelt.

SG MiNr. 126 I, Bogenfeld 17

Die Marken des Bogenfelds 17 weisen zwei auffällige Merkmale auf:

    • den Fanghaken am Rumpf des Flugzeuges
    • den Fleck links oben an der inneren Rahmenlinie
SG MiNr. 126 I Bogenfeld 17 mit Feldmerkmalen

Der Fanghaken allein wäre bereits eine Katalogisierung im MICHEL DSK wert. Eine Aufnahme dieses Bogenfelds mit seinen Feldmerkmalen in den MICHEL DSK wird aktuell über die ArGe SAAR angestossen.

Für Sammler ist jedoch wichtig, dass der Fleck links oben auf der inneren Rahmenlinie ein Ami Faux zu dem im MICHEL DSK mit der Unternummer SG MiNr. 126 I IV Punkt auf innerer Rahmenlinie unter Viereck links von ‹SAARGEBIET› (Feld 42) aufgeführten Feldmerkmal ist. Vom Bogenfeld 42 liegt mir ein gebrauchte Exemplar vor, auf welchem das Feldmerkmal jedoch klar ersichtlich ist.

MiNr. 126 I IV, Bogenfeld 42 mit Feldmerkmal

Der Fleck befindet sich bei Bogenfeld 17 exakt an derselben Stelle der inneren Rahmenlinie wie bei Bogenfeld 42. Der Unterschied liegt in der Intensität des Farbauftrags. Ein weiterer Unterschied: Der Fanghaken fehlt auf Bogenfeld 42.

Es sind Fehlprüfungen bekannt. Ich empfehle euch, überprüft eure Sammlungen.

Bis dann

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Interessante Ministerblocks (II)

Hallo

In diesem Beitrag hatte ich euch zwei Ministerblocks der 2. Offenburger Ausgabe vorgestellt. Inzwischen habe ich weitere drei Ministerblocks dieser Ausgabe erwerben können.

Die inzwischen von VPEV wie BPP bestätigte „Entdeckung“ von Ministerblocks der 2. Offenburger Ausgabe, deren Bedeutung sowie die sich hieraus ergebenden Fragestellungen habe ich in einem reich illustrierten Artikel für die Deutsche Briefmarken-Revue festgehalten. Dieser Artikel erscheint voraussichtlich pünktlich zu Weihnachten im Heft 1/2023.

Ich bitte euch bis dahin um Geduld.

Bis dann

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Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (11/2022)

Hallo

In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 11/2022 ist auf Seite 32f der elfte Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Dieser Beitrag behandelt die Feldmerkmale des 25 Pfennig-Werts. Darüber hinaus befasst er sich mit dem Bildmotiv Bäuerinnen bei der Feldernte sowie der Gasometer-Katastrophe von Neunkirchen.

Die Intentionen und Inhalte der Beitragsserie habe ich hier beschrieben.

Bis dann

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Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (10/2022)

Hallo

In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 10/2022 ist auf Seite 36ff der zehnte Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Dieser Beitrag behandelt die Feldmerkmale des 24 Pfennig-Werts. Darüber hinaus befasst er sich mit der Frage, ob dieser Wert mit einem oder zwei Formzylindern hergestellt wurde.

Die Intentionen und Inhalte der Beitragsserie habe ich hier beschrieben.

Bis dann

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Interessante Ministerblocks (I)

Hallo

Heute stelle ich euch zwei Ministerblocks aus meiner Sammlung vor. Angeboten wurden mir diese Ministerblocks als Mi. 212 M und Mi. 213 M. Die zugehörigen Marken wären der 15- wie 16 Pfennig-Wert der 1. Offenburger Ausgabe (SAAR I).

Bei genauerem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass es die Ministerblocks des 15- resp. 16 Pfennig-Werts der 2. Offenburger Ausgabe handelt. Die 1 der Wertangabe 15 resp. 16 hat bei der 1. Offenburger Ausgabe keinen Querstrich am Fuss.  Die 2. Offenburger Ausgabe dagegen hat diesen Querstrich, wie auch die auf den Ministerblocks abgebildeten Marken.

Zum Vergleich zeigen die folgenden Abbildungen die beiden Ministerblocks sowie jeweils ein Exemplar der 1. wie der 2. Offenburger Ausgabe.

Die 13 Werte der 2. Offenburger Ausgabe gelangten im November/Dezember 1947 mit Überdruck in Frankenwährung im Rahmen der Malstatt-Burbacher Überdruckausgabe (SAAR II Typ II) an die saarländischen Postschalter. Die Werte zu 15, 16 und 24 Pfennig waren jedoch bereits im Oktober 1947, einen Monat vor der Währungsumstellung, gedruckt und nach Saarbrücken versandt worden. Diese drei Werte (1) wurden im Oktober regulär verausgabt und an einigen saarländischen Postämtern verkauft.

In den MICHEL-Katalogen werden zwar die Ministerblocks der 1. Offenburger Ausgabe (SAAR I) aufgeführt (2), jedoch nicht jene der 2. Offenburger Ausgabe. Ohnehin findet sich zu dieser Ausgabe ausser den Bewertungen für Mi. 226-238 II fA nicht viele Angaben. Früher katalogisierte der MICHEL die 2. Offenburger Ausgabe als Mi. 206-225 II. Schade, wurde diese Katalogisierung gestrichen. Der Sammler muss nun auf andere Kataloge ausweichen.

Nun ist es ja nicht so, dass ich die einzigen Exemplare dieser Ministerblöcke besitze. Das Auktionshaus Christoph Gärtner bot im Rahmen eines Konvoluts aus Ministerblocks der 1./2. Offenburger Ausgabe ebenfalls die Ministerblocks des 15 Pfennig- wie des 16 Pfennig-Werts an (52. Auktion, Los 10709 / 53. Auktion Los 4473). Ich war nicht erstaunt, dass bei beiden Auktionen kein Sammler bereit war, für dieses Konvolut die ausgelobten €6’000 zzgl. Aufgeld zu bezahlen. Weiterhin waren im August bei Waigand Sammlerwelt zwei Ministerblocks der 2. Offenburger Ausgabe im Sortiment. Eine schriftliche Anfrage bei MICHEL-Redaktion mit Kopie an den Prüfer Christian Geigle hinsichtlich Aufnahme der Ministerblocks der 2. Offenburger Ausgabe in den DSK unter Angabe einer Bewertung ist seit vier Wochen ohne Reaktion. Ich habe für diese lange Bearbeitungszeit selbstverständlich vollstes Verständnis! In Bayern waren Sommerferien und danach liefen sicherlich bereits die Vorbereitungen auf das übermorgen beginnende Oktoberfest auf Hochtouren. Da werden die bayerischen Spezln dann wohl zusammen beim Bier sitzen. Na denn Prost.

Ich werde die Ministerblocks der 2. Offenburger Ausgabe im Handbuch Feldmerkmale SAAR I, 2. Auflage, aufnehmen und bewerten.

Bis dann

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Anmerkungen

(1) Die Aussage im MICHEL DSK, resp. im MICHEL Saar Spezial „Nur MiNr. 229 II fA, 230 II fA und 233 II fA wurden an einigen Postämtern abgegeben […]“ ist nicht korrekt. Richtig sollte es heissen: Nur Mi. 230 II fA (15 Pfennig, 2. Ausgabe), 231 II fA (16 Pfennig, 2. Ausgabe) und 233 II fA (24 Pfennig, 2. Ausgabe) wurden verausgabt und an einigen Postämtern verkauft.

(2) bspw. MICHEL DSK 2020, S. 773

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Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (9/2022)

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In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 9/2022 ist auf Seite 35f der neunte Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Dieser Beitrag behandelt die Feldmerkmale des 20 Pfennig-Werts. Darüber hinaus befasst er sich mit den Unterschieden der Abfolge der Bildmotive bei SAAR I wie bei zeitgenössischen Freimarkenserien.

Die Intentionen und Inhalte der Beitragsserie habe ich hier beschrieben.

Bis dann

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Beleg mit Mischfrankatur

Hallo

Die französische Militärregierung in Baden-Baden schloss aufgrund einer Anweisung der politischen Abteilung des Quai d’Orsay (frz. Aussenministerium) mit Anordnung Nr. 8 vom 18. Juli 1946 mehrere Gemeinden der Verwaltung des Saarlandes (in den Grenzen des Saargebietes) an. Diese Gemeinden gehörten zu den Kreisen Saarburg, Trier-Land, Wadern und Birkenfeld. Der Kreis Saarburg blieb erhalten und wurde um einige Gemeinden Von Trier-Land erweitert. Die birkenfelder Gemeinden wurden dem Kreis St. Wendel zugeordnet und der Landkries Wadern mit dem Kreis Merzig zum heute noch bestehenden Kreis Merzig-Wadern zusammengeschlossen.
Damit hatte Gilbert Grandval, der Paris direkt unterstellte französische Gouverneur für das Saarland einen wichtigen Schritt hin zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit des Saar-Reviers geleistet. Die industriellen Kernzonen um Saarbrücken, Völklingen, Dillingen usw. hatten nun zur Versorgung der Arbeiter in den Hüttenwerken und Kohlen-Gruben agrarisches Umland erhalten.
Die Alliierten stimmten auf der Aussenministerkonferenz vom Dezember 1946 in New York der wirtschaftlichen Angliederung des Saarlandes an Frankreich zu. Doch Frankreich musste sich entscheiden: entweder auf Reparationsforderungen gegenüber dem besiegten Deutschen Reich verzichten, oder das Saarland etwas verkleinern.
Mit Verfügung Nr. 93 vom 6. Juni 1947 wurde daher 61 Gemeinden des Kreises Saarburg aus dem Saarland ausgegliedert und dem Land Rheinpfalz angeschlossen 20 Gemeinden des Kreises Saarburg verblieben beim Saarland und wurden dem Kreis Merzig-Wadern zugeordnet.
Im Gegenzug zu den Gebietsverlusten im Nordwesten wurden 13 weitere Gemeinden aus den Landkreisen Kusel sowie Birkenfeld in das Saarland eingegliedert und dem Landkreis St. Wendel zugeordnet.
Bis auf einen kleinen Gebietszuwachs am 23. April 1949 waren damit die Grenzen des seit Januar 1947 von der französischen Regierung geplanten autonomen Saarstaats festgelegt.
Postalisch hatte diese Gebietsneuordnung mehrere Auswirkungen. Eine davon zeige ich heute.
Nach der Verfügung Nr. 93 vom 6. Juni 1947 bis in die erste Juliwoche waren im Kreis Saarburg (erweitert durch die Gemeinden, die ehemals zum Kreis Trier-Land gehörten), Mischfrankaturen aus SAAR I und Rheinland-Pfalz (I) möglich. Da sowohl in der Französischen Zone, als auch im Saarland die Marken der Allgemeinen Ausgabe weiterhin frankaturgültig waren, konnten drei Ausgaben auf einem Brief vereinigt werden:
    • SAAR I
    • Allgemeine Ausgabe
    • Rheinland-Pfalz (I)
Der gezeigte, echt gelaufene Beleg ist portogerecht frankiert:
    • 48 Pf. für einen Brief der 2. GSt.
    • 60 Pf. Einschreibegebühr)
Die Marken wurden mit drei Abschläge von Saarburg (BZ Trier) 1d vom 4. Juli 1947 abgeschlagen. Dies war ziemlich am Ende der Periode, in welcher Mischfrankaturen zwischen SAAR I und Rheinland-Pfalz (1) zulässig waren.
Beleg mit Mischfrankatur SAAR I, AA und RP (I) vom 04.07.1947

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