Belege (V) – Seltener Ersttagsbeleg Malstatt Burbacher Druck (MBD)

Hallo

Im Beitrag vom 27. Februar 2019 habe ich euch einen seltenen Ersttagsbeleg des Malstatt-Burbacher Drucks vom 20. November 1947 vorgestellt, den ich meiner Sammlung hinzufügen konnte.

Die Frankatur dieses Ersttagbeleges hat einige Fragen aufgeworfen, die ich nicht abschliessend beantwortet konnte. Mittels intensiver Recherche und der freundlichen Unterstützung von „Commissaire Hasard“ habe ich nun die entsprechenden Antworten.

Worum geht es? Hier nochmals der Beleg.

20. November 1947, 17-18, Schaffhausen (Saar) nach Heiligenhaus / © Projekt Saarphilatelie.com

Verklebt sind eine 6 F auf 24 Pfennig Neuausgabe und zwei 2 F auf 12 Pfennig Originalausgabe (senkrechtes Paar, Wasserzeichen fallende Wellenlinien F). Damit ist der Brief vom Saarland in die britische Besatzungszone des besetzten Deutschen Reichs nach den ab dem 20. November 1947 geltenden Tarifen der P.T.T. des Saarlandes um 4 resp. 1 Franken überfrankiert.

Posttarife des Saarlandes ab 20. November 1947 (Auszug)

    • Brief in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs resp. ins Mutterland Frankreich der 1. Gewichtsstufe bis 20 g = 6 Franken
    • Brief in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs resp. ins Mutterland Frankreich der 2. Gewichtsstufe 20 g bis 50 g = 9 Franken

10 Franken waren notwendig für die Frankatur von:

    • Brief der 1. Gewichtsstufe bis 20 g ins Ausland

Wieso wurde der abgebildete Brief überfrankiert? Das ist die grosse Frage. Hier die Auflistung der bekannten Fakten:

    • Die Werte des Malstatt-Burbacher Drucks waren am Ersttag ausschliesslich am Postschalter erhältlich; somit muss ein Schalterbeamter der Post in Schaffhausen (Saar) den abgebildeten Brief frankiert haben.
    • Die neuen Beförderungstarife der P.T.T. des Saarlandes waren genau am 20. November 1947 in Kraft getreten. Hatte der Schalterbeamte geirrt? Hatte er dem Absender den Auslandstarif verrechnet, anstatt den niedrigeren Tarif für die Briefbeförderung in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs zu verwenden?

Die Antwort auf diese Frage liegt in den Wirren der Währungsreform vom 20. November 1947.

Die Direktion der P.T.T. des Saarlandes in Saarbrücken erliess am 17. November 1947 die mit der Währungsreform ab dem 20. November 1947 anzuwendenden Bestimmungen und Beförderungstarife. Dieses Regelwerk enthielt drei Abschnitte:

    • Postsendungen nach Frankreich
    • Postsendungen innerhalb des Saarlandes
    • Postsendungen nach dem Ausland einschliesslich der besetzten Gebiete des Deutschen Reichs

Dies bedeutete, dass bei Postsendungen nach den besetzten Gebieten des Deutschen Reichs die Auslandstarife zur Anwendung kommen sollten. Konkret: 10 Franken für einen Brief der ersten Gewichtsstufe bis 20 Gramm. Nach dem Regelwerk vom 17. November 1947 ist der oben abgebildete Brief korrekt frankiert.

Wieso habe ich dann die Posttarife vorstehend anders wiedergegeben?

Tja, bei Währungsreformen muss alles sehr rasch gehen, wobei es unerheblich ist, ob es dabei um Banknoten und Münzen oder um geldwerte Briefmarken geht. Die Direktion der P.T.T. des Saarlandes wurde – wahrscheinlich – von der Délégation supérieure de la Sarre unter Gilbert Grandval „zurückgepfiffen“, denen der Zeitpunkt zur Einführung von Auslandstarifen für Postsendungen in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs wohl nicht opportun erschien. Wie auch immer. Die Auslandstarife für Postsendungen in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs wurden schliesslich erst fünf Monate nach der Währungsreform, zum 1. Mai 1948 in Kraft gesetzt.

Die Direktion der P.T.T. des Saarlandes musste nun schleunigst das Regelwerk überarbeiten, den dritten Abschnitt kürzen und das Werk um einen vierten Abschnitt ergänzen:

    • Postsendungen nach den besetzten Gebieten des Deutschen Reichs (mit reduzierten Tarifen)

Das überarbeitete Regelwerk wurde am Nachmittag des 19. November 1947 den Poststellen zugeleitet. Es ist mehr als nur wahrscheinlich, dass am Folgetag nicht jeder Postbeamte von den so kurzfristig geänderten Bestimmungen Kenntnis hatte.

Hier die Abbildung eines weiteren Ersttagsbelegs mit gleicher Frankatur. Diesmal aus Blieskastel.

20. November 1947, 14-15:00, Blieskastel (Saar) nach Mannheim / © Walter Farber

Bis dann

__________

Danksagung: Ich bedanke mich bei Walter Farber, Oriental Institute, The University of Chicago, Chicago (IL), USA, für die fruchtbare Korrespondenz, welche diesen Beitrag erst ermöglichte.

__________

Folgt mir auf Facebook und Twitter (beide @SaarPhilatelist) und ihr seid immer auf dem Laufenden.

#saarphilatelie

Belege (IV) – Seltener Ersttagsbeleg Malstatt-Burbacher Druck (MBD)

„Wir unterbrechen das aktuelle Programm für eine Sondermeldung.“

Hallo

So, oder so ähnlich tönt es aus unseren Rundfunk- und/oder Fernsehempfängern, wenn irgendwo auf der Welt wieder einmal etwas Aussergewöhnliches – meist Katastrophales – geschehen ist.

Ich unterbreche die seit sechs Wochen laufende Beitragsserie über die einzelnen Werte der 1./2. Offenburger Ausgabe dagegen für ein schönes Ereignis. Ich habe einen besonderen Beleg meiner Sammlung hinzufügen können und möchte es nicht versäumen, euch diesen vorzustellen. Keine Sorge, die Beitragsserie zu den einzelnen Werten der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland werde ich mit dem kommenden Beitrag weiterführen.

__________

Die Stunde Null. Ein Begriff, der in populärwissenschaftlichen Geschichtsmagazinen gerne für die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa missbraucht wird. Im Zusammenhang mit Währungsumstellungen – oft als Währungsreformen verbrämt – ist dieser Begriff hingegen völlig zutreffend.

Abbildungen zur oft vergessenen Währungsumstellung am 16. Juni 1947 von Reichsmark zu (Saar-) Mark:

Anzeige in einer saarländischen Illustrierten

Einige Banknoten

Die Umstellung von Reichsmark zu einer eigenen Währung war Im Zusammenspiel mit einer bereits seit 1945 geltenden, rigorosen Unterbindung des Kapitalverkehrs aus den Besatzungszonen des Dritten Reichs sowie einer Herkunftskontrolle der per Stichtag 16. Juni 1947 im Saarland vorhandenen Buchvermögen eine effektive Möglichkeit, die vorhandene Geldmenge festzustellen. So konnte der zweite Schritt der Währungsreform, die Umstellung auf die Frankenwährung vorbereitet werden. Einige Behörden wie die P.T.T. des Saarlandes konnten zwar frühzeitig Vorkehrungen für die Umstellung von Mark zu Franken treffen, dennoch verblieben zwischen dem Entscheid der französischen Nationalversammlung vom 15. November 1947 (Gesetz 47-2158) und der auf den 20. November 1947 festgesetzten Einführung (Gesetz 47-2170) nur wenige Tage.

„Zeit im Bild“ vom 16. November 1947

Die Menschen in den Gebieten der heutigen Bundesrepublik Deutschland haben in den letzten 100 Jahren eine gewisse – sagen wir einmal – Erfahrung mit Währungsumstellungen sammeln können:

    • 1921 Saargebiet (Mark zu Franken)
    • 1923 Deutsches Reich (Mark zu Renten-, resp. Reichsmark)
    • 1935 Saargebiet (Franken zu Reichsmark)
    • 1947 16. Juni, Saarland (Reichsmark zu Mark)
    • 1947 20. November, Saarland (Mark zu Franken)
    • 1948 Trizone, amerikanische, britische und französische Besatzungszonen des Dritten Reichs (Reichsmark zu Deutsche Mark)
    • 1948 Ostzonen, sowjetische Besatzungszone des Dritten Reichs (Reichsmark zu Deutsche Mark der deutschen Notenbank)
    • 1959 Bundesrepublik Deutschland, Saarland (Franken zu Deutsche Mark)
    • 1964 DDR (Deutsche Mark der deutschen Notenbank zu Mark der deutschen Notenbank)
    • 1968 DDR (Mark der deutschen Notenbank zu Mark)
    • 1990 DDR (Mark auf Deutsche Mark)
    • 2001 Bundesrepublik Deutschland (Deutsche Mark auf Euro)

Ich finde es erstaunlich, wie das kleine Gebiet des heutigen Saarlandes seit 1792 in den Perioden unter französischer Obhut in verschiedensten Bereichen des öffentlichen und politischen Lebens immer wieder eine Vorreiterrolle (= Avantgarde) bei denjenigen Entwicklungen eingenommen hat und weiterhin einnimmt, die später Deutschland betrafen, resp. betreffen.

Vom lieben Geld ist es nur ein kleiner Schritt zu den Briefmarken. Die Briefmarken mussten ja im Jahr 1947 die zwei Währungsumstellungen widerspiegeln. Als Postwertzeichen waren sie an die offizielle Währung des Gültigkeitsgebiets gebunden.

Die P.T.T. des Saarlandes liess – nachdem die Verantwortlichen in die Währungsumstellung eingeweiht worden waren – bei der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei GmbH in Saarbrücken vorhandene Schalterbögen der 1. Offenburger Ausgabe sowie der im Spätsommer 1947 bei der Druckerei Franz Burda in Offenburg bestellten Neuausgabe (2. Offenburger Ausgabe) im Buchdruck mit einem Aufdruck in Frankenwährung versehen.

Bogenteil eines überdruckten Bogens 2. Offenburger Ausgabe (Malstatt-Burbacher Druck Typ II)

An saarländischen Postschaltern waren am Tag der Währungsumstellung, dem 20. November 1947, und an den folgenden Tagen ausschliesslich die nachstehenden Briefmarken des Malstatt-Burbacher Drucks verfügbar (die Angabe im Michel-Katalog hierzu ist falsch, vgl. hier):

    • 12 Pfennig (Urdruck) mit Aufdruck 2 F
    • 15 Pfennig (Neuausgabe und Urdruck) mit Aufdruck 3 F
    • 24 Pfennig (Neuausgabe und Urdruck) mit Aufdruck 6 F

Jedoch hatten beileibe nicht alle saarländischen Postämter am Donnerstag, den 20. November 1947, auch sämtliche Marken in ausreichendem Umfang vorrätig. Dafür war die Zeit zu kurz gewesen.

Dieser Mangel war der P.T.T. des Saarlandes durchaus bewusst. Daher durften ganz offiziell die in Industrie, Gewerbe und Privathaushalten verfügbare Bestände an Briefmarken der Ausgaben Wappen und Dichter sowie Berufe und Ansichten aus dem Saarland bis zum 27. November 1947 zum festgelegten Tauschkurs 20 Franken zu 1 Mark (5 Pfennig entsprachen 1 Franken) zur Frankatur verwendet werden. Am Postschalter konnten diese Briefmarken jedoch nicht mehr bezogen werden.

Ich konnte meiner Sammlung nun einen Bedarfsbrief hinzufügen, der den Ersttag des Malstatt-Burbacher Drucks dokumentiert.

20. November 1947, 17-18:00, Schaffhausen (Saar) nach Heiligenhaus

Verklebt wurden eine 6 F auf 24 Pfennig Neuausgabe und zwei 2 F auf 12 Pfennig Originalausgabe (senkrechtes Paar, Wasserzeichen fallende Wellenlinien). Damit ist der Brief in die britische Besatzungszone überfrankiert.

Posttarife des Saarlands ab 20. November 1947 (Auszug)

    • Brief in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs resp. ins Mutterland Frankreich der 1. Gewichtsstufe bis 20 g = Porto 6 Franken
    • Brief in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs resp. ins Mutterland Frankreich der 2. Gewichtsstufe 20 g bis 50 g = Porto 9 Franken

10 Franken Porto wurden fällig für:

    • Brief der 1. Gewichtsstufe bis 20 g ins Ausland
    • Brief der 2. Gewichtsstufe 20 g bis 50 g ins benachbarte Luxembourg

Wieso wurde der Brief überfrankiert? Das ist die grosse Frage. Einerseits waren die drei Werte des Malstatt-Burbacher Drucks ausschliesslich am Postschalter erhältlich. Damit ist sicher, dass ein Schalterbeamter der Post in Schaffhausen (Saar) den abgebildeten Brief frankiert hat. Andererseits waren die neuen Beförderungstarife der P.T.T. des Saarlands genau am 20. November 1947 in Kraft getreten. Hatte der Schalterbeamte geirrt? Hatte er dem Absender den Auslandstarif verrechnet, anstatt den niedrigeren Tarif für die Briefbeförderung in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs zu verwenden? Möglich wäre es.

Sollte der Brief des Herrn Rommelfanger an seine Frau, Schwester oder Mutter Elis. Rommelfanger schwerer als 20 g gewesen sein – dies lässt sich heute nicht mehr feststellen – käme noch eine weitere Möglichkeit in Betracht. Vielleicht hatte der Schalterbeamte um 17:00 Uhr des Ersttags keine 3 F-Marken mehr vorrätig oder die Poststelle Schaffhausen (Saar) hatte diesen Wert gar nicht erhalten. Dem Absender war in diesem Fall die Differenz von 1 F (umgerechnet 5 Pfennig) egal, Hauptsache der Brief, dessen Inhalt wir nicht kennen, war aufgegeben.

Fazit: ein gut erhaltener, sauber und lesbar gestempelter Ersttagsbeleg für zwei der drei an diesem Tag ausgegebenen Werte des Malstatt-Burbacher Drucks.

Bis dann

__________

Folgt mir auf Facebook und Twitter (beide @SaarPhilatelist) und ihr seid immer auf dem Laufenden.

#saarphilatelie

Belege (III) – Entschlüsselung eines alten Belegs

Hallo

Diesen Beitrag widme ich meiner Frau, die ich über alles liebe.

    • Ohne meine Frau wäre ich heute nicht derjenige, der ich bin.
    • Ohne meine Frau wäre mein Leben sehr viel ärmer.
    • Ohne meine Frau, ihr Verständnis und ihre Unterstützung würdet ihr diesen Beitrag gar nicht lesen können. Der Saarphilatelie-Blog wäre wohl kaum veröffentlicht worden; denn ich hätte Saarphilatelie.com wohl nicht ins Leben gerufen.

Meine Frau wird morgen Ihren Geburtstag feiern – den wievielten verrate ich selbstverständlich nicht -und ich werde alles daransetzen, dass sie diesen – ihren – Tag geniessen wird.

__________

In diesem Beitrag möchte ich euch einen – wie der Beitragstitel schon verrät – alten Beleg vorstellen. Es handelt sich um einen Bedarfsbrief aus dem Jahr 1859, der von Rossla nach dem ca. 70 km östlich gelegenen Halle an der Saale gelaufen ist. In diesem Brief geht es um einen Todesfall in der 1844 gegründeten, preussischen Provinzial-Irrenanstalt Halle-Nietleben in Halle an der Saale, die den gräflich Stolberg-Rosslaischen Polizei-Rath veranlasst, zwecks ordnungsgemässer Abwicklung der Erbschaftsangelegenheit beim Direktor der Provinzial-Irrenanstalt brieflich ein Verzeichnis der persönlichen Hinterlassenschaften der Verblichenen anzufordern.

Dieser Beleg ist bislang der älteste meiner Sammlung und war aufgrund verschiedener Umstände – die ich im weiteren Verlauf des Beitrags aufführen werde – nicht einfach zu entschlüsseln. Mein tiefempfundener Dank geht an zwei liebe Mitstreiter aus einem Briefmarken-Forum auf Facebook. Sie halfen mir bei der Transkription aus der Sütterlin-Schrift sowie bei der Zuordnung eines – mir völlig unbekannten – Stempels auf der Siegelseite des Briefes. Ohne diese Hilfe würde ich bei dem Beleg immer noch „wie ein dummer Ochs vorm Berg stehen“. Eine Mitstreiterin möchte nicht namentlich erwähnt werden. Doch Stephan Jürgens kann ich meinen Dank direkt aussprechen.

__________

Weshalb veröffentliche ich diesen Beitrag, der – seien wir ehrlich – nicht viel mir den Briefmarkenausgaben Wappen und Dichter oder Berufe und Ansichten aus dem Saarland zu tun hat? Ich fand die komplexe Geschichte der Entschlüsselung dieses Beleges sehr lehrreich, denn diese beinhaltet drei wichtige Erkenntnisse:

    • nicht bei der ersten Unstimmigkeit aufgeben; es gibt auch für vorderhand Unmögliches eine Erklärung (der Beleg lag bei mir schon lange auf dem Pult)
    • wenn man bei einer Recherche ansteht … Unterstützung in Anspruch nehmen (Einzelkämpfer sterben auch einsam)
    • sich soweit möglich in die Entstehungszeit des Beleges hineinversetzen und nicht alles aus unserer heutigen Sicht beurteilen

Hm … bislang keine Abbildung? Ich vergass, zu erwähnen, dass ich euch in diesem Beitrag bloss vier Abbildungen zeigen werde.

Hier die erste Abbildung.

So habe ich den Beleg aus einer 50 Eurocent Wühlkiste gegriffen. Eine sehr saubere, klare Handschrift, die ich problemlos entziffern konnte.

„An den königlichen Direktor Herrn Geheimen Medicinal=Rath Dr. Dammerow, Ritter [Pi Pi = Auslassungen für die komplette Titelaufzählung] Hochwohlgeboren … zu Halle a/S. … He[rrschaftliche] Polizei=Sachen“

Geht es euch gleich wie mir? Ich las Polizei-Sachen und meine Neugier war geweckt. Diebstahl, Raub, Mord, Totschlag? Was würde ich finden? Dazu noch eine wunderbar lesbare Abstempelung aus Rossla vom 19. Dezember in der Stunde zwischen 5 und 6 Uhr. Ich hatte zwar – als ich da vor der Wühlkiste stand – keinen blassen Schimmer, wo Rossla lag, aber sowas findet man in Zeiten von Google Maps und Maps.me ja rasch heraus. Noch weniger klar war mir, in welchem Jahr der Beleg von Rossla nach Halle gelaufen war, denn der Stempel auf dem Umschlag wies zwar ein Datum, jedoch keine Jahreszahl auf.

Doch zuerst habe ich den Beleg einmal umgedreht. Das war doch mal ein schöner Anblick. Ein wachsgesiegelter Brief.

Das Siegel war zwar erbrochen, aber äusserst detailreich erhalten. Da kenne ich ganz andere Erhaltungsarten. Ich war zwar hinsichtlich Ortschaft und Laufjahr nicht klüger geworden, aber meine Hand ging in den Hosensack … 50 Eurocent … der Beleg wechselte seinen Besitzer. Ein Bauchentscheid.

Der Beleg war kompliziert gefaltet und landete erst einmal in der Ablage auf meinem Pult. Immer wieder einmal in die Hand genommen, beschäftigten mich die Fragen: „Wie kann ich den Beleg auseinanderfalten, ohne diesen übermässig weiter zu beschädigen?“ „Wie kann ich verhindern, dass das Siegel komplett zerbricht?“

Ich bezähmte meine Neugier betreffend des Inhalts und fertigte erst einmal hochauflösende Scans von Adress- und Siegelseite an. Dokumentiert ist dokumentiert! Danach landete der Beleg erst einmal wieder in der Ablage. Abgehakt! „Weshalb hatte ich den Beleg nochmal erstanden? Was hat mich damals getrieben?“ Der Sommer war schön und da waren Tausend andere Dinge, die plötzlich wichtiger waren. Für einen angefressenen Philatelisten völlig unverständlich – das ist mir bewusst.

Vor einigen Tagen habe ich realisiert, dass ich bei diesem Beleg nie weiterkommen würde, wenn ich diesen nicht öffnete und den Inhalt dokumentierte. Gesagt, getan! Ich habe den gefalteten Brief vorsichtig auseinandergenommen … et voilà:

Ich war platt! Eine gestochene Handschrift auf der Adress-Seite und hier …? Ausser dem Titel, den Ziffern und dem Datum „December 1859“ konnte ich nicht viel entziffern. Nach einem zweiten Blick war mir klar: „Ich brauche Unterstützung!“ Unterstützung nicht allein bei der Transkription. Nein, auch der Stempel auf der Siegelseite des Beleges war mir völlig fremd. Ein Eingangsstempel konnte „Ausg“ wohl nicht sein. Ein zusätzlicher Stempel aus Rossla? Wozu? Der war ja – wie wir es heute immer noch kennen – auf der Adressseite aufgebracht worden.

Würde mich der Inhalt bei der Entschlüsselung des Beleges weiterbringen? Hier musste wegen der Handschrift (s.o.) eine Spezialistin herangezogen werden. Mir wurde sofort klar, an wen ich mich wenden würde.  An einen tollen und hilfsbereiten Menschen, bei welchem ich mich sehr glücklich schätze, diesen in meinem Bekanntenkreis zu wissen.

Innerhalb weniger Stunden lag die Transkription auf meinem Pult, besser gesagt in meinem Mac:

„Verzeichniss der von der verstorbenen geisteskranken Frie=derike Werther hinterlegtenen Effecten.

    1. ein Obersack
    2. ein wattirter Untersack
    3. ein weisser Untersack
    4. eine Mantille
    5. ein Paar Stiefelchen
    6. ein Umlegetuch
    7. ein Paar Hausschuhe und
    8. ein Kragen

P.I. Anstalt bei Halle den 22. December 1859″

Das war ein toller Anfang. Was mir jedoch Kopfschmerzen bereitete, war die Datierung des „Verzeichniss“ zu Halle an der Saale am 22. December 1859.

Das ergab für mich gar keinen Sinn! Ein Schreiben, dass am 19. Dezember in Rossla abgeschlagen nach Halle an der Saale gesendet wird, enthält eine Aufstellung der Habseligkeiten einer Verstorbenen, welche am 22. Dezember in Halle an der Saale angefertigt wurde. Die Kausalität war auf den Kopf gestellt.

Ich wusste nicht mehr weiter. Da war der Stempel auf der Siegelseite des Briefes, der mir nichts sagte. Ich habe einen Scan des Stempels in dem Facebook-Forum Whatsbriefmarken.de eingestellt, mit der Bitte um Unterstützung bei der Identifikation. Innerhalb kurzer Zeit die Antwort von Stephan Jürgens. Zitat:

AUSG. ist die Abkz. für AUSGABE, dies ist ein sogenannter „Ausgabestempel“, gibt es in vielen preussischen (und später reichsdeutschen) Städten, in denen es mehr als einen Bestellgang der Briefträger gab. Sie wurden anstelle der Ortstagesstempel verwendet, die normalerweise die Ankunft des Briefes „anzeigen“. Die N 1 gibt den Bestellgang an.

In diesem Moment machte es bei mir nicht einmal, sondern gleich zweimal „klick“. Einerseits wusste ich nun, dass der Beleg tatsächlich von Rossla nach dem preussischen Halle an der Saale gelaufen war und dort auch mit dem Bestellgang N 1 ausgeliefert worden war. Andererseits brachte mich die Information dazu, den Gesamtbeleg neu zu begutachten.

Als erstes versuchte ich den Adressaten zu verifizieren. Das ging erstaunlich rasch. Adressat war der Geheime Medizinalrat Prof. Dr. med. Heinrich Philipp August Damerow (28. Dezember 1798-22. September 1866), seit der Eröffnung der Provinzial-Irrenanstalt Halle-Nietleben am 1. November 1844 bis zu seinem Tod Direktor und Chefarzt dieser Institution.

Nun ging es an die Identifikation des Absenders. Das ging nur über das Siegel und den Einsatz des Mikroskops sowie Streiflicht. Das Ergebnis:

Die vollständige Umschrift lautet: Gräf. Stolberg.Rosslaischer Polizei-Rath

Das Siegel enthält auch das Wappen derer von Stolberg-Rossla

Nun ging es darum, herauszufinden, weshalb die Daten inkongruent waren. Einen entscheidenden Hinweis lieferte mir meine sehr geschätzte Kollegin mit dem Hinweis, dass das Verzeichnis von einem Oeconom unterzeichnet sei. Ein Oeconom oder Factotum war ein Bewirtschafter, Hauswart oder neudeutsch Manager. In diesem Fall der Manager der Provinzial-Irrenanstalt.

Der zweite Hinweis war mir zuvor schon aufgefallen, aber nicht mehr bewusst. Die Handschriften auf der Vorderseite des Schreibens und auf der Innenseite des Papiers unterschieden sich auffällig voneinander. Die Schrift auf der Vorderseite war die gestochen klare Schrift eines gebildeten Mannes, der seine Schreiben so sorgfältig siegelte, dass das Siegel heute noch mustergültig erhalten ist. Die Handschrift auf der Innenseite des Schreibens ist dagegen eher fahrig und schwer lesbar – daher benötigte und erhielt ich ja Unterstützung. Hier hatten zwei verschiedene Personen geschrieben.

Des Rätsels Lösung:

In der königlichen Provinzial-Irrenanstalt in Halle-Nietleben verstirbt die Insassin Friederike Werther. Der Todesfall wird an ihren letzten Wohnsitz, resp. ihren Geburtsort, Rossla gemeldet. In Rossla verfasst der zuständige Polizei-Rath ein Schreiben in „herrschaftlichen Polizei=Sachen“ an den Direktor der königlichen Provinzial-Irrenanstalt in Halle-Nietleben, Prof. Dr. med. Damerow. Der Grund? Er benötigt ein Verzeichnis über die Hinterlassenschaft der Verblichenen, um deren Nachlass ordnungsgemäss zu regeln. Dieses Schreiben an Prof. Dr. med. Damerow muss im Umschlag gesteckt haben, ist uns jedoch nicht überliefert. Prof. Dr. med. Damerow in seiner Funktion als Anstalts-Direktor beauftragt den „Oeconomen“ der Anstalt mit der Erstellung des Verzeichnisses. Dieser – sparsam wie er ist – verwendet den Umschlag der Anforderung des Polizei-Raths, das Schreiben selbst landet ja in den Akten, zur Erstellung des nicht sehr umfangreichen Verzeichnisses. Wie das Verzeichnis der Hinterlassenschaft der verstorbenen Friederike Werther schliesslich nach Rossla gelangte und von dort schlussendlich in meine Hände gekommen ist … um diese Fragen zu beantworten, braucht es mehr Fakten als der Beleg beinhaltet.

Bis dann

__________

Folgt mir auf Facebook und Twitter (beide @SaarPhilatelist) und ihr seid immer auf dem Laufenden.

#saarphilatelie

Belege (II) – Postkarte mit 12 Pfennig-Wert und Feldmerkmal 6A

Hallo

Wie sagt der Volksmund so schön? „Auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn.“

Ich bin glücklicherweise nicht blind, aber die Altersweitsicht, leider nicht die Altersweisheit, macht mir hier und da doch zu schaffen. An jenem Tag, als ich den hier beschriebenen Beleg fand, hatte ich jedoch sowohl Brille als auch Lupe zur Hand. Der Beleg ist eine normale, gut erhaltene Postkarte, die ich für kleines Geld erstehen konnte.

Ihr denkt sicherlich, „der Beleg hat doch eine Geschichte“! Und damit habt ihr Recht.

Die Postkarte ist

    • mit einer nahezu perfekt erhaltenen 12 Pfennig-Marke der 1. Offenburger Ausgabe (SP19) für die Beförderung von der französischen in die sowjetische Besatzungszone korrekt frankiert,
    • sauber gestempelt und hat
    • philatelistischen Inhalt
Vorderseite, © Projekt Saarphilatelie.com

Der Briefmarkenhändler G. Beaumont in Saarlouis schrieb am 11.07.1947 an den Briefmarkenhändler Püffer in Halle an der Saale, in der sowjetischen Besatzungszone. Der Händler in Saarbrücken brachte seine auf der Vorderseite links mit Firmendetails vorgedruckte und mit Schreibmaschine geschriebene Postkarte auf die Post, wo diese am 12.07.1947, vor 10:00 Uhr morgens, mit dem Stempel Saarlouis 1 abgestempelt wurde.

Rückseite, © Projekt Saarphilatelie.com

Der Händler G. Beaumont reagierte auf eine Annonce in der philatelistischen Zeitschrift Sammler-Express, seit 1925 herausgeben und inzwischen mit der  Deutsche Briefmarken Zeitung verschmolzen. Postkarte ist von G. Beaumont persönlich unterschrieben worden.

Der Inhalt ist simpel. Beaumont suchte die weniger häufigen 4 Pf.- und 42 Pf.-Werte aus der Ziffernserie und bot der Firma Püffer dafür komplette Sätze der 1. Offenburger Ausgabe an.

Was ich trotz Brille und Lupe beim Kauf übersehen und erst daheim festgestellt habe: bei der auf dem Beleg verklebten Marke handelt es sich um ein Exemplar mit einem im Michel-Katalog gelisteten Feldmerkmal. Nachfolgend der Detailausschnitt:

12 Pfennig-Wert SP19, Feld 6A, © Projekt Saarphilatelie.com

Gut zu erkennen der weisse Fleck am Anstrich des ersten A von SAAR auf Höhe des Querstrichs. Der Hof um den weissen Fleck ist schlecht zu erkennen … liegt wohl am Scan und damit an mir … excusé!

Diesen Beitrag widme ich meinem Vater. Er feiert heute seinen 85 Geburtstag. Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute und für die Zukunft die allerbeste, robuste Gesundheit.

Bis dann

__________

Folgt mir auf Facebook und Twitter (beide @SaarPhilatelist) und ihr seid immer auf dem Laufenden.

#saarphilatelie

Belege (I) – Social Philately

Hallo

Gestern habe ich den Beitrag über meinen Besuch auf der Lanaphil veröffentlicht.

Heute möchte ich euch zwei interessante Belege vorstellen, die ich an der Börse für je 50 Cent erworben habe.

Der erste Beleg ist eine Ansichtskarte, die auf der Rückseite das Konstanzer Münster um 1904 zeigt. Gelaufen ist der mit 5 Reichspfennig (DR Germania Grün von 1902) portogerecht freigemachte Beleg am 23. September 1905 von Konstanz nach Regensburg, wo er am 24. September eintraf.

Adressat ist der „Hochgeboren Herrn Grafen Hugo von Walderdorff“. Als Adresse ist allein die Hausbezeichnung angegeben: Weisse Lilien. Das Stadthaus des Grafen. Der Text kurz und knapp: „Ergebenste Grüsse u. Empfehlungen vom schönen Bodensee!“

Graf Hugo von Walderdorff (1828-1918) ist der bekannte Heimathistoriker und langjährige Vorsitzende des Regensburger Historischen Verein.

Hugo von Walderdorff (©Fotosammlung Museum Regensburg)

Der Graf entstammte einem hochadligen bayrischen Geschlecht und war seit 1856 mit der knapp ein Jahr älteren Amalie Gräfin Podsatzky-Liechtenstein verheiratet. Gräfin Amalie ist die Adressatin des zweiten Beleges.

Dieser Beleg ist ebenfalls eine Ansichtskarte, die auf der Rückseite den Thumsee etwa drei Kilometer westlich von Bad Reichenhall zeigt. Gelaufen ist der mit 5 Pfennig (Bayern Wappen Grün von 1890) portogerecht freigemachte Beleg am 7. Juni 1906 von Bad Reichenhall nach Wutzlhofen resp. nach Schloss Hauzenstein, einem der Stammsitze derer von Walderdorff, wo er am 8. Juni eintraf.

Der Text ist diesmal nicht kurz und knapp, sondern die Absenderin nützt den verfügbaren Platz aus und versetzt die Grusszeile sogar auf die Rückseite der Ansichtskarte.

Konnten wir beim ersten Beleg den Absender nicht eruieren, ist dies beim zweiten Beleg einfach. Es handelt sich um Freiin Marie von Pfetten aus oberbayrischem Uradel. Die Familie war bis 1803 mit dem Amt des Erbhofschenken des Hochstifts Regensburg betraut. Marie von Pfetten nahm es mit der Rechtschreibung nicht so genau. Aus Gräfin Amalie wurde Amelie, aus Wutzlhofen wurde Wutzelhofen. Das Adelsprädikat „von“ lässt Sie beim Adressaten komplett aus, was – so habe ich mir sagen lassen – in bayrischen Adelshäusern jedoch nichts Ungewöhnliches sei.

Interessant ist noch, dass beide Ansichtskarten aus demselben Atelier von Dr. Trenkler Co. in Leipzig stammen und jeweils aktuelle Sujets zeigen.

Bis bald

#saarphilatelie

Die Saarschleife bei Mettlach (VII)

Hallo

Ich habe einen sehr interessanten Beleg ersteigert, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Dieser Bedarfsbeleg – ein grosser Briefumschlag – verbindet auf anschauliche Weise die gleichzeitige Verwendung des Motivs Saarschleife bei Mettlach für amtliche, postalische und touristische Zwecke.

Der Amtsbürgermeister in Mettlach=Saar schickt am Donnerstag, 14.08.1947, ein Einschreiben an Herrn G. A. Heydorn in Essen-Bredeney, wo dieses am Sonntag, 17.08.1947, ankam. Soweit ein ganz normaler Vorgang.

Das Einschreiben ist korrekt mit 108 Pfennig frankiert: 48 Pfennig für einen Fernbrief der zweiten Gewichtsstufe bis 250 Gramm (der Umschlag ist aussergewöhnlich gross: 19,3 x 12,3 cm) plus 60 Reichspfennig für die Einschreibegebühr. Von einem Amt habe ich – offen gesagt – auch nichts anderes als eine korrekte Frankatur erwartet.

Das Spezielle an diesem Beleg erschliesst sich dem Betrachter erst auf den zweiten Blick.

Schauen wir uns zuerst die Frankatur an. Verwendet wird eine 1 Mark-Marke und eine 8 Pfennig-Marke. Das Bildmotiv des 1 Mark-Werts ist die Saarschleife, unweit des Orts Mettlach saaraufwärts.

Der Bildaufdruck auf dem Umschlag zeigt ebenfalls die Saarschleife. Bei der Abbildung handelt es sich um dieselbe Aufnahme, welche – auf einer Ansichtskarte – dem Gestalter  Vytautas Kazimieras Jonynas als Vorlage für das Bildmotiv des 1 Mark-Bildmotivs diente (vgl. hier).

Bereits die Kombination von Werbeumschlag mit Briefmarke ist für einen Bedarfsbrief nicht gerade alltäglich.

Na und, denkt ihr sicherlich. Das Bürgermeisteramt möchte wohl den regionalen Fremdenverkehr fördern, hat Umschläge mit einer Abbildung des bekanntesten Ausflugsziels in der näheren Umgebung drucken lassen und verwendet – soweit möglich – auch Briefmarken mit demselben Motiv.

Damit habt ihr sicherlich Recht. Dennoch drängen sich bei genauer Überlegung zwei Fragen auf:

    • Der Beleg stammt vom August 1947. Weshalb verwendet das Bürgermeisteramt einen Umschlag, der die Saarschleife in dem Zustand nach 1928 und vor 1934 zeigt?
    • Weshalb wird auf dem Beleg die Bezeichnung Kreis Merzig verwendet? Diese Bezeichnung war 1947 nicht mehr zutreffend.

Ich möchte kurz auf den Begriff Kreis Merzig eingehen, so dass Sie über dasselbe Hintergrundwissen verfügen, wie ich. Der Kreis Merzig, zu welchem die Gemeinde Mettlach gehört, wurde 1816 von Preussen als Landkreis im Bezirk Trier der Rheinprovinz gebildet. Im Zuge der Umsetzung der Bestimmungen des Versailler Vertrages wurde das Saargebiet 1920 vom Deutschen Reich abgetrennt und für 15 Jahre als Mandatsgebiet unter die Verwaltung des Völkerbunds gestellt. Der Kreis Merzig wurde aufgeteilt. Der Stammkreis Merzig lag nun im Saargebiet; der Restkreis Merzig-Wadern verblieb bei Preussen. Diese Situation blieb auch nach der Eingliederung des Saargebiets ins Reichsgebiet ab 1. März 1935 unverändert. Erst die Behörden der französischen Besatzungszone vereinigten mit Wirkung vom 1. Oktober 1946 die beiden Teil-Kreise unter der noch heute gültigen Bezeichnung Landkreis Merzig-Wadern.

Die Antwort auf die beiden obigen Fragen ist recht einfach. 1947 herrschte nicht nur im Saarland allerorten Mangel an so ziemlich allem. So ist es wenig verwunderlich, dass auch das Bürgermeisteramt der Gemeinde Mettlach noch vorhandene Briefumschläge verwendete, auch wenn diese nicht mehr dem aktuellen Stand entsprachen.

Sollten ihr über weitere Angaben zur Entstehungsgeschichte dieses Umschlages haben, würde ich mich über eure Kontaktaufnahme sehr freuen. Ich habe auf Facebook einen entsprechenden Aufruf geschaltet.

Bis dann

#saarphilatelie