Feldmerkmale – 2 Pfennig (VII)

Weisse Wolke über dem Storchennest

Die Feldmerkmale der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland

Hallo

In diesem Beitrag werden wir uns die Felder 21AB bis 25AB  des 2 Pfennig-Werts (SP14) – also die  Marken der beiden nachfolgend abgebildeten Fünferstreifen – genauer ansehen.

SP 14, A-Bogen, Felder 21-25
SP 14, B-Bogen, Felder 21-25

Die bekannten Werke und Kataloge weisen für die Felder 21AB bis 25AB keinerlei Einträge aus.

  • End/Becker: keine Besonderheiten
  • Staedel – Étude: keine Besonderheiten
  • SHB: keine Besonderheiten
  • Catalogue F.S.A.: keine Besonderheiten
  • Michel: keine Besonderheiten
Feld 21

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Schön zu erkennen ist die Perforationsanomalie der Marken der 1. und 2. senkrechten Bogenreihe bei A-Bögen (rechts, 2.-4. Zahnloch von oben).

Feldmerkmale

AB: „der Bogen des P der Währungsangabe PF. oben rechts vom Stamm fehlend“

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert das Feldmerkmal des Feldes 21AB als:

SP14 21AB: „der Bogen des P der Währungsangabe PF. oben rechts vom Stamm fehlend“

Unterscheidung Marken von A- resp. B-Bögen: „Konturlinie zwischen Schriftband SAAR und Wertangabe 2 reicht nicht bis zum Markenrand (A)“

Feld 22

keine auffälligen Merkmale bis auf die Perforationsanomalie am rechten senkrechten Markenrand bei Marken, welche von einem A-Bogen stammen

Feld 23

keine auffälligen Merkmale bis auf das Reihenmerkmal der 3. und 8. senkrechten Bogenreihe: „Y des Entwerfernamens V.K. JONYNAS verstümmelt oder fehlend“

Feld 24

keine auffälligen Merkmale

Feld 25

keine auffälligen Merkmale

 

Bis dann

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Feldmerkmale – 2 Pfennig (V)

Weisse Wolke über dem Storchennest

Die Feldmerkmale der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland

Hallo

und willkommen zu einer Premiere! Die Erstpublikation eines sehr speziellen wiederkehrenden Feldmerkmals, das Ergebnis der Forschungsarbeit des Projekts Saarphilatelie.com. Was heisst das für euch?

  • Ihr als Leser des Saarphilatelie-Blogs© wisst mehr
  • 72 Jahre nach dem Erstausgabetag ist die Forschung rund um die Marken der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland noch lange nicht abgeschlossen.

In diesem Beitrag werden wir uns die Felder 11AB bis 15AB  des 2 Pfennig-Werts (SP14) – also die  Marken der beiden nachfolgend abgebildeten Fünferstreifen – genauer ansehen.

SP 14, A-Bogen, Felder 11-15
SP 14, B-Bogen, Felder 11-15

Die bekannten Werke und Kataloge weisen für die Felder 11AB und 15AB folgende Einträge aus:

  • End/Becker: 206 c 2 Pfg 13. Marke, Bogen A+B: „Strich durch R“
  • Staedel – Étude: ausschliesslich als Erwähnung – 11e timbre. „Point sur le rocher à droite du mineur“; ausschliesslich als Erwähnung – 13e timbre. „Trait dans le R“
  • SHB: Feld 11AB „Punkt rechts neben dem Gürtel des Bergmanns“; Feld 13AB „Punkt im R“
  • Catalogue F.S.A.: keine Besonderheiten
  • Michel: keine Besonderheiten

Wie gehabt, liefert keines der vorstehenden Werke dem Sammler eine Abbildung zu dem jeweils beschriebenen Feldmerkmal.

Feld 11

SP14 11AB ist eine Marke mit einem sehr speziellem Feldmerkmal, dass sich einem erst beim zweiten Hinschauen erschliesst.

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Schön zu erkennen ist bei der oberen Marke die Perforationsanomalie der Marken der 1. und 2. senkrechten Bogenreihe bei A-Bögen (rechts, 2.-4. Zahnloch von oben).

Feldmerkmale

AB: „verwaschener Farbfleck auf dem rechten (1) Hosenbein des Bergmanns“; „dunkler Farbfleck an der Strebwand rechts vom Bergmann auf höhe der Taille“ (links A-Bogen, rechts B-Bogen)

Das Hauptfeldmerkmal des Feldes 11AB „verwaschener Farbfleck auf dem rechten Hosenbein“ wird scherzhaft als schmutzige Hose bezeichnet. Versierte Saar I-Sammler werden bei dem Begriff „schmuzige Hose“ aufhorchen und im Katalog blättern. Sie müssen nicht lange suchen: bei SP19 76AB resp. Mi. 211XY VII werden Sie fündig. Das Merkmal von SP14 11AB ist ein wiederkehrendes Feldmerkmal, von denen ich auf dem Saarphilatelie-Blog© bereits einige Beispiele (2) vorgestellt habe.

Dieses spezielle wiederkehrende Feldmerkmal ist jedoch etwas sehr besonderes. Weshalb? Denkt einmal kurz nach. Das Feldmerkmal tritt sowohl beim 2 Pfennig-Wert (SP14) als auch beim 12 Pfennig-Wert (SP19) auf.

Und? Fällt der Groschen? Nein? Von allen Marken mit Bildmotiv Bergmann im Streb vor stilisierter Saarlandschaft wurden die 12 Pfennig-Werte zuerst (30. Dezember 1946 – 8. Januar 1947) und die 2 Pfennig-Werte als letztes gedruckt (20./21. Februar 1947). Alle anderen Werte mit demselben Bildmotiv – 3-, 6-, 8- und 10 Pfennig – wurden zwischen diesen Daten gedruckt. Tatsächlich: das wiederkehrende Feldmerkmal mit dem Spitznamen verschmutzte Hose tritt bei allen sechs Werten mit dem Bildmotiv Bergmann im Streb vor stilisierter Saarlandschaft auf; nur ist dies bislang niemandem aufgefallen.

Es ist beileibe nicht so, dass niemand diese Marken genau angeschaut hätte, einige Felder sind sogar in dem einen oder anderen Werk aufgeführt, jedoch mit einem anderen Merkmal.

Trara! Vorhang auf zur Premiere auf dem Saarphilatelie-Blog©

SP14 11AB (hier A)
SP15 58AB (hier A)
SP16 21AB (hier A)
SP17 91AB (hier A)
SP18 51AB (hier A)
SP19 76AB (hier A)

Interessant zu sehen, wie das Feldmerkmal bei den verschiedenen Farben unterschiedlich akzentuiert hervortritt.

Dieses Beispiel eines wiederkehrenden Feldmerkmals zeigt jedoch auch wieder die Beliebigkeit und die Willkür der Katalogisierungen im Michel-Katalog. Weshalb wird einer 12 Pfennig-Marke vom Feld 76AB ein anderer Wert zugemessen als einer 10 Pfennig-Marke vom Feld 51AB? Obschon beide dasselbe Feldmerkmal aufweisen? Könnt ihr mir das erklären?

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert die Feldmerkmale des Feldes 11AB als:

SP14 11AB: „verwaschener Farbfleck auf dem rechten Hosenbein – schmutzige Hose – des Bergmanns“ Hinweis: wiederkehrendes Feldmerkmal SP15 58AB, SP16 21AB, SP17 91AB, SP18 51AB, SP19 76AB

Weiteres Merkmal: „dunkler Farbfleck an der Strebwand rechts vom Bergmann in Höhe der Taille“

Unterscheidung Marken von A- resp. B-Bögen: „feiner Farbfleck am Himmel links vom Kirchturm (B)“

Die Erwähnungen in den anderen Katalogen und Werken werden als Fussnote festgehalten.

Feld 12

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Keine auffälligen Feldmerkmale. Jedoch erkennen wir der oberen Abbildung  wieder die Perforationsanomalie der Marken der 1. und 2. senkrechten Bogenreihe bei A-Bögen (links, 2.-4. Zahnloch von oben).

Feld 13

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Feldmerkmale

AB: „feiner Farbstrich quer über den Bogen des R von SAAR“

Der Pfeil weist auf auf einen Flecken hin. Es ist wahrscheinlich, jedoch nicht gesichert, dass es sich um eine Variante des wiederkehrenden Feldmerkmals Fleck über Handgelenk handelt.

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert die Feldmerkmale des Feldes 13AB als:

SP14 13AB: „feiner Farbstrich quer über den Bogen des R von SAAR

Die Erwähnungen in den anderen Katalogen und Werken werden als Fussnote festgehalten.

Feld 14

keine auffälligen Merkmale

Feld 15

keine auffälligen Merkmale

Bis dann

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(1) Die Angaben links und rechts in deutschsprachigen Katalogen wie auch im Saarphilatelie-Blog© beziehen sich auf die Sicht des Betrachters. Mit dem linken Hacken ist somit der rechte Hacken des Bergmanns gemeint.

(2) Wiederkehrende Feldmerkmale bei den Werten der 1. Offenburger Ausgabe entstanden durch Diapositivmontage bei der Herstellung des Diapositivbogens für einen neuen Wert, wodurch das Feldmerkmal „mitwanderte“, wenn auch jeweils auf ein anderes Bogenfeld. Weitere Beiträge zum Thema wiederkehrende Feldmerkmale finden Sie:

Feldmerkmale – 2 Pfennig (I)

Weisse Wolke über dem Storchennest

Die Feldmerkmale der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland

Hallo

Mit diesem Beitrag beginne ich die angekündigte Beitragsreihe über die vielfältigen Feldmerkmale der Briefmarkenausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland (1. Offenburger Ausgabe).

Braucht es wirklich eine weitere Auflistung von Feldmerkmalen der 1. Offenburger Ausgabe, mögt ihr euch fragen. Sind im Michel nicht bereits 109 Plattenfehler (sic!) katalogisiert, für welche der Philotax auch die entsprechenden Abbildungen beisteuert? Neben diesen beiden, im deutschsprachigen Raum weit verbreiteten Katalogen, existieren sogar noch weitere Werke, die jedoch nur noch antiquarisch erhältlich sind, in welchen diese Feldmerkmale ausführlich behandelt werden:

Diese Werke habe ich bereits in vorhergehenden Beiträgen ausführlich vorgestellt. Und dann gibt es ja auch noch das Handbuch der Postwertzeichen des Saargebietes und des Saarlandes, dessen Kapitel 402 und 403 die Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland sowie den Malstatt-Burbacher Druck und deren Feldmerkmale sehr ausführlich behandeln.

Alle vorstehenden Werke weisen jedoch Mängel und Lücken auf. Da wären:

  • eine unzureichende Anzahl Abbildungen
  • häufig unverständliche bis falsche Beschreibungen der Merkmale
  • uneinheitliche Begriffsverwendung bei der Beschreibung
  • uneinheitliche Handhabung der Listung oder Auslassung von Merkmalen innerhalb der einzelnen Werke
  • die Angaben aller oben aufgezählter Werke stammen aus den 1950er-Jahren

Die Angaben im Michel gründen in den meisten Fällen auf End/Becker sowie Saarhandbuch und wurden in den vergangenen Jahrzehnten im wesentlichen unverändert von Ausgabe zu Ausgabe übernommen. Der Philotax hat dann vielen für seinen Saar-Katalog vom Michel blind übernommen. Daher basieren die Angaben im Michel sowie im Philotax schlussendlich auf veralteten Informationen. Aktuelles zum Thema Feldmerkmale der 1. Offenburger Ausgabe müsst ihr euch mühsam aus unterschiedlichen Quellen zusammensuchen. Ihr seht, es besteht durchaus Bedarf für eine aktuelle Auflistung der Feldmerkmale der 1. Offenburger Ausgabe.

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Die Beitragsreihe Weisse Wolke über dem Storchennest basiert auf den Arbeiten des Projekts Saarphilatelie.com.

Die vom Projekt verwendeten Katalognummern unterscheiden sich von denen anderer Kataloge, da ausschliesslich die Werte des abgeschlossenen Sammelgebietes Territoire de la Sarre en tant que colonie française, das „de facto“ vom 22. Februar 1946 bis zum 17. Dezember 1947 bestand (vgl. hier), behandelt werden. Dieses Sammelgebiet, auch als Französische Kolonie Saarland bezeichnet, besteht aus den Werten der Briefmarkenausgaben:

  • Wappen und Dichter (SP1-SP13)
  • 1. Offenburger Ausgabe Berufe und Ansichten (SP14-SP33)
  • 2. Offenburger Ausgabe Berufe und Ansichten (SP34-SP46)
  • Malstatt-Burbacher Druck (SP47-SP59, Überdruckausgabe)

Die 13 im Buchdruck überdruckten Werte des Malstatt-Burbacher Drucks weisen jeweils zwei Typen auf:

  • Typ I = Druck auf Marken der 1. Offenburger Ausgabe (SP47 I-SP59 I)
  • Typ II = Druck auf Marken der 2. Offenburger Ausgabe (SP47 II-SP59 II)

Hinzu kommen sieben Werte, mit abweichenden Wasserzeichenorientierungen (F/S) oder Abstandsvarianten des Überdrucks (e/w). Somit umfasst das Sammelgebiet Französische Kolonie Saarland 79 Hauptwerte. Bereits in der Beitragsreihe zu den einzelnen Werten der 1. Offenburger Ausgabe ist die Katalognummer nach Projekt Saarphilatelie.com im jeweiligen Steckbrief des Wertes neben anderen gebräuchlichen Katalognummern aufgeführt worden. Am Schluss dieses Beitrages habe ich für euch eine simple Konversionstabelle für die Werte der 1. Offenburger Ausgabe angefügt (1).

Die vorhandenen Kataloge zu den Feldmerkmalen der 1. Offenburger Ausgabe bezeichnen diese entweder mit Kleinbuchstaben (End/Becker, Staedel, F.S.A.) oder mit römischen Ziffern (Michel). Beide Systeme haben den Nachteil, dass sich Benutzern das zugehörige Bogenfeld nicht sofort erschliesst und bei sehr vielen Feldmerkmalen schnell i, j und l verwechselt resp. römische Ziffern unhandlich werden. Die Feldmerkmale werden darüber hinaus ohne erkennbare Ordnung aufgeführt; bspw. Merkmal I vom Feld 100 oder Merkmal e vom Feld 1.

Die Beitragsreihe Weisse Wolke über dem Storchennest bringt durch die Verwendung des Katalogsystems des Projekts Saarphilatelie.com eine klare Verbesserung und Ordnung. Die Feldmerkmale werden mit ihrer Feldangabe gekennzeichnet. Beispiele:

  • 2 Pfennig, Feld 8 AB = SP14 8AB (= St. 1a)
  • 12 Pfennig, fallendes Wz., Feld 22 AB = SP19F 22AB (= Mi. 211Y II)

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Genug der Vorrede. Beginnen wir mit den Feldmerkmalen des 2 Pfennig-Wertes (SP14). Ich werde jeweils einen Markenstreifen aus fünf Marken vorstellen und diesen jeweils in zwei Beiträgen vollständig beschreiben.

SP 14, A-Bogen, Felder 1-5
SP 14, B-Bogen, Felder 1-5

Von den bisherigen Katalogen und Werken führt ausschliesslich das ziemlich genaue SHB das Feld 2AB als Feldmerkmal: „Kontur über der 2“, bietet jedoch keine Abbildung. Wisst ihr, wie eine „Kontur über der 2“ aussieht? Nein? Ich ebenfalls nicht. Dazu später mehr.

Feld 1

Wir schauen uns zuerst die Marken vom Feld 1AB genauer an (oben A-Bogen, unten B-Bogen). Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe.

Schön zu erkennen ist die Perforationsanomalie der Marken der 1. und 2. senkrechten Bogenreihe bei A-Bögen (rechts, 2.-4. Zahnloch von oben).

Feldmerkmale

  • AB: „verwaschener Farbfleck links am Anstrich der Wertangabe 2“ (links A-Bogen, rechts B-Bogen)

  • AB (B schwach): „verwaschener Farbfleck am Himmel rechts von der Kirchturmspitze“

  • B: „kräftiger Farbfleck am Himmel rechts von der Kirchturmspitze“

Von den gefundenen Feldmerkmalen wäre einzig das Hauptmerkmal, der verwaschene Fleck am Anstrich der Wertziffer 2, für eine Katalogisierung auffällig genug. Die anderen Feldmerkmale taugen hierzu nicht: zu unauffällig resp. Verwechslungsgefahr.

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com erwähnt dieses Feldmerkmal, katalogisiert es jedoch nicht.

Feld 2

Wieder zuerst die Marke vom A-Bogen, dann vom B-Bogen.

Feldmerkmale

AB: „rechter, unterer Bildrand rechts oberhalb der Wertangabe 2 eingedellt, die Delle weist einen dunklen Rand – Augenbraue (vgl. hier)- auf; feine, unregelmässig geschwungene Farblinie vom Rand des Strebs zwischen Bildrand und Wertangabe hindurch bis auf den Markenrand“ (links A-Bogen, rechts B-Bogen)

Ausserdem: Die unregelmässig geschwungene Farblinie ist die „Kontur über der 2“, mit der das Saarhandbuch das Feldmerkmal SP14 2AB äusserst knapp und unvollständig beschreibt.

Schön zu erkennen ist bei dieser Abbildung wieder die Perforationsanomalie der Marken der 1. und 2. senkrechten Bogenreihe bei A-Bögen (links, 2.-4. Zahnloch von oben).

Bei dem beschriebenen Feldmerkmal handelt es sich um ein wiederkehrendes Feldmerkmal. Von wiederkehrenden Feldmerkmalen sprechen wir, sobald dasselbe Feldmerkmal bei mindestens zwei verschiedenen Werten – in der Regel mit demselben Bildmotiv – vorkommt. Diese übereinstimmenden Feldmerkmale müssen dabei nicht zwingend auf dem gleichen Bogenfeld auftreten. Wir finden das in der Étude Nouveau als Augenbraue bezeichnete Merkmal auch beim

  • 3 Pfennig-Wert, SP15 88AB
  • 8 Pfennig-Wert, SP17 44AB
  • 10 Pfennig-Wert, SP18 4AB
SP15 88AB
SP17 44AB
SP18 4AB

Wiederkehrende Feldmerkmale bei den Werten der 1. Offenburger Ausgabe entstanden durch Diapositivmontage bei der Herstellung des Diapositivbogens für einen neuen Wert. In diesem Fall wurden die Diapositivstreifen des 10 Pfennig-Werts, der zeitlich von den vier Werten zuerst gedruckt wurde, für die Herstellung der Diapositivbögen der Werte zu 8 Pfennig, 3 Pfennig und zuletzt für die Werte des 2 Pfennig-Werts verwendet, wodurch das Feldmerkmal „mitwanderte“, wenn auch jeweils auf ein anderes Bogenfeld.

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert dieses Feldmerkmal als:

SP14 2AB: „rechter, unterer Bildrand rechts oberhalb der Wertangabe 2 eingedellt, die Delle weist einen dunklen Rand – Augenbraue – auf; feine, unregelmässig geschwungene Farblinie vom Rand des Strebs zwischen Bildrand und Wertangabe hindurch bis auf den Markenrand“. Hinweis: wiederkehrendes Feldmerkmal SP15 88AB, SP17 44AB, SP18 4AB

Die Erwähnung des Feldmerkmals im SHB wird in einer Fussnote festgehalten.

Die weiteren Bogenfelder 3-5 werden wir im kommenden Beitrag behandeln.

Bis dann

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Beiträge zu wiederkehrenden Feldmerkmalen

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Konversionstabelle

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Katalogisierungssystem
  • Kennzeichen des Systems: Grossbuchstaben (SP)
  • Nummerierung der Werte: arabische Ziffern (SP 1-SP59)
  • Wasserzeichenorientierung: Grossbuchstaben (F/S, fallend/steigend)
  • kein Wasserzeichen: keine Markierung
  • Ausgabetyp: römische Ziffern (I/II, Original-/Neuausgabe)
  • Abstandsvarianten Aufdruck: Grossbuchstaben (e/w, eng/weit)
  • Feldmerkmale: Feldangabe nach Komma (1-100AB)
  • Aufdruckmerkmale: Kleinbuchstaben (a-z)
  • Zwischenstegpaar (waagerecht): Grossbuchstaben (ZW)
  • Zwischenstegpaar mit Maschinennummer: Grossbuchstaben (ZWM)
  • Doppeldruck Aufdruck: Grossbuchstaben (DD)
  • Kehrdruck Aufdruck: Grossbuchstaben (KD)
  • Druck auf Gummierung: Grossbuchstaben (GD)
  • Unperforierte Marken: Grossbuchstaben (U)
  • Marken mit anhängendem Rand: Grossbuchstaben
    • Oberrand (OR)
    • Unterrand (UR)
    • Seitenrand (SRL-A), (SRR-A), (SRL-B), (SRR-B)
    • Eckrand (ER-LO), (ER-LU), (ER-RO), (ER-RU)
    • Marken mit vollständigem Druckdatum (DRUDA)
    • Marken mit vollständiger Bogennummer (BOGNR)

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(1) eine vollständige Konversionstabelle sämtlicher Ausgaben folgt in einem der kommenden Beiträge. Diese ist etwas schwierig zu erstellen, da einige Werke bestimmte Werte gar nicht (mehr) katalogisieren.

Die einzelnen Werte – 80 Pfennig

Hallo

In diesem Beitrag behandeln wir den 80 Pfennig-Wert, den letzten der drei Werte der 1. Offenburger Ausgabe mit dem Bildmotiv Alter Turm in Mettlach. Die Beiträge zu den anderen beiden Werten des Bildmotivs findet ihr hier und hier.

Der Saarphilatelie-Blog© bietet euch auch in diesem Beitrag wieder Informationen, die ihr sonst nirgendwo erhaltet, auch nicht in einschlägiger Fachliteratur. Dieses Mal konnte durch die Forschungen des Projekts Saarphilatelie.com das Saarhandbuch, SHB Kapitel 402, 5/6 (Bogennummern und Daten) entscheidend ergänzt werden.

Die Marken des orangefarbenen 80 Pfennig-Werts wurden – wie sämtliche Werte der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland – bei der Druckerei Franz Burda in Offenburg auf einer Palatia O Rotations-Rastertiefdruckmaschine aus dem Hause Schnellpressenfabrik Albert & Cie. oHG, Frankenthal, hergestellt.

Der 80 Pfennig-Wert war ein wichtiger Hauptwert der Ausgabe und konnte bis zur Tarifanpassung am 15. September 1947 für eine Vielzahl von Frankaturen eingesetzt werden. Von besonderer Bedeutung war der 80 Pfennig-Wert für die Abdeckung von Zuschlägen wie beispielsweise der Eilzustellungsgebühr im Ortsbereich.

  • Inlandsbrief 3. Gewichtsstufe 250 g bis 500 g
  • Päckchen bis 3 kg
  • Postanweisung bis 500 Mark
  • Gebühr (Zuschlag) für:
    • Eilzustellung im Ortsbereich
    • Behandlungsgebühr Wertsendungen bis 100 Mark
  • ab dem 15. September 1947 auch für:
    • Auslandsbrief 2. Gewichtsstufe 20 g bis 40 g
SP31, Originalausgabe
Originalausgabe (gummierte Seite)

Achtet bei euren Marken und bei den in diesem Beitrag abgebildeten Marken des 80 Pfennig-Werts auf das Schriftband SAAR. Bei sehr vielen Marken sind die Querstriche der beiden A in SAAR kaum auszumachen. Ich vermute, dass dies mit der Konsistenz der verwendeten Farbe zusammenhängt.

Das Markenbild zeigt den Alten Turm in Mettlach. Der Alte Turm ist nicht, wie häufig geschrieben, der hohe schmale Turm an der rechten Seite des abgebildeten Gebäudes. Dies ist nur ein Mitte des 13. Jahrhunderts dem Alten Turm hinzugefügter Wendeltreppenturm. Der Alte Turm ist das gesamte imposante Gebäude mit den Strebepfeilern.

Erbaut wurde der Alte Turm im 10. Jahrhundert als Grabkapelle für den von katholischen Christen als Heiligen verehrten Luitwin. Das Gebäude ist im Erdgeschoss eine frühromanische Kryptakirche mit einem Wehrumgang im zweiten Geschoss. Der achteckige Grundriss ähnelt dem des Aachener Doms. Umbauten der romanischen Kapelle im gotischen Stil erfolgten im 14./15. Jahrhundert. Das anstatt des ursprünglich offen konzipierten Dachstuhls aufgesetzte gotische Zeltdach brannte 1628 ab. Zerstörungen nach der Säkularisierung der Benediktiner-Abtei und dem Abbruch der Abteikirche hätten zu Beginn des 18. Jahrhunderts fast zum Verfall des Gebäudes geführt. Auf Veranlassung von Eugen von Boch wurde der Alte Turm ab Mitte des vorletzten Jahrhunderts behutsam restauriert.

Das vorstehende Bild zeigt den 1989 zum 1000 Jahr-Jubiläum komplett restaurierten Alten Turm in etwa wie auf den Bildmotiven Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland. Links im Bild ist das Mauerwerk eines Seitenflügels der ehemaligen Benediktiner-Abtei Mettlach zu erkennen, seit 1809 bis heute Sitz der bekannten Steingut- und Keramikfabrik Villeroy & Boch. Wie gross der Baum vor dem Alten Turm, der bereits auf Jonynas‘ Bildmotiv zu erkennen ist, inzwischen geworden ist!

Luftaufnahme der ehemaligen Benediktiner-Abtei, der Produktionsanlagen von Villeroy & Boch sowie des Alten Turms (rechts im Park) auf einer alten Ansichtskarte. Im Vordergrund fliesst die Saar

Der Alte Turm zierte als Motiv bereits einige der Briefmarken des Saargebietes, die von Alfred Montader entworfen wurden:

60 Pfennig, 1. Pariser Ausgabe, Landschaftsbilder I
25 Centime, 2. Pariser Ausgabe, Landschaftsbilder II
3 Franken, 3. Pariser Ausgabe, Landschaftsbilder III

Der Entwerfer Vytautas Kazimieras Jonynas verwendet für sein Bildmotiv nicht wie beim Bergmann, bei den Stahlwerkern oder bei den Bäuerinnen stilisierte Umgebungen und Personen. Er greift auch nicht auf die Darstellung der Marken des Saargebietes zurück. Sein Bildmotiv Alter Turm ist eine fotorealistische Darstellung auf 18,5 x 22 Millimeter inkl. dem Mauerwerk der alten Benediktinerabtei am linken Bildrand.

Der Alte Turm gilt als der älteste erhaltene Sakralbau des Saarlands und ist – wie die Saarschleife – eines seiner Wahrzeichen. Wie bedeutsam ein Wahrzeichen eines Gebietes für dessen Bewohner ist, kann auch daran abgelesen werden, wofür das Motiv benutzt wird. Hier beispielsweise als Etikette für Zündholzschachteln.

Abbildungen

Der 80 Pfennig-Wert gehört zu den Werten der Originalausgabe, welche die P.T.T Saarbrücken im Sommer 1947 nicht nachdrucken liess. Daher erscheinen hier auch keine Abbildungen der Neu- resp. Überdruckausgabe.

Dokumentation des Druckdatums der Originalausgabe, Antiquaschrift ohne Doppelpunkt, Typ III

Antiquaschrift – anstatt der üblichen Groteskschrift – kam ausschliesslich am 16./17. Februar 1947 für den Druck des Druckdatums zum Einsatz. Gedruckt wurden an diesen Tagen die Werte:

  • 8 Pfennig (16. Februar 1947)
  • 80 Pfennig (17. Februar 1947) wurde ab Arbeitsbeginn gedruckt
  • 40 Pfennig (17. Februar 1947) wurde danach gedruckt

Wie ich bereits im Beitrag zum 8 Pfennig-Wert schrieb, wurden die ersten Druckbögen dieses Wertes am 16. Februar 1947 versehentlich mit einem Druckdatum, welches anstatt eines Punkts nach der Tagesangabe ein Komma aufwies, versehen (vgl. nachstehende Abbildung).

Dieser Faux pas wurde rasch entdeckt. Nur … das Komma wurde nun nicht durch einen Punkt ersetzt, sondern nur einer sicherlich aufwendigen, aber stümperhaft ausgeführten Retusche unterzogen. Das Ergebnis war ein verstümmeltes Komma, welches die Druckdaten sämtlicher danach gedruckten Bögen des 8 Pfennig-Werts aufweisen.

Soweit findet ihr die Informationen auch im Saarhandbuch (SHB, Kap. 402, 5/6).

Im Saarhandbuch steht jedoch nicht, was der Saarphilatelie-Blog© in diesem Beitrag erstmals dokumentiert: Das verstümmelte Komma findet sich nicht nur auf den am 16. Februar 1947 hergestellten Druckbögen des 8 Pfennig-Werts, sondern ebenfalls auf sämtlichen am 17. Februar 1947 hergestellten Bögen des 80 Pfennig-Werts.

Wir können mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die missglückte Retusche des Druckdatums Typ III mit ein Auslöser für die bereits am 17. Februar 1947 beim der Herstellung des 40 Pfennig-Werts vollzogenen Rückkehr zur Verwendung des Druckdatums Typ II in Groteskschrift war.

Gut erhaltene Eckrandstücke mit Druckdatum sind von A-Bögen des 80 Pfennig-Werts genauso schwer zu finden wie beim 25 Pfennig-Wert, beim 45 Pfennig-Wert und beim 75 Pfennig-Wert. Der Grund ist immer derselbe: Eine Marke weist ein im Michel-Katalog gelistete Feldmerkmal auf, daher wurde diese Marke häufig aus vorhandenen Bogenteilen herausgelöst. Im Fall des 80 Pfennig-Werts ist dies die Marke vom Feld 99A (Mi. 223 PF I).

Mehr Informationen zu den Feldmerkmalen der 1. Offenburger Ausgabe werdet ihr in der nächsten Beitragsserie dieses Blogs finden.

Dokumentation eines Schalterbogens

Schalterbogen Originalausgabe, 17. Februar 1947, B 00654 (5-stellige Bogennummer)

Dokumentation Bogennummern

Bei der Bogenecke des A-Bogens ist sehr schön die Perforationsanomalie zwischen erster und zweiter senkrechter Markenreihe zu erkennen.

Hinweis: Die bei der Druckerei Franz Burda für die im Buchdruck erstellten Bogenrandsignaturen verwendete Schnellpresse Typ Rex hatte zwei Nummerierwerke (je eines für den A- und für den B-Bogen), die rückwärts zählten. Höhere Bogennummern bedeuten einen zeitlich früheren Druck als niedrigere Nummern.

Dokumentation Raue und verschobene Perforation

Wir könnten bei dieser Abbildung auch von einem dezentrierten Markenbild sprechen, nur wäre dies falsch. Weshalb? Der Druck auf dem unperforierten Druckbogen ist korrekt erfolgt, nur der darauffolgende Vorgang der Perforation auf der Titan Flachperforiermaschine ist nicht so abgelaufen, wie vorgesehen. Daher ist verschobene Perforation bei allen Werten der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland der korrekte Begriff. Für die Details der Herstellung vgl. hier.

Raue Perforation entstand, wenn die Mitarbeiter die Titan Flachperforiermaschine mit mehr als den maximal zulässigen vier Druckbögen befüllten und/oder die Stifte des Perforationskamms stumpf waren.

Weitere Blog-Beiträge zu Marken des 80 Pfennig-Werts findet ihr hier:

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Steckbrief des 80 Pfennig-Werts

  • Wert/Währung: 80 (Reichs-) Pfennig, ab 16. Juni 1947: 80 (Saar-) Pfennig
  • Bildmotiv: Alter Turm in Mettlach
  • Entwerfer: Vytautas Kazimieras Jonynas
  • Farben (Aufzählung):
    • RAL: 2010 Signalorange
    • Stanley Gibbons Farbenführer: red-orange
    • End/Becker: Braunorange
    • Paul Staedel: orange
    • Saarhandbuch (SHB): Orange
    • Michel: Dunkelrötlichorange
    • Scott: deep orange
    • Stanley Gibbons: brown-orange
    • Yvert & Tellier: orange
  • Papier: dickes, raues, gräulichweisses bis gelbbräunliches Papier mit häufigen Holzeinschlüssen; farbige, feine Stofffäden nicht unüblich
  • Wasserzeichen: kein
  • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum
  • Druckverfahren: Rastertiefdruck auf Rotations-Tiefdruckmaschine Palatia O
  • Masse: ca.22 x 26 Millimeter / ca. 18.5 x 22.5 Millimeter (Markenbild mit Schriftband)
  • Perforation: Kammzähnung durch Titan Flachperforiermaschine
  • Zähnungsmass: 14:14 mit minimen Schwankungen
  • Bogenrandsignaturen:
    • durchgehend 5-stellige Bogennummern (vgl. Abbildung)
    • Druckdatum ausgeführt in Antiquaschrift Typ III mit verstümmeltem Komma
  • Druckdatum/-daten:  17. Februar 1947
  • Auflage: 1’520’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit ca. 1’515’000 Stück verkauft wurden
  • Erstausgabetag: 7. März 1947
  • Verkauf bis: 19. November 1947
  • Gültigkeit: 7. März 1947 bis 27. November 1947
  • Hauptwert/Ergänzungswert: Hauptwert
  • Katalognummern (Aufzählung):
    • End/Becker: 223
    • Paul Staedel: 18
    • F.S.A.: 213
    • Michel: 223
    • Saarphilatelie: 31
    • ANK: 223
    • Scott: 169
    • Stanley Gibbons: 220
    • Yvert & Tellier: 213
  • Neuausgabe im Herbst 1947: nein

Bis dann

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Folgt dem Projekt Saarphilatelie.com auf Facebook sowie Twitter und ihr erhaltet immer die aktuellen Informationen rund um die Briefmarkenausgaben Wappen und Dichter sowie Berufe und Ansichten aus dem Saarland.

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Wichtige Hinweise für den Saarsammler

Erster Abschnitt: Falschstempel resp. gängige Stempel, welche nicht geprüft werden (alphabetisch nach Ort):

  • Altheim (Saar) / KSDBG
  • Aschbach über Lebach (Saar) / DKS
  • Beckingen * (Saar) a KSDB
  • Beckingen (Saar) – Heimatfest – / WST
  • Berus (Kr. Saarlouis) / KSDBG
  • Besseringen (Saar) / KSDBG
  • Bierbach (Saar) / KSDB
  • Blickweiler (Saar) / KSDB
  • Blieskastel / K
  • Bous * (Saar) * / KSDB
  • Bous (Saar) – 1000 Jahr Feier – / OWST
  • Brebach (Saar) b / DKS
  • Bübingen (Kr. Saarbrücken) a
  • Eppelborn (Saar) / KSDB
  • Eschringen * (Saar) * / KSDB
  • Haustadt über Merzig (Saar) / DKS
  • Homburg (Saar) 1 g / DKS
  • Illingen (Bez. Trier) i
  • Illingen (Saar) – 1100 Jahre Illingen – /OWST
  • Mettlach (Saar) b
  • Neunkirchen * (Saar) 1 b / KSDB
  • Ottweiler (Saar) b / DKS
  • Ottweiler (Saar) – 400 Jahre Stadt – / WST
  • Saarbrücken * (BHF) k / KSDB
  • Saarbrücken 1 d / KSDB
  • Saarbrücken 1 f / KSDB
  • Saarbrücken 1 g / KSDB
  • Saarbrücken 2 – Der französische Aussenminister … – / SoSt
  • Saarbrücken 2 – Der Bundespräsident … – / SoSt
  • Saarbrücken 2 – Saarland-Bundesland … – / SoSt
  • Saarbrücken 2 c
  • Saarbrücken 2 e / DKS
  • Saarbrücken 2 * (BHF) k / KSDB
  • Saarbrücken 2  1 / DKS
  • Saarbrücken 2 ac / DKS
  • Saarbrücken 3 * (St. Johann) / KSDBG
  • Saarbrücken 3 a / DKS
  • Saarbrücken 5 * (Burbach) / KSDBG
  • Saarhölzbach * (Saar) * / KSDBG
  • Saarlouis 1 c / DKS
  • (18) Saarlouis 1 h / DKS
  • Saarwellingen a / DKS
  • St. Ingbert (Saar) d / KSDB
  • St. Wendel ** a / KSDBG
  • St. Wendel – Missionshaus – / WST
  • Sulzbach * (Saar) c / KSDB
  • Völklingen (Saar), insb. Völklingen (Saar) a / KSDB
  • Wehrden * (Saar) * / KSDB
  • Wiebelskirchen (Bz. Trier) / KOSeg
  • Wiebelskirchen (Saar) / a DKS
  • Wustweiler (Saar) / DKS

Abkürzungen:

  • DKS = Doppelkreis-Steg-Stempel
  • K = Kreisstempel
  • KOSeg = Kreis-Obersegment-Stempel
  • KSDB = Kreis-Steg-Doppelbogen-Stempel
  • KSDGB = Kreis-Steg Doppelbogen-Gitterstempel
  • OWST = Ortswerbestempel
  • SoSt = Sonderstempel
  • WST = Werbestempel

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Zweiter Abschnitt: Gefälschte/gestohlene Prüfzeichen von Briefmarken-Prüfern des BPP (alphabetisch):

  • A. Burger BPP
  • Bechtold BPP
  • Bothe BPP
  • Dr. Lantelme BPP
  • Dr. Petersein BPP
  • Eliades BPP
  • Flemming BPP
  • Georg Bühler
  • Gotw. Zenker BPP
  • Grobe
  • Hefer BPP
  • Heintze BPP
  • Helbig BPP
  • Herbst BPP
  • Hey BPP
  • Hollmann BPP
  • INFLA Berlin (+)
  • INFLA Berlin (B)
  • INFLA Berlin (H)
  • INFLA Berlin (W)
  • INFLA Berlin (Echt im Block geprüft)
  • Jäschke-L BPP
  • Keiler BPP
  • Kimmel BPP
  • Kesselstatt BPP
  • Lemberger BPP
  • Mahr BPP
  • Modry BPP
  • M. Sommer BPP
  • Peschl BPP
  • Pfenninger
  • Pickenpack BPP
  • Salomon BPP
  • Schlegel BPP
  • Ströh BPP
  • Sturm BPP
  • Thoma BPP
  • W. Engel BPP
  • Wiegand BPP
  • Zierer BPP; im März 2019 ist wieder eine Marke mit falscher Signatur bei ebay angeboten worden
  • Zirath

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Dritter Abschnitt: Diverse gefälschte/gestohlene Typ-, Farb- und Wasserzeichen-Stempel:

  • a
  • b
  • c
  • d
  • e
  • f
  • x
  • y
  • z
  • X
  • Y
  • Z
  • I
  • II
  • II
  • V
  • X

Tipp: Falls ihr euch mit den Marken eures Sammelgebietes nicht genauestens auskennt: Vertraut bei Käufen, für welche ihr mehr als 4 Euro bezahlen müsstet,  K E I N E R  Signatur, sondern ausschliesslich aktuellsten, d. h. innerhalb der letzten fünf Jahre ausgestellten, Fotoattesten von einer der diversen Prüfvereine. Ansonsten „Finger weg“!

 

Die einzelnen Werte – 75 Pfennig

Hallo

Vier Werte der Briefmarkenausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland fehlen noch bis zum Abschluss dieser kleinen Beitragsserie: 75, 80 und 84 Pfennig sowie 1 Mark. In diesem Beitrag behandeln wir den 75 Pfennig-Wert, welcher dasselbe Bildmotiv zeigt, wie der 60 Pfennig-Wert: den Alten Turm in Mettlach.

Die Marken des blauen 75 Pfennig-Wertes wurden – wie die gesamte 1. Offenburger Ausgabe – bei der Druckerei Franz Burda in Offenburg auf einer Palatia O Rotations-Rastertiefdruckmaschine aus dem Hause Schnellpressenfabrik Albert & Cie. oHG, Frankenthal, hergestellt. Der Druck dieses Werts begann nach den Weihnachtsfeiertagen am Freitag, 27. Dezember 1946. Am Montag, 30. Dezember 1946, war bereits die gesamte Auflage von 2’140’000 Stück gedruckt, wobei nach heutigem Wissensstand die Druckmaschine am Sonntag stillstand (was damals nicht selbstverständlich war).

Der 75 Pfennig-Wert kam, obschon die Herstellung bereits 1946 abgeschlossen war, erst am 20. Januar 1947 zusammen mit dem 12 Pfennig-Wert an die saarländischen Postschalter. Benötigt wurde der 75 Pfennig-Wert für die Frankierung von

  • Auslandsbrief 1. Gewichtsstufe bis 20 Gramm

Der Auslandsbrief war für die Saarländer ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel, hatten doch Krieg und Zeitläufte viele Familien auseinandergerissen. Der Auslandsbrief wurde von den Verantwortlichen bei der P.T.T sogar als so wichtig erachtet, dass sie den 75 Pfennig-Wert als ersten Wert überhaupt drucken liessen;  noch vor dem 12 Pfennig-Wert (Inlandspostkarte), dem 45 Pfennig-Wert (Auslandspostkarte) und sogar vor dem 24 Pfennig-Wert (Inlandsbrief).

Die Farbe des 75 Pfennig-Werts ist Blau und entspricht damit dem Farbschema der Union Postale Universelle (UPU, Weltpostverein) für die Frankaturwerte für Auslandsbriefe.

Gedruckt wurde auf – im Vergleich zu den meisten anderen Werten der 1. Offenburger Ausgabe – recht dünnem, grauweissem Papier mit dem Wasserzeichen Wellenlinien. Das Wasserzeichen treten bei den Marken des 75 Pfennig-Werts in zwei Varianten auf: als steigende Wellenlinien (S) und – etwa 20x seltener – als fallende Wellenlinien (F, jeweils von der Markenrückseite her betrachtet). Zu den Wasserzeichen des 75 Pfennig-Werts vgl. diesen Beitrag.

SP30FS, Originalausgabe
Originalausgabe (gummierte Seite) Wasserzeichen fallende Wellenlinien F
Originalausgabe (gummierte Seite) Wasserzeichen steigende Wellenlinien S

Das Markenbild zeigt – wie bereits erwähnt – den Alten Turm in Mettlach. Der Alte Turm ist nicht, wie häufig geschrieben, der hohe schmale Turm an der rechten Seite des abgebildeten Gebäudes. Dies ist nur ein Mitte des 13. Jahrhunderts dem Alten Turm hinzugefügter Wendeltreppenturm. Der Alte Turm ist das gesamte imposante Gebäude mit den Strebepfeilern.

Erbaut wurde der Alte Turm im 10. Jahrhundert als Grabkapelle für den von katholischen Christen als Heiligen verehrten Luitwin. Das Gebäude ist im Erdgeschoss eine frühromanische Kryptakirche mit einem Wehrumgang im zweiten Geschoss. Der achteckige Grundriss ähnelt dem des Aachener Doms. Umbauten der romanischen Kapelle im gotischen Stil erfolgten im 14./15. Jahrhundert. Das anstatt des ursprünglich offen konzipierten Dachstuhls aufgesetzte gotische Zeltdach brannte 1628 ab. Zerstörungen nach der Säkularisierung der Benediktiner-Abtei und dem Abbruch der Abteikirche hätten zu Beginn des 18. Jahrhunderts fast zum Verfall des Gebäudes geführt. Auf Veranlassung von Eugen von Boch wurde der Alte Turm ab Mitte des vorletzten Jahrhunderts behutsam restauriert.

Das vorstehende Bild zeigt den 1989 zum 1000 Jahr-Jubiläum komplett restaurierten Alten Turm in etwa wie auf den Bildmotiven der Saar I. Links im Bild ist das Mauerwerk eines Seitenflügels der ehemaligen Benediktiner-Abtei Mettlach zu erkennen, seit 1809 bis heute Sitz der bekannten Steingut- und Keramikfabrik Villeroy & Boch. Wie gross der Baum vor dem Alten Turm, der bereits auf Jonynas‘ Bildmotiv zu erkennen ist, inzwischen geworden ist!

Luftaufnahme der ehemaligen Benediktiner-Abtei, der Produktionsanlagen von Villeroy & Boch sowie des Alten Turms (rechts im Park) auf einer alten Ansichtskarte. Im Vordergrund fliesst die Saar

Der Alte Turm zierte als Motiv bereits einige Briefmarken des Saargebietes:

60 Pfennig, Landschaftsbilder I
25 Centime, Landschaftsbilder II
3 Franken, Landschaftsbilder III

Der Entwerfer Vytautas Kazimieras Jonynas verwendet für dieses Bildmotiv nicht wie beim Bergmann, bei den Stahlwerkern oder bei den Bäuerinnen stilisierte Umgebungen und Personen. Er greift auch nicht auf die Darstellung der Marken des Saargebiets zurück. Das Bildmotiv Alter Turm wird durch ihn auf dem 18,5 x 22 Millimeter grossen Markenbild fotorealistisch dargestellt inkl. dem Mauerwerk der alten Benediktinerabtei am linken Bildrand.

Der Alte Turm gilt als der älteste erhaltene Sakralbau des Saarlands und ist – wie die Saarschleife – eines seiner Wahrzeichen. Wie bedeutsam ein Wahrzeichen eines Gebietes für dessen Bewohner ist, kann auch daran abgelesen werden, wofür das Motiv benutzt wird. Hier beispielsweise als Etikette für Zündholzschachteln.

Abbildungen

Der 75 Pfennig-Wert gehört zu den Werten der Originalausgabe, welche die P.T.T Saarbrücken im Sommer 1947 nicht nachdrucken liess, da inzwischen die Ermässigung des Portos für Auslandsbriefe auf 50 Pfennig beschlossene Sache war – heutzutage wäre eine Portoermässigung unvorstellbar. Es folgen hier keine Abbildungen von Neu- resp. Überdruckausgabe.

Dokumentation des Druckdatums der Originalausgabe, Groteskschrift mit Doppelpunkt, Typ I

Gut erhaltene Eckrandstücke mit Druckdatum sind vom 75 Pfennig-Wert genauso schwer zu finden wie beim 25 Pfennig-Wert  und beim 45 Pfennig-Wert. Der Grund ist derselbe: Die Marke vom Feld 89AB (die Marke oben rechts) weist ein im Michel-Katalog gelistete Feldmerkmal auf, daher wurde diese Marke häufig aus vorhandenen Bogenteilen herausgelöst.

Das Feldmerkmal selbst ist eher unauffällig. Es ist ein Farbfleck oberhalb des rechten Baums hinter dem Turm; umgangssprachlich als hochstehender Ast bezeichnet.

Mehr Informationen zu den Feldmerkmalen der 1. Offenburger Ausgabe erhaltet ihr im Rahmen der nächsten Beitragsserie dieses Blogs.

Dokumentation eines Schalterbogens

Schalterbogen Originalausgabe, 28. Dezember 1946, A 416 (3-stellige Bogennummer)

Dokumentation Bogennummern

Bei der Bogenecke des A-Bogens ist sehr schön die Perforationsanomalie zwischen erster und zweiter Markenreihe zu erkennen.

Beim 75 Pfennig-Wert sind 5- bis 3-stellige Bogennummern nachgewiesen:

75 Pfennig, 27. Dezember 1946
75 Pfennig, 28. Dezember 1946

Eine fünfstellige Bogennummer (A 10666) habe ich als Abbildung gesehen darf diese jedoch an dieser Stelle nicht wiedergeben. Von einer zweistelligen Bogennummer habe ich bloss gehört. Eventuell existieren auch einstellige Bogennummern, diese liegen mir jedoch nicht vor.

Hinweis: Die bei der Druckerei Franz Burda für die im Buchdruck erstellten Bogenrandsignaturen verwendete Schnellpresse Typ Rex hatte zwei Nummerierwerke (je eines für den A- und für den B-Bogen), die rückwärts zählten. Höhere Bogennummern bedeuten einen zeitlich früheren Druck als niedrigere Nummern.

Dokumentation ungezähnte Marke

Von allen Werten der 1. Offenburger Ausgabe sind ungezähnte Stücke und sogar Bogenteile bekannt. Diese Marken wurden nach derzeitigem Wissenstand nicht über die saarländischen Postschalter verkauft. Einige Stücke mögen aus Ausschuss resp. Makulatur bei der Druckerei Franz Burda stammen. Wie ich jedoch hier nachgewiesen habe, wurden unperforierte Schalterbögen auch regulär, wenn auch unbeabsichtigt, an die P.T.T. des Saarlandes in Saarbrücken ausgeliefert. Bei einem Wert konnte ich zeigen, dass ein unperforierter Schalterbogen sogar in der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei in Frankenwährung überdruckt wurde. Auf welchen Wegen die geschnitteten Stücke im Einzelnen letztendlich in Sammlerhände gelangten ist wohl schwierig zu dokumentieren.

Dokumentation verschobene Perforation

Wir könnten bei dieser Abbildung auch von einem dezentrierten Markenbild sprechen, nur wäre dies falsch. Weshalb? Der Druck auf dem unperforierten Druckbogen ist schon korrekt erfolgt, nur der darauffolgende Vorgang der Zähnung auf der Titan Flachperforiermaschine ist nicht so abgelaufen, wie vorgesehen. Daher ist Verzähnung bei allen Werten der 1. Offenburger Ausgabe der korrekte Begriff. Für die Details der Herstellung der Briefmarken der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland vgl. hier.

Stichwort raue Perforation

Raue Zähnung entstand, wenn die Mitarbeiter die Titan Flachperforiermaschine mit mehr als den maximal zulässigen vier Druckbögen befüllten und/oder die Stifte des Perforationskamms stumpf wurden. Raue Zähnung kommt bei den Werten, die auf Wasserzeichenpapier gedruckt wurden meines Wissens nach nicht vor.

Dokumentation Beleg

Beleg vom 14. Oktober 1947 gelaufen von Saarbrücken nach Schiltigheim, Frankreich

Ein schöner, wenn auch leider überfrankierter Beleg eines Auslandsbriefes. Wieso überfrankiert fragt ihr euch? Der 75 Pfennig-Wert wurde doch zur Frankatur von Auslandsbriefen hergestellt. Sogar in der von der UPU (Union Postale Universelle) vorgesehenen Farbe Blau. Die Erklärung ist einfach. Seit dem 15. September 1947 betrug das Porto für einen Auslandsbrief aufgrund einer Portoermässigung (!!!) nicht mehr 75 Pfennig, sondern 50 Pfennig. Da mehrere vorgedruckte, gelaufene Belege der Firma La Cigogne de Strasbourg vorliegen, die alle mit einer 75 Pfennig-Marke frankiert wurden, gehe ich davon aus, dass es sich um frankierte Rückumschläge der Firma La Cigogne de Strasbourg aus der Zeit vor der Portoermässigung handelt, die erst nach der Portoermässigung zur Verwendung kamen (evtl. Bestellungen).

Interessant: Obschon das Saarland bereits seit 16. Februar 1946 eine französische Kolonie unter einer Militärregierung ist (zur Chronologie des Saarlands vgl. hier), wird Frankreich postalisch erst mit der Revision der saarländischen Posttarife vom 20. November 1947 als Inland behandelt.

__________

Steckbrief des 75 Pfennig-Werts

  • Wert/Währung: 75 (Reichs-) Pfennig, ab 16. Juni 1947: 75 (Saar-) Pfennig
  • Bildmotiv: Alter Turm in Mettlach
  • Entwerfer: Vytautas Kazimieras Jonynas
  • Farben (Aufzählung):
    • RAL: 5010 Enzianblau
    • Stanley Gibbons Farbenführer: blue
    • End/Becker: Hellblau
    • Paul Staedel: bleu-vert à bleu-vert foncé
    • Saarhandbuch (SHB): Dunkelblau
    • Michel: Dunkelultramarin
    • Scott: bright blue
    • Stanley Gibbons: greenish blue
    • Yvert & Tellier: bleu
  • Papier: dünnes, weissliches Papier mit leicht erkennbarem Wasserzeichen; das Papier ist im Bereich des Wasserzeichens so dünn, dass der Hintergrund durchschimmert
  • Wasserzeichen: Wellenlinien, von der Bildseite gesehen fallend resp. steigend (letzteres etwa 20x seltener)
  • Gummierung: helles Gummi arabicum
  • Druckverfahren: Rastertiefdruck auf Rotations-Tiefdruckmaschine Palatia O
  • Masse: ca. 22 x 26 Millimeter / ca. 18.5 x 22.5 Millimeter (Markenbild mit Schriftband)
  • Perforation: Kammzähnung durch Titan Flachperforiermaschine
  • Zähnungsmass: 14:14 mit minimen Schwankungen
  • Bogenrandsignaturen:
    • 5- bis 3-stellige Bogennummern nachgewiesen, andere möglich
    • Druckdatum ausgeführt in Groteskschrift Typ I
  • Druckdatum/-daten:  27./28./30. Dezember 1946
  • Auflage: 2’140’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit ca. 2’080’000 Stück verkauft wurden
  • Erstausgabetag: 20. Januar 1947
  • Verkauf bis: 19. November 1947 (möglich, doch unwahrscheinlich)
  • Gültigkeit: 20. Januar 1947 bis 27. November 1947 (offiziell, jedoch sinnvoll nutzbar nur bis zum 15. September 1947)
  • Hauptwert/Ergänzungswert: Hauptwert
  • Katalognummern (Aufzählung):
    • End/Becker: 222
    • Paul Staedel: 17
    • F.S.A.: 212
    • Michel: 222XY
    • Saarphilatelie: 30FS
    • ANK: 222
    • Scott: 174
    • Stanley Gibbons: 219
    • Yvert & Tellier: 212
  • Neuausgabe im Herbst 1947: nein

Bis dann

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Wichtige Hinweise für den Saarsammler

Erster Abschnitt: Falschstempel resp. gängige Stempel, welche nicht geprüft werden (alphabetisch nach Ort):

  • Altheim (Saar) / KSDBG
  • Aschbach über Lebach (Saar) / DKS
  • Beckingen * (Saar) a KSDB
  • Beckingen (Saar) – Heimatfest – / WST
  • Berus (Kr. Saarlouis) / KSDBG
  • Besseringen (Saar) / KSDBG
  • Bierbach (Saar) / KSDB
  • Blickweiler (Saar) / KSDB
  • Blieskastel / K
  • Bous * (Saar) * / KSDB
  • Bous (Saar) – 1000 Jahr Feier – / OWST
  • Brebach (Saar) b / DKS
  • Bübingen (Kr. Saarbrücken) a
  • Eppelborn (Saar) / KSDB
  • Eschringen * (Saar) * / KSDB
  • Haustadt über Merzig (Saar) / DKS
  • Homburg (Saar) 1 g / DKS
  • Illingen (Bez. Trier) i
  • Illingen (Saar) – 1100 Jahre Illingen – /OWST
  • Mettlach (Saar) b
  • Neunkirchen * (Saar) 1 b / KSDB
  • Ottweiler (Saar) b / DKS
  • Ottweiler (Saar) – 400 Jahre Stadt – / WST
  • Saarbrücken * (BHF) k / KSDB
  • Saarbrücken 1 d / KSDB
  • Saarbrücken 1 f / KSDB
  • Saarbrücken 1 g / KSDB
  • Saarbrücken 2 – Der französische Aussenminister … – / SoSt
  • Saarbrücken 2 – Der Bundespräsident … – / SoSt
  • Saarbrücken 2 – Saarland-Bundesland … – / SoSt
  • Saarbrücken 2 c
  • Saarbrücken 2 e / DKS
  • Saarbrücken 2 * (BHF) k / KSDB
  • Saarbrücken 2  1 / DKS
  • Saarbrücken 2 ac / DKS
  • Saarbrücken 3 * (St. Johann) / KSDBG
  • Saarbrücken 3 a / DKS
  • Saarbrücken 5 * (Burbach) / KSDBG
  • Saarhölzbach * (Saar) * / KSDBG
  • Saarlouis 1 c / DKS
  • (18) Saarlouis 1 h / DKS
  • Saarwellingen a / DKS
  • St. Ingbert (Saar) d / KSDB
  • St. Wendel ** a / KSDBG
  • St. Wendel – Missionshaus – / WST
  • Sulzbach * (Saar) c / KSDB
  • Völklingen (Saar), insb. Völklingen (Saar) a / KSDB
  • Wehrden * (Saar) * / KSDB
  • Wiebelskirchen (Bz. Trier) / KOSeg
  • Wiebelskirchen (Saar) / a DKS
  • Wustweiler (Saar) / DKS

Abkürzungen:

  • DKS = Doppelkreis-Steg-Stempel
  • K = Kreisstempel
  • KOSeg = Kreis-Obersegment-Stempel
  • KSDB = Kreis-Steg-Doppelbogen-Stempel
  • KSDGB = Kreis-Steg Doppelbogen-Gitterstempel
  • OWST = Ortswerbestempel
  • SoSt = Sonderstempel
  • WST = Werbestempel

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Zweiter Abschnitt: Gefälschte/gestohlene Prüfzeichen von Briefmarken-Prüfern des BPP (alphabetisch):

  • A. Burger BPP
  • Bechtold BPP
  • Bothe BPP
  • Dr. Lantelme BPP
  • Dr. Petersein BPP
  • Eliades BPP
  • Flemming BPP
  • Georg Bühler
  • Gotw. Zenker BPP
  • Grobe
  • Hefer BPP
  • Heintze BPP
  • Helbig BPP
  • Herbst BPP
  • Hey BPP
  • Hollmann BPP
  • INFLA Berlin (+)
  • INFLA Berlin (B)
  • INFLA Berlin (H)
  • INFLA Berlin (W)
  • INFLA Berlin (Echt im Block geprüft)
  • Jäschke-L BPP
  • Keiler BPP
  • Kimmel BPP
  • Kesselstatt BPP
  • Lemberger BPP
  • Mahr BPP
  • Modry BPP
  • M. Sommer BPP
  • Peschl BPP
  • Pfenninger
  • Pickenpack BPP
  • Salomon BPP
  • Schlegel BPP
  • Ströh BPP
  • Sturm BPP
  • Thoma BPP
  • W. Engel BPP
  • Wiegand BPP
  • Zierer BPP; im März 2019 ist wieder eine Marke mit falscher Signatur bei ebay angeboten worden
  • Zirath

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Dritter Abschnitt: Diverse gefälschte/gestohlene Typ-, Farb- und Wasserzeichen-Stempel:

  • a
  • b
  • c
  • d
  • e
  • f
  • x
  • y
  • z
  • X
  • Y
  • Z
  • I
  • II
  • II
  • V
  • X

Tipp: Falls ihr euch mit den Marken eures Sammelgebietes nicht genauestens auskennt: Vertraut bei Käufen, für welche ihr mehr als 4 Euro bezahlen müsstet, K E I N E R  Signatur, sondern ausschliesslich aktuellsten, d. h. innerhalb der letzten fünf Jahre ausgestellten, Fotoattesten von einer der diversen Prüfvereine. Ansonsten „Finger weg“!

 

Feldmerkmale – Ein Feldmerkmal mit „Doppelschlag“

Hallo

Ich sollte vielleicht weniger auf ebay stöbern, sonst wird es noch lange dauern, bis ich die Beitragsserie zu den einzelnen Werten der Freimarkenausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland vervollständigt habe

Aufgefallen ist mir dieses Angebot mit drei in Michel-Katalogen aufgeführten Feldmerkmalen der 1. Offenburger Ausgabe:

Mein Blick blieb immer wieder an dem Viererblock des 6 Pfennig-Werts hängen. Irgend etwas stimmte mit diesen Marken nicht, doch ich kam nicht sofort darauf, was es war. Das Feldmerkmal war nicht das eigentlich spannende Element dieses Viererblocks. Schauen Sie selbst:

SP16, 6 Pfennig, Viererblock (Felder 23, 24, 33, 34)

Der Viererblock weist einen gut erkennbaren Doppelschlag des Zähnungskamms der Titan Flachperforiermaschine auf. Wie konnte es dazu kommen?

Jeweils vier übereinanderliegende Druckbögen wurden von Mitarbeitern der Druckerei Franz Burda mit dem unteren Rand in die Greifer der Perforiermaschine eingelegt. Diese Greiferspuren erkennt man bei nahezu allen Schalterbögen der 1. Offenburger Ausgabe. Nach dem Einspannen zog die Perforiermaschine die vier Druckbögen mit gleichmässiger Geschwindigkeit unter dem sich auf- und niederbewegenden Zähnungskamm durch, wodurch im Idealfall sämtliche Marken einheitlich mit dem Zahnungsmass K14 perforiert wurden. Wenn jedoch der Zähnungskamm – aus welchem technischen Grund auch immer – einen Doppelschlag ausführte, waren die Druckbögen bereits von den Greifern etwas weiter durch die Maschine gezogen worden.

Ergebnis: Die betroffenen waagerechten Markenreihen erhalten am unteren Markenrand eine zweite Reihe Perforationslöcher und die seitlichen Markenzähne sind so gut wie nicht vorhanden. Die Marken der betroffenen Markenreihe wirken im Vergleich zu anderen Marken schmaler (siehe vorstehende Abbildung).

Hier noch die gummierte Seite des Viererblocks, auf welcher ihr die Doppelzähnung noch klarer erkennen könnt.

Wie ist nun mein Neuzugang zu bewerten? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Marken der 1. Offenburger Ausgabe mit Doppelschlag werden nach meiner Marktkenntnis selten angeboten. Der Verkäufer meines Exemplars hat die Besonderheit nicht erkannt und so konnte ich das Los für unter Euro 6 erwerben.

Eine einzelne Marke mit Doppelschlag ist auf den ersten Blick schwer zu erkennen, ausserdem dürften die nahezu fehlenden seitlichen Markenzähne die meisten Käufer verschrecken.

Für eine Bewertung würde ich für den vorliegenden Viererblock rechnen:

  • Euro 0,10 für den guterhaltenen, farbfrischen Viererblock plus
  • Euro 0,20 für ungebrauchte Erhaltung mit Originalgummi plus
  • Euro 0,25 für das Feldmerkmal

Macht Euro 0,55 für den Viererblock ohne Berücksichtigung des Doppelschlags. Mit Doppelschlag sind Euro 11 meine Schätzung.

Ich appliziere also einen Faktor 20 für den Doppelschlag, was bereits die Autoren des Saarhandbuchs im Kapitel 402,49 vorschlugen.

Ach ja, … ich bin euch noch das im Michel-Katalog unter römisch III aufgeführte Feldmerkmal schuldig:

SP16, 6 Pfennig, Feld 23AB: Dunkler Farbfleck auf dem linken Hosenbein des Bergmanns

Über den Link gelangt ihr zu dem Beitrag über eine weitere Perforationsanomalie bei den A-Bögen der kleinformatigen Werte der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland.

Bis dann

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Folgt dem Projekt Saarphilatelie.com auf Facebook sowie Twitter und ihr erhaltet immer die aktuellen Informationen rund um die Briefmarkenausgaben Wappen und Dichter sowie Berufe und Ansichten aus dem Saarland.