Das „Handbuch Feldmerkmale SAAR I“ erscheint in Kürze

Hallo

Es sind ziemlich genau 3 Monate seit meinem letzten Beitrag vergangen. Vielleicht habt Ihr euch gefragt, was der Hintergrund dieser langen Absenz war. In den letzten 6 Monaten habe ich ein Buch über die Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland mit Fokus auf den Feldmerkmalen der SAAR I geschrieben. Die letzten 3 Monate waren die „heisse“ Phase.

Einige Eckdaten

    • ca. 2’300 Seiten
    • 7’100 farbige Abbildungen
    • 946 Feldmerkmale, davon 446 bislang nicht dokumentiert
    • 931 Nebenmerkmale
    • 23 wiederkehrende Feldmerkmale, 5 Reihenmerkmale, 1 Zeilenmerkmal
    • Format: E-Book (PDF with individual and distinctive watermarks)
    • ca. 360 MB (passt auf jedes Smartphone)
    • «Horizonte-Erweitern» Buchverlag
    • ISBN: 978-3-952368-0-3
    • Preis: SFr. 54.90 / Euro 49.95

Das Handbuch Feldmerkmale SAAR I ist eine gute, illustrierte Ergänzung zu eurem Briefmarken-Katalog. Auf euer Smartphone geladen, könnt ihr es zum bequemen Nachschlagen auf Tauschabende und Briefmarken-Messen mitnehmen; der Begriff Handbuch erhält damit eine völlig neue Bedeutung.

Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt und wird durch einen sorgfältig zusammengestellten Anhang ergänzt. Im ersten Abschnitt gehe ich auf die Entstehung der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland, deren Herstellung, Bildmotive sowie Verwendung ein.

Im zweiten Abschnitt beschreibe ich in 20 durchgehend illustrierten Kapiteln die Feldmerkmale der einzelnen Werte der SAAR I. Jedem Wert ist eine ausführliche Einleitung sowie ein Überblick zu den beschriebenen Feldmerkmalen vorangestellt.

So sieht die Beschreibung eines Feldmerkmals aus.

Für die Feldmerkmal-Sammler habe ich im Anhang einen Sammel-Vorschlag, sozusagen den Baedeker zu den schönsten und auffälligsten Feldmerkmalen der SAAR I zusammengestellt. Dieser ist ebenfalls durchgehend illustriert und umfangreicher, als die von den MICHEL Briefmarken-Katalogen bekannten, etwa 100 Merkmale auf zwei Katalogseiten. Der Anhang enthält darüber hinaus wichtige Daten zu den Ausgaben der Berufe und Ansichten aus dem Saarland in Form von Tabellen, dazu grundlegende Informationen zum Rastertiefdruck, eine Kurzbiographie von Vytautas Kazimieras Jonynas, den Gestalter der Briefmarkenmotive, sowie eine ausführliche Bibliographie.

Falls ihr euch fragt, weshalb ich von dem schönen Titel Weisse Wolke über dem Storchennest abgerückt bin, dieser hätte das Handbuch in die Nähe so bekannter Autorinnen wie Lucinda Riley oder Sarah Lark gerückt. Das wäre dann aber das total falsche Genre.

Vorbestellungen für das Handbuch nehme ich gerne per E-Mail unter info(at)saarphilatelie.com entgegen. Die Auslieferung erfolgt, sobald das Handbuch in der Schweizer Nationalbibliothek und in der Deutschen Nationalbibliothek registriert wurde, was etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen wird.

Bis dann

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    #saarphilatelie

Wiederkehrende Feldmerkmale (V/VI) – Farbstriche beim Bildmotiv „Stahlarbeiter am Hochofen“

Hallo

In diesem Beitrag geht es wieder um Feldmerkmale, von denen die Marken der 1. Offenburger Ausgabe eine schier unerschöpfliche Anzahl aufzuweisen hat. Bei den Werten mit dem Bildmotiv Stahlwerker am Hochofen beim Abstich (15, 16, 20 und 24 Pfennig) tritt ein dunkler Farbstrich als Feldmerkmal über alle Werte an einer ähnlichen Stelle des Bildmotivs auf, ohne jedoch in jedem Fall ein wiederkehrendes Feldmerkmal zu sein. Ein sehr interessanter Zufall, den ich euch hier näherbringen werde.

Wer von euch im Michel Saar-Spezial 2017 die Seiten 88/89 mit den Plattenfehlern (sic!) der 1. Offenburger Ausgabe genau studiert, stellt fest, dass für die vier Werte mit dem Bildmotiv Stahlwerker am Hochofen beim Abstich jeweils unter römisch I in typisch verschwurbeltem Michel-Deutsch ein Feldmerkmal mit gerissenen, zerbrochenen oder gebrochenen Fenstern katalogisiert ist.

Denkt einmal über die von der Michel-Redaktion seit Jahren verwendeten Adjektive nach. Ich kenne gerissene Schnüre, Fäden oder Leinen. Auch von gerissenen Tieren liest man in der Zeitung, da, wo Wolf und Bär noch daheim sein dürfen. Aber gerissene Fenster? Gebrochene Fenster? Zerbrochene Fenster? Zerbrochene oder gesprungene Fensterscheiben, die gibt es. Über sprachlichen Unzulänglichkeiten kann ich schmunzeln. Doch im Fall von irreführenden Abbildungen hört bei mir der Humor auf. Der Michel zeigt ganze drei (!) Abbildungen für 22 katalogisierte Feldmerkmale des Bildmotivs Stahlwerker. Zwei dieser drei Abbildungen sind irreführend. Da ist zum einen die interessante Farbe der Abbildung für Mi. 213 I, die ich als Dunkelgrün oder vielleicht auch Schwarzgrün definieren würde. Blättert im Katalog ruhig eine Seite zurück. Ihr werdet bei der 1. Offenburger Ausgabe einen Wert mit dem Bildmotiv Stahlwerker in dieser Farbe nicht finden. Die Werte zu 15, 16, 20 und 24 Pfennig wurden in den Farben Braun, Blau, Rot und Orangebraun gedruckt. Eine Variante in Grün kommt bei diesem Bildmotiv nicht vor. Genauso wenig wie Schwarz bei der Abbildung für Mi. 213 III, oder sollte der Michel-Redaktion bis dato immer noch nicht gelungen sein, eine farbige Abbildung dieses Feldmerkmals aufzutreiben?

Zurück zu den Feldmerkmalen bei verschiedenen Werten an ähnlicher Stelle des Bildmotivs. Hier erst einmal die farblich korrekten Abbildungen aller vier Feldmerkmale:

  

SP20 Feld 63AB (links A, rechts B)

  

SP21 Feld 36AB (links A, rechts B)

  

SP22 Feld 43AB (links A, rechts B)

  

SP23 Feld 6AB (links A, rechts B)

Bei diesen Marken erkennen wir eine Abweichung vom vorgesehenen Ergebnis durch kräftige Farbstriche im Bereich der Fensterfront im Hintergrund des Bildmotivs. Schaut beim 16 Pfennig- und beim 24 Pfennig-Wert genau hin. Richtig: hier haben wir ein wiederkehrendes Feldmerkmal vor uns – das fünfte wiederkehrende Feldmerkmal, welches ich euch im Saarphilatelie-Blog vorstelle. Für die Beiträge zu den anderen wiederkehrenden Feldmerkmale klickt hier, hier, hier, und hier. Wiederkehrende Feldmerkmale entstanden durch Diapositivmontage bei der Herstellung des Diapositivbogens für einen neuen Wert. In diesem Fall wurden die Diapositivstreifen des 24 Pfennig-Werts, der zeitlich früher gedruckt wurde (vgl. Steckbriefe am Schluss des Beitrags), für den Diapositivbogen des 16 Pfennig-Werts verwendet, wodurch das Feldmerkmal „mitwanderte“, wenn auch auf ein anderes Bogenfeld (Feld 6 auf Feld 36) jedoch derselben – nämlich der 6. senkrechten – Bogenreihe.

Die vier Feldmerkmale treten jeweils auf beiden Schalterbögen, A und B, auf. Somit wissen wir, dass die Ursachen dieser primären Feldmerkmale in der Druckvorstufe des Rotations-Rastertiefdruckverfahrens zu suchen sind. Wieso gerade diese Region des Bildmotivs so anfällig für nicht gerade kleine Abweichungen ist, ist mir bislang noch nicht klar – scio me nihil scire. Kennt ihr die Ursache? Dann nehmt bitte auf Facebook Kontakt mit mir auf oder sendet mir eine E-Mail.

Werden diese Feldmerkmale auch in anderen Katalogen aufgeführt? Ich liste nachstehend die Einträge für den Staedel (Étude des timbres-poste et obliterations de la Sarre 1945-1955), das SHB (Saarhandbuch von 1958), den F.S.A. (Catalogue F.S.A. Specialisé de timbres de la Sarre 1960 und 1964) sowie den Michel (Michel Saar-Spezial 2017) auf.

15 Pfennig

    • Staedel: 7c „Fenêtre complèment fendue sur toute la largeur“
    • SHB: 63 AB „Sprung in den linken Fenstern“
    • F.S.A.: 202d „2 vitres cassées à gauche“
    • Michel: 212Z I „zwei Fenster links gerissen (Feld 63)“

16 Pfennig

    • Staedel: 8b „Trois vitres et mur fendus“
    • SHB: 36 AB „Fenster links gebrochen“
    • F.S.A.: 203d „vitres fendus“
    • Michel: 213Z I „Fenster über Arbeiter zerbrochen (Feld 36)“

20 Pfennig

    • Staedel: 9b „Mur et fenêtre a droite fendus“
    • SHB: 43 AB „Fensterscheiben rechts gesprungen“
    • F.S.A.: 204c „trait diagonal dans l’angle droit“
    • Michel: 214Z I „Fenster rechts gebrochen (Feld 43)“

24 Pfennig

    • Staedel: 10a „Trois vitres et mur brisés“
    • SHB: 6 AB „Fensterscheibe gesprungen und Mauersprung“
    • F.S.A.: 205c „barre horizontale sur le mur“
    • Michel: 215Z I „linkes Fenster zerbrochen, Strich in der Mauer daneben (Feld 6)“

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Wie immer, wenn in Katalogen die Beschreibungen nicht klar und präzis und die Abbildungen dann auch noch nichtsagend oder irreführend sind, schlägt die Stunde der Amis Faux, der falschen Freunde.

Amis Faux sind Marken mit Feldmerkmalen, auf welche die verschwurbelten und unpräzisen Beschreibungen in den Katalogen hervorragend zutreffen, die jedoch nicht die Marke mit dem katalogisierten und damit preislich höher eingestuften Feldmerkmal sind. Nicht nur der Sammler, sondern auch der Verkäufer ist diesen Amis Faux aufgrund der unverständlichen Fixierung der deutschen Philatelie auf die Kataloge aus dem Schwaneberger-Verlag fast hilflos ausgeliefert.

Nochmals zum Mitschreiben. Drei Abbildungen – davon zwei irreführende – für 22 katalogisierte Plattenfehler (sic!) allein bei einem von sechs Bildmotiven! 14 Abbildungen für 109 Feldmerkmale bedeutet, bei 95 Feldmerkmalen müssen sich Sammler wie Verkäufer auf unpräzise und vage Beschreibungen verlassen, die seit Jahrzehnten nicht angepasst wurden und im besten Fall in die Irre führen, im schlechtesten Fall schlicht falsch sind?

Nachfolgend einige dieser Amis Faux, von denen ich aus Erfahrung weiss, dass sie häufig – ohne bösen Willen – von unwissenden Verkäufern auf ebay oder Delcampe als die im Michel-Katalog aufgeführten „Plattenfehler“ angeboten werden.

 

SP20 Feld 4AB (links A, rechts B)

 

SP21 Feld 99 AB (links A, rechts B)

 

SP23 Feld 54AB (links A, rechts B)

Dies sind nicht die einzigen bekannten Amis Faux. Ich habe euch aus der Auswahl bloss die nach meiner Beobachtung häufigsten herausgesucht. Ich empfehle euch, keinen Michel Briefmarken-Kataloges zu kaufen. Erstens sind bei diesem – ausser ihr greift zu dem Michel Saar-Spezial zu Euro 49,00 – die verschiedenen Zeiträume und Sammelgebiete auf zwei Bände à Euro 88,00 also stolze Euro 176,00 aufgeteilt. Die Sammelgebiete mit Saarbezug sind:

    • Saargebiet 1920-1935
    • ZOF, Zone d’occupation française en Allemagne 1945
    • Territoire de la Sarre, von Frankreich annektiert 1946-1947
    • Saarland, teilsouverän resp. autonom 1948-1956
    • sowie nach Ende der eigenständigen Briefmarkenausgaben die Ausgaben der Bundesrepublik Deutschland in Frankenwährung 1957-1959

Zweitens ist die Bebilderung, insbesondere der Unternummern mangelhaft. Drittens sind die Angaben fehlerbehaftet, wie ihr als regelmässige Leser dieses Blogs ohnehin wisst. Ich empfehle euch, den zugegebenermassen etwas sperrigen Philotax Saar-Saarland Spezial 1920-1959 zu Euro 100,00 anzuschaffen (es gibt diesen auch als digitales Programm, da ist der Katalog nicht mehr so sperrig). Dieser Katalog ist fast durchgehend mit aussagekräftigen, farbigen Abbildungen versehen und somit m.E. um einiges sammlerfreundlicher als das Pendant aus dem Schwaneberger-Verlag.

Fazit: Beim 16 Pfennig-Wert, SP21 Feld 99AB, und dem 24 Pfennig-Wert, SP23 Feld 54AB, handelt es sich um ein wiederkehrendes Feldmerkmal. Das sechste, welches ich euch im Saarphilatelie-Blog vorstelle (Erstpublikation).

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Steckbrief des 15 Pfennig-Werts
    • Katalognummer: SP20, resp. Mi. 212Z
    • Wert: 15 Pfennig
    • Motiv: Stahlwerker am Hochofen beim Abstich
    • Farbe: dunkelbraun
    • Papier: dickes, gelblichgraues Papier; rau und häufig mit unter der Lupe erkennbaren, längeren Stofffäden
    • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum, quergeriffelt
    • Wasserzeichen: ohne
    • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
    • Bekannte Druckdaten: 7. Februar 1947
    • Erstausgabedatum: 17. Februar 1947
    • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
    • Auflage: 1’520’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit rd. 1’510’000 Stück am Schalter verkauft wurden. Ein Grossteil des Restbestandes wurde für den Malstatt-Burbacher Druck (MBD) mit der Wertangabe 3 F überdruckt.
    • Vorgestelltes Feldmerkmal: Feld 63AB, „Dunkler, nach unten gebogener Farbstrich über die linke Fensterfront“

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Steckbrief des 16 Pfennig-Werts
    • Katalognummer: SP21, resp. Mi. 213Z
    • Wert: 16 Pfennig
    • Motiv: Stahlwerker am Hochofen beim Abstich
    • Farbe: violettblau
    • Papier: dickes, gelblichgraues Papier; rau und häufig mit unter der Lupe erkennbaren, längeren Stofffäden
    • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum, quergeriffelt
    • Wasserzeichen: ohne
    • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
    • Bekannte Druckdaten: 1./3./4. Februar 1947
    • Erstausgabedatum: 17. Februar 1947
    • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
    • Auflage: 3’020’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit etwa 2’995’000 Stück am Schalter verkauft wurden.
    • Ein Grossteil der Restauflage wurde für den Malstatt-Burbacher Druck (MBD) mit der Wertangabe 4 F überdruckt.
    • Feldmerkmal: Feld 36AB, „Dunkler, nach oben gebogener Farbstrich über die linke Fensterfront, im weiteren Verlauf waagerecht über die Mauer reichend“

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Steckbrief des 20 Pfennig-Werts
    • Katalognummer: SP22, resp. Mi. 214Z
    • Wert: 20 Pfennig
    • Motiv: Stahlwerker am Hochofen beim Abstich
    • Farbe: orientrot
    • Papier: dickes, gelblichgraues Papier; rau und häufig mit unter der Lupe erkennbaren, längeren Stofffäden
    • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum, quergeriffelt
    • Wasserzeichen: ohne
    • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
    • Bekannte Druckdaten: 11. und 12. Februar 1947
    • Erstausgabedatum: 7. März 1947
    • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
    • Auflage: 3’020’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit rd. 3’010’000 Stück am Schalter verkauft wurden. Ein Grossteil der Restauflage wurde für den Malstatt-Burbacher Druck (MBD) mit der Wertangabe 5 F überdruckt.
    • Vorgestelltes Feldmerkmal: Feld 43AB, „Dunkler, nach oben gebogener Farbstrich über die Mauer im Hintergrund und die rechte Fensterfront“

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Steckbrief des 24 Pfennig-Werts
    • Katalognummer: SP23, resp. Mi. 215Z
    • Wert: 24 Pfennig
    • Motiv: Stahlwerker am Hochofen beim Abstich
    • Farbe: orangebraun
    • Papier: dickes, gelblichgraues Papier; rau und häufig mit unter der Lupe erkennbaren, längeren Stofffäden
    • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum, quergeriffelt
    • Wasserzeichen: ohne
    • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
    • Bekannte Druckdaten: 14-18. Januar und 20.-24. Januar 1947
    • Erstausgabedatum: 4. Februar 1947
    • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
    • Auflage:15’060’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit etwa 10’575’000 Stück am Schalter verkauft wurden. Ein Grossteil der Restauflage wurde für den Malstatt-Burbacher Druck (MBD)mit der Wertangabe 6 F überdruckt.
    • Feldmerkmal: Feld 6AB, „Dunkler, nach oben gebogener Farbstrich über die linke Fensterfront, im weiteren Verlauf waagerecht über die Mauer reichend“

Stahlwerker am Hochofen beim Abstich ist das einzige Bildmotiv der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland von dem sämtliche Werte für den Mastatt-Burbacher Druck herangezogen und mit Werten in Frankenwährung überdruckt wurden. Ich deute dies als Anzeichen für die hohe Bedeutung, welche die französische Administration des Saarlandes der Schwerindustrie beimass.

Bis dann

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Reihenmerkmale (I) – Stumpfe 1 und Kurbel

Hallo

Ich widme diesen Beitrag Werner, meinem Schwiegervater, der heute seinen 80. Geburtstag feiert. Lieber Werner, ich wünsche Dir zu den bereits gesammelten 80 Jahren viele weitere mehr in bester Gesundheit und Gesellschaft.

In diesem Beitrag werde ich euch zwei Reihenmerkmale vorstellen. Dem Begriff Reihenmerkmal sind wir in dem Beitrag zur sicheren Bestimmung von Marken des Bogenfeldes 41AB des 12 Pfennig-Werts bereits begegnet.

Das erste Reihenmerkmal ist Anstrich der 1 der Wertangabe 12 stumpf und kommt auf allen Marken der 2. und 7. senkrechten Bogenreihe (A- und B-Bögen) des 12 Pfennig-Werts der 1. Offenburger Ausgabe vor, also auf den Bogenfeldern 2, 12, 22 usw. bis 92 und 7, 17, 27 usw. bis 97.

SP49S 17A und 18A

Der Unterschied bei den beiden Anstrichen ist gut zu erkennen.

    • Étude, S. 21, 61 2e et 7e rangée verticale: „1 ayant la tige de la pointe ecourtée“
    • Saarhandbuch, Kap. 402, S. 20 Vorbemerkung zum 12 Pfennig-Wert: „In der zweiten und siebten senkrechten Reihe ist der Anstrich der 1 stumpf“
    • Michel Saar-Spezial 2017, keine Erwähnung

Das zweite Reihenmerkmal tritt beim 75 Pfennig-Wert auf. Bei einigen Marken stärker, bei anderen schwächer ausgeprägt. „Kurbel“ Farbstrich an der Hauswand links

SP30 6A und 7A

Die Kurbel – ich mag den Begriff – an der Wand des linken Gebäudes ist das kennzeichnende Feldmerkmal der 7. senkrechten Bogenreihe der 75 Pfennig-Bögen (A- wie auch B-Bögen), kommt also auf den Feldern 7, 17, 27 usw. bis 97 vor. Liegt eine 75 Pfennig-Marke mit diesem Feldmerkmal vor uns, wissen wir, dass es sich um eine dieser Marken handeln muss. Ein Reihenmerkmal hilft uns also bei der Feldbestimmung von Marken und ist für alle Sammler von Feldmerkmalen ein nicht zu unterschätzendes Hilfsmittel.

    • Étude, S. 31, Sur toute la 7e rangée verticale: „Hampe à la maison à gauche“
    • Saarhandbuch, Kap. 402, S. 41 Vorbemerkung zum 75 Pfennig-Wert: „Alle Marken der siebten senkrechten Reihe weisen einen gebogenen Strich am Hause links auf (Abb. 74)“
    • Michel Saar-Spezial 2017, keine Erwähnung

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Was ist die Ursache dieser – wiederkehrenden – Merkmale, die eine oder zwei senkrechte Bogenreihen kennzeichnen?

Was auffällt: es liegen beim 12 Pfennig-Wert fünf senkrechte Bogenreihen zwischen den Reihenmerkmalen. Wir wissen, dass wiederkehrende Feldmerkmale – bei Reihenmerkmalen handelt es sich um wiederkehrende Merkmale – im Rotations-Rastertiefdruckverfahren ihre Ursache in der Negativ- resp. Diapositivphase der Druckvorstufe haben. En detail:

    • die Vorlage für das Bildmotiv wird fotografiert
    • es werden Negative hergestellt
    • fünf Negative werden zu einem Streifen zusammengesetzt
    • sorgfältige Negativretusche am 5er-Streifen
    • Kontrolle der Druckreife anhand von Papierabzügen der retuschierten Negative
    • die 5er-Streifen (Negative) werden so oft als Diapositiv kopiert, wie für die Herstellung eines Schalterbogens notwendig ist; für die kleinformatigen Werte 2-75 Pfennig 20 mal und für die grossformatigen Werte zu 84 Pfennig und 1 Mark 10 mal
    • die 10 resp. 20 5er-Streifen (Diapositiv) werden regelmässig auf einer Diapositivscheibe arrangiert; bei den Werten zu 2-75 Pfennig kommen die 5er-Streifen in zwei Kolonnen untereinander zu liegen

Jetzt ist klar. Weist ein 5er-Streifen ein Feldmerkmal auf dem 2. Diapositiv auf, kommt dieses bei strenger Verwendung des obigen System immer in der 2. und 7. senkrechten Bogenreihe vor. Bleibt die Frage: Weshalb erscheint die Kurbel des 75 Pfennig-Werts dann nicht auch auf den Feldern der 2. senkrechten Bogenreihe?

Der 75 Pfennig-Wert war der erste Wert der Briefmarkenausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland, der gedruckt wurde. Dazu war es die erste Briefmarkenherstellung für den Entwerfer Vytautas Kazimieras Jonynas – wenn auch nicht seine letzte – und der erste Briefmarkendruck für die Belegschaft der Druckerei Burda. Ich gehe davon aus, dass beim 75 Pfennig-Wert einmalig mit einem 10er-Streifen gearbeitet wurde. Erst später ist man zu 5er-Streifen übergegangen, welche für die grossformatigen Marken zu 84 Pfennig und 1 Mark ohnehin sinnvoller waren.

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Definition Reihenmerkmal

Von einem Reihenmerkmal sprechen wir, wenn ein bestimmtes, ursprünglich für das Bildmotiv nicht vorgesehenes Charakteristikum über sämtliche Marken einer oder sogar zweier senkrechter resp. waagerechter Bogenreihen nachzuweisen ist.

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Steckbrief des 12 Pfennig-Werts
    • Katalognummer: SP19FS, resp. Mi. 211XY
    • Wert: 12 (Reichs-)Pfennig
    • Motiv: Bergmann im Streb vor Saarlandschaft
    • Farbe: dunkelolivgrün
    • Papier: dünnes, glattes, grauweisses Wasserzeichenpapier
    • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum, quergeriffelt
    • Wasserzeichen: sowohl mit fallenden (F) wie auch mit steigenden (S) Wellenlinien verausgabt
    • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
    • Bekannte Druckdaten: 30./31. Dezember 1946, 2.-4. sowie 6.-9. Januar 1947
    • Erstausgabedatum: 20. Januar 1947
    • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
    • Auflage: 12’020’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit etwa 8’250’000 Stück am Schalter verkauft wurden
    • Besonderes: etwa 3’600’000 Marken wurden für den Malstatt-Burbacher Druck (MBD) mit der Wertangabe 2 F überdruckt
    • Vorgestelltes Reihenmerkmal: „Anstrich der 1 der Wertangabe 12 stumpf“, 2. und 7. Reihe

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Steckbrief des 75 Pfennig-Werts
    • Katalognummer: SP30FS, resp. Mi. 222XY
    • Wert: 75 (Reichs-)Pfennig
    • Motiv: Alter Turm in Mettlach
    • Farbe: dunkelblau
    • Papier: dünnes, glattes, grauweisses Wasserzeichenpapier
    • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum, quergeriffelt
    • Wasserzeichen: sowohl mit fallenden (F) wie auch mit steigenden (S) Wellenlinien verausgabt
    • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
    • Bekannte Druckdaten: 27./28./30. Dezember 1946
    • Erstausgabedatum: 20. Januar 1947
    • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
    • Auflage: 2’140’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit etwa 2’080’000 Stück am Schalter verkauft wurden
    • Besonderes: der einzige Wert, der komplett im Jahr 1946 hergestellt wurde
    • Vorgestelltes Reihenmerkmal: „Kurbel an der Hauswand links“ 7. Reihe

Bis dann

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Folgt mir auf Facebook und Twitter (beide @SaarPhilatelist) und ihr seid immer auf dem Laufenden.

#saarphilatelie

Forschung – Rätselhafte Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert (VI)

Hallo

… und willkommen zum abschliessenden Beitrag über die nur auf einem Teil der Gesamtauflage auftretenden Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert der 1. Offenburger Ausgabe. Falls ihr die vorherigen Folgen verpasst habt, klickt einfach hier.

Ich möchte euch nochmal darauf hinweisen, dass ich diese sechsteilige Beitragsserie meinem treuen Förderer und Gönner Hans-Jürgen Steffen, dem Inhaber des Briefmarkenhauses Saarphila in Saarbrücken, gewidmet habe. Lieber Herr Steffen, ich wünsche Ihnen zu den bereits gesammelten 75 Jahren viele weitere mehr in bester Gesundheit und Gesellschaft.

In dieser Folge werde ich für euch die Ergebnisse dieser Beitragsserie zusammenfassen und am Schluss eine fundierte und nachvollziehbare Antwort auf die Frage geben: „Was war die Ursache für diejenigen Feldmerkmale des 12 Pfennig-Werts der 1. Offenburger Ausgabe, die nicht über die gesamte Auflage auftreten, sondern nur über einen Teil der Auflage?“

Dies ist eine sehr textlastige Folge! Seid stark und haltet durch. Es lohnt sich! Die Abbildungen findet ihr unter den jeweiligen Verweisen zu den vorangegangenen Folgen.

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Ausgangslage

Betrachten wir die Feldmerkmale der Schalterbogen des 12 Pfennig-Werts der 1. Offenburger Ausgabe über die gesamte Druckperiode vom 30. Dezember 1946 bis zum 8. Januar 1947 genauer, stellen wir fest, dass einige dieser Feldmerkmale nur bei einem Teil der Gesamtauflage von 120’200 Schalterbögen nachvollziehbar sind (vgl. Folge I).

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Ergebnisse der Folgen I bis V

In Folge II habe ich meine persönliche Auswahl von sieben dieser Feldmerkmale genauer vorgestellt und in Folge V sämtliche 29 Feldmerkmale in Teilauflage über die möglichen 200 Felder der Gesamtauflage bestimmt.

Schon in Folge I konnten wir ein erstes spezifisches Kennzeichen oder Charakteristikum dieser rätselhaften Feldmerkmale in Teilauflage bestimmen: Diese treten nicht gleichzeitig auf dem A und dem B-Bogen eines Druckbogens auf, sondern ausschliesslich auf einem der beiden Teilbogen eines Druckbogens. Wir halten fest: Feldmerkmale in Teilauflage erscheinen ausschliesslich entweder auf A-Bogen  o d e r  auf B-Bogen. Feld 22AB ist hier eine Ausnahme, doch unterschieden sich die Merkmale in Teilauflage, die Raute und das Koppelschloss, sehr voneinander.

Was schlussfolgern wir? In Folge III haben wir uns den Entstehungsprozess der Marken der 1. Offenburger Ausgabe über Druckvorstufe, den Druckprozess und die Druckweiterbearbeitung genauer angesehen.

Da beide Schalterbogen eines Druckbogens (vgl. hier) beim Rastertiefdruck von einem einzigen Diapositivrahmen stammen, kann die Ursache dieser Merkmale in Teilauflage  n i c h t  in der Negativ- oder Diapositivphase der Druckvorstufe liegen. Diese Merkmale  m ü s s e n  später entstanden sein: z.B. durch Retuschen am Druckkörper oder durch Verschmutzung desselben durch Fremdkörper. Ein weiteres Indiz für die Ursache solcher Feldmerkmale in Druckstufe sind diejenigen Felder eines Druckbogens, bei denen wir ein spezifisches Feldmerkmal über sämtliche Drucktage nachweisen können, ein unterschiedliches Feldmerkmal jedoch hinzukommt resp. „verschwindet“.

Dazu gehören die Merkmale der Felder:

1 / 6 / 22 / 24 / 35 / 41 / 55 / 61 / 66 / 67 / 73 / 76 / 77 / 79 / 96 / 97

konsistentes Feldmerkmal: die zwei Farbflecken oben an den Händen des Bergmanns; Teilauflage: „Gürtelschnalle“ resp. „Koppelschloss“

Fazit: 16 von 29 Feldmerkmale, die in Teilauflage erscheinen, besitzen ein über die gesamte Ausflage hinweg konsistentes, auf beiden Teilbogen auftretendes, anderes Feldmerkmal. Wir halten als zweites spezifisches Kennzeichen der rätselhaften Feldmerkmale fest: Feldmerkmale in Teilauflage  m ü s s e n  nach der Negativ- resp. Diapositivphase entstanden sein.

In Folge V haben wir zwei Druckperioden bestimmt und in „früh“ und „spät“ unterschieden, in welchen die besprochenen Feldmerkmale entweder auftreten oder eben nicht nachweisbar sind. Dieses ist das dritte spezifische Kennzeichen.

Frühe Druckperiode: 30. Dezember 1946 – 3. Januar 1947

    • 30. Dezember 1946
    • 31. Dezember 1946
    • 2. Januar 1947
    • 3. Januar 1947

Späte Druckperiode: 4.-9. Januar 1947

    • 4. Januar 1947
    • 7. Januar 1947
    • 8. Januar 1947
    • 9. Januar 1947

Daraus haben wir den Schluss gezogen, dass zwischen dem Druckende am 3. Januar 1947 und dem Druckbeginn am 4. Januar 1947 ein Ereignis eingetreten ist, in dem die Ursache der Feldmerkmale in Teilauflage zu suchen ist.

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Die vier Charakteristika

Die vier Charakteristika der Feldmerkmale in Teilauflage beim 12 Pfennig-Wert der 1. Offenburger Ausgabe

    • Erstes Charakteristikum: Die Feldmerkmale in Teilauflagen treten nur auf A-  o d e r  B-Bogen auf
    • Zweites Charakteristikum: Die Feldmerkmale in Teilauflage sind  n a c h  der Negativ- resp. Diapositivphase der Druckvorstufe entstanden
    • Drittes Charakteristikum: Die Feldmerkmale in Teilauflage können einer der beiden Druckperioden „früh“/“spät“, also vor dem 4. Januar 1946 oder ab dem 4. Januar 1947 zugeordnet werden
    • Viertes Charakteristikum: Bei den Feldmerkmalen in Teilauflage handelt sich überwiegend um kleinere Abweichungen vom gewünschten Druckbild

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Bisherige Erklärungen

Für die Feldmerkmale in Teilauflage wurden dem Sammler von den Autoren/Redaktionen bislang – mit Ausnahme einer Vermutung im SHB auf Seite 402,5 – keine Erklärungen oder zumindest Erklärungsansätze geboten. Bekannte Erklärungsansätze aus Sammler- und Philatelistenkreisen sind (vgl. Folge II):

    1. Es kamen in den zwei verschiedenen Druckperioden zwei verschiedene Formzylinder zum Einsatz.
    2. Es wurde eine zweite Palatia O Rotations-Tiefdruckmaschine eingesetzt.
    3. Es fand eine Retusche des Formzylinders statt (u.a. SHB).

Die Erklärungsansätze 1. und 2. laufen schlussendlich auf dasselbe hinaus. Es müsste zu irgendeinem Zeitpunkt vor oder während der Druckperiode ein zweiter Formzylinder hergestellt worden sein, denn auch für den Betrieb einer zweiten Rotations-Rastertiefdruckmaschine wird ja ein Formzylinder benötigt. Es ist hierbei grundsätzlich egal (vgl. Folge III), ob dieser hypothetische Formzylinder von demselben Diapositivrahmen hergestellt wurde oder von einem neu zusammengestellten Diapositivrahmen.

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Argumente gegen einen zweiten Formzylinder
    • Es war und ist nicht möglich im manuellen Ätzverfahren eine auch nur halbwegs exakte Kopie eines Formzylinders herzustellen, vgl. Folge III. Der überwiegende Teil der Markenfelder bleibt jedoch über die gesamte Druckperiode vom 30. Dezember 1946 bis zum 9. Januar 1947 unverändert; darunter sechs von neun in den Michel-Katalogen aufgeführten Feldmerkmalen (I, II, III, IV, VI, VII). , vgl. Folge V
    • Reihenmerkmale wie der Anstrich der 1 der Wertangabe 12 stumpf, 2. und 7. Bogenreihe sind über die Gesamtauflage nachweisbar
    • Der Aufwand und die Kosten der Herstellung eines zweiten Druckzylinders; so ein Unterfangen wäre nur aus dringendem Grund (Beschädigung des ursprünglichen Formzylinders) in Angriff genommen; hierfür fehlen jedoch jegliche Anhaltspunkte
Argumente gegen eine weitere Rotations-Tiefdruckmaschine
    • Die unter den damalig herrschenden Bedingungen erbrachte Druckleistung der verwendeten Rotations-Tiefdruckmaschine Palatia O, war mit knapp 9’000 Druckbogen pro Tag – trotz Wartungspausen, unsicherer Versorgung mit Energie etc. – für die schlussendliche Auflage von 60’100 Druckbogen mehr als ausreichend. Es bestand sogar zeitlicher Spielraum.
    • Das Saarhandbuch erwähnt explizit, dass die Werte der 1. Offenburger Ausgabe auf einer einzigen Palatia O Rotations-Rastertiefdruckmaschine hergestellt wurden (SHB 402,5)
    • Hans Flatters erwähnt in seinen grundlegenden Abhandlungen zu den Länderausgaben der Zone d’Occupation Française en Allemagne, die ebenfalls im Rotations-Rastertiefdruck auf einer Palatia O bei der Druckerei Burda in Offenburg gedruckt wurden, keine zweite Rotations-Rastertiefdruckmaschine. Für die Länderausgaben wurden damals weitaus höhere Auflagen produziert als für die 1. Offenburger Ausgabe
    • Die Verwendung einer zweiten Palatia O hätte bei der Herstellung der Berufe und Ansichten aus dem Saarland sicherlich Vorteile gebracht; jedoch nur, falls diese auch für die Herstellung der restlichen 18 Werte zum Einsatz gekommen wäre; dafür fehlen jedoch jegliche Anhaltspunkte.
Argumente gegen eine Retusche
    • Viele sehr auffällige Feldmerkmale erfuhren keine Veränderung. Beispielsweise Feld 80AB: betrifft die Wertangabe 12. Die Wertangabe ist für die reine Funktionalität der Briefmarke als Abgeltungsnachweis im Postverkehr von grosser Bedeutung; diese Abweichung vom gewünschten Ergebnis wurde nicht retuschiert
Feld 80 AB, konsistentes Feldmerkmal der Endstrich der 2 der Wertangabe 12 fehlt
    • Das SHB vermutet zwar als Ursache für die Feldmerkmale in Teilauflage eine Retusche auf Seite 402, 5; an gleicher Stelle vermuten die Autoren des SHB jedoch auch, dass der Formzylinder jeden Tag nach Produktionsschluss aus der Druckmaschine ausgebaut und jeweils retuschiert wurde. Da für den Aus- und Wiedereinbau eines Formzylinders bei einer Palatia O etwa 5 Stunden Aufwand veranschlagt werden müssen, ist diese Annahme eher unrealistisch und wird auch von keiner der anderen Quellen, Flatters o.ä., gestützt. Für eine stetige Retusche existieren  k ei n e  Anhaltspunkte.

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Erklärung der Feldmerkmale in Teilauflage

Zu welchem Schluss ziehen wir aus den vorliegenden Indizien. Denn wir können uns ausschliesslich auf Indizien stützen. Die Produktionsunterlagen aus dem Archiv der Druckerei Burda, die diese Frage zweifelsfrei beantworten könnten, wurden nach Ablauf der Aufbewahrungspflicht vernichtet.

Eine Retusche des Formzylinders in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar 1947, ist sehr unwahrscheinlich, da viele, auch sehr auffällige Abweichungen vom vorgesehenen Druckbild nicht retuschiert wurden und auch sonst bei keinem Bogenfeld eine planvolle Retusche zu erkennen ist. Ganz ausschliessen können wir eine Retusche durch den Gestalter Vytautas Kazimieras Jonynas jedoch nicht, es kann jedoch in keinem Fall eine sorgfältig vorbereitete Retusche gewesen sein.

Die Erklärung für die Feldmerkmale in Teilauflage ist einfach. Nach vier absolvierten Drucktagen (30./31. Dezember 1946 und 2./3. Januar 1947) resp. der Hälfte der vorgesehenen Druckperiode, entschieden die Produktionsverantwortlichen bei Burda, dass der Formzylinder des 12 Pfennig-Werts gereinigt werden sollte. Am Abend des 3. Januar 1947 nach Produktionsschluss oder am frühen Morgen des 4. Januar 1947 vor Produktionsaufnahme wurde der Formzylinders – von dem wir leider nicht wissen, ob dieser chromgehärtet war oder nicht – aus der Palatia O ausgebaut und die Rakel entfernt. Schon beim Ausbau könnte es zu kleineren Beschädigungen am Druckbild gekommen sein. Die nach vier Drucktagen abgenutzte Rakel wurde sicherlich nachgeschliffen oder sogar komplett ausgetauscht. Der Formzylinder wurde einer gründlichen Reinigung unterzogen, bei welcher durch ungewollte Manipulation von Näpfchen einige Feldmerkmale entfernt wurden, wogegen andere – insbesondere dunkle Farbtupfer (zusammengebrochene Stege) – hinzukamen, was die massive Zunahme von Farbflecken, die das Saarhandbuch als in Teilauflage erscheinend aufführt, erklären würde. Insbesondere die grossflächigen Vertiefungen des Formzylinders, unter anderem das Schriftband SAAR wurden bei dieser Reinigung in Mitleidenschaft gezogen.

Bis dann

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Forschung – Rätselhafte Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert (V)

Hallo

… und willkommen zum fünften Beitrag über die nur auf einem Teil der Gesamtauflage auftretenden Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert der 1. Offenburger Ausgabe. Habt ihr die vorherigen Folgen verpasst? Klickt hier.

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In Folge II schrieb ich, dass ein Grossteil der Feldmerkmale eines Druckbogens des 12 Pfennig-Wertes über die Gesamtauflage von 60‘100 Bögen unverändert bleiben. Diese Aussage ist Dreh- und Angelpunkt für die Suche nach der Ursache für die Feldmerkmale in Teilauflage. Können wir nachweisen, dass die Druckbogen im Grossen und Ganzen über die gesamte Druckperiode gleichblieben, is die Verwendung eines zweiten Formzylinder extrem unwahrscheinlich, egal ob dieser auf derselben oder einer zweiten Rotations-Rastertiefdruckmaschine Palatia O zum Einsatz gekommen wäre. Wieso? Es war und ist nicht möglich, im manuellen Ätzverfahren eine auch nur halbwegs exakte Kopie eines Formzylinders herzustellen (vgl. Folge III)

In der letzten Folge konnten wir die Feldmerkmale aus Paul Staedels Étude, aus dem Saarhandbuch und aus den Michel Briefmarken-Katalogen aufgeführten Feldmerkmale drucktechnisch den Perioden früh (30. Dezember 1946 – 3. Januar 1947) sowie spät (4.-9. Januar 1947) zuordnen. Durch die Menge der Feldmerkmale konnte leicht der Eindruck entstehen, dass ein zweiter Formzylinder durchaus eine valable Erklärung für die insbesondere in der Periode spät auftretenden Feldmerkmale sei.

Eine frühe Arbeit von Saarphilatelie.com war die Dokumentation sämtlicher Feldmerkmale aller Werte der 1. Offenburger Ausgabe über die gesamte Druckperiode vom 27. Dezember 1946 bis zum 21 Februar 1947. Die Nomenklatur für die einzelnen Bestandteile des Markenbildes ist über die gesamte Dokumentation gleich. Dies ist nicht in allen Katalogen und Handbüchern der Fall, was bei Saar-Sammlern zu mancher Verwirrung führt. Die Nomenklatur der Bildmotive der 1. Offenburger Ausgabe wird Thema eines zukünftigen Beitrags des Saarphilatelie-Blogs.

Den Auszug aus dieser Dokumentation für den 12 Pfennig-Wert möchte ich euch hier vorstellen. Zur Erläuterung: konsistent ist ein Feldmerkmal dann, wenn es auf mindestens zwei Bögen jedes Drucktags entweder der gesamten Druckperiode oder der Druckperiode früh resp. spät nachzuweisen ist. Einige Merkmale erscheinen kurz und verschwinden wieder. Ursache hierfür können beispielsweise die Abnutzung der Rakel oder auch Staub sein. Die nachfolgende Aufstellung ist sicherlich keine spannende Lektüre, doch die Auswertung ist interessant.

    • Feld 1AB (früh/spät) feiner Farbfleck am oberen Bildrand ganz rechts; Farbfleck links auf dem Hemd des Bergmanns; durchgehender senkrechter Farbstrich am linken Bildrand und Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 1B (spät) zusätzlich grosser, dunkler Farbfleck an der Strebwand links vom Bergmann
    • Feld 2AB (früh/spät) feiner Farbpunkt an der Strebwand oberhalb des linken Stiefelhackens
    • Feld 3AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 4AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 5AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 6AB (früh/spät) feiner Farbfleck links oberhalb der Kirchturmspitze; Farbfleck oben links in der Punze des R von SAAR (Irrlicht)
    • Feld 6A (früh) verwaschener heller Fleck links am Querstrich des ersten A von SAAR; entspricht Michel-Katalogisierung Mi 211XY V
    • Feld 6A (spät) Schriftband SAAR am rechten Rand unten zungenförmig ausgebuchtet
    • Feld 6B (spät) Schriftband SAAR am rechten Rand wie eine Bootsklampe ausgebuchtet
    • Feld 7AB (früh/spät) verwaschener Farbfleck auf dem linken Markenrand in Höhe des „Hosenbundes“ des Bergmanns
    • Feld 8AB (früh/spät) Schriftband SAAR am linken Rand fein eingekerbt
    • Feld 9AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 10AB (früh/spät) dunkler Farbfleck an der Strebdecke oberhalb des Helms; feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 11AB (früh/spät) dunkler Farbfleck an der Strebwand rechts vom Bergmann
    • Feld 12AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 12A (früh) zwei verwaschene Flecken auf dem Schriftband SAAR, je einer links und rechts vom ersten A von SAAR
    • Feld 13AB (früh/spät) kurzer, dunkler, diagonaler Strich – „Komet“ – rechts von der Kirchturmspitze
    • Feld 14AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 15AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 16A (früh) zwei helle Flecken an der Strebwand links vom Bergmann
    • Feld 17AB (früh/spät) dunkler Farbpunkt am rechten Rand der Strebwand in Höhe des Bauchs des Bergmanns
    • Feld 18AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 19AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 20AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 21AB (früh/spät) gerader Farbstrich über Oberarm und Hemd des Bergmanns
    • Feld 22AB (früh/spät) je ein Farbfleck ober- und unterhalb der Hände des Bergmanns; verwaschener Farbfleck auf dem linken Markenrand neben dem Schriftband SAAR; entspricht der Michel-Katalogisierung Mi 211XY II
    • Feld 22A (spät) zusätzlich Andeutung einer rautenförmigen „Gürtelschnalle“ auf dem Hosenbund des Bergmanns
    • Feld 22B (spät) zusätzlich dunkler, rautenförmiger Farbfleck – „Gürtelschnalle“/“Koppelschloss“ – auf dem Hosenbund des Bergmanns
    • Feld 23AB (früh/spät) diagonaler Farbstrich am linken Rand des Hemdes; Farbstrich im wessen Bereich zwischen Strebwand und Getreidegarben
    • Feld 24AB (früh/spät) dunkler Farbfleck auf der Hose im Schritt – „Hosenknopf“
    • Feld 24B (früh) heller Fleck im Spitz des zweiten A von SAAR
    • Feld 25AB (früh/spät) rechter Bildrand neben den Getreidegarben auf den Markenrand ausgebuchtet
    • Feld 26AB (früh/spät) kurzer, dunkler Farbstrich am Himmel zwischen Kirchturm und rechter Strebwand; Farbtupfer rechts neben der Kirchturmspitze; auf den frühen Bögen schwächer ausgeprägt
    • Feld 27AB (früh/spät) waagerechter Doppelpunkt links unterhalb des Schriftbands SAAR
    • Feld 28AB (früh/spät) feiner Farbpunkt neben der linken unteren Ecke des Schriftbands SAAR; kurzer, dunkler Farbstrich am Himmel beim hellen Bereich zwischen Strebwand und Saarlandschaft etwa in Höhe der Kirchturmspitze
    • Feld 29AB (früh/spät) feiner Farbstrich über dem rechten Hosenbein (Oberschenkel)
    • Feld 30AB (früh/spät) feiner Farbpunkt auf dem rechten Hosenbein links; Farbpunkt auf dem Hemd unterhalb der rechten Achsel; feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 31AB (früh/spät) dunkler Farbfleck oben links in der Punze des R von SAAR (Irrlicht)
    • Feld 32AB (früh/spät) kurzer, dunkler Farbstrich am linken Oberarm des Bergmanns; feiner Farbpunkt an der Strebwand links von der linken „Hosentasche“; entspricht Michel-Katalogisierung Mi 211XY VI
    • Feld 33AB (früh/spät) feiner, nach rechts gebogener Farbstrich unten am Schriftband SAAR zwischen S und dem ersten A
    • Feld 34AB (früh/spät) feiner Farbpunkt unten in der oberen, linken Ecke des Markenbildes
    • Feld 35AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 35A (früh) verwaschener Fleck am rechten Rand des Schriftbands SAAR, untere rechte Ecke des Schriftbands eingebuchtet
    • Feld 36AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 37AB (früh/spät) feiner Farbpunkt unterhalb des Fusses der 2 der Wertangabe 12
    • Feld 37AB (spät) dunkler Farbfleck an der Strebwand links vom Bergmann
    • Feld 38AB (früh/spät) Farbpunkt an der Strebwand links vom Bergmann
    • Feld 39AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 40AB (früh/spät) feiner diagonaler Farbstrich an der Strebwand oberhalb des linken Stiefelhackens; feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 41AB (früh/spät) dunkler Farbfleck oben links in der Punze des R des Schriftbandes SAAR, links auf den Stamm des Buchstabens R übergehend, rechter Rand des „Hosenbundes“ hell; Irrlicht, kein Feldmerkmal, welches beim 12 Pfennig-Wert einige Male in der 1. und 6. senkrechten Reihe auftritt; entspricht Michel-Katalogisierung Mi 211XY IV
    • Feld 41A (spät) Schriftband an der linken unteren Ecke mit doppelter, helle Einkerbung
    • Feld 42AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 43AB (früh/spät) Farbpunkt auf dem linken Markenrand in Höhe der linken Stiefelsohle
    • Feld 44AB (früh/spät) zwei dunkle Farbflecken an der Strebwand links vom Bergmann
    • Feld 44A (spät) Farbpunkt in der Mitte der Punze der 2 der Wertangabe 12
    • Feld 45AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR; feiner Farbpunkt im hellen Bereich oberhalb der linken Faust des Bergmanns
    • Feld 46AB (früh/spät) feiner Farbstrich über Arm und Hemd des Bergmanns
    • Feld 47AB (früh/spät) Farbpunkt an der Strebwand links neben der linken „Hosentasche“
    • Feld 48A (spät) unregelmässiger, verwaschener Fleck zwischen der 1 und 2 der Wertangabe 12
    • Feld 49AB (früh/spät) feiner senkrechter Farbstrich an der linken Strebwand oberhalb des linken Oberschenkels des Bergmanns
    • Feld 50AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 51AB (früh/spät) dunkler Farbfleck oben links in der Punze des R von SAAR (Irrlicht); feiner diagonaler Farbstrich in der linken oberen Ecke des Markenbildes
    • Feld 52AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 53AB (früh/spät) feiner, geschwungener Farbstrich über die linke Strebwand, Strich auf linken Markenrand übergehend; verwaschener Farbfleck auf rechtem unteren Markenrand, bis über den Entwerfernamen reichend
    • Feld 54B (früh) heller Fleck an der rechten Strebwand in Höhe der Schulter des Bergmanns
    • Feld 55AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 55A (spät) Farbfleck an einer Getreidepuppe beim vordersten Haus rechts von der Kirche
    • Feld 56AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 57B (früh) drei helle Fleckchen auf rechtem Stiefel und der Hose des Bergmanns – ansonsten kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 58AB (früh/spät) heller Fleck am oberen Bildrand mittig zwischen Kirchturm und Strebwand
    • Feld 59AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 60AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 61AB (früh/spät) dunkler Farbfleck oben links in der Punze des R von SAAR (Irrlicht); dunkler Farbfleck links oberhalb der Kirchturmspitze, dunkler Farbpunkt in der linken oberen Ecke des Markenbildes
    • Feld 61B (früh) heller Fleck am ersten A von SAAR
    • Feld 62AB (spät) dunkler Farbfleck am Himmel zwischen Kirchturm und Strebwand
    • Feld 63A (spät) dunkler Farbpunkt am Himmel zwischen Kirchturm und Strebwand
    • Feld 64AB (früh/spät) senkrechter Farbstrich über Ärmel und Hemd des Bergmanns; entspricht Michel-Katalogisierung Mi 211XY III
    • Feld 65AB (früh/spät) feiner Farbpunkt unterhalb des Fusses der 2 der Wertangabe 12
    • Feld 66AB (früh/spät) diagonaler Farbstrich – Verlängerung der linken Naht des Hemdes – quer über das linke Hosenbein; Farbpunkt oberhalb der Mitte des Helmes; dunkler Farbfleck oben links in der Punze des R von SAAR (Irrlicht)
    • Feld 66A (früh) heller Fleck auf dem rechten Hosenbein
    • Feld 67AB (früh/spät) dunkler Farbfleck in der oberen linken Ecke des Markenbildes; waagerechter Doppelpunkt unterhalb der rechten Faust des Bergmanns
    • Feld 67A (früh) kurzer dunkler Farbstrich rechts neben der 2 der Wertangabe 12
    • Feld 68AB (früh/spät) zwei senkrechte, parallele Striche über Ärmel und Hemd des Bergmanns
    • Feld 69AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 70AB (früh/spät) dunkler Farbstrich – „Komma“ – an der linken Strebwand
    • Feld 71AB (früh/spät) dunkler Farbfleck oben links in der Punze des R von SAAR (Irrlicht)
    • Feld 72AB (früh/spät) feiner diagonaler Farbstrich rechts am Abschwung der 2 der Wertangabe 12
    • Feld 73AB (früh/spät) feiner Farbstrich über den Ärmel am rechten Oberarm
    • Feld 73AB (früh) feiner Doppelpunkt unterhalb der rechten, unteren Ecke des Markenbildes bei den Getreidegarben
    • Feld 73A (früh) verwaschener Fleck auf dem Schriftband „SAAR“ oben rechts neben dem „R“
    • Feld 74AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 75AB (früh/spät) dunkler Farbfleck auf dem linken Markenrand unterhalb der linken Stiefelspitze
    • Feld 76AB (früh/spät) dunkler verwaschener Farbfleck auf dem rechten Hosenbein; entspricht Michel-Katalogisierung Mi 211XY VII
    • Feld 76AB (früh), A (spät), aber nicht B (spät) kurzer senkrechter Farbstrich auf dem linken Markenrand in Höhe der linken unteren Ecke des Markenbildes
    • Feld 76B (spät) dunkler Farbfleck an der linken Strebwand oberhalb des linken Stiefelhackens
    • Feld 77AB (früh), A (spät), aber nicht B (spät) diagonaler Farbstrich durch den Stamm des R von SAAR
    • Feld 77A (früh) verwaschener Fleck auf dem Schriftband zwischen dem Fuss und dem Abschwung des R von SAAR
    • Feld 77B (spät) zwei helle Flecken an der Strebwand rechts vom Bergmann; entspricht der Michel-Katalogisierung Mi 211XY VIII
    • Feld 78AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 79AB (früh/spät) kleiner heller Fleck rechts am Abschwung der 2 der Wertangabe 12
    • Feld 79A (spät) geschwungener Strich über den rechten Teil des Markenbildes und den rechten Markenrand
    • Feld 80AB (früh/spät) Endstrich der 2 der Wertangabe 12 fehlt; entspricht der Michel-Katalogisierung Mi 211XY I
    • Feld 81AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 82AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 83AB (früh/spät) Farbfleck auf dem linken Markenrand auf Höhe der rechten Achsel des Bergmanns
    • Feld 84AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 85AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 86AB (früh/spät) dunkler Farbfleck oben links in der Punze des R von SAAR, oben auf den Bogen des R von SAAR übergehend
    • Feld 87AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 88AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 89AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 90AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 91AB (früh/spät) dunkler Farbfleck oben links in der Punze des R von SAAR (B-Bogen kaum sichtbar, Irrlicht)
    • Feld 92AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 93AB (früh/spät) kein konsistentes, auffälliges Feldmerkmal
    • Feld 94B (früh) heller Fleck auf dem Schriftband zwischen dem ersten und zweiten A von SAAR
    • Feld 94B (spät) einzelner heller Fleck an der Strebwand rechts vom Bergmann
    • Feld 95AB (früh/spät) feiner, senkrechter Farbstrich neben dem rechten Rand des Schriftbands SAAR
    • Feld 96AB (früh/spät) dunkler Farbpunkt an der Strebwand rechts vom Bergmann in Höhe der rechten Schulter
    • Feld 96B (spät) dunkler Farbfleck in der Punze der 2 der Wertangabe 12; entspricht der Michel-Katalogisierung Mi 211XY IX
    • Feld 97AB (früh/spät) dunkle Stelle auf dem Schriftband am rechten Rand
    • Feld 97B (früh) heller Fleck auf dem Schriftband rechts vom Bogen des R von SAAR
    • Feld 98AB (früh/spät) dunkler, diagonaler Strich über das rechte Ende des Schriftbands SAAR
    • Feld 99AB (früh/spät) sich verzweigender Farbstrich über Ärmel und Hemd des Bergmanns „umgekehrtes Y“
    • Feld 100AB (früh/spät) rechter unterer Ärmel auffällig dunkel

Von den möglichen 200 Markenfeldern eines Druckbogens zeigen ganz 29 Felder Merkmale, welche nur auf einem Teil der Auflage erscheinen. Von diesen sind 19 Merkmale helle Flecken oder dunkle Farbtupfer, die verschwinden resp. erscheinen. Wie wir in Folge III erfahren haben, entstehen beim Rastertiefdruck helle Bereiche generell durch die erhabenen Teile des Formzylinders; durch fehlende Näpfchen, die Stege der Näpfchen oder auch durch aufgefüllte Näpfchen. Dunkle Bereiche dagegen durch unterschiedlich tiefe Näpfchen, beschädigte Stege von Näpfchen oder nachträglicher Retusche, also der manuellen Veränderung des Formzylinders mittels Stichel. Einzig das tertiäre Feldmerkmal in Teilauflage auf Bogenfeld 37AB, Teilauflage (spät) steht quer im Raum.

Das wichtigste Ergebnis ist jedoch, der überwiegende Teil der Markenfelder bleibt über die gesamte Druckperiode vom 30. Dezember 1946 bis zum 9. Januar 1947 unverändert. Darunter sechs von neun in den Michel-Katalogen aufgeführten Feldmerkmalen (I, II, III, IV, VI, VII).

Anfangs dieses Beitrags hatte ich geschrieben: „Können wir nachweisen, dass die Druckbogen im Grossen und Ganzen über die gesamte Druckperiode gleich blieben, ist die Verwendung eines zweiten Formzylinder sehr unwahrscheinlich, egal ob dieser auf derselben oder einer zweiten Rotations-Rastertiefdruckmaschine Palatia O zum Einsatz gekommen wäre.“ Wir wissen zwar bislang immer noch nicht, was genau zwischen Druckschluss des 3. Januar und Druckbeginn des 4. Januar 1946 geschah, aber nun wissen wir, es wurde wohl kein zweiter Formzylinder in die Palatia O eingebaut oder in einer zweiten Palatia O zum Druck verwendet.

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In der kommenden, letzten Folge dieser Serie:

    • Zusammenfassung der einzelnen Teilaspekte und Präsentation des Forschungsergebnisses

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Definition Irrlichte

Als Irrlichte bezeichne ich Abweichungen vom gewollten Druckbild, die bei einem oder mehreren Werten auf den Druckbogen (= zwei Schalterbogen) gleich mehrfach auftreten, ohne das sich hierin ein regelmässiges Muster erkennen liesse. Beispiele:

    • Links- resp. Rechtsverschiebung des Markenbildes beim Bildmotiv „Alter Turm“
    • Verschiebung der Wertangabe nach links resp. rechts bei diversen Werten
    • Dunkler Farbfleck oben links in der Punze des R von SAAR beim Bildmotiv „Bergmann“
    • Dunkler Fleck an der rechten Seite der Hose des Bergmann in der Höhe der Hüfte beim Bildmotiv „Bergmann“

Irrlichte sind keine Feldmerkmale im klassischen Sinn, da eine sichere Feldbestimmung mittels diesen Merkmalen nicht möglich ist.

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Bis dann

Hier geht’s zum sechsten Beitrag.

sechster Teil

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#saarphilatelie

 

Forschung – Rätselhafte Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert (III)

Hallo

… und willkommen zum dritten Beitrag über die nur auf einem Teil der Gesamtauflage auftretenden Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert der 1. Offenburger Ausgabe. Habt ihr die erste Beiträge verpasst? Klickt für die erste Folge hier und für die zweite  hier.

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit den drei Produktionsfaktoren Maschine, Mensch und Zeit.

Wir beginnen mit den Maschinen und zwar mit der Rotations-Rastertiefdruckmaschine Palatia O der Schnellpressenfabrik Albert & Cie. oHG, Frankenthal (vgl. Bild, Verwendung mit freundlicher Genehmigung der KBA – FT Engineering GmbH, Frankenthal).

Palatia O, Bild aus einem Werbeprospekt des Jahrs 1935 der Albert & Cie. oHG, Frankenthal

Technische Daten

    • Hersteller: Schnellpressenfabrik Albert & Cie. oHG, Frankenthal
    • Bezeichnung: Palatia O
    • Baujahr: ab 1932 (abgebildete Maschine 1935)
    • Maschinennummer: 17342 (abgebildete Maschine)
    • Energieversorgung: 220 Volt
    • Leistung: Hauptmotor 5 kW, Gebläse 0,6 kW, Kompressor 1,5 kW
    • Druckleistung: 4’500-5’000 Bögen pro Stunde (je nach Zuführereinheit)*
    • Farbwerk: gekapselt

* Angabe nach einem Pressebericht über die Vorstellung der Palatia O an der Dresdner Frühjahrsmesse des Jahres 1932.

Weitere Angaben konnte KBA (König & Bauer AG) – mit welcher Albert & Cie. 1990 fusionierte – mir nicht liefern, da die Werke Würzburg, Radebeul und Frankenthal kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs durch Bombenangriffe zerstört wurden.

Die nachstehende schematische Darstellung des Bogentiefdrucks verdeutlicht schön den Druckvorgang inkl. Trocknung. Rechts erfolgt die Papierbogen-Zuführung, links die Ablage der Druckbögen.

Auf einer vorstehend beschriebenen Palatia O wurden 1946/47 die Werte der Briefmarkenausgabe 1. Offenburger Ausgabe im Rastertiefdruck gedruckt.

Rastertiefdruck? Wisst ihr, was das ist? Ich fasse mich kurz: Rastertiefdruck, auch als Rakeltiefdruck bezeichnet, ist eine Drucktechnik, bei welcher die abzubildenden Elemente auf der Druckform – meist ein Druck- resp. Formzylinder – als gerasterte, flächengleiche, aber unterschiedlich tiefe Näpfchen vorliegen. Die Näpfchen sind die druckenden, die die Näpfchen trennenden Stege die nichtdruckenden Elemente. Wir erkennen den Rastertiefdruck relativ einfach unter der Lupe an den immer gleich grossen Rasterquadraten. Die Druckfarbe liegt plastisch in verschiedener Menge als Raster auf dem Papier. Auf Grund der Rasterung zeigen Schrift und Wertziffern keine geraden, scharf abgegrenzten Kanten, sondern einen Sägezahneffekt. Der Rastertiefdruck ist für den Briefmarkendruck attraktiv, da dieser eine hohe Fälschungs-„Sicherheit“ bei voller Bandbreite der Farbtönungen bietet.

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Ein kurzer Überblick über die Geschichte des Rastertiefdrucks

    • 1822/6: Der Franzose Joseph Niécephore Niépce (1765-1833) führt erstmals auf photomechanischem Weg eine Ätzung einer Kupferplatte durch. Er nennt das Verfahren Héliographie.
    • 1852: William Henry Fox Talbot (1800-1877) entwickelt die Grundlagen für das Pigmentpapier und meldet das Verfahren zum Patent an.
    • 1858: William Henry Fox Talbot entwickelt die stufenweise Ätzung der Kupferdruckplatte durch eine Gelatineschicht mittels Eisenchloridlösungen.
    • 1860: Der Franzose Auguste Godchaux (1825-1884) entwickelt eine Rollentiefdruckmaschine, die von Kienzy in Mühlhausen (Elsass) hergestellt wird.
    • 1864: Sir Joseph Wilson Swan (1828-1914) erhält in Grossbritannien das Patent für die Übertragung von Gelatinebildern auf Metall.
    • 1879: Erfindung der Staubkorn-Héliogravure auf Basis des Lichtdrucks durch Karel Václav Klíč (1841-1926), einen tschechischen Maler, Fotografen und Grafiker .
    • 1895: Verbesserung der Héliogravure durch den Einsatz von Druckzylinder und Rakel durch Karel Václav Klíč und Samuel Fawcett. In ihrer Firma Rembrandt Intaglio Printed Company drucken sie Kunstblättern auf Rotationstiefdruckmaschinen. Aus Gründen der Geheimhaltung wird sogar firmenintern von Druckplatten anstatt Druckzylindern gesprochen und auf eine Patentanmeldung verzichtet.
    • 1908: Der Konstrukteur Carl Blecher entwickelt bei der Maschinenfabrik Kempewerk Nürnberg GmbH die erste Bogentiefdruckmaschine.
    • 1913: Erste Briefmarkendrucke in Halbtonrasterung auf einer rotativ arbeitenden Palatia-Bogentiefdruckmaschine der Schnellpressenfabrik Albert & Cie. oHG in Frankenthal bei Bred’amour Sinhart & Co. und parallel bei F. A. Bruckmann AG, beide in München. Die Tiefdruckfarben bestehen aus einem Gemisch von Benzol und Terpentinöl. Man ist sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass Benzoldämpfe hochgiftig sind.
    • 1926: Ernst S. Ballard entwickelt in den Vereinigten Staaten das Verfahren der Verkupferung des Tiefdruckformzylinders, welches den Zeitaufwand für die Herstellung der Formzylinder reduzierte. Die sogenannte Ballardhaut ist eine abziehbare Kupferschicht neben der Grundkupferschicht auf dem Tiefdruckzylinder. Die Ballardhaut kann nach dem Druck einfach entfernt und durch eine neue ersetzt, jedoch nicht wieder neu aufgezogen werden. In diese dünne Kupferschicht wird das Druckbild eingearbeitet.
    • 1926: Hans Schulte entwickelt bei Albert & Cie. oHG, Frankenthal eine Trocknungsanlage aus aufgeheizten Metallplatten und Frischluftzufuhr.
    • 1927: Adolph Weiss entwickelt in den USA ein vollgekapseltes Farbwerk, welches die grundsätzlich flüchtigen Tiefdruckfarben tagelang frisch hält und jegliches Spritzen der Farben vermeidet. Zusätzlich wird die Kupferschicht verchromt welches die Haltbarkeit der dünnen Kupferschicht für höhere Auflagen verbessert.
    • 1932: Albert & Cie. oHG, Frankenthal, stellt auf der Leipziger Frühjahrsmesse die Palatia O Bogentiefdruckmaschine mit einer Kapazität – je nach Zuführungseinheit – von 4’500 bis 5’000 Druckbogen pro Stunde vor. Die Leipziger Messe hatte vor der Machtergreifung Hitlers Weltgeltung
    • 1946/7: Die erste Briefmarkenausgabe für das Saarland wird bei der Druckerei Burda in Offenburg auf einer Palatia O Bogentiefdruckmaschine von Albert & Cie. oHG, Frankenthal, gedruckt

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Wie entsteht eine Briefmarke im Rastertiefdruck?

    • Herstellung der Originalvorlage durch den Gestalter, wobei beim Original berücksichtigt werden sollte, dass die gesamte mögliche Bandbreite an Farbtönen ausgenutzt wird. Die Vorlage des Bildmotivs Bergmann im Streb vor stilisierter Saarlandschaft von Vytautas Kazimieras Jonynas lag im Format 110×130 Millimeter vor
    • Die Originalvorlage wird fotografiert
    • Die Zerlegung der Vorlage in druckbare Rasterpunkte erfolgt durch das Vorschalten eines Glasgravurrasters im Strahlengang der Reproduktionskamera kurz vor der Filmebene. Stichwort Glasgravurraster: In zwei runde Glasscheiben werden eng nebeneinanderliegende dünne parallele Linien mit einem Diamanten eingeritzt und mit Asphalt geschwärzt. Die beiden Glasplatten werden nun rechtwinklig zueinander zusammengekittet, so dass quadratische Fenster entstehen. Der Abstand der Linien im Glasgravurraster wird in Linien pro cm (lpcm) resp. Linien pro Zoll gemessen. Man spricht zum Beispiel von einem 60er-Raster, wenn sich 60 Linien auf einem cm befinden. Für die Herstellung der 1. Offenburger Ausgabe wurde ein 70er-Raster verwendet.
    • Es entstehen nach der Belichtung Negative in der Grösse des benötigten Briefmarken-Bildformat
    • Fünf Negative werden zu einem Negativstreifen zusammengesetzt
    • Sorgsame Retusche des Negativs anhand der Originalvorlage
    • Von den Negativstreifen werden auf Halbtondiapositivfilm die benötigte Anzahl Diapositive erstellt
    • 10/20 Diapositivstreifen werden auf einer Montagescheibe zu einem einzigen 50er- resp. 100er-Diapositivbogen zusammengesetzt
    • Vorbereitung des Pigmentpapiers, eines von einer lichtempfindlichen Chromgelatineschicht bedeckten Papiers. Das Pigmentpapier erhält eine gleichmässige Rasterung.
    • Der Diapositivbogen wird durch Belichtung des gerasterten Pigmentpapiers kopiert. Dabei wird der einzelne Diapositivbogen zweimal auf das Papier übertragen und so die Vorlage für einen Druckbogen von 100 resp. 200 Marken hergestellt. Hinweis: Druckbogen zu 100 Marken (2x5o) für die grossformatigen Werte zu 84 Pfennig und 1 Reichsmark; Druckbogen zu 200 Marken (2×100) für die 18 kleinformatigen Werte wie beispielsweise der Wert zu 12 Pfennig.
    • Die Chromgelatine härtet durch die Belichtung aus, wogegen die unbelichteten Teile auswaschbar bleiben. Das Papier wird nach der Belichtung wenige Minuten in kaltem Wasser aufgeweicht.
    • Vorbereitung des Formzylinders, der formatbedingt ein hohes Gewicht hat. Über das Grundkupfer wird eine Trennschicht gelegt auf welche dann die Ballardhaut, eine 100 μm – entspricht 1/10 Millimeter – dünne Kupferschicht galvanisiert wird. Der Formzylinder wird geglättet und gereinigt.
    • Das aufgeweichte Pigmentpapier wird mit der Gelatineschicht nach innen auf die Ballardhaut des Formzylinders geklebt (aufgeklatscht).
    • Mittels warmen Wassers wird das Papier gelöst und die unbelichtete Gelatine entfernt. Auf der Ballardhaut verbleibt nach etwa 20-25 Minuten ein negatives, gerastertes Gelatinerelief.
    • Nebst den Markenbildern wurden auch die Schnitt- und Stosskanten der Diastreifen, bei der Belichtung des Pigmentpapiers übertragen. Diese werden nun sorgfältig manuell mit Asphaltlack überstrichen, um eine Übertragung dieser unerwünschten Konturen auf den Formzylinder beim folgenden Ätzvorgang zu unterbinden. Trotz aller Sorgfalt finden wir heute auf Schalterbögen immer wieder solche Konturstriche. Die nachstehende Abbildung zeigt die Felder 85 und 95 sowie die Stosskante zum anschliessenden 5er-Streifen.

    • Der Formzylinder mit der Ballardhaut wird – häufig durch den Gestalter – im Mehrstufen-Ätzverfahren in Säurebädern aus Eisenchlorid III und Wasser geätzt. Je nach Reliefstärke kann die Säure die Gelatine unterschiedlich stark durchdringen. In der Ballardhaut entstehen hierdurch unterschiedlich tiefe, jedoch flächengleiche Näpfchen. Eine dünne Gelatineschicht erlaubt schnelles Durchdringen, wodurch das Kupfer längere Zeit geätzt wird und somit tiefere Rasternäpfchen erhält (mehr Farbe = dunklerer Ton), bei einer dicken Schicht kann die Säure erst verspätet oder sogar gar nicht zur Platte durchdringen, wodurch diese kaum bis gar nicht geätzt wird. Unterschiedlich tief ausgeätzte Rasternäpfchen, die entsprechend mehr oder weniger Druckfarbe aufnehmen – und damit auch übertragen – können, erlauben eine differenzierte Halbtonwiedergabe. Um ein flüssigkeitsdichtes Näpfchen zu bilden, muss eine vollständig geschlossene Wandung (sogenannte Stege) aufgebaut werden. Aus diesem Grund ist sogar die Schrift im Tiefdruck gerastert, was in allen anderen Druckverfahren ein „Kunstfehler“ wäre.
    • Die Gelatineschicht wird mit warmen Wasser vom Formzylinder abgewaschen
    • Der Formzylinder wird gereinigt und getrocknet
    • Der Formzylinder wird äusserst vorsichtig retuschiert: d.h. Spezialisten versuchen, Fehler durch Manipulation der einzelnen Näpfchen – diese sind zwischen 4 und 40 Mikrometer tief – mittels eines Stichels zu korrigieren. Dazu braucht es gute Augen und eine sehr ruhige Hand.
    • Der Formzylinder wird in der Regel mit einer hauchdünnen Chromschicht versehen, die das „weiche“ Kupfer härtet.
    • Einbau des Formzylinders in die Druckmaschine, was etwa 3 Stunden Zeit benötigt
    • Einfärben des Formzylinders (dieser rotiert in einer mit dünnflüssiger Druckfarbe gefüllten Wanne). Die Näpfchen werden mit Farbe überflutet.
    • Entfernen der überschüssigen Druckfarbe durch eine Rakel (Rakelmesser, Stahllineal) resp. einen Wischer. Diese Vorrichtung liegt auf den Stegen der Näpfchen auf, wodurch die Druckfarbe ausschliesslich in den Näpfchen verbleibt, die Stege hingegen farbfrei bleiben. Die überschüssige Druckfarbe fliesst in die Farbwanne zurück.
    • Mit hohem Anpressdruck wird der Papierbogen vom Gegendruckzylinder, auch Presseur genannt, gegen den Formzylinder gepresst. Anpressdruck und Adhäsionskraft bewirken die Übertragung der Farbe aus den Näpfchen des Formzylinders auf den zwischen den beiden Zylindern befindlichen Papierbogen (vgl. schematische Abbildung zu Beginn des Beitrags).

Nun versteht ihr sicherlich, dass ich im letzten Beitrag schrieb, ihr würdet über die Naivität des Erklärungsansatzes I lächeln. Selbst bei äusserster Sorgfalt – denkt allein an die manuelle Abdeckung der Stosskanten mit Asphaltlack – dürfte es nicht möglich gewesen sein, zwei Formzylinder herzustellen, die sich nur in winzigen Merkmalen einiger weniger Felder voneinander unterscheiden.

Der Vollständigkeit halber: Was passierte nach dem eigentlichen Druckvorgang mit den Druckbögen?

    • Sichtkontrolle der Druckbogen und Aussortieren von Makulatur
    • Bogenranddruck von Bogennummer und Druckdatum in einer Buchdruckschnellpresse Typ Rex
    • Perforation von jeweils 4 Druckbögen in einer automatischen Titan Flachperforiermaschine
    • Teilung des Druckbogens in zwei Schalterbogen (A/B) mittels eines Planschneiders
    • Sichtkontrolle der Schalterbogen und Austausch fehlerhafter Bogen unter Beibehaltung der Reihenfolge (Stichwort: Bogennummern)
    • Registrierung und Verpackung der fertigen Schalterbogen sowie Versandvorbereitung

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Der Faktor Mensch

Soviel zum Faktor Maschine. Wenden wir uns dem Faktor Mensch zu, denn es waren Menschen, welche die Briefmarken der 1. Offenburger Ausgabe hergestellt haben. Da war zum einen Franz Burda (1903-1986), der Besitzer der Druckerei Burda in Offenburg. Franz Burda war ein Anhänger Adolf Hitlers, Mitglied der NSDAP und hatte vom 1000-jährigen Reich wirtschaftlich profitiert. Mit rund 180 Mitarbeitern gehörte Burdas Betrieb zu den grösseren in Offenburg.

Franz Burda

Die französischen Besatzungsbehörden in Baden-Baden, insbesondere der einflussreiche Leiter der Education Publique, General Raymond Schmittlein (1904-1974), sowie seine linke und rechte Hand Irène Emilie Giron (1910-1988), legten viel Wert auf eine rasche „Umerziehung“ der deutschen Jugend. Die hierzu benötigten neuen Schulbücher, Kartenwerke etc. wurden wie auch die Truppenzeitschrift Revue d’Information in Offenburg bei Burda gedruckt, obschon die braune Vergangenheit von Franz Burda in Baden-Baden durchaus bekannt war und sich innerhalb der französischen Administration Widerstand gegen die Einbeziehung Burdas regte.

Raymond Schmittlein

Franz Burda wurde im Spätherbst 1946 nach Baden-Baden zitiert und erhielt dort den Druckauftrag für eine Briefmarkenserie vom Militärgouverneur General Pierre Kœnig sowie dem Direktor der P.T.T. de Zone d’Occupation Française en Allemagne, Raymond Croze (1908-1978). Nur: Die Druckerei Burda und ihre Mitarbeiter hatten noch nie zuvor Briefmarken hergestellt.

Doch in erster Linie ging es den Mitarbeitern der Druckerei im Winter 1946/47 wie allen anderen Deutschen und Österreichern im ehemaligen Grossdeutschen Reich – schlecht! Den selbst angezettelten Krieg verloren. Das Grossdeutsche Reich in Trümmern, aufgeteilt und besetzt. Die eigene Borniertheit, Dummheit und Grausamkeit vor aller Welt ausgebreitet. Parias in einer sich scheinbar zusammenschliessenden Weltgemeinschaft. Der Winter 1946/47 war bereits der zweite Hungerwinter nach dem Krieg, doch nun kamen zu Mangelernährung erschwerend Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius hinzu. Es war einer der strengsten Winter des 20. Jahrhunderts. Von Anfang November bis Mitte März herrschten in weiten Teilen Europas arktische Temperaturen. Selbst in geheizten Wohnungen sank die Temperatur auf 5 Grad und in der Nacht bildete sich auf dem Wasser der Waschschüsseln Eis. Sehr viele Menschen hatten aber noch nicht einmal ein richtiges Dach über dem Kopf. Die abgebildete Nissenhütte war purer Luxus, denn obschon fast nicht zu heizen, war diese wenigstens bei Regen dicht. Das konnte man von Zeltsiedlungen und Kellerwohnungen in ausgebombten Häusern nicht behaupten.

Nissenhütte aus Wellblech 1947

Die Elbe war komplett, der Rhein zwischen Basel und Köln auf 60 km vereist. Die Infrastruktur, insbesondere das für die Versorgung so wichtigen Eisenbahnnetz zerstört. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Heizmaterial brach vielerorts komplett zusammen. 

Menschen warten im Januar 1947 auf einen Kohlenzug, um evtl. herunterfallende Kohlen aufzulesen

Der  Zentralausschuss für Ernährung für die Zone d’Occupation Francaise en Allemagne in Baden-Baden erklärte Anfang 1947, die Mehrheit der Bevölkerung sei „gezwungen, ihr Leben mit Rationen zu fristen, die nur etwa ein Drittel des durch den ehemaligen Völkerbund anerkannten physiologischen Minimums von 2400 Kalorien betragen“. Das bedeutete ein paar wenige Haferflocken zum Frühstück, eine dünne Wassersuppe als Mittagessen und ein Stück Brot und eine Steckrübe zum Abendessen. Die hungernden und frierenden Menschen reimten eine neue Nationalhymne: „Deutschland, Deutschland, ohne alles … ohne Butter, ohne Speck. Und das bisschen Marmelade frisst uns die Besatzung weg“.

Die begrenzten Transportkapazitäten, die immer wieder zusammenbrechende Energieversorgung sowie die weitreichenden Zerstörungen insbesondere in den grösseren Städten führten in vielen Betrieben zu Versorgungsengpässen und Produktionsunterbrüchen. Ein Beispiel: Druckfarbe war Mangelware. In ganz Deutschland war bloss ein einziges grösseres Farbwerk nicht durch Bombardierung oder Häuserkampf zerstört worden und konnte Farbe herstellen. Nur: Das Siegwerk lag in der britischen Besatzungszone, die Druckerei Burda in der französischen. Der Warenverkehr zwischen den Besatzungszonen war verboten. Franz Burda erhielt von den französischen Behörden eine Sondergenehmigung und die notwendigen Papiere für den „Import“ von Farbe. Er hat dann mehrmals in Begleitung von zwei französischen Offizieren persönlich die Druckfarben im Siegburger Werk abgeholt. Den LKW steuerte er selbst, nach den Worten eines damaligen leitenden Mitarbeiters des Siegwerks Dr. Willy Hümmelchen „gekleidet in der Montur eines Fahrers“. Woher die für den Druck zusätzlich benötigte Menge an Lösungsmitteln stammte, ist bis heute nicht klar. Es wird spekuliert, dass diese aus einem der vielen Wehrmachtsdepots requiriert wurden.

Die Lernkurve der Druckereimitarbeiter war steil und musste es sein, denn die Gesamtauflage von etwas über 63 Mio. Briefmarken wurde innerhalb von nur 45 Drucktagen produziert, verpackt und versandt. Die Wochenarbeitszeit betrug damals jedoch auch nicht 36 oder 38 Stunden, sondern eine 48 Stunden/6 Tage-Woche war die Regel, Überstunden – bezahlt oder unbezahlt – nicht mitgerechnet. Die französischen Behörden waren schlussendlich von den Marken der 1. Offenburger Ausgabe so begeistert, dass Burda den Auftrag erhielt, von 1947-1949 auch die Briefmarken für die neugegründeten deutschen Länder Südbaden, Rheinpfalz sowie Württemberg-Hohenzollern zu produzieren.

Die Begeisterung der französischen Behörden über die Briefmarken war nicht nur der Arbeit der Drucker geschuldet, sondern auch den hervorragenden Vorlagen des Gestalters Vytautas Kazimieras Jonynas (1907-1997).

Vytautas Kazimieras Jonynas ©https://www.vle.lt

Der litauische Künstler Jonynas, seit 1938 Offizier der französischen Ehrenlegion, 1944 von Litauen ins Deutsche Reich emigriert, leitete seit 1946 in Freiburg/Br. an der Wonnhaldestrasse 1 die École des Arts et Métiers de Fribourg und war Kunstbeirat der französischen Militärbehörden. Den Auftrag zur Gestaltung der Bildmotive zu den Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland erhielt er durch Vermittlung seines guten Freunds General Raymond Schmittlein von P.T.T Direktor Raymond Croze. Einziges Manko: Auch Jonynas hatte noch nie zuvor Briefmarken hergestellt. Doch er war ein herausragender Grafiker und hatte sowohl für seine Holzschnitte als auch für seine Plakate bereits Goldmedaillen erhalten. Jonynas nahm die ihm übertragene Aufgabe ernst. Er lieferte nicht nur die Vorlagen für die Bildmotive, sondern begleitete darüber hinaus in der Druckerei die technische Ausführung bis zum letzten Ausdruck. Aber eben: der Formzylinder des 12 Pfennig-Werts war nach dem Druckszlinder für den 75 Pfennig-Wert erst sein zweiter.

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Der Faktor Zeit

Die Auflage des 12 Pfennig-Werts betrug 12’020’000 Marken (= 120’200 Schalterbogen = 60’100 Druckbogen à 200 Marken) und wurde gemäss Saarhandbuch und Étude in der Zeit zwischen dem 30. Dezember 1946 und dem 9. Januar 1947 gedruckt (1). Druckfreie Tage:

    • Mittwoch, 1. Januar 1947 (Neujahr)
    • Sonntag, 5. Januar 1947 (der Sonntag war nicht immer arbeitsfrei)
    • Montag, 6. Januar 1947 (Dreikönigstag)

Am ersten Drucktag, Montag dem 30. Dezember 1947, wurden noch etwa 300 Druckbögen des 75 Pfennig-Werts gedruckt, der alte Formzylinder ausgebaut, die Palatia O gründlich gereinigt, neue Farbe eingefüllt und der neue Formzylinder eingebaut. Diese Arbeiten waren zeitraubend, weshalb am ersten Drucktag nachweisslich nur rd. 2’300 Druckbogen hergestellt wurden. Für die restlichen vorgesehenen sieben Drucktage verblieben rd. 57’700 Druckbogen plus eines kleinen Überschusses als Ersatz für die anfallende Makulatur. Also rd. 8’250 Druckbögen pro Tag.

Bestand während der Herstellung des 12 Pfennig-Werts zeitlicher Druck, weil evtl. die Druckleistung der Palatia O unter den gegebenen Umständen für die recht hohe Auflage nicht ausreichte? Zur Druckleistung der Palatia O bei der Druckerei Burda kommen wir gleich. Waren bei der Planung jedoch auch ausreichend Drucktage vorgesehen worden?

Hätte sich nach den ersten Drucktagen gezeigt, dass für die Herstellung mehr Tage als vorgesehen benötigt wurden, hätte die Möglichkeit bestanden, die Belegschaft am Sonntag, den 5. Januar 1947, arbeiten zu lassen. Sonntagsarbeit wurde zwar nur wenn unbedingt nötig angeordnet – und das geschah beim Druck der 1. Offenburger Ausgabe nur am 16. Februar 1947 beim Druck des 8 Pfennig-Werts. Des weiteren sollte nach Abschluss der Herstellung des 12 Pfennig-Werts als nächstes der 45 Pfennig-Wert gedruckt werden. Dies geschah jedoch erst am Montag, 13. Januar 1947. Der 10./11. Januar 1947 hätten also bei Zeitdruck als Drucktage „eingeschoben“ werden können.

Die Marken des bereits im Dezember 1946 hergestellten 75 Pfennig-Werts sowie des 12 Pfennig-Werts wurden schlussendlich am Freitag, 10. Januar 1947 von der Druckerei Burda für den Versand vorbereitet, auf LKW verladen und verschickt. Dies hätte problemlos erst einen Tag später, am Samstag geschehen können, denn diese beiden Werte sollten ja erst am 20. Januar 1947 an die Postschalter des Saarlands gelangen. Auch aus dieser Perspektive hätte der 10. Januar 1947 als weiterer Drucktag „eingeschoben“ werden können. Fazit: Es bestand bei der Herstellung des 12 Pfennig-Werts  offensichtlich kein Zeitdruck.

Wie hoch war nun die effektive Druckleistung der Palatia O im Jahr 1946/47 unter den gegebenen, nicht gerade optimalen Rahmenbedingungen? Dazu wollen wir uns einige Beispiele ansehen.

Beispiel 1: Mir liegt mir der Schalterbogen 16721 vom 4. Januar 1947 vor. Die Bögen wurden rückwärts zählend von 60’000 zu 0 nummeriert. Gehen wir davon aus, dass der Druckbogen mit der Nummer 16721 der letzte am Samstag gedruckte Bogen war – der erste war es nicht, denn es sind Bogen mit höheren Bogennummern vom 4. Januar bekannt – ergibt sich für die fünf Drucktage 30. Dezember bis 4. Januar eine durchschnittliche Druckleistung von 8’675 Druckbogen pro Drucktag, obschon am ersten Drucktag nachweislich nur etwa 2’300 Druckbogen produziert wurden (vgl. den zweiten Absatz dieses Abschnitts). Fazit: Sieben Drucktage für die Gesamtauflage von ca. 60’200 Druckbogen (inkl. Ausschuss etc.).

Beispiel 2: Dieses Mal anhand der 20/10/60 Pfennig-Werte: In den drei Tagen vom 12.-14 Februar 1947 wurde eine nicht genau bekannte Restauflage des 20 Pfennig-Werts, die Gesamtauflage des 10 Pfennig-Werts von 20’200 Druckbogen und die Gesamtauflage des 60 Pfennig-Werts von 5’100 Druckbogen hergestellt. Also mindestens 25’300 Druckbögen resp. 8’433 Druckbogen pro Drucktag. Und dies trotz zweimaligen Wechsels des Formzylinders – von 20 Pf. auf 10 Pf. auf 60 Pf. – sowie den notwendigen intensiven Reinigungs- und Wartungsarbeiten. Fazit: Auch hier erkennen wir, dass die sieben Drucktage für die Herstellung der Gesamtauflage ausreichten.

Die Autoren des SHB geben für die Palatia O beim Druck der 1. Offenburger Ausgabe ebenfalls eine Druckleistung von rd. 8’000 Druckbogen pro Tag an. Diese Druckleistung ist zwar weit entfernt von den Zahlen, die der Hersteller 1932 angegeben hatte. Aber unter der Berücksichtigung der vorstehend geschilderten Umstände der direkten Nachkriegszeit dennoch eine respektable Leistung.

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In der nächsten Folge:

    • Mögliche Zuordnung einzelner Feldmerkmale zu Drucktagen resp. Bogennummern (vgl. Bogenrandsignaturen)
    • Schlüsse aus der Saarphilatelie-Druckdatenbank

Bis dann

Hier geht’s zum vierten Beitrag.

Vierter Teil

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Anmerkung

(1) Der 9. Januar 1947 war kein Drucktag des 12 Pfennig-Werts. Es wurden ausschliesslich 100 bereits hergestellte und überzählige Druckbogen aus der Druckreserve mit Bogenrandsignaturen versehen und weiterverarbeitet. Die Bogennummern dieser hinzugefügten Bogen sind 60100-60001. Die Auflage wurde so von 12’000’000 auf 12’020’000 erhöht, weshalb auch immer.

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#saarphilatelie

Forschung – Rätselhafte Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert (II)

Hallo

… und willkommen zum zweiten Beitrag über die nur auf einem Teil der Gesamtauflage auftretenden Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert der 1. Offenburger Ausgabe. Solltet ihr den ersten Beitrag verpasst haben, hier klicken.

Zu Beginn dieser Folge etwas für das Auge. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die sieben aus meiner Sicht auffälligsten Feldmerkmale, welche nicht auf sämtlichen Schalterbögen des 12 Pfennig-Werts auftreten. Die Abbildungen werde ich jeweils kurz kommentieren.

 

Zweimal Feld 1B, also das erste Feld oben links eines B-Bogens, des linken Teils eines Druckbogens. Die rechte Abbildung weist einen dunklen Farbfleck am Streb links vom Bergmann auf (vgl. rote Markierung), die auf der linken Abbildung fehlt. Beschrieben hat dieses Feldmerkmal ausschliesslich Paul Staedel in seiner Étude (S. 21, 6 m: Tache de couleur au rocher à gauche). Er gibt zu diesem Merkmal an, dass der dunkle Fleck auf den Bogen mit den Druckdaten 7./8./9. Januar 1947 auftritt.

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Obige Abbildungen zeigen jeweils das Feld 6A von zwei unterschiedlichen Schalterbögen. Linke Abbildung mit dem Feldmerkmal heller Fleck mit Hof links am Querstrich des ersten A von SAAR, rechte Abbildung ohne dieses Merkmal, dafür mit einem dunklen Farbfleck unten an der rechten Seite des Schriftbands SAAR. Das linke Feldmerkmal wird in der Étude erwähnt (S. 21, 6 j: Gros point blanc dans le 1re A). Paul Staedel gibt in diesem Fall an, dass das Merkmal auf Bogen mit den Druckdaten 30./31. Dezember 1946 sowie 2./3. Januar 1947 auftritt. Der Michel listet das linke Feldmerkmal in seinem Saar-Katalog unter 211XY V weisser Punkt links am Querstrich des ersten A in SAAR (Feld 6). Die Michel-Redaktion gibt im Gegensatz zur Étude keinen Hinweis darauf, dass dieses Feldmerkmal nur auf Bogen eines Teils der Gesamtauflage auftritt. Das rechte Feldmerkmal findet nirgendwo Erwähnung.

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Gleich viermal Feld 22. Obere Reihe vom A-Bogen, untere Reihe vom B-Bogen. Das auf allen vier Marken auftretende Feldmerkmal sind die dunklen Farbflecken ober- und unterhalb der Faust des Bergmanns (jeweils mit zwei waagerechten roten Pfeilen markiert). Auf den rechten Marken ist jeweils noch ein Fleck auf dem Hosenbund des Bergmanns zu erkennen. In der oberen Reihe schwach, in der unteren Reihe stark ausgeprägt.

    • In der Étude wird das generell vorkommende Feldmerkmal mit 6 d und der dunkle Fleck auf dem Hosenbund (Abb. untere Reihe rechts) mit 6 e aufgeführt. Für 6 e gibt Paul Staedel an, dass das Feldmerkmal auf Bogen des Druckdatums 7./8. Januar 1947 zu finden sei.
    • Das Saarhandbuch führt im Kap. 402, S. 21 das generelle Feldmerkmal unter 22AB Farbflecke oberhalb und unterhalb der Hand und den dunklen Fleck auf dem Hosenbund unter 22B Koppelschloss (Gürtelschnalle) stark sichtbar (Teilauflage). Das nur schwach auftretende Koppelschloss (Abb. obere Reihe rechts) figuriert unter 22A Nur schwach sichtbar (Teilauflage)
    • Der Catalogue F.S.A. (sowohl 3e wie auch 4e Edition) führt das generell vorkommende Feldmerkmal unter 201 f: grosse Tache près du poignet.
    • Der Michel führt in seinen Saar-Katalogen das Feldmerkmal als 211XY II Farbflecke über und unter der Faust und Fleck im Gürtel (Gürtelschnalle) (Feld 22).

Die Angabe „Feld 22“ in Michel Briefmarken-Katalogen ist die etwas verwirrende Kurzform von Feld 22AB, und bedeutet wie die ausgeschriebene Variante, dass das beschriebene Feldmerkmal sowohl auf A- wie auch auf B-Bogen auftritt. Der Sammler findet im Michel jedoch nirgends einen Hinweis, dass zwar die Farbflecke oberhalb und unterhalb der Hand des Bergmanns auf sämtliche Schalterbogen vorkommen, nicht jedoch die Gürtelschnalle.

Was macht ihr nun, falls euch eine Marke mit dem Feldmerkmal dunkle Farbflecken ober- und unterhalb der Faust des Bergmanns, jedoch ohne Gürtelschnalle wie jeweils links abgebildet in die Finger fällt? Das Feldmerkmal des Feldes 22AB sind die Farbflecken, nicht die Gürtelschnalle. Ich weiss von mehreren Prüfern, dass sie Marken auch entsprechend prüfen und attestieren. Ein solches Vorgehen entspricht auch eher den Kategorisierungen des Feldmerkmals von Étude, SHB sowie F.S.A..

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Die vorstehenden Abbildungen zeigen jeweils eine Marke vom Feld 41A. Links mit unversehrtem Schriftband SAAR, rechts weist das Schriftband an der linken unteren Ecke Einkerbungen auf. Einzige Erwähnung des Feldmerkmals findet sich in der Étude unter 6 k: Cadre du bas mutilé à gauche.

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Zwei Marken vom Feld 77B. Die zwei hellen Flecken auf der Strebwand rechts vom Bergmann sind dem SHB und der Michel-Redaktion nicht entgangen. Keine Erwähnung dagegen in der Étude und im Catalogue F.S.A.

    • SHB: 77AB Weisse Punkte rechts neben dem Bergmann in der Höhle (Teilauflage)
    • Michel: 211XY VIII weisser Fleck rechts in der Höhle (Feld 77)

Sowohl SHB wie auch Michel weisen den Sammler jedoch nicht darauf hin, dass dieses Feldmerkmal nur bei einem Teil der Gesamtauflage auftritt.

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Nochmals ein heller Fleck. Nur an zwei unterschiedlichen Stellen des Markenbildes. Dennoch zeigen die beiden Abbildungen Marken vom Feld 94B; jedoch von unterschiedlichen Schalterbogen. Das linke Feldmerkmal nenne ichvorläufig 94B1 und das rechte 94B2. Feld 94B1 wird erwähnt:

    • Étude6 o Point blanc entre A et A
    • SHB: 94B Weisser Punkt zwischen den beiden A (Teilauflage)

Catalogue F.S.A. und der Michel führen Feld 94B1 nicht auf. Feld 94B2, der weisse Fleck auf der Strebwand rechts vom Bergmann (Abb. rechts) findet gar keine Erwähnung.

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Zwei Marken vom Feld 96 B. Dieses Feldmerkmal wird von Étude, SHB, Catalogue F.S.A. und Michel geführt und bis auf Catalogue F.S.A. von allen korrekt als nur in Teilauflage vorkommend erkannt.

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Findet ihr euch noch zurecht? Wisst ihr noch, welcher Autor resp. welche Redaktion, welches Feldmerkmal korrekt klassifiziert hat und wer nicht? Ich bin überzeugt, diese kleine Übersicht ist hilfreich.

Diese Übersicht über die sieben auffälligsten Feldmerkmale des 12 Pfennig-Werts, welche nur auf einem Teil der gedruckten Schalterbögen vorkommen, soll euch drei Einsichten vermitteln:

    • wie klein die Unterschiede zwischen den einzelnen Marken resp. die Feldmerkmale sind, mit welchen wir uns hier beschäftigen;
    • wie inkoherent bei den Autoren/Redaktionen in grossen Teilen mit dem Thema Feldmerkmale in Teilauflage umgegangen wurde;
    • wie dem Sammler zwar Merkmale präsentiert, aber die entsprechenden Erklärungen hierzu schuldig geblieben werden.

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Der letzte Punkt bringt uns zu unserem nächsten Thema. Was könnte die Ursache für Feldmerkmale sein, die nur auf einem Teil der produzierten Schalterbögen erscheinen?

Eine Gemeinsamkeit der im vorhergehenden Abschnitt vorgestellten Feldmerkmale springt ins Auge. Sie treten nur auf einem Bogenteil – entweder A oder B – auf. Weshalb ist dieser Umstand wichtig? Wenn ein Feldmerkmal sowohl auf dem A- wie auch auf dem B-Bogen auftritt, wissen wir, dass die Ursache in der Diapositivphase des Rastertiefdrucks zu suchen ist (vgl. hier). Dies ist bei all den Feldmerkmalen, die nur bei einem Teil der Auflage auftreten nicht der Fall.

In einem vorhergehenden Beitrag hatte ich bereits mögliche Ursachen für Feldmerkmale bei der 1. Offenburger Ausgabe aufgelistet:

    • Abweichungen bei den Negativen der verwendeten Aufnahmen, Negativphase (selten)
    • Abweichungen in der Diapositivphase (beide Teile des Druckbogens betroffen)
    • Abweichungen bei der Übertragung des Pigmentpapiers auf den Druckzylinder (resp. korrekt Formzylinder)
    • Abweichungen beim Ätzvorgang des Formzylinders (z.B. unzureichend oder zu viel aufgebrachter Asphaltlack)
    • Abweichungen beim Druckvorgang (z.B. Staub, Dreck, Beschädigung des Formzylinders oder des Rakelmessers)

Bis auf den letzten Punkt kommen alle Ursachen als Erklärung für Feldmerkmale auf einem Teil der Auflage aus den nachstehenden Gründen nicht in Frage:

    • Negativphase, da das entsprechende Merkmal häufiger erscheinen müsste
    • Diapositivphase, da das Feldmerkmal dann auf beiden Schalterbogen auftreten müsste
    • Übertrag Pigmentpapier, das Feldmerkmal müsste über die gesamte Auflage erscheinen
    • Abweichung Ätzvorgang, das Feldmerkmal müsste über die gesamte Auflage erscheinen

Als einzige mögliche Ursache für die Teilauflage bleibt die Druckphase. Damit wären wir bei der grossen Frage: Was ist wann während des Drucks geschehen?

Erklärungsansatz I: Frage ich Briefmarkenprüfer oder andere Saarsammler nach der Ursache der Teilauflage, erhalte ich unisono die im Brustton der Überzeugung vorgebrachte Antwort: „Es wurden für den Druck des 12 Pfennig-Werts zwei unterschiedliche Druckplatten angefertig.“

Diese verblüffend simple Erklärung würde – so sie denn korrekt wäre – das Erscheinen von Feldmerkmalen auf nur einem Teil der Auflage sehr elegant erklären. Zuerst wurde eine erste Platte verwendet und diese nach einer gewissen Anzahl Drucktage – weshalb auch immer – durch eine zweite Platte ersetzt. Die erste Platte war unterschiedlich gestaltet und wies andere Feldmerkmale auf, als die zweite. Ist doch alles ganz logisch oder?

Denkt bitte über den vorgebrachten Erklärungsansatz genau nach – ohne lange dabei zu verweilen, dass bei der Herstellung sämtlicher Werte der 1. Offenburger Ausgabe gar keine Druckplatten, sondern Formzylinder zum Einsatz kamen – und betrachtet dabei das durchgehend auftauchende Merkmal von Feld 22AB. Na? Fällt der Groschen? Nein?

Das SHB listet zwar ganz erstaunliche 18 Feldmerkmale in Teilauflage (vgl. Folge I); was jedoch im Umkehrschluss bedeutet, dass 182 Markenfelder (ein Druckbogen 12 Pfennig-Wert = 200 Markenfelder) über die gesamte Auflage hinweg plusminus gleich bleiben. Es existieren mehr unveränderte Feldmerkmale über die gesamte Auflage und über alle sieben Drucktage hinweg, als Feldmerkmale, die ausschliesslich auf einigen wenigen Schalterbogen auftreten. Falls tatsächlich zwei Formzylinder (beim Rotations-Rastertiefdruck kommen selbstredend keine Druckplatten zum Einsatz) für den 12 Pfennig-Wert hergestellt worden wären, fändet ihr es nicht sehr erstaunlich, wenn diese sich nur auf ganz wenigen Markenfeldern unterscheiden würden? In der kommenden Folge schildere ich, wie die Formzylinder für die Werte der 1. Offenburger Ausgabe hergestellt wurden. Spätestens dann werdet ihr über die unglaubliche Naivität des hier kolportierten Erklärungsansatzes lächeln.

Erklärungsansatz II: Hierbei handelt es sich um eine Variation des ersten Erklärungsansatzes. Es wurden zwei Druckmaschinen eingesetzt. Dieser Ansatz wirft sogar noch mehr Fragen auf, als der erste. Unter anderem die Frage, weshalb – wenn es denn tatsächlich eine zweite Rotations-Rastertiefdruckmaschine Palatia O gegeben hätte – diese a) nicht im Parallelbetrieb lief und b) nicht beim Druck sämtlicher folgender Werte zum Einsatz kam (der 12 Pfennig-Wert war ja erst der zweite Wert der 1. Offenburger Ausgabe nach dem 75 Pfennig-Wert, der bei Burda gedruckt wurde). Auch das Saarhandbuch schreibt unmissverständlich, dass „der Druck auf einer einzigen Bogentiefdruckmaschine Palatia O erfolgte“.

Im Verlauf der Druckphase kam es im Januar 1947 zu einem Ereignis, welches einige wenige Markenfelder veränderte, ohne die anderen Markenfelder zu berühren. Was war dies für ein Ereignis?

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In der nächsten Folge:

    • Der Faktor Maschine
      • Technische Details zur Rotations-Rastertiefdruckmaschine Palatia O
      • Schilderung der Arbeitsschritte bei der Briefmarkenherstellung im Rastertiefdruckverfahren
    • Der Faktor Mensch
      • Die Erfahrungen der Mitarbeiter der Druckerei Franz Burda
      • Die Erfahrung des Gestalters Vytautas Kazimieras Jonynas mit der Briefmarkenherstellung im Rastertiefdruckverfahren
    • Der Faktor Zeit
      • Der Druckzeitraum/die Drucktage
      • Gesamtauflage und Druckkapazitäten

Bleibt dran.

Bis dann

Hier geht’s zum dritten Beitrag.

Dritter Teil

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Wiederkehrende Feldmerkmale (I) – Der „Kleiderbügel“

Hallo

Heute stelle ich euch ein Feldmerkmal vor, welches nicht allein bei einem Wert der 1. Offenburger Ausgabe auftritt, sondern gleich bei zwei Werten.

Zum besseren Verständnis der Thematik werde ich zu Beginn nochmals einige Details zum Herstellungsprozess der Briefmarkenausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland erläutern, damit ihr versteht, in welcher Form die Briefmarken 1947 an die saarländischen Postschalter gelangten.

Sämtliche Werte der 1. Offenburger Ausgabe mit Ausnahme von 84 Pfennig und 1 Reichsmark – diese Werte wurden als Druckbogen zu 100 Marken hergestellt – wurden als Druckbogen zu 200 Marken gedruckt. Im Verlauf der Weiterverarbeitung wurden diese Druckbogen dann in einen (linken) A-Bogen und einen (rechten) B-Bogen zerschnitten. Nachfolgend ist ein A-Bogen des 50 Pfennig-Wertes abgebildet.

Jeder dieser Bogen – diese werden auch als Schalterbogen bezeichnet, da die Marken so an die Postschalter gelangten – umfasst jeweils 100 Marken, arrangiert in 10 senkrechte Reihen und 10 waagerechte Zeilen. Jedes Bogenfeld und damit jede einzelne Briefmarke erhält durch die philatelistische Zählung eine x/y-Koordinate, die Feldnummer. Dazu wird bei aufrecht sehendem Markenbild die Zählung bei der obersten linken Marke mit Feldnummer„1“ begonnen, dann zählt man von links nach rechts bis man bei der obersten rechten Marke „10“ erreicht. Bei der nächsten Reihe geht es mit „11“ bis „20“ weiter. Die Marke links unten erhält am Schluss die Nummer „100“. Zur Unterscheidung, ob eine Briefmarke aus einem A- resp. B-Bogen stammt, fügen wir den entsprechenden Buchstaben hinzu. Beispiel: die erste Marke der untersten Reihe des abgebildeten Bogens hat die Feldnummer 91A.

So, da ihr nun wisst, was eine Feldnummer ist, sind wir bereit für die wiederkehrenden Feldmerkmale.

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Definition wiederkehrende Feldmerkmale

Von wiederkehrenden Feldmerkmalen sprechen wir, sobald dasselbe Feldmerkmal bei zwei verschiedenen Werten – in der Regel mit demselben Bildmotiv – vorkommt. Diese Feldmerkmale müssen dabei nicht zwingend auf dem gleichen Bogenfeld auftreten.

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Schauen wir uns so ein wiederkehrendes Feldmerkmal einmal an. Ich habe hierzu als Beispiel das Feldmerkmal mit dem treffenden Spitznamen Kleiderbügel ausgewählt. Dieses erscheint bei den Werten zu 25 und 45 Pfennig mit dem Bildmotiv Bäuerinnen bei der Rübenernte vor einer Industrielandschaft. Beim 25 Pfennig-Wert auf den Bogenfeldern 46AB und beim 45 Pfennig-Wert auf den Bogenfeldern 66AB.

Nachfolgend jeweils eine „normale“ Marke (links) und eine Marke mit dem auffälligen Feldmerkmal (rechts), welches mit einem schwarzen Pfeil gekennzeichnet ist.

   

   

Es scheint wirklich so, als hätte die kniende Bäuerin einen Kleiderbügel in der Hand.

Es drängen sich uns nun einige Fragen auf:

    • Wie kam es zu diesem Feldmerkmal?
    • Warum tritt es bei zwei unterschiedlichen Werten, wenn auch mit demselben Bildmotiv auf?
    • Findet sich das Feldmerkmal auch bei anderen Werten mit demselben Bildmotiv, also den Werten zu 30, 40 und 50 Pfennig?

Die Feldmerkmale der 1. Offenburger Ausgabe können ganz unterschiedliche Ursachen haben.

    • Abweichungen bei den Negativen der verwendeten Aufnahmen (selten)
    • Abweichungen in der Diapositivphase (primäre Feldmerkmale)
    • Abweichungen beim Übertrag des Pigmentpapiers auf den Formzylinder
    • Abweichungen beim Ätzvorgang des Formzylinders (z.B. unzureichend oder zu viel aufgebrachter Asphaltlack)
    • Abweichungen beim Druckvorgang (z.B. Staub, Dreck, Beschädigung des Formzylinders oder des Rakelmessers)

Tritt ein Feldmerkmal sowohl auf dem linken A-Bogen, wie auch auf dem rechten B-Bogen auf dem gleichen Bogenfeld auf, können wir eine Beschädigung des Formzylinders der Rotations-Rastertiefdruckmaschine Palatia O, eine Abweichung beim Ätzvorgang und eine Abweichung beim Übertrag des Pigmentpapiers ausschliessen. Exakt dieselbe Abweichung bei zwei Werten an jeweils zwei Bogenfeldern (A- und B-Bogen beim 25- und 45 Pfennig-Wert) wären einige Zufälle zu viel.

Was ist dann die Ursache der wiederkehrenden Feldmerkmale? Der Ursprung des Kleiderbügels liegt in der Herstellung der Druckvorlage beim verwendeten Rastertiefdruck. Etwas, was heute Druckvorstufe genannt wird. Der Reihe nach.

Die Übertragung ist nur möglich, wenn das Feldmerkmal bei der Retusche der Negative und auch später in der Druckvorstufe übersehen wurde.

Die Wertänderung bei gleichbleibenden Bildmotiven erfolgte bei den Werten der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland durch den Ersatz der einen Wertziffer (z.B. 30) auf den Diapositiven durch eine andere (z.B. 50). Dies wird Diapositivmontage genannt. Der bestehende Diapositivbogen eines Wertes wurde inkl. des Feldmerkmals „Kleiderbügel“ in die einzelnen Diapositivstreifen zerlegt und eine neue Wertziffer eingefügt. Danach wurden die Diapositivstreifen auf einer Montagescheibe wieder zu einem kompletten Diapositivbogen à 100 Marken – inkl. des „Kleiderbügels“ – zusammengesetzt. In unserem Fall war es der Diapositivbogen des 45 Pfennig-Werts, der zerschnitten wurde, da dessen Druck zeitlich vor dem 25 Pfennig-Wert stattfand (vgl. Steckbriefe am Schluss dieses Beitrags). Der Diapositivbogen mit der neuen Wertziffer und dem Feldmerkmal „Kleiderbügel“ wurde daraufhin zweimal auf Pigmentpapier – die hieraus entstehende Vorlage für die Druckbögen besteht ja aus 2x 100 Feldern – übertragen, weshalb dasselbe Feldmerkmal später ebenfalls auf beiden Schalterbögen erscheint.

Warum erscheint dieses Feldmerkmal nicht auf den anderen Werten mit dem gleichen Bildmotiv? Die Werte zu 30, 40 sowie 50 Pfennig wurden nach dem 25 Pfennig-Wert gedruckt. Ich gehe davon aus, dass das Feldmerkmal inzwischen bemerkt worden war. Immerhin war der 45 Pfennig-Wert, der für die passende Frankierung der beliebten Postkarten ins Ausland benötigt wurde, beim Druck der drei Werte zu 30, 40 und 50 Pfennig schon seit über einer Woche an den saarländischen Postschaltern erhältlich. Für die Druckerei stellte das Feldmerkmal, über welches wir uns heute freuen, eine ungewollte Abweichung vom gewünschten Ergebnis dar. Es wurde retuschiert, resp. bei der Diapositivmontage entfernt.

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Steckbrief des 25 Pfennig-Werts
    • Katalognummer: SP24, resp. Mi. 216Z
    • Wert: 25 Pfennig
    • Motiv: Zwei Bäuerinnen bei der Rübenernte vor einer Industrielandschaft
    • Farbe: violettrot
    • Papier: dickes, gelblichgraues Papier; rau und häufig mit unter der Lupe erkennbaren Stofffäden
    • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum
    • Wasserzeichen: ohne
    • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
    • Bekannte Druckdaten: 8. und 10. Februar 1947, der 9. Februar war ein Sonntag
    • Erstausgabedatum: 7. März 1947
    • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
    • Auflage: 1’020’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit bis auf wenige Exemplare alle am Schalter verkauft wurden
    • Vorgestelltes Feldmerkmal: Feld 46AB, „Kleiderbügel“

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Steckbrief des 45 Pfennig-Werts
    • Katalognummer: SP27S resp. Mi. 219Y
    • Wert: 45 Pfennig
    • Motiv: Zwei Bäuerinnen bei der Rübenernte vor einer Industrielandschaft
    • Farbe: rot
    • Papier: dünnes, grauweisses Wasserzeichenpapier
    • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum, quer geriffelt*
    • Wasserzeichen: steigende Wellenlinien S
    • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
    • Bekannte Druckdaten: 13. Januar 1947
    • Erstausgabedatum: 4. Februar 1947
    • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
    • Auflage: 1’100’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit etwa 1’095’000 Stück am Schalter verkauft wurden
    • Vorgestelltes Feldmerkmal: Feld 66AB, „Kleiderbügel“

* Die Marke rollt sich beim Anhauchen quer zur Bildachse

Bis bald

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Forschung – Rätselhafte Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert (Teaser)

Hallo

Wie ihr wisst, beinhaltet Saarphilatelie.com auch die Forschung zu ungelösten Fragen rund um die Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland.

Eine Frage, die über lange Jahre für rauchende Köpfe gesorgt hat, konnte beantwortet werden.

Zu den Feldmerkmalen des 12 Pfennig-Werts der 1. Offenburger Ausgabe (SP19FS), die nicht über die gesamte Druckperiode nachweisbar sind (Stichwort: sekundäres Feldmerkmal) – dies sind die Merkmale der Bogenfelder 1B, 6A, 77B, 94B und 96B – existierten verschiedene Entstehungstheorien.

Einige Sammler sind überzeugt, dass für den Druck der Gesamtauflage von 12’020’000 Stück, das entspricht 61’100 Druckbogen eine zweite Rotations-Rastertiefdruckmaschine vom Typ Palatia O verwendet wurde. Andere gehen davon aus, dass aufgrund der vergleichsweise hohen Auflage die Abnutzung des Formzylinders so hoch war, dass dieser ausgetauscht und durch einen anderen Formzylinder ersetzt werden musste.

Beide Versionen sind falsch. Wollt ihr wiessen, was im Winter 1946/47 tatsächlich geschah?

Ich schreibe und illustriere derzeit die entsprechende Beitragsserie mit gesamthaft sechs Teilen. Diese Serie wird voraussichtlich Ende August 2018 hier im Saarphilatelie-Blog erscheinen. Bleibt dran!

Bis dann

Hier geht’s zum ersten Beitrag.

Erster Teil

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Basiswissen Philatelie (VII) – Definition Feldmerkmal

Hallo

Wer von euch meinem Weblog aufmerksam folgt, hat wahrscheinlich bemerkt, dass ich im Zusammenhang mit Abweichungen vom gewünschten Druckbild bei den Werten der Freimarkenserie Berufe und Ansichten aus dem Saarland von 1947 von Feldmerkmalen schreibe, jedoch den Begriff Plattenfehler vermeide.

Ich möchte kurz erläutern, weshalb ich den Begriff Feldmerkmal vorziehe.

In der philatelistischen Literatur werden bei Abweichungen einer Briefmarke vom gewollten Zustand häufig die nachstehenden Ausdrücke verwenden:

    • Abart
    • Abweichung
    • Druckmängel
    • Druckzufälligkeit
    • Feldmerkmal
    • Plattenfehler

Der Begriff Abart, nach Duden eine Varietät, wird in der Philatelie gerne als Oberbegriff für sämtliche Abweichungen einer Briefmarke vom gewünschten oder vorgesehenen Ergebnis verwendet. Beispielsweise gibt es eine Publikation mit dem Titel Michel Abartenführer.

© Projekt Saarphilatelie.com

Zu diesen Abweichungen gehören u.a.:

    • Abweichungen bei Zähnung, Durchstich etc.
    • Abweichungen bei der Gummierung
    • Druck auf der Gummiseite
    • Druckzufälligkeiten
    • Feldmerkmale
    • Farbabweichungen
    • Doppeldrucke
    • Butzendrucke
    • uvm.

Tritt eine Abart bei einer Ausgabe häufiger auf, wie beispielsweise bei Abweichungen:

    • der Wasserzeichenorientierung
    • der verwendeten Papiersorte
    • der verwendeten Farbe

wird diese Abart in Briefmarken-Katalogen häufig als Type definiert.

Der Oberbegriff Abart ist in seiner Verwendung vage. Diese begriffliche Unschärfe trifft auch auf den Ausdruck Abweichung zu. Bei einer Abart oder einer Abweichung ist für uns Sammler das präzise Wissen darum, wie die Norm – also die gewollte Erscheinung einer bestimmten Briefmarke – beschaffen sein muss und auszusehen hat, unerlässlich.

Zurück zum Begriff Plattenfehler. Die Michel-Redaktion des Schwaneberger-Verlags lässt in seinen Publikationen nichts unversucht, den deutschsprachigen Sammlern ihre eigenen Begrifflichkeiten aufzuzwingen, selbst wenn diese unpräzis oder schlichtweg falsch sind. Der Begriff Plattenfehler hat ja durchaus seine Berechtigung; bei Briefmarken, die mit einer Druckplatte im Plattendruckverfahren hergestellt wurden. Briefmarken, die mittels eines Formzylinders im Rotationsdruck hergestellt wurden, können mangels Druckplatte keine Plattenfehler aufweisen, auch wenn uns die Michel-Redaktion dies weismachen will. (1)

Wie wir wissen wurden sämtliche Werte der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland bei der Druckerei Franz Burda in Offenburg im Rastertiefdruckverfahren mittels Formzylindern gedruckt. Hier ist die Verwendung des Begriffes Plattenfehler für Abweichungen des Markenbildes nicht nur irreführend, sondern schlichtweg falsch. Der rein technische Hintergrund ist jedoch nicht allein verantwortlich für den von mir bevorzugten Begriff Feldmerkmal. Ganz anders als Platten-„fehler“ zielt Feldmerkmal positiv auf die spezifischen Eigenschaften des Markenbildes eines Bogenfeldes ab ohne wertend zu sein.

Definition Feldmerkmal

Der Begriff Feldmerkmal bezeichnet bei Briefmarken eine Abweichung des Markenbildes vom gewollten Zustand. Das Feldmerkmal tritt entweder über die gesamte Auflage oder einen Teil derselben auf demselben Bogenfeld eines Wertes auf. Wir unterscheiden bei den Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland:

    • Primäre Feldmerkmale: Diese entstehen während der Diapositivphase der Herstellung – somit lange vor der Druckphase – und kommen in gleicher Ausprägung auf beiden Schalterbogen (A- und B-Bogen) vor. Bei primären Feldmerkmalen existieren an dem betroffenen Bogenfeld keine einwandfreien Marken. Kann es auch nicht geben, da die Abweichung schon von Beginn des Druckprozesses an vorhanden ist. Häufig sind primäre Feldmerkmale gleichzeitig auch wiederkehrende Feldmerkmale. Primäre Feldmerkmale können in der Druckphase während einer Wartung durch Retusche entfernt werden und treten in diesem Fall bloss auf einem Teil der Auflage auf; die Retusche hinterlässt jedoch sichtbare Spuren (selten).
    • Sekundäre Feldmerkmale: Diese entstehen bei der Erstellung der Druckform/des Druckzylinders bei der Übertragung des Pigmentpapier oder später durch unsachgemässes Aufbringen des Asphaltlackes zur Abdeckung von Konturen und Stössen. Sekundäre Feldmerkmale kommen nur auf einem der beiden Schalterbogen (A- oder B-Bogen) vor. Sekundäre Feldmerkmale können in der Druckphase während einer Wartung durch Retusche entfernt werden und treten in diesem Fall bloss auf einem Teil der Auflage auf (selten).
    • Tertiäre Feldmerkmale: Diese entstehen in der Regel durch Beschädigungen des Druckzylinders während des Druckvorgangs, beispielsweise beim Einbau des Druckzylinders/der Druckform oder deren Reinigung (in ganz wenigen Fällen könnte eine Retusche Ursache neu auftauchender, tertiärer Feldmerkmale sein). Auch eine Verschmutzung durch Fremdkörper kann Abweichungen auf dem Markenbild hervorrufen, die jedoch nur auf wenigen Bogen vorkommen (Druckzufälligkeit).

Bis dann

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Anmerkung

(1) Mit meiner Überzeugung, dass es technisch korrekter und sinnvoller ist, bei individuellen Abweichungen von Briefmarken einzelner Bogenfelder nicht von Plattenfehlern, sondern von Feldmerkmalen zu sprechen, stehe ich keineswegs allein. Hans Zerbel, langjähriger Leiter der Abteilung Postwert- und Steuerzeichen bei der Bundesdruckerei als auch Torsten Berndt, Redaktionsleiter der DBZ, sind dieser Meinung (vgl. DBZ 13/2011).

#saarphilatelie