Malstatt Burbacher Druck (MBD) – Ein seltener Ersttagsbeleg (II)

Hallo

Im Beitrag vom 27. Februar 2019 habe ich euch einen seltenen Ersttagsbeleg des Malstatt-Burbacher Drucks vom 20. November 1947 vorgestellt, den ich meiner Sammlung hinzufügen konnte.

Die Frankatur dieses Ersttagbeleges hat einige Fragen aufgeworfen, die ich nicht abschliessend beantwortet konnte. Mittels intensiver Recherche und der freundlichen Unterstützung von „Commissaire Hasard“ habe ich nun die entsprechenden Antworten.

Worum geht es? Hier nochmals der Beleg.

20. November 1947, 17-18, Schaffhausen (Saar) nach Heiligenhaus / © Projekt Saarphilatelie.com

Verklebt sind eine 6 F auf 24 Pfennig Neuausgabe und zwei 2 F auf 12 Pfennig Originalausgabe (senkrechtes Paar, Wasserzeichen fallende Wellenlinien F). Damit ist der Brief vom Saarland in die britische Besatzungszone des besetzten Deutschen Reichs nach den ab dem 20. November 1947 geltenden Tarifen der P.T.T. des Saarlandes um 4 resp. 1 Franken überfrankiert.

Posttarife des Saarlandes ab 20. November 1947 (Auszug)

  • Brief in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs resp. ins Mutterland Frankreich der 1. Gewichtsstufe bis 20 g = 6 Franken
  • Brief in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs resp. ins Mutterland Frankreich der 2. Gewichtsstufe 20 g bis 50 g = 9 Franken

10 Franken waren notwendig für die Frankatur von:

  • Brief der 1. Gewichtsstufe bis 20 g ins Ausland

Wieso wurde der abgebildete Brief überfrankiert? Das ist die grosse Frage. Hier die Auflistung der bekannten Fakten:

  • Die Werte des Malstatt-Burbacher Drucks waren am Ersttag ausschliesslich am Postschalter erhältlich; somit muss ein Schalterbeamter der Post in Schaffhausen (Saar) den abgebildeten Brief frankiert haben.
  • Die neuen Beförderungstarife der P.T.T. des Saarlandes waren genau am 20. November 1947 in Kraft getreten. Hatte der Schalterbeamte geirrt? Hatte er dem Absender den Auslandstarif verrechnet, anstatt den niedrigeren Tarif für die Briefbeförderung in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs zu verwenden?

Die Antwort auf diese Frage liegt in den Wirren der Währungsreform vom 20. November 1947.

Die Direktion der P.T.T. des Saarlandes in Saarbrücken erliess am 17. November 1947 die mit der Währungsreform ab dem 20. November 1947 anzuwendenden Bestimmungen und Beförderungstarife. Dieses Regelwerk enthielt drei Abschnitte:

  • Postsendungen nach Frankreich
  • Postsendungen innerhalb des Saarlandes
  • Postsendungen nach dem Ausland einschliesslich der besetzten Gebiete des Deutschen Reichs

Dies bedeutete, dass bei Postsendungen nach den besetzten Gebieten des Deutschen Reichs die Auslandstarife zur Anwendung kommen sollten. Konkret: 10 Franken für einen Brief der ersten Gewichtsstufe bis 20 Gramm. Nach dem Regelwerk vom 17. November 1947 ist der oben abgebildete Brief korrekt frankiert.

Wieso habe ich dann die Posttarife vorstehend anders wiedergegeben?

Tja, bei Währungsreformen muss alles sehr rasch gehen, wobei es unerheblich ist, ob es dabei um Banknoten und Münzen oder um geldwerte Briefmarken geht. Die Direktion der P.T.T. des Saarlandes wurde – wahrscheinlich – von der Délégation supérieure de la Sarre unter Gilbert Grandval „zurückgepfiffen“, denen der Zeitpunkt zur Einführung von Auslandstarifen für Postsendungen in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs wohl nicht opportun erschien. Wie auch immer. Die Auslandstarife für Postsendungen in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs wurden schliesslich erst fünf Monate nach der Währungsreform, zum 1. Mai 1948 in Kraft gesetzt.

Die Direktion der P.T.T. des Saarlandes musste nun schleunigst das Regelwerk überarbeiten, den dritten Abschnitt kürzen und das Werk um einen vierten Abschnitt ergänzen:

  • Postsendungen nach den besetzten Gebieten des Deutschen Reichs (mit reduzierten Tarifen)

Das überarbeitete Regelwerk wurde am Nachmittag des 19. November 1947 den Poststellen zugeleitet. Es ist mehr als nur wahrscheinlich, dass am Folgetag nicht jeder Postbeamte von den so kurzfristig geänderten Bestimmungen Kenntnis hatte.

Hier die Abbildung eines weiteren Ersttagsbelegs mit gleicher Frankatur. Diesmal aus Blieskastel.

20. November 1947, 14-15:00, Blieskastel (Saar) nach Mannheim / © Walter Farber

Bis dann

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Danksagung: Ich bedanke mich bei Walter Farber, Oriental Institute, The University of Chicago, Chicago (IL), USA, für die fruchtbare Korrespondenz, welche diesen Beitrag erst ermöglichte.

Malstatt-Burbacher Druck (MBD) – Ein seltener Ersttagsbeleg (I)

„Wir unterbrechen das aktuelle Programm für eine Sondermeldung.“

Hallo

So, oder so ähnlich tönt es aus unseren Rundfunk- und/oder Fernsehempfängern, wenn irgendwo auf der Welt wieder einmal etwas Aussergewöhnliches – meist Katastrophales – geschehen ist.

Ich unterbreche die seit sechs Wochen laufende Beitragsserie über die einzelnen Werte der 1./2. Offenburger Ausgabe dagegen für ein schönes Ereignis. Ich habe einen besonderen Beleg meiner Sammlung hinzufügen können und möchte es nicht versäumen, euch diesen vorzustellen. Keine Sorge, die Beitragsserie zu den einzelnen Werten der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland werde ich mit dem kommenden Beitrag weiterführen.

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Die Stunde Null. Ein Begriff, der in populärwissenschaftlichen Geschichtsmagazinen gerne für die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa missbraucht wird. Im Zusammenhang mit Währungsumstellungen – oft als Währungsreformen verbrämt – ist dieser Begriff hingegen völlig zutreffend.

Abbildungen zur oft vergessenen Währungsumstellung am 16. Juni 1947 von Reichsmark zu (Saar-) Mark:

Anzeige in einer saarländischen Illustrierten

Einige Banknoten

Die Umstellung von Reichsmark zu einer eigenen Währung war Im Zusammenspiel mit einer bereits seit 1945 geltenden, rigorosen Unterbindung des Kapitalverkehrs aus den Besatzungszonen des Dritten Reichs sowie einer Herkunftskontrolle der per Stichtag 16. Juni 1947 im Saarland vorhandenen Buchvermögen eine effektive Möglichkeit, die vorhandene Geldmenge festzustellen. So konnte der zweite Schritt der Währungsreform, die Umstellung auf die Frankenwährung vorbereitet werden. Einige Behörden wie die P.T.T. des Saarlandes konnten zwar frühzeitig Vorkehrungen für die Umstellung von Mark zu Franken treffen, dennoch verblieben zwischen dem Entscheid der französischen Nationalversammlung vom 15. November 1947 (Gesetz 47-2158) und der auf den 20. November 1947 festgesetzten Einführung (Gesetz 47-2170) nur wenige Tage.

„Zeit im Bild“ vom 16. November 1947

Die Menschen in den Gebieten der heutigen Bundesrepublik Deutschland haben in den letzten 100 Jahren eine gewisse – sagen wir einmal – Erfahrung mit Währungsumstellungen sammeln können:

  • 1921 Saargebiet (Mark zu Franken)
  • 1923 Deutsches Reich (Mark zu Renten-, resp. Reichsmark)
  • 1935 Saargebiet (Franken zu Reichsmark)
  • 1947 16. Juni, Saarland (Reichsmark zu Mark)
  • 1947 20. November, Saarland (Mark zu Franken)
  • 1948 Trizone, amerikanische, britische und französische Besatzungszonen des Dritten Reichs (Reichsmark zu Deutsche Mark)
  • 1948 Ostzonen, sowjetische Besatzungszone des Dritten Reichs (Reichsmark zu Deutsche Mark der deutschen Notenbank)
  • 1959 Bundesrepublik Deutschland, Saarland (Franken zu Deutsche Mark)
  • 1964 DDR (Deutsche Mark der deutschen Notenbank zu Mark der deutschen Notenbank)
  • 1968 DDR (Mark der deutschen Notenbank zu Mark)
  • 1990 DDR (Mark auf Deutsche Mark)
  • 2001 Bundesrepublik Deutschland (Deutsche Mark auf Euro)

Ich finde es erstaunlich, wie das kleine Gebiet des heutigen Saarlandes seit 1792 in den Perioden unter französischer Obhut in verschiedensten Bereichen des öffentlichen und politischen Lebens immer wieder eine Vorreiterrolle (= Avantgarde) bei denjenigen Entwicklungen eingenommen hat und weiterhin einnimmt, die später Deutschland betrafen, resp. betreffen.

Vom lieben Geld ist es nur ein kleiner Schritt zu den Briefmarken. Die Briefmarken mussten ja im Jahr 1947 die zwei Währungsumstellungen widerspiegeln. Als Postwertzeichen waren sie an die offizielle Währung des Gültigkeitsgebiets gebunden.

Die P.T.T. des Saarlandes liess – nachdem die Verantwortlichen in die Währungsumstellung eingeweiht worden waren – bei der Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei GmbH in Saarbrücken vorhandene Schalterbögen der 1. Offenburger Ausgabe sowie der im Spätsommer 1947 bei der Druckerei Franz Burda in Offenburg bestellten Neuausgabe (2. Offenburger Ausgabe) im Buchdruck mit einem Aufdruck in Frankenwährung versehen.

Bogenteil eines überdruckten Bogens 2. Offenburger Ausgabe (Malstatt-Burbacher Druck Typ II)

An saarländischen Postschaltern waren am Tag der Währungsumstellung, dem 20. November 1947, und an den folgenden Tagen ausschliesslich die nachstehenden Briefmarken des Malstatt-Burbacher Drucks verfügbar (die Angabe im Michel-Katalog hierzu ist falsch, vgl. hier):

  • 12 Pfennig (Urdruck) mit Aufdruck 2 F
  • 15 Pfennig (Neuausgabe und Urdruck) mit Aufdruck 3 F
  • 24 Pfennig (Neuausgabe und Urdruck) mit Aufdruck 6 F

Jedoch hatten beileibe nicht alle saarländischen Postämter am Donnerstag, den 20. November 1947, auch sämtliche Marken in ausreichendem Umfang vorrätig. Dafür war die Zeit zu kurz gewesen.

Dieser Mangel war der P.T.T. des Saarlandes durchaus bewusst. Daher durften ganz offiziell die in Industrie, Gewerbe und Privathaushalten verfügbare Bestände an Briefmarken der Ausgaben Wappen und Dichter sowie Berufe und Ansichten aus dem Saarland bis zum 27. November 1947 zum festgelegten Tauschkurs 20 Franken zu 1 Mark (5 Pfennig entsprachen 1 Franken) zur Frankatur verwendet werden. Am Postschalter konnten diese Briefmarken jedoch nicht mehr bezogen werden.

Ich konnte meiner Sammlung nun einen Bedarfsbrief hinzufügen, der den Ersttag des Malstatt-Burbacher Drucks dokumentiert.

20. November 1947, 17-18:00, Schaffhausen (Saar) nach Heiligenhaus

Verklebt wurden eine 6 F auf 24 Pfennig Neuausgabe und zwei 2 F auf 12 Pfennig Originalausgabe (senkrechtes Paar, Wasserzeichen fallende Wellenlinien). Damit ist der Brief in die britische Besatzungszone überfrankiert.

Posttarife des Saarlands ab 20. November 1947 (Auszug)

  • Brief in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs resp. ins Mutterland Frankreich der 1. Gewichtsstufe bis 20 g = Porto 6 Franken
  • Brief in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs resp. ins Mutterland Frankreich der 2. Gewichtsstufe 20 g bis 50 g = Porto 9 Franken

10 Franken Porto wurden fällig für:

  • Brief der 1. Gewichtsstufe bis 20 g ins Ausland
  • Brief der 2. Gewichtsstufe 20 g bis 50 g ins benachbarte Luxembourg

Wieso wurde der Brief überfrankiert? Das ist die grosse Frage. Einerseits waren die drei Werte des Malstatt-Burbacher Drucks ausschliesslich am Postschalter erhältlich. Damit ist sicher, dass ein Schalterbeamter der Post in Schaffhausen (Saar) den abgebildeten Brief frankiert hat. Andererseits waren die neuen Beförderungstarife der P.T.T. des Saarlands genau am 20. November 1947 in Kraft getreten. Hatte der Schalterbeamte geirrt? Hatte er dem Absender den Auslandstarif verrechnet, anstatt den niedrigeren Tarif für die Briefbeförderung in die besetzten Gebiete des Deutschen Reichs zu verwenden? Möglich wäre es.

Sollte der Brief des Herrn Rommelfanger an seine Frau, Schwester oder Mutter Elis. Rommelfanger schwerer als 20 g gewesen sein – dies lässt sich heute nicht mehr feststellen – käme noch eine weitere Möglichkeit in Betracht. Vielleicht hatte der Schalterbeamte um 17:00 Uhr des Ersttags keine 3 F-Marken mehr vorrätig oder die Poststelle Schaffhausen (Saar) hatte diesen Wert gar nicht erhalten. Dem Absender war in diesem Fall die Differenz von 1 F (umgerechnet 5 Pfennig) egal, Hauptsache der Brief, dessen Inhalt wir nicht kennen, war aufgegeben.

Fazit: ein gut erhaltener, sauber und lesbar gestempelter Ersttagsbeleg für zwei der drei an diesem Tag ausgegebenen Werte des Malstatt-Burbacher Drucks.

Bis dann

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1. Offenburger Ausgabe – Spätverwendungen

Hallo

Spätverwendungen? Dieser Begriff sagt euch nichts? Macht nichts. Wofür der Begriff Spätverwendungen stehen kann, dass möchte ich in diesem Beitrag erläutern.

Heutzutage sind die von den Postanstalten ausgegebenen Briefmarken in der Schweiz, in Frankreich und meines Wissens nach auch in Deutschland unbegrenzt gültig und verlieren in aller Regel ihre Frankaturkraft nicht. Das war jedoch nicht immer so.

Beispiel Schweiz: Seit 1960 sind sämtliche Dauer- und Sondermarken der Schweizerischen Post (seit 1964 auch die Briefmarken von Pro Patria und Pro Juventute) unbeschränkt gültig. Vor 1960 besassen Schweizer Briefmarken dagegen ein „Ablaufdatum“. Dies war jedoch nicht wie beim Joghurtbecher aufgedruckt, sondern wurde in Amtsblättern und durch Aushänge in den Poststellen publiziert. Auf diesen amtlichen Verlautbarungen stützen sich auch die Angaben zur Gültigkeit in Briefmarken-Katalogen.

Die Marken der 1. Offenburger Ausgabe verloren offiziell ihre Gültigkeit am 27. November 1947. Da jedoch bereits am 20. November 1947 im Saarland der zweite Teil der Währungsreform (1), die Umstellung von Saar-Mark auf Frankenwährung vorgenommen worden war, mussten die ja ursprünglich auf Reichsmark und -pfennig lautenden und seit dem 16. Juni 1947 in (Saar-) Mark denominierten Briefmarken in ihrer letzten Gültigkeitswoche zum Umtauschkurs von 20 Franken für 1 Mark (1 Franken = 5 Pfennig) „umgerechnet“ werden.

Die offiziell genehmigte Verwendung der Postwertzeichen trotz ungültiger Währungsbezeichnung war allein dem Mangel an Postwertzeichen geschuldet, die auf die neue Währung lauteten. Die P.T.T. des Saarlandes hatte zwar viele verfügbaren Schalterbögen der 1. Offenburger Ausgabe sowie fast alle Schalterbögen der im Sommer bei der Druckerei Franz Burda nachbestellten 2. Offenburger Ausgabe zwecks Überdruck in Franken-Währung zur Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei transportieren lassen. Doch war die Zeit nicht ausreichend gewesen und nur mit Mühe gelangten am 20. November 1947 zumindest die Werte zu 2, 3 und 6 Franken an die saarländischen Postschalter. Viel zu wenig, um sämtliche Frankaturen abzudecken.

Aber auch nach dem Ende der offiziellen Gültigkeit der Marken der 1. Offenburger Ausgabe am 27. November 1947 waren längst nicht alle 13 Werte des auf Franken lautenden Malstatt-Burbacher Drucks überall verfügbar. Hinzu kamen die Briefmarkenbestände von Firmen, die mangels verfügbarer Vorräte von der P.T.T. des Saarlands nicht umgetauscht werden konnten.

So wurden viele Sendungen nach dem 27. November 1947, der Not gehorchend, mit Marken der 1. Offenburger Ausgabe freigemacht. Es kam somit zu Spätverwendungen und zwar bis in den Februar 1948 hinein.

Bei dem hier gezeigten Beleg handelt es sich um Dienstpost der bis zum 17. Dezember 1947 – dem Datum der Souveränität des Saarlands – obersten Verwaltungsbehörde des Saarlands, dem Gouvernement Militaire de la Sarre (auch: Délégation Supérieure de la Sarre). Das Porto für einen Brief nach Frankreich betrug im Dezember 1947 6 Franken. Der Beleg ist somit korrekt frankiert. Wir erinnern uns: Der Tauschkurs betrug 20 zu 1. 20 Pfennig entsprachen somit 4 Francs. Die Marke zu 4 Franken der Saar II war zwar offiziell seit dem 27. November 1947 an den saarländischen Postschaltern verfügbar, aber Theorie und Praxis scheinen hier nicht übereinzustimmen.

Die Spätverwendung von Briefmarken ist beileibe keine Besonderheit des Nachkriegs-Saarlands, sondern kommt häufig in Zeiten der Not oder bei Währungsumstellungen vor. Ich beschränke mich bei den nachfolgenden Beispielen auf die nicht nur geografisch naheliegenden postalischen Gebiete Elsass-Lothringen und das Saargebiet.

  • Elsass-Lothringen wurde 57 Jahre nach seiner – von den meisten Einwohnern abgelehnten – Annexion durch das neu gegründete Deutsche Reich im Anschluss an die Unterzeichnung des Waffenstillstands am 11. November 1918 durch Frankreich besetzt (2). Die Besetzung durch französische Truppen war am 21. November 1918 abgeschlossen. Das Postwesen im ehemaligen Reichsland ging ab 1. Dezember 1918 in die französische Verwaltung über. Die Postwertzeichen der Deutschen Reichspost blieben offiziell bis zum 31. Dezember 1918 gültig (Umrechnung: 1 Reichspfennig = 1 Centime), ihre Verwendung wurde jedoch bis in den April 1919 geduldet. Auch deutsche Poststempel wurden noch für einige Zeit weiterverwendet.
  • Saargebiet: Der Völkerbund übernahm mittels einer Regierungskommission am 27. Februar 1920 die Verwaltung des Saargebiets. Die Postwertzeichen der Deutschen Reichspost sowie des Königreichs Bayern blieben offiziell bis zum 31. März 1920 gültig, wurden jedoch bis in den Juni 1920 hinein geduldet.

Spätverwendungen sind auch Ursache für interessante Mischfrankaturen zwischen verschiedenen Briefmarkenausgaben. Ein ganz eigenes und sehr anspruchsvolles Sammelgebiet. Eine einzelne gebrauchte Briefmarke einer Spätverwendung zuzuordnen ist fast unmöglich. In einem früheren Beitrag hatte ich die nachstehend abgebildete Briefmarke aufgrund der Abstempelung im Jahr 1948 als mögliche Fälschung vorgestellt.

Ebenfalls denkbar ist, dass es sich um eine Spätverwendung handelt. Nur: Ohne den zugehörigen Beleg ist diese Theorie nicht „belegbar“; die abgebildete Marke zwar prüfbar, der Stempel jedoch nicht.

Können entsprechende Belege überhaupt geprüft werden? Das ist eine sehr gute Frage. Ich verlasse mich in solchen Fällen auf meine Erfahrung. Sind Marke(n) und Stempel echt, ist das Porto korrekt, fällt bei dem Beleg auch sonst nichts auf … ist der Beleg „echt“.

Definition Spätverwendung von Briefmarken

Die Spätverwendung von Briefmarken ist die Frankierung von postalischen Sendungen mit Postwertzeichen, die offiziell bereits ausser Kurs gesetzt sind, deren Verwendung von der zuständigen Postanstalt jedoch stillschweigend geduldet wird. Ursachen sind in der Regel Notzeiten oder Währungsumstellungen bei denen die für den Postverkehr notwendigen Postwertzeichen nicht- wie von der Politik gewünscht – in ausreichender Anzahl an den Postämtern verfügbar sind sowie das Vorhandensein grösserer, beim Kauf für die Abgeltung der postalischen Beförderungsleistung gültiger, Markenbestände, insbesondere in der Wirtschaft. Durch stillschweigend tolerierte Spätverwendung können beispielsweise Rückgaben gegen Barauszahlung sowie Umtausch gegen Marken, die noch nicht vorrätig sind vermieden werden.

Bis dann

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(1) Die französische Verwaltung führte bereits im Juni 1947 – also ein Jahr vor der Einführung der DM in den Westzonen sowie der Deutschen Mark der Deutschen Notenbank in der Ostzone des zusammengebrochen und besetzten Deutschen Reichs – im Saarland eine Währungsreform durch. Bereits seit Juli 1945 hatte sie jeglichen Geld- und Kapitalverkehr mit den anderen Besatzungszonen sowie mit den übrigen Teilen der Zone d’Occupation Française en Allemagne verboten. Mittels Dekrets vom 4. Juni 1947 der französischen Regierung wurde die Reichsmark per 16. Juni 1947 ausser Kurs gesetzt und bei einem Umtauschkurs von 1:1 (Zwangsumtausch) durch die Saar-Mark (offiziell hiess die Währung nur Mark) ersetzt. Dies war nach der Kapitalkontrolle der zweite Schritt der saarländischen Währungsreform, mit welchem der Teil des im Saarland vorhandenen mobilen Kapitals kenntlich gemacht wurde, welcher später in Franken umgetauscht werden sollte. Den Umtausch von Reichsmark in (Saar-) Mark konnten nur im Saarland ansässige Einwohner und Firmen vornehmen. Gleichzeitig wurden die gemeldeten Beträge auf Rechtmässigkeit (versteuertes Kapital, Schwarzmarkthandel etc.) überprüft. Am 15. November 1947 beschloss das französische Parlament das Gesetz 47-2158: „Die französische Regierung ist ermächtigt, im Saarland den Französischen Franken als Währung einzuführen.“ Ein Ministerbeschluss vom 19. November 1947 bestimmte daraufhin den 20. November 1947 als Tag der Währungsumstellung.

(2) Elsass-Lothringen wurde nach der deutschen Annexion kein Gliedstaat des Bundes, sondern ein Reichsland und unterstand somit – wie Privateigentum – direkt dem jeweiligen deutschen Kaiser. Elsass-Lothringen wurde wie ein besetztes Land durch einen Reichstatthalter resp. später Kaiserlichen Statthalter im Auftrag und Namen des Kaisers verwaltet.

Motive (I) – Die Saarschleife bei Mettlach

Hallo

Am ersten Weihnachtstag hatte ich angekündigt, im Saarphilatelie-Blog© eine Serie von Beiträgen zu den Bildmotiven der Briefmarkenausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland zu publizieren.

Trara! Das neue Jahr 2018 ist da und beginnt mit dem Motiv des 1 Mark-Werts: der Saarschleife bei Mettlach. Falls ihr euch fragt, weshalb ich gerade mit dem höchsten Wert der Ausgabe beginne: Offen gesagt war es ein Bauchentscheid, der sich als Glücksgriff erwiesen hat. Werde ich doch an diesem Bildmotiv viele faszinierende Aspekte rund die Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland aufzeigen können:

  • Unterschiede zwischen der 1. und 2. Offenburger Ausgabe (auch als 1. und 2. Burda-Serie bezeichnet)
  • Malstatt-Burbacher Druck Typ I: der Überdruck der Marken der Originalausgabe in Frankenwährung, sogenannter Urdruck
  • Malstatt-Burbacher Druck Typ II: der Überdruck der Marken der Neuausgabe in Frankenwährung
  • Verwendung des Motivs Saarschleife auf Briefmarken und Ganzsachen vor und nach 1947
  • Farben der Briefmarken

Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Die Kehrseite ist, dass seit der Ankündigung vom 25. Dezember 2017 kein Tag vergangen ist, an dem ich mich nicht mindestens 4 Stunden mit der Gestaltung dieses Beitrags auseinandergesetzt habe. Was beklage ich mich … ich habe es ja nicht anders gewollt.

Was ist die Saarschleife? Als Flussschleife wird gemäss Wikipedia eine starke Biegung eines Flusslaufs bezeichnet und auch gleich die Saarschleife (frz. la boucle de la Sarre) als Beispiel genannt.

Aufnahme des Autors 2014©

Die vorstehende Aufnahme der Saarschleife verdeutlicht, auf welch engem Raum die Saar von Südosten (rechts, Merzig) kommend eine etwa drei Kilometer lange, teilweise nur wenige hundert Meter breite, dicht bewaldete Landzunge umfliesst, an der Spitze derselben eine Kehre macht, um dann Richtung Südosten (links, Mettlach) weiter zu fliessen.

Die grosse Saarschleife liegt im Nordwesten des Saarlandes, etwa drei Kilometer westlich von Mettlach. Sie beginnt beim Merziger Ortsteil Besseringen und endet nach ca. 10 Flusskilometern bei Mettlach. Zum Vergleich: die Strecke von Besseringen nach Mettlach auf der Strasse ist etwa 2,5 km lang. Neben der grossen Saarschleife gibt es noch die kleine Saarschleife bei Hamm, einem Ortsteil von Taben-Rodt in Rheinland-Pfalz.

Den schönsten Blick auf das Naturschauspiel Saarschleife geniesst ihr im Mettlacher Ortsteil Orscholz von der Cloef (auch Cloev oder Kloef, frz. la clœf), einem Aussichtspunkt gut 150 Meter oberhalb der Flussbiegung, wo ich vor einigen Jahren auch das vorstehende Foto aufnahm. Zur Herkunft dieser „seltsamen“ Ortsbezeichnung existieren verschiedene Theorien. Ich bevorzuge die simple: Kloef oder Kleef = niederdeutsch für Klippe, erhöhter Vorsprung.

Der einzige Ort direkt an der Saarschleife ist Dreisbach (auf dem Foto hinten rechts), seit der Gemeindeneuordung 1974 wie Orscholz ein Ortsteil von Mettlach. Die Gebäude am rechten Bildrand gehören zum Fährhaus und zum Haus Becker, unweit des Fleckens, wo sich früher die Alte Mühle am Steinbach befand. Doch davon später mehr. Auf dem von der Saar umflossenen Hügelzug erkennt ihr gerade noch die Ruine der Burg Montclair aus dem Hochmittelalter.

Das Naturjuwel Saarschleife ist für das Saarland von grosser, gar nicht zu überschätzender Bedeutung: als Wahrzeichen, als Touristenmagnet, Ziel für Sonntagsausflügler oder Politiker jeglicher Couleur, als Postkartenmotiv und – last but not least – als Motiv für Postwertzeichen.

Trommelwirbel. Hier ist Sie. Das Postwertzeichen des 1 Mark-Wertes der Briefmarkenausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland, ausgegeben von der französischen Postverwaltung für das Saarland.

1 Mark-Wert der 1. Offenburger Ausgabe (SP33)

Schon ein oberflächlicher Vergleich mit dem eingangs gezeigten Foto macht klar: der Gestalter der Briefmarke hat seine Skizze oder Aufnahme entweder in etwa am dem Platz erstellt, wo ich vor einigen Jahren fotografierte oder eine entsprechende Vorlage verwendet. Und: Das Bildmotiv hat – abgesehen von der durchgehend dunkelgrünen Farbe – beinahe fotorealistische Qualität.

Nicht, dass ich etwas gegen die Farbe Grün hätte. Im Gegenteil. Ich bin der Meinung, dass für das Bildmotiv Saarschleife bei Mettlach keine bessere Farbe hätte gewählt werden können, steht die Farbe Grün doch für die Natur. Stellt euch dieses Bildmotiv bitte in den Farben Blau, Braun, Gelb, Grau oder Rot vor!

Mit der Gestaltung der sechs Motive der Briefmarkenausgaben Berufe. und Ansichten aus dem Saarland beauftragten die französischen Behörden 1946, also kurz nach Kriegsende, den in Freiburg im Breisgau lebenden und lehrenden litauischen Künstler und Offizier der französischen Ehrenlegion Vytautas Kazimieras Jonynas. Ich bin überzeugt, dass Jonynas nach Erhalt des Auftrages 1946 nicht an die Saarschleife gereist ist, um eine Vorlage für seinen Entwurf zu erstellen. Etwas mehr als ein Jahr nach Kriegsende in Europa war Reisen insbesondere innerhalb der Trümmerlandschaft des nicht mehr existenten Deutschen Reichs erstens ein Privileg weniger respektive für die ungezählten displaced persons eine Qual vieler und zweitens auf eine Art und Weise beschwerlich, wie wir es uns heute kaum noch vorzustellen vermögen. Darüber hinaus bestand, wie ich zeigen werde, für Jonynas eine viel weniger aufwendige Möglichkeit, an eine Vorlage für sein Bildmotiv zu gelangen.

An dieser Stelle muss ich zeitlich ein wenig ausholen, beschränke mich jedoch auf die philatelistisch relevanten Details und lasse die Politik mehrheitlich aussen vor. Auf die politischen Hintergründe resp. Winkelzüge ‚en detail‘ einzugehen würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen und wird Aufgabe des historischen Teils des Projekts Saarphilatelie.com sein.

Das nationalsozialistische Grossdeutsche Reich wurde kurz nach Kriegsende 1945 zerschlagen und jede der vier Alliierten Mächte in Europa bekam jeweils einen Besatzungsbereich in den beiden Reichsteilen Deutschland und in Österreich zugesprochen. Die Städte Berlin und Wien wurden je in vier Sektoren aufgeteilt, die ebenfalls je einer alliierten Macht zugesprochen wurden. Das ehemalige Reichsland Saarland wurde im Zuge dieser Aufteilung Frankreich zugesprochen und das nicht zu ersten Mal.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte der Völkerbund – ein Vorläufer der UNO – das wirtschaftlich bedeutsame preussische und bayerische Gebiet an der Saar als Territoire du bassin de la Sarre ab dem 14. Januar 1920 für 15 Jahre als Mandatsgebiet verwaltet. Grundlage hierfür waren die Bestimmungen des Versailler Vertrages.  Viele Rechte wie beispielsweise die Rechte an den Kohlenvorkommen des Saargebietes wurden ohne zeitliche Begrenzung Frankreich als Wiedergutmachung für die im Krieg durch das Deutsche Kaiserreich auf französischem Boden unwiderruflich zerstörten Werte zugesprochen – man denke nur an die heute noch wegen Blindgängern gesperrten Gebiete um Verdun, in Flandern oder an der Somme. Nach Ablauf der 15-jährigen Mandatszeit sollte durch einen völkerrechtlich bindenden Volksentscheid bestimmt werden, ob die Menschen in diesem Gebiet lieber in der Französischen oder in der Weimarer Republik leben wollten.

Um den wirtschaftlich bedeutsamen Postverkehr aufrecht zu erhalten, wurden durch die Behörden im Territoire du Bassin de la Sarre, wie das Mandatsgebiet auf Französisch bezeichnet wurde, erst vorhandene Postwertzeichen der Reichspost (Germania-Ausgabe) und des Königreichs Bayern (Ausgabe König Ludwig III) im Buchdruck mit Sarre, resp. Saargebiet überdruckt. Ein Jahr danach, ab dem 19. Februar 1921, erschienen dann eigene Postwertzeichen für das Saargebiet, denominiert in Reichsmark und -pfennig und entworfen vom französischen Künstler Alfred Montader. Bereits bei dieser allerersten eigenständigen Briefmarkenausgabe für die Saarregion (als 1. Pariser Ausgabe, 1. Vaugirard-Ausgabe oder nach Saarhandbuch 1. Bilderserie genannt) war die Saarschleife als Briefmarkenmotiv prominent vertreten. (1)

Das Motiv der Marken mit grünlichem resp. türkisfarben Rahmen zu jeweils 30 (Reichs-) Pfennig können wir unschwer als die von der Sonne beschienene Saarschleife, Blick von der Cloef, bestimmen. Der Standpunkt des Betrachters unterscheidet sich nicht wesentlich von dem bei der Version von 1947. Es fällt jedoch auf, dass im Vergleich im Bildvordergrund mehr Laubwerk abgebildet ist. Bei der ersten Marke zu fünf (Reichs-) Pfennig gelingt uns die Identifikation nicht so einfach. Wir erkennen einen Fluss mit einer Bebauung am linken Ufer vor einem Hügelzug. Abgebildet ist gemäss Briefmarkenkatalog die Alte Mühle an der Einmündung des Steinbachs in die Saar kurz vor der Flussbiegung. Der Standort des Betrachters ist auf der rechten Flussseite mit Blickrichtung Nordwest. Nach einer Ortsbegehung bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es sich bei dem abgebildeten Gebäude nicht um die Alte Mühle am Steinbach, die im 20. Jahrhundert schon lange nicht mehr stand, sondern eher um das Haus Becker handelt.

Die Saarschleife bei Mettlach findet wir als Bildmotiv auch auf den Ganzsachen des Territoire du bassin de la Sarre. Ganzsachen sind von einer Postverwaltung ausgegebene Postkarten, Umschläge etc. mit aufgedrucktem Wertzeicheneindruck oder Wertstempel. Die Saarschleife war das Motiv des Wertzeicheneindrucks für die einfache Postkarte und die Postkarte mit angehängtem Antwortteil, deren Beförderungstarif im Orts- und Fernverkehr zwischen Mai 1920 und April 1921 30 Pfennig betrug.

Postkarte (Ganzsache)
Postkarte (Ganzsache) Frageteil mit anhängendem Antwortteil

Die Postkarte mit Frage- und Antwortteil war – salopp ausgedrückt – das E-Mail oder das Whatsapp unserer Gross- und Urgrosseltern. Beispielsweise konnte man einem Geschäftspartner eine Nachricht auf einer Postkarte mit angehängtem Antwortteil schicken. Der Empfänger las die Nachricht und verwendete den angehängten, frankierten und, wenn der Absender daran gedacht hatte, sogar adressierten Antwortteil, um dem Absender zu antworten.

In vielen Städten wurde die Post mindestens dreimal täglich zugestellt, aber nur die wenigsten Haushalte verfügten über einen Fernsprecheranschluss. Doch mittels der vergleichsweise preiswerten Postkarten war es dennoch möglich, sich am gleichen Tag abends zum Tanz zu verabreden. Nachfolgend die Abbildung des Antwortteils.

Postkarte (Ganzsache) Antwortteil mit anhängendem Frageteil

Die immer rascher fortschreitende Abwertung der schwindsüchtigen Reichsmark gab der anfänglich stark von französischen Interessen geleiteten Regierungskommission des Saargebiets ein wirksames Mittel zur engeren Anbindung des Mandatsgebietes an Frankreich an die Hand. Ab Ende April 1921 – also lange vor dem Höhepunkt der deutschen Inflationszeit im November 1923 – wurde die Währung im Saargebiet schrittweise auf den Französischen Franken umgestellt. Ab dem 30. April 1921 kamen einige, nicht alle, Marken der 1. Vaugirard-Ausgabe mit farbigem Währungsaufdruck in Francs an die Postschalter. Der Aufdruck im Buchdruck-Verfahren wurde ebenfalls von der Druckerei Vaugirard in Paris vorgenommen, weshalb wir auch von der 2. Vaugirard-Ausgabe oder 2. Pariser Ausgabe sprechen. Von den drei vorstehend gezeigten Marken wurde nur der 30 Pfennig-Wert mit türkisfarbenem Rahmen blau überdruckt als 10 Centimes weitergeführt.

Die Ganzsachen wurden ebenfalls überdruckt. Im Gegensatz zu der vorstehend abgebildeten Briefmarke ist bei der nachstehenden Postkarte der Aufdruck nach oben verrutscht und der Wert in Pfennig somit nicht durchbalkt.

Postkarte (Ganzsache) mit Aufdruck in Frankenwährung

Mit der Verwendung der Saarschleife als Motiv für Briefmarken oder Ganzsachen war ab 1922 für längere Zeit, um genau zu sein bis 1947, Schluss. Doch ein weiteres Massenkommunikationsmittel hielt die Saarschleife im Bewusstsein nicht nur der Einwohner des Territoire du bassin de la Sarre, sondern der Menschen weltweit: die Ansichtskarte.

Wir können uns heute im Zeitalter von E-Mail, SMS, Whatsapp, Facebook etc. kaum vorstellen, dass zwischen den Weltkriegen weltweit Jahr für Jahr schätzungsweise 15 Milliarden Post- und Ansichtskarten verschickt wurden. Das ergibt rechnerisch 475 Karten pro Sekunde! Die Saarschleife als Postkartenmotiv war nun nicht mehr auf der Vorderseite der Postkarten zu finden, sondern auf der Rückseite der Ansichtskarten.

Nach meinen Recherchen waren drei sehr ähnliche Versionen der Saarschleifen-Ansichtskarte weit verbreitet:

  • Verlag Ferd. Hegner Buchhandlung, Saarburg, Kreis Trier, nach einer Aufnahme von M. Wentz; wurde ab Anfang der 30 Jahre vertrieben
  • Verlag G. Vockenburg, Dudweiler, ebenfalls ab Anfang der 30 Jahre und nachweislich auch noch Anfang der 50er-Jahre im Umlauf
  • Ansichtskartenserie des Saar-Hilfswerk nach einer Aufnahme des Saar-Bild-Archivs

Uns interessieren hier insbesondere die beiden letzteren Versionen:

G. Vockenburg, Dudweiler
Saar-Bild-Archiv

Beide Aufnahmen unterscheiden sich nur in Nuancen und sind ganz offensichtlich von der Cloef aus aufgenommen worden. Nachstehend nochmals das Bildmotiv des 1 Mark-Wertes der Originalausgabe in angeglichener Grösse:

1 Mark-Wert der 1. Offenburger Ausgabe (SP33)

Die Ähnlichkeiten zwischen den Postkartenmotiven und dem Bildmotiv sind verblüffend. Beachtet insbesondere die zwei Büsche unten am Saarufer und bei der Aufnahme des Saar-Bild-Archivs die beiden leicht hochstehenden, sich vor dem Hintergrund der Saar abhebenden Bäume an der rechten Seite des von der Saar umflossenen Hügelzuges, wie auch den Schattenwurf auf der Saar links im Bild.

Ich bin überzeugt, die Verantwortlichen der französischen Militärregierung in Baden-Baden waren sich 1946 bei der Vergabe des Gestaltungsauftrages an Vytautas Kazimieras Jonynas der eigenen philatelistischen Vorgeschichte, aber auch der Bedeutung der Saarschleife für die Saarländer bewusst. Das Motiv war politisch gewollt. Als Vorlage für seine Arbeit verwendete Jonynas unzweifelhaft eine Ansichtskarte der Variante Saar-Bild-Archiv oder einen auf dieser Aufnahme basierenden Abzug. Vielleicht auch beides. Dies erklärt die fotorealistische Darstellung des Bildmotivs. Sie sehen, für Jonynas bestand keine Notwendigkeit, sich auf den weiten und damals beschwerlichen Weg an die Cloef zu machen.

Die fotorealistische Darstellung finden wir bei einem weiteren Motiv der Originalausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland. Die Werte zu 60, 75 und 80 Pfennig zeigen den Alten Turm von Mettlach, der auch das Logo des Saarphilatelie-Blogs© und des Projekts Saarphilatelie.com ist.

Der 1 Mark-Wert der Originalausgabe wurde zwischen dem 28. und 30. Januar 1947 bei der 1946 eventuell (die Quellen sind hier uneindeutig) noch unter französischer Sequester-Verwaltung stehenden Druckerei Franz Burda in Offenburg in einer vergleichsweise niedrigen Auflage von 2 Millionen Stück (entspricht 20’000 Druckbögen à 2 Schalterbögen zu je 50 Stück) gedruckt und kam am 17. Februar 1947 an die Postschalter. Im Sommer 1947 fassten die Verantwortlichen der P.T.T. für das Saarland in Saarbrücken den Beschluss, 13 Werte der Originalausgabe zur Auffüllung der Bestände nachdrucken zu lassen. Die nachgedruckten Marken sollten dabei auch die inzwischen vollzogenen Währungsumstellung von Reichsmark auf Saarmark widerspiegeln.

Gleichzeitig bereiteten die französischen Behörden in Frankreich und im Saarland eine weitere Währungsreform vor, was die Verantwortlichen bei der P.T.T. jedoch nicht wussten. Ein Ziel dieser Währungsreform war sicherlich, die Versorgungssituation an der Saar zu verbessern: Wer verkauft schon Waren gegen eine schwindsüchtige Währung? Und wer arbeitet schon gern, wenn die Bezahlung in einer schwindsüchtigen Währung erfolgt, mit der man keine Waren kaufen kann und Schmalhans Küchenmeister bleibt? Zweifellos erfolgte die Währungsreform jedoch auch, um die seitens Frankreich offen betriebene Anbindung des Saarlandes an den französischen Wirtschafts- und Währungsraum zu beschleunigen. Das Thema Währungsreform 1947 ist – auch nach 70 Jahren – im Saarland ein heikles Thema. Obschon niemand leugnen wird, dass sich die Ernährungs- und Versorgungslage der Saarländer nach der Währungsreform von 1947 tatsächlich drastisch verbesserte. Diese Verbesserung der Lebensumstände wurde in den anderen Besatzungszonen genauestens beobachtet und war wohl auch mit ein Grund für die ein Jahr später erfolgte Währungsreform von 1948 in den Westzonen. Die Saarländer fanden sich plötzlich in einer paradoxen Lage wieder. Einerseits froh, dass es spürbar „aufwärts“ ging, waren sie jedoch massiven Anfeindungen der Deutschen in den Besatzungszonen ausgesetzt. Währungsgewinnler war da noch die harmloseste Beleidigung.

Die französischen Behörden liessen sich bei der Währungsreform 1947 weitgehend von ihren positiven Erfahrungen im Saargebiet 1921 leiten, wobei die Umstellung diesmal zweistufig erfolgte. Die französischen Behörden ersetzten nicht einfach die Reichsmark durch den Saarfranken, und koppelten diesen an den Französischen Franc. Zu Recht befürchteten Sie eine Schwemme von Reichsmark aus den anderen Besatzungszonen. Daher bestimmten Sie in einem ersten Schritt den Gesamtbestand an Reichsmark im Saarland. Hierzu wurde die Saarmark (SM), unterteilt in 100 Saarpfennig (Pf.), eingeführt. Es fand am 16. Juni 1947 ein Zwangsumtausch 1:1 statt, der jedoch nur der im Saarland registrierten Bevölkerung offenstand. Vorausschauend war schon zwei Wochen zuvor der Postverkehr zwischen den Besatzungszonen und dem Territoire de la Sarre unterbunden worden (Postsperre); über diesen Kanal konnten keine Reichsmarkbestände von aussen eingeführt werden. Darüber hinaus wurden die ohnehin strengen Zollkontrollen an der Grenze zu den Besatzungszonen nochmals verstärkt.

Die Währungsumstellung auf Saarmark fand ihren Weg auch auf die Briefmarken. Ein Wert der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland wurde umgestaltet. Als die Druckerei Franz Burda in Offenburg im Oktober den Auftrag für den Nachdruck von 13 der ursprünglich 20 Werte der Originalausgabe erhielt, wurde beim 1 Mark-Wert als Währungsbezeichnung statt eines M ein SM als Kürzel für Saarmark verwendet.

1 Saarmark-Wert der 2. Offenburger Ausgabe (Neuausgabe SP46)

Die Druckerei hatte – wohl aus Materialknappheit – die Druckzylinder der Originalausgabe nicht eingelagert, sondern für andere Druckaufträge – wahrscheinlich für die Länderausgaben der Zone d’occupation française en Allemagne – wiederverwendet. Für den Auftrag aus Saarbrücken mussten nun erst neue Druckzylinder erstellt werden. Dabei wurden die Originalvorlagen aber auch die Farben je nach Wert mehr oder weniger stark verändert und so wurde aus der geplanten 2. Auflage eine 2. Ausgabe, mit hellerem Papier und hellerer Gummierung, die 2. Offenburger Ausgabe.

Die 2. Offenburger Ausgabe der Berufe und Ansichten aus dem Saarland hat nichts, aber auch gar nichts mit der leicht irreführenden Bezeichnung Saar II zu tun, die ihr insbesondere in deutschsprachigen Briefmarken-Katalogen finden könnt. Das war nicht immer so. Bis 1997 wurden die Werte der 1. Offenburger Ausgabe in deutschsprachigen Katalogen wie dem Michel-Katalog mit römisch I und die Werte der 2. Offenburger Ausgabe bei gleicher Katalognummer zur Unterscheidung mit römisch II gekennzeichnet. Beipiel:

  • 1. Offenburger Ausgabe 2 Pfennig-Wert: Mi. 206 I
  • 2. Offenburger Ausgabe 2 Pfennig-Wert: Mi. 206 II

Seit etwa 1998 findet ihr in deutschsprachigen Katalogen die Werte der 2. Offenbacher Ausgabe nicht mehr als Typ unter den Hauptnummern, sondern unter den Katalognummern Saar II – korrekte Bezeichnung ist Malstatt-Burbacher Druck – mit dem Zusatz fA für fehlender Aufdruck gelistet. Für mich eine sehr fragwürdige Änderung.

Was genau ist der Malstatt-Burbacher Druck? Hier bin ich euch eine Erklärung schuldig.

Am 13. Oktober 1947 begann die Druckerei Burda mit dem Druck der 2. Offenburger Ausgabe in hoher Stückzahl (zwischen 2 und 6 Millionen Stück pro Wert). Bereits am 24. Oktober 1947 wurden die ersten drei Werte und am 12. November 1947 weitere drei Werte an die Postdirektion Saarbrücken ausgeliefert. Zur allgemeinen Ausgabe über die Postschalter sind jedoch nur zwei dieser sechs Werte gelangt. Weshalb? Eine politische Volte, die auch unser Beitragsthema, das Bildmotiv Saarschleife, nicht unberührt liess.

Mittwoch, 20. November 1947. Tag X im Territoire de la Sarre. Die Saarmark, die – wir erinnern uns – am 16. Juni 1947 als alleiniges gesetzliche Zahlungsmittel im Saarland eingeführt worden war – wird durch den Saarfranken ersetzt. Der Umtausch erfolgt im Verhältnis 20:1 (20 Franken entsprechen 1 Saarmark). Der Wechselkurs des Saarfranken zum Französischen Franc ist 1:1. Eine Übergangsfrist für gemeldete Guthaben und Werte in Saarmark bis zum 15. Januar 1948 wird gewährt. Der Französische Franc wird faktisch offizielle Währung im Saarland. Fakt ist aber auch: Die Versorgungslage verbesserte sich so schnell, dass sich viele Einwohner des Saarlandes fragten, wo die vielen Waren über die letzten 2 ½ Jahre gehortet worden waren.

Des einen Freude, des anderen Frust. Was sollte nun mit den schon gedruckten und den weiteren bei Burda bereits in Auftrag gegebenen Briefmarken geschehen? Die benötigten Druckzylinder waren weitgehend geätzt, alles war bereit. Neue Marken in Frankenwährung zu gestalten, dazu fehlte die Zeit. Eine von den französischen Behörden bereits 1921 damaligen Völkerbund-Mandatsgebiet erfolgreich erprobte Technik bot die naheliegende Lösung: ein Überdruck der bestehenden Marken mittels Buchdruck. Die Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei wurde beauftragt, die benötigten Werte aus den Restbeständen der Originalausgabe sowie den Marken der Neuausgabe zu überdrucken. Die streng geheimen und unter hohem zeitlichen Druck ausgeführten Arbeiten wurden von saarländischen und französischen Postbeamten über- sowie der Polizei bewacht. Der Malstatt-Burbacher Druck war geboren. Auf den Stichtag 20. November 1947 wurden die wichtigsten Wertstufen vorbereitet:

  • 2 Franc auf 12 Pfennig (Drucksache bis 20 g)
  • 3 Franc auf 15 Pfennig (Mischsendungen bis 30 g, illustrierte Postkarten)
  • 6 Franc auf 24 Pfennig (Briefe bis 20 g, Drucksachen bis 100 g, alle Postkarten inkl. Ausland)

Durch Kombination dieser drei Werte konnten weitere Portotarife abgedeckt werden. Die restlichen Werte wurden am 27. November 1947 resp. am 6. Dezember 1947 ausgegeben. Am Nikolaustag 1947 erschien auch der Wert 50 Franc auf 1 M/SM mit dem Bildmotiv Saarschleife.

Malstatt-Burbacher Druck auf Originalausgabe (Typ I, SP59 I)
Malstatt-Burbacher Druck auf Neuausgabe (Typ II, SP59 II)

Die obere Marke entstammt aus den Restbeständen der Originalausgabe. Zu erkennen an dem gelblichen Papier und der Währungsbezeichnung M für (Reichs-) Mark. Die überdruckten Marken aus den Restbeständen der Originalausgabe werden auch als Urdrucke oder Altdrucke bezeichnet. Die untere Marke ist dagegen ein Überdruck der Neuausgabe, ersichtlich an dem fast weissen Papier und der Währungsbezeichnung SM für (Saar-) Mark.

Weitere Unterscheidungsmerkmale sind neben dem verwendeten Papier auch die unterschiedlichen Gummierungen sowie die verwendeten Farben. Zwar sind beide Marken in der Farbe Dunkelgrün gedruckt, doch mit unterschiedlichen Tönungen, die nicht allein auf das unterschiedliche Papier zurückzuführen sind.

Das Saarhandbuch notiert für die Marke der Originalausgabe als Farbe „dunkelgrün“ und hält für die Marke der Neuausgabe lakonisch fest: „keine Farbänderung“. Der Michel Saar-Spezial 2017 gibt – seit mindestens 15 Jahren unverändert – für beide Marken als Farbe „schwärzlichgraugrün“ an. Darunter kann sich kein mir bekannter Mensch eine konkrete Farbe vorstellen, aber dazu gibt es ja den hauseigenen Michel Farbenführer. Im Michel Deutschland Spezial Katalog von 1996 waren für die beiden Mark-Werte der 1. und 2. Offenburger Ausgabe wie auch für den 50F-Wert des Malstatt-Burbacher Drucks (MBD) noch unterschiedliche Farben katalogisiert:

  • 1 Mark Originalausgabe: „dkl’grün“
  • 1 Mark Neuausgabe: „blaugrün“
  • 50F MBD I auf Originalausgabe (Mi. 238a): „dunkelgrün“
  • 50F MBD II Neuausgabe (Mi. 238b): „blaugrün“

Ich frage mich nur, wieso diese Änderung? Die Farben der Marken haben sich doch seit dem Druck im Jahr 1947 ja nicht geändert.

Die Verwendung der Saarschleife als Motiv für Briefmarken ging auch nach 1947 munter weiter. Die Post- und Telegraphenverwaltung des Saarlandes (Abkürzung P.T.T., wie in der Schweiz oder Frankreich) brachte am 1. April 1948 die erste Briefmarkenausgabe des Saarlandes Wiederaufbau des Saarlandes an die Schalter. Die Luftpostmarken zu 25, 50 und 200 Francs zeigen den Schatten eines Flugzeuges über der Saarschleife.

Das verwendete Motiv ist nicht einfach als Saarschleife zu erkennen. Wie bei dem 5 Pfennig-Wert von 1921 wurde ein anderer Blickwinkel gewählt, als der vom Aussichtspunkt Cloef auf den Scheitel der Flussschleife. Eine Postkarte aus der Zeit vor 1938 und eine meiner eigenen Aufnahmen hilft uns, den Standort des Betrachters zu bestimmen.

Aufnahme des Autors 2014©

Der Betrachter steht links auf der Aussichtsplattform und schaut Richtung Merzig-Besseringen. Der Gestalter der Flugpostmarken, Albert Decaris, hat sich für seinen Entwurf deutlich mehr künstlerische Freiheit genommen, als Vytautas Kazimieras Jonynas für das Bildmotiv Grosse Saarschleife bei Mettlach.

Nun wurde es für viele Jahre ruhig um das Briefmarkenmotiv Saarschleife. Erst 1970, zur Nationalen Briefmarkenausstellung SABRIA 70 vom 29. April bis 3. Mai in Saarbrücken, gab die Deutsche Bundespost – die Post- und Telegraphenverwaltung des Saarlandes existierte nicht mehr – ein Postwertzeichen zu 30 Pfennig heraus, welches im Bildmotiv den 1 Mark-Wert von 1947 zeigte (sogenannte Marke in der Marke).

Wieder sollten viele Jahre ins Land ziehen, die Deutsche Bundespost gab es längst nicht mehr, bis die Deutsche Post AG am 14. September 2000 im Rahmen der Briefmarkenserie Bilder aus Deutschland das Motiv Saarschleife bei Mettlach wiederentdeckte.

Na, ja! Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Nun schlug die Stunde einer Privatpost. Die Saarriva, ein privater Postdienstleister im Saarland, gab am 29. November 2005 im Rahmen ihrer 1. Briefmarken-Kollektion den Wert L mit dem Motiv Saarschleife heraus. Da kann ich nur gratulieren.

Die Deutsche Post AG liess sich nicht lumpen und gab am 2. Januar 2007 aus Anlass des 50. Jahrestages der Aufgabe der Souveränität des Saarlandes eine Sondermarke zu 55 Eurocent heraus (selbstklebende und nassklebende Variante), die als Teil einer Kollage auch die Saarschleife zeigt.

nassklebende Variante
selbstklebende Variante

Das vorläufig letzte Kapitel der Saarschleife als Briefmarkenmotiv wurde 2016 von der Regierung des Saarlandes aufgeschlagen. Zum 1. Januar 2017 wurde in der Saarbrücker Staatskanzlei ein Briefmarkenset Individuell mit 10 Marken zu jeweils 70 Eurocent und mit limitierter Auflage ausgegeben. Neben vier vorgegebenen Motiven zur Geschichte des Saarlandes (als deutsches Bundesland) konnten die Saarländer im Oktober 2016 aus einer Reihe von Motiven ihre Favoriten bestimmen. Für mich wenig erstaunlich fand die Saarschleife grossen Zuspruch in der Bevölkerung und somit ihren Eingang in das Markenset.

Habe ich in meiner Aufstellung eine Marke oder ein Postwertzeichen nicht aufgeführt? Verfügt ihr über weitere oder exaktere Informationen? Oder sollte mir ein Fehler unterlaufen sein? Bitte kontaktiert mich via E-Mail. Ich danke euch im Voraus für eure Unterstützung.

Bis dann

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(1) Die Gewohnheit, Briefmarkenausgaben der Saarregion nach ihrem Druckort zu benennen, geht auf den französischen Philatelisten und Autor L. Belini zurück. In seinem Werk Études sur les timbres-poste de la Sarre (1920-1935), erschienen von November 1935 bis Dezember 1938 in 21 Artikeln (en suite) des im renommierten und heute noch erscheinenden Magazin L’Echo de la Timbrologie, bezeichnet er die erste Briefmarkenausgabe für das Territoire du Bassin de la Sarre als Première émission de Paris valeur en Mark et Pfennig und als Galerie des Tableaux.

Die Artikel findet ihr in den nachstehenden Ausgaben von L’Echo de la Timbrologie:

  1. No. 957, 15. Novembre 1935 
  2. No. 958, 30. Novembre 1935 
  3. No. 959, 15. Décembre 1935 
  4. No. 960, 31. Décembre 1935 
  5. No. 961, 15. Janvier 1936 
  6. No. 962, 31. Janvier 1936 
  7. No. 965, 15. Mars 1936 
  8. No. 967, 15. Avril 1936 
  9. No. 969, 15. Mai 1936 
  10. No. 970, 31. Mai 1936 
  11. No. 972, 30. Juin 1936 
  12. No. 1008, 31. Décembre 1937 
  13. No. 1009, 15. Janvier 1938 
  14. No. 1010, 31. Janvier 1938 
  15. No. 1012, 28. Fevrier 1938 
  16. No. 1014, 31. Mars 1938 
  17. No. 1015, 15. Avril 1938 
  18. No. 1016, 30. Avril 1938 
  19. No. 1026, 30. Septembre 1938 
  20. No. 1030, 30. Novembre 1938 
  21. No. 1031, 15. Décembre 1938