Ortstermin (V) – Museum für Kommunikation Bern

Hallo

In einem vorhergehenden Beitrag hatte ich auf die Ausstellung im Berner Museum für Kommunikation zum Jubiläum „175 Jahre Schweizer Briefmarken“ hingewiesen.

Ich möchte es nicht versäumen, den Bericht zu meinem Ausstellungs-Besuch vom 21. März nachzuliefern.

Das vollständig behindertenzugänglich eingerichtete Museum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos zu erreichen. Regionalzüge erreichen Bern aus allen Landesteilen im 1/2-Stunden-Takt und das Tram zum Museum fährt alle 8 Minuten ab Bern Hauptbahnhof.

©Projekt Saarphilatelie.com

Der Museums-Eintritt von SFr. 15,00 (ca. € 13,00) ist moderat und für die umfangreiche Ausstellung mehr als gerechtfertigt.

©Projekt Saarphilatelie.com

Auch ohne die Sonderexponate der inzwischen beendeten Ausstellung EXTREM – 175 Jahre Schweizer Briefmarken beherbergt das Museum für Kommunikation im 2. Untergeschoss eine der grössten philatelistischen Sammlungen weltweit. Ein philatelistisches Feuerwerk für alle.

Hier einige Trouvaillen der Ausstellung die neben Briefmarken, kunstvoll gestalteten Briefmarkenalben, einer Plakatsammlung zu philatelistischen Themen auch viele Exponate und Informationen zu Briefmarkenherstellung sowie dem Brieftransport durch die Jahrhunderte umfasst.

Zürich 4 ©Projekt Saarphilatelie.com
Einzig erhaltene Mischfrankatur „Zürich 4“ mit „Zürich 6“. Das Einschreiben lief von Greifensee nach Wildberg und ist korrekt frankiert: 6 Rp. für Porto plus 10 Rp. Einschreibegebühr ©Projekt Saarphilatelie.com
6er-Block der „Zürich 6“. Ein Vermögen auf wenigen Quadratzentimetern Altpapier ©Projekt Saarphilatelie.com
6 Basler Tauben (Einzelmarken) auf einem Schreiben von Basel nach Kreuzlingen; nach Posttarif vom 1. Oktober 1849 portogerecht für den 3. Briefkreis frankiert mit 15 Rappen; gelaufen am 23. Oktober 1850 ©Projekt Saarphilatelie.com
Original Druckzylinder ©Projekt Saarphilatelie.com
Kunstvoll verzierte Briefmarkenalben aus dem Fin de Siècle ©Projekt Saarphilatelie.com
Ausstellungsplakat des Fin de Siècle für eine internationale Briefmarkenausstellung in Genf vom 8.-23. August 1896 ©Projekt Saarphilatelie.com
Eine der vielen interaktiven Stationen zum Brieftransport durch die Jahrhunderte ©Projekt Saarphilatelie.com
Bahnpostwagen ©Projekt Saarphilatelie.com

Wann werdet ihr das Museum für Kommunikation in Bern besuchen?

Bis dann

Ortstermin (IV) – Lanaphil im Südtirol

Hallo

Heute schreibe ich über meinen Besuch auf der Lanaphil, der grössten internationalen Sammlerbörse im Südtirol, die dieses Jahr am 8. April stattfand.

Selbstverständlich ist so eine Reise ins Südtirol nicht nur wegen der Philatelie ein Genuss, sondern auch, weil es nach dem Winter eine Reise in den Frühling ist. Hier einige Impressionen aus Meran und Dorf Tirol.

  

  

Wenn ihr mich fragt, wie gross die Sammlerbörse Lanaphil ist, würde ich den Vergleich mit der Briefmarkenbörse Villingen-Schwenningen ziehen. Auf der Lanaphil geht es im Gegensatz zu VS jedoch vielsprachig zu: Italienisch vermischt sich mit Tirolerisch, Schweizerdeutsch, Deutsch und Österreichisch.

Ihr findet findet auf der Lanaphil insbesondere Briefmarken, Banknoten und Münzen aus Österreich, Italien und Deutschland. Wir Schweizer haben hier etwas das Nachsehen.

Zubehör suchte man dieses Jahr vergeblich. Ein Vertreter des Austria Netto Kataloges (ANK) hatte seinen Weg nach Lana gefunden. Vielleicht lag es daran, dass „Weisser Sonntag“ war und in vielen katholischen Gegenden Kinder die Erstkommunion erhielten; inklusive der anschliessenden Familienfeier. Dennoch war die Börse ausnehmend gut besucht.

Wer von euch nun Lust auf mehr bekommen hat, der hat am 21. Oktober dieses Jahres  die Gelegenheit. Dann findet die nächste Lanaphil statt.

Hier durchsuche ich einen Stapel Belege. Beachtet das T-Shirt mit dem Logo des Projekts Saarphilatelie.com sowie den Dog-Tag mit der Flagge des Saarlands.

Welche Belege ich an der Lanaphil fand, werde ich in einem kommenden Beitrag erzählen.

Bis dann

Ortstermin (III) – Ausstellung 175 Jahre Schweizer Briefmarken

Hallo

Aktuell zeigt das 2017 komplett neu gestaltete Museum für Kommunikation in Bern eine für Philatelisten und Briefmarkensammler gleichermassen interessante Sonderausstellung.

Extrem – 175 Jahre Schweizer Briefmarken

Extrem steht hierbei für:

    • extrem früh, da mit Zürich (1843), Genève (1843) und Basel (1845) die Schweiz gleich mit drei Kantonen unter den weltweit ersten Briefmarkenländern vertreten ist
    • extrem wertvoll, die Ausstellung zeigt einige der seltensten Briefmarken und Belege aus den Anfängen der Schweizer Philatelie
    • extrem komplex, da die Herstellung von Briefmarken vom Anlass über den Entwurf, die Herstellung bis zur Ausgabe an den Postschaltern ein sehr aufwendiger und facettenreicher Prozess ist
    • extrem leidenschaftlich, da das Sammeln von Briefmarken von den Philatelisten oft mit sehr viel Aufwand und Zeit betrieben wird

Zu der Ausstellung wird ein reiches Rahmenprogramm geboten:

Bern, die Schweizer Bundesstadt in der Aareschleife, ist mit oder ohne Briefmarkenausstellung immer eine Reise wert.

Bis dann

Ortstermin (II) – Museum für Kommunikation Berlin

Hallo

„Berlin ist eine Reise wert“, versucht uns die Tourismusindustrie einzuflüstern. „Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin“, singen Marlene Dietrich und Hildegard Knef. Das Berlin eine Reise wert ist, stimmt, aber wirklich nur eine Reise. Von einer weiteren Reise rate ich dringend ab. Wer mir nicht glaubt, soll einmal mit der Ringbahn um Berlin fahren und die Augen, Ohren und die Nase offenhalten. Oder den Alexanderplatz besuchen. Egal ob bei Tag oder Nacht. Genauso warne ich davor, seinen Koffer unbeaufsichtigt in Berlin zu lassen. Den sehen Sie schon nach einer Minute niemals wieder.

Item. Ich werde über meinen Besuch im Museum für Kommunikation, dem ehemaligen Reichspostmuseum, berichten. Berlin beherbergt so viele Museen, dass man geneigt ist, Berlin als ein einziges Museum anzusehen. Selbst die aktuell kommissarisch oder auf Amtsdeutsch geschäftsführende Kanzlerin hat schon museumsreife 12 Dienstjahre auf dem Buckel und kann sich – falls die GroKo zustande kommt und unter ihrer nominellen „Führung“ die laufende Legislaturperiode übersteht, im Kanzlermuseum neben den politischen Bleigewichten Adenauer und Kohl einreihen.

Als ich, aus der Schweiz einschwebend, auf dem Flughafen Berlin-Tegel landete, besuchte ich genau besehen bereits das erste Berliner Museum.

Ehemals Luftschiffhafen Reinickendorf, dann Raketenschiessplatz Tegel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den Franzosen – Tegel liegt im ehemals französischen Sektor Berlins, womit ein Bezug zur Saarphilatelie vorhanden ist – auf dem Gelände ein Flugplatz mit der längsten Landebahn Europas aus dem Boden gestampft und sofort für die Berliner Luftbrücke und danach bis 1994 als Militärflugplatz genutzt. Seit 2012 hat der Flughafen Berlin-Tegel keine reguläre Betriebsbewilligung mehr, denn er sollte schon längstens geschlossen und rückgebaut sein. Tja. Die Frage, wann respektive ob überhaupt der neue Hauptstadtflughafen für den regulären Flugverkehr eröffnet wird, ist vergleichbar mit der Frage, wann der erste Mensch den Mars betreten wird. Ich tippe mal, dass zuerst ein Mensch auf dem Mars landen wird.

Das Museum für Kommunikation befindet sich an der Leipziger Strasse, unweit von Bundesrat und Finanzministerium. Gegründet wurde es am selben Ort als Reichspostmuseum. Veranlasst hatte dies der deutsche Generalpostdirektor und spätere Generalpostmeister und Staatssekretär im Reichspostamt Heinrich von Stephan (1831-1897). Der Auftrag des Museums war und ist: „die Entwicklung des Verkehrswesens von den Völkern des Altertums beginnend bis zur neuesten Zeit kulturgeschichtlich zu veranschaulichen.“ Darunter lässt sich wahrlich sehr viel verstehen resp. sammeln.

Das schon kurz nach seiner Gründung weltbekannte und – zuvor unvorstellbar – für alle Bürger zugängliche Reichspostmuseum sollte nach dem Willen des weltbekannten Briefmarkensammlers Philipp von Ferrary seine umfangreiche Generalsammlung erben und ausstellen. Diese Generalsammlung umfasste fast alle Preziosen der Philatelie. Der Erste Weltkrieg und seine Folgen verhinderten dies.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung des Reichspostmuseums auseinandergerissen und das Gebäude wie auch die verbliebenen Exponate durch Bomben und Häuserkampf zerstört. Viele Stücke gingen in den Nachkriegswirren verloren resp. wurden gestohlen. Der Standort an der Leipziger Strasse befand sich nach Kriegsende im sowjetischen Sektor Berlins unweit vom Checkpoint Charlie. Die DDR richtete ab Mitte der 50er-Jahre dort ein kleines Postmuseum ein und begann in den 80er-Jahren in lobenswerter Weise, dass geschichtsträchtige Gebäude des Reichspostmuseums wiederaufzubauen. Das Postmuseum der BRD entstand ab 1958 in Frankfurt am Main.

Auf dem Gebiet des vereinigten Deutschlands existierten 1990 zwei Postmuseen (DDR und BRD) eine Reihe von regionalen Postmuseen sowie mehrere grössere wie auch kleinere Sammlungen. Im Zuge einer Reform der Deutschen Post wurden diese in der Museumsstiftung Post- und Telekommunikation zusammengeführt.

Museums-Struktur heute:

Ich stand nun zusammen mit meiner Frau vor dem imposanten Gebäude und danach vor der ebenso imposanten zweiflügligen Eingangstür aus zentimeterdickem, massivem, dunklem Holz. Die Türklinke auf Augenhöhe – ich bin nicht gerade kleinwüchsig – ist von kleineren Personen nicht zu erreichen. Die schwere Tür zu öffnen und wieder zu schliessen, wie es ein Schild im preussischen Befehlston verlangt, bedarf einiger Kraft. Von modernen Öffnungsmechanismen weit und breit keine Spur.

Drinnen gelangt man nach einer Luftschleuse in den Museumsshop mit Eintrittskasse. Das Museum wirkt hell und freundlich. Das Personal ist ebenfalls freundlich und hilfsbereit. Auf die Architektur gehe ich nicht gross ein, davon verstehe ich nichts. Ich kann eine korinthische Säule nicht von einer ägyptischen Mumie unterscheiden. Die Sammlungen verteilen sich auf vier Stockwerke inkl. Untergeschoss. Die oberirdischen Stockwerke sind offene Galerien, die einen grosszügig angelegten, geschossenen Lichthof mit schöner Glaskuppel umschliessen. Auf dem Lichthof rollen drei Roboter und ein gelber Gummiball umher. Ich fragte mich unwillkürlich: „Ist das Kunst oder kann das weg?“

Was können wir im Museum für Kommunikation entdecken, betrachten? Im Untergeschoss befindet sich die sogenannte Schatzkammer. Ein stark abgedunkelter Raum mit sehr dunklem Bodenbelag, in welchem schemenhaft etwa zwei Dutzend ohne erkennbares Muster verteilte schwarze Säulen erkennbar sind. Der Raum ist nichts für Menschen mit einem Hang zur Klaustrophobie. Nähert man sich einer der Säulen passiert nichts. Gar nichts. Erst wenn man zufälligerweise an die „richtige“ Stelle der Säule gelangt, erleuchtet schwaches, schummriges Licht irgendwelche Gegenstände, die hinter Glas in einem minimalistischen Kabinett liegen, und eine Stimme beginnt, einen Text aufzusagen. Mir ist von den „Preziosen“ aus den verschiedenen Bereichen der Kommunikation fast nichts im Gedächtnis haften geblieben, ausser der blauen Sammlung und der Gscheidle-Postkarte an die Zigarettenfirma Reemtsma. Die blaue Sammlung ist ein kleines Holzbrett oder eine Pappe – so genau war das bei der schummrigen Beleuchtung, die einem Sexkino der 60er-Jahre zur Ehre gereicht hätte, nicht zu erkennen. Darauf aufgeklebt (!) Exemplare von Blauer Mauritius und Hawaiian Missionaries – ich gehe davon aus, dass es sich um Nachbildungen resp. Faksimiles handelte.

Die Sammlungen auf den oberirdischen Stockwerken sind dagegen sehr gut ausgeleuchtet. Interessant fanden wir die Exponate zur Technik der Telekommunikation, zur Postbeförderung – besonders beachtenswert ist die Rohrpost – und zu den Poststempeln.

Der Autor vor der Sammlung mit Postkästen aus allen Perioden.

Zu Briefmarken und Belegen fanden wir nicht viel. Ein sehenswertes Exponat zu den diversen Postkriegen war hier die Ausnahme von der Regel.  Ich nehme an, dass das Archiv der Philatelie in Bonn in dieser Hinsicht mehr zu bieten hat.

Viel wird getan, um den Museumsbesuch auch für Kinder erkenntnisreich zu gestalten, auch wenn dies den „ernsthaften“ Betrachter in seiner Konzentration oder Kontemplation stört.

Mit 5 Euro für Erwachsene und 3 Euro reduziert, fällt der Eintrittspreis sehr moderat aus. Ich führe dies auf die Trägerschaft durch die Museumsstiftung zurück.

Für den Eintritt erhält der Besucher einen farbigen Aufkleber, der gut sichtbar auf der Kleidung anzubringen ist. Nach Verlassen des Museums findet dieser Aufkleber seinen Weg auf die umliegenden Ampelmasten und Rückseiten von Strassenschildern. Da offensichtlich an verschiedenen Tagen verschiedenfarbige Aufkleber verwendet werden, sind die Ampelmasten alle schön bunt beklebt.

Ich kann euch sagen, ich war froh, als unser Flieger am Montag wieder in Kloten aufsetzte.

Der Besuch im Museum für Kommunikation Berlin war der Auftakt einer Serie von Besuchen ähnlicher Einrichtungen. Der nächste Ortstermin findet am 20. März im Schweizerischen Museum für Kommunikation in Bern statt. Dieses wurde im letzten Jahr umgebaut und die Ausstellung modernisiert. Vom 2. März 2018 bis zum 8. Juli 2018 wird dort eine Sonderausstellung anlässlich „EXTREM – 175 Jahre Schweizer Briefmarken“ gezeigt. Ich werde an dieser Stelle über meinen Besuch in Bern berichten.

In Planung ist ebenfalls ein Ortstermin im Archiv für Philatelie in Bonn. Der Termin steht jedoch noch nicht fest.

Bis dann

 

Ortstermin (I) – Museum für Kommunikation Berlin

Hallo

Ich bin soeben von einem Besuch des Museums für Kommunikation, des früheren Reichspostmuseums, zurückgekehrt.

Von diesem Besuch, der Geschichte des Museums und weiteren geplanten Reisen zu philatelistisch bedeutsamen Stätten werde ich im kommenden Beitrag berichten.

Bis dann