Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (5/2022)

In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 5/2022 ist auf Seite 30f der fünfte Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Der Beitrag behandelt die Feldmerkmale des 10 Pfennig-Werts sowie die abenteuerlich anmutende Beschaffung von Tiefdruckfarben durch Franz Burda kurz nach Kriegsende.

Die Inhalte und Ziele der Beitragsserie habe ich hier beschrieben.

Bis dann

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#saarphilatelie

Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (4/2022)

Hallo

In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 4/2022 ist auf Seite 29ff der vierte Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Die Inhalte und Ziele der Beitragsserie habe ich hier beschrieben.

In der Ausgabe 3/2022 hatte Herbert Fischer auf Seite 40f anhand eines Belegs einen Beitrag zum Original Eau de Cologne geschrieben. In der aktuellen Ausgabe 4/2022 doppelt nun auf Seite 36f Dr. Winfried Leist nach. Dies nehme ich zum Anlass, ebenfalls einen Beleg der Johann Maria Farina-Korrespondenz beizusteuern. Hierzu mehr im kommenden Blog-Beitrag.

Bis dann

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#saarphilatelie

Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (3/2022)

Hallo

In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 3/2022 ist auf Seite 38f der dritte Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Die Inhalte und Ziele der Beitragsserie habe ich hier beschrieben.

Ein weiterer Beitrag zur Saarphilatelie findet sich auf den Seiten 20ff. Herbert Schumacher beschreibt auf vier Seiten kompetent und unterlegt mit aussagekräftigen Illustrationen den Weg zur und die Durchführung der IMOSA 1952. Die IMOSA – Internationale Motiv-Briefmarken Ausstellung Saarbrücken – war nach der IBASA 1950 bereits die zweite grosse internationale Briefmarkenausstellung, welche im damals souveränen Saarland stattfand.

Die Deutsche Briefmarken Revue ist diesen Monat für Saar-Sammler ein lohnender Kauf.

Bis dann

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#saarphilatelie

Saarphilatelie in DBZ 2-3/2022

Hallo

Das aktuelle Doppelheft der Deutschen Briefmarken-Zeitung (DBZ) widmet dem 75. Jubiläum der Erstausgabe saarländischer Briefmarken einen vierseitigen Beitrag mit dem Titel: Bezahlen in Francs.

Geschrieben hat den lesenswerten Beitrag der bekannte Philatelie-Journalist und Saarsammler Thorsten Berndt. Auf der zweiten Seite „stolperte“ ich jedoch über eine Aussage zur Ähnlichkeit der Bildmotive der SAAR I mit denen der Länderausgabe der Französischen Zone. Berndt schreibt:

Damit machte das Saarland gewissermassen den Auftakt der Länderausgaben, denn in Baden und Rheinland-Pfalz erschienen die ersten Marken im Mai, in Württemberg sogar erst im Juni. Politisch stimmt der Vergleich natürlich nicht, da das Saarland aus der Französischen Zone ausgegliedert war. Die Ähnlichkeiten der Erstausgaben sind jedoch frappierend.(1)

Die Ähnlichkeit der Bildmotive sind aus zwei Gründen nicht so erstaunlich, wie es Thorsten Berndt darstellt.

    • Gestalter der Bildvorlagen ist in allen Fällen der international renommierte Künstler und Kunstbeirat der französischen Militärregierung Vytautas Kazimieras Jonynas (1907-1997).
    • Auftraggeber ist in allen Fällen die P.T.T. de la Zone d’occupation française en Allemagne, vertreten durch deren Directeur Raymond Croze (1908-1978) und in künstlerischen Fragen beraten durch die Sous-Diréction des Beaux-Arts in Baden-Baden.

Bis dann

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Anmerkungen

(1) Das Saarland war zu Beginn des Jahres 1947, als die Marken der SAAR I verausgabt wurden,

    • seit Februar 1946 nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat, der obersten Besatzungsbehörde für das besetzte Deutsche Reich unterstellt
    • im April/Oktober 1946 mit Billigung der Westalliierten aus der Französischen Besatzungszone ausgegliedert worden
    • seit Dezember 1946 Teil des französischen Zollgebietes
    • de facto und de iure von Frankreich annektiert (die Annexion wurde mit der Souveränität des Saarlandes Ende 1947 und die darauf aufbauenden bilateralen Verträge zwischen dem Saarland und Frankreich aufgehoben)

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#saarphilatelie

 

Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (2/2022)

Hallo

In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 2/2022 ist auf Seite 32ff der zweite Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Die Inhalte und Ziele der Beitragsserie habe ich hier beschrieben.

Bis dann

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#saarphilatelie

Frisch geliefert (III) – 75 Pfennig X P

Hallo

Wie ihr wisst, beobachte ich den Markt rund um die Marken der SAAR I, der Originalausgabe der Freimarkenserie Berufe und Ansichten aus dem Saarland, sehr genau. Spoiler-Alarm: Dieser Beitrag benötigt mehr als 5 Minuten Lesezeit, weist einige Bilder auf und ist spannend!

Neulich „stolperte“ ich über ein Angebot eines unperforierten (geschnittenen) Exemplars des 75 Pfennig-Werts mit der selteneren Wasserzeichenorientierung F, also fallend. Solche Marken werden immer wieder einmal auf dem Markt angeboten. Es war jedoch nicht die Marke selbst, welche meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Es war der Text des zugehörigen Befunds. Ausgestellt 2015 durch den aktuellen Vereinsvorsitzenden des BPP, Christian Geigle. Dieser ist hauptberuflich Briefmarkenhändler. Meines Erachtens eine Interessenskollision, aber bekanntlich bei Briefmarken-Prüfern weit verbreitet. Doch um dieses Thema wird es hier nicht gehen.

Nachfolgend die Abbildung des der Befunds. Von Interesse ist allein die Vermutung des Prüfers zur Herkunft des Prüfstücks.

Es stammt aus Andruckbogen mit Druckzylinder, der vermutlich wegen Qualitätsmängeln beim endgültigen Auflagendruck durch einen neu angefertigten Druckzylinder ersetzt wurde.

Bei diesem Satz ging mir sofort durch den Kopf: „Wie hat Christian Geigle das so genau bestimmt, dass er seine Vermutung in einen offiziellen Befund schreibt? Welche Quellen liegen ihm vor?“ Und als nächstes: „Welchen Nutzen hat diese schriftlich festgehaltene Vermutung des Prüfers für den Auftraggeber?“ „Oder gab es vielleicht nur einen Nutzen für den Prüfer?“

Ich bin sicherlich kein Detektiv oder Kriminalkommissar. D0ch eines weiss ich durch die langjährige Beschäftigung mit der Ausgabe SAAR I: Die Produktionsunterlagen sind im Archiv des Burda-Verlags entweder tatsächlich nicht mehr vorhanden oder werden Rechercheuren als nicht mehr vorhanden deklariert. Meine Neugierde war jetzt geweckt. Ich beschloss, finanziell tief in die Tasche zu greifen und erwarb nicht bloss dieses Stück, sondern bei einem anderen Händler ein unperforiertes waagerechtes Pärchen dazu.

Hier die Abbildungen (jeweils Vorder- und Rückseite), zuerst die Mi. 222 X P und dann das waagerechtes Pärchen Mi. 222 X U:

Es ist offensichtlich, diese Marken haben schon 75 Jahre „auf dem Buckel“. Die Wasserzeichenorientierung ist jeweils F, also fallend. Beide Exemplare sind unperforiert.

Wo ist nun der Unterschied zwischen den beiden Varianten P und U? Wo der Unterschied zu ganz normalen Exemplaren des 75 Pfennig-Werts mit Wasserzeichenorientierung F oder S? Wir wissen, das verwendete Papier hatte keinen Einfluss auf das Druckbild.

Ihr wollt nun sicherlich wissen, was mich gerade umtreibt, richtig? Versetzt euch in die Zeit kurz nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland. Alles ist Mangelware. Wenn ich schreibe Alles, dann meine ich Alles. Alles ausser Hoffnung und Hunger. Es ist für mich unvorstellbar, dass nach den bereits erfolgten Probedrucken für das Gut zum Druck die bereits manuell geätzte Ballardhaut (Kupferbeschichtung) eines kompletten Formzylinders mal so einfach verworfen wurde. Dass der stählerne Zylinder zurück ans  Werk geschickt wurde mit dem Vermerk: „Bitte neu beschichten!“ Die Druckerei Franz Burda in Offenburg selbst war zu einer Galvanisierung von Formzylindern nicht eingerichtet.

Darüber hinaus wissen wir: Der Chef der Druckerei hochpersönlich, Dr. Franz Burda, fährt 1946 einen LKW über eine Distanz von fast 800 km über kaputte Landstrassen und Zonengrenzen, um in Siegburg die Farben für den Briefmarkendruck zu erhalten. Der Strom für die Druckmaschine Palatia O, die Schnellpresse Typ Rex, die Flachperforiermaschine Titan und das Licht, Kohlen für die Heizwärme in diesem Jahrhundertwinter, unverzichtbare Lösungsmittel, Säuren, Papierbogen … für die Druckerei in Offenburg gibt es dies alles bloss auf Zuteilung, auf Ration. Aber einen aufwendig manuell geätzten Formzylinder lässt man einfach mal neu beschichten?

Ich glaube das nicht!

Von der Herstellung der 2. Offenbacher Auflage, der Neuauflage der SAAR I vom Herbst 1947, wissen wir, dass die wenigen für die SAAR I verwendeten Formzylinder nicht aufbewahrt wurden, sondern mit einer neuen Ballardhaut versehen umgehend für den Druck der Länderausgaben Französische Zone wiederverwendet wurden. Dies jedoch nicht wegen eines misslungenen Probedrucks, sondern um mit den wenigen vorhandenen Formzylindern ganze Auflagen neuer Briefmarkenbogen herzustellen.

Noch etwas macht mich in diesem Zusammenhang stutzig. Der MICHEL DSK 1996 (1) führt bei der SAAR I keine Probedrucke auf. Dafür einige Werte mit der Unternummer U = unperforiert (geschnitten). Im MICHEL Saar-Spezial-Katalog 2002 (2) sind dann neben den unperforierten Werten auch die Mi. 211, 212, 224 sowie 225 als Probedrucke (allesamt ohne Bewertung) aufgeführt. Dies bleibt im MICHEL Handbuch-Katalog Saar 2003 (3) und 2004 (4) nahezu unverändert. Der MICHEL DSK 2013 (5) katalogisiert zwar diverse ungezähnte Probedrucke auf „ungummierten Kartonpapier“, aber keinen Probedruck der Mi. 222 X/Y auf gummiertem Wasserzeichenpapier. Die Mi. 222 X P taucht – der Michel DSK 2014 liegt mir nicht vor – erst im MICHEL DSK 2015 (6) und im Michel Saar-Spezial 2017 (7) auf.  Wunder oh Wunder! Als einziger Probedruck sofort und bis heute als einziger mit einer Bewertung von  ** € 250 resp. aktuell ** € 200 (8).

Ist es Zufall, dass mein abgebildeter Befund von Christian Geigle aus dem Jahr 2015 stammt? War die örtliche Nähe zwischen Grünwald und Unterschleissheim für die umgehende Aufnahme einer neuen Unternummer im MICHEL ausschlaggebend? Honi soit qui mal y pense!

Nur, wie kann ich belegen, dass die testierte Mi. 222 X P nichts anderes ist, als eine Mi. 222 X U? Und dass dieses Exemplar nicht von einem hypothetischen zweiten Formzylinder stammt? Christian Geigle hat in seinem Befund seine Vermutung nicht belegt. Keine Hinweise gegeben. Keine Beweise vorgelegt. Er befindet und testiert.

Was wissen wir? Probedrucke, oder Essays wurden meiner Kenntnis nach nicht in Bogenform hergestellt, sondern sahen eher so aus:

Früher Probedruck in der Farbe Orange. Beachte: Der 24 Pfennig-Wert zeigt das Bildmotiv „Bäuerinnen bei der Feldernte“. Das Bildmotiv „Stahlwerker beim Abstich eines Hochofens“ ist nicht vertreten.

Auch die MICHEL-Kataloge schreiben bei den Probedrucken (Klb), also Kleinbogen. Es wurde Normal- resp. Kartonpapier verwendet, kein Wasserzeichenpapier. Wofür auch? Wasserzeichenpapier war rar und für die ersten, insbesondere für das Ausland bestimmten Werte (45 Pfennig Auslandspostkarte, 75 Pfennig Auslandsbrief; beide Gebührentarife gültig bis Mitte September 1947) vorgesehen. Der Druck der Probedrucke auf Normalpapier resp. Kartonpapier ist ebenfalls in den MICHEL-Katalogen festgehalten. Probedrucke wiesen darüber hinaus unten links – da waren die französischen Kontrolleure nicht ohne Grund paranoid – einen Aufdruck ungültig auf! Dies wurde mir u.a. von Dr. Ulrich Fingerhut, dem stv. Vorsitzenden der ArGe SAAR, bestätigt. Einen Aufdruck ungültig kann ich auf dem testierten Exemplar nicht erkennen.

Meine Meinung:

    • bei der Mi. 222 X P handelt es sich nicht um einen Probedruck
    • das Exemplar stammt von demselben Formzylinder wir der Rest der Auflage

Wie kann ich meine Meinung belegen? Im Gegensatz zu Christian Geigle, der testiert ohne zu erklären, muss ich meine Ergebnisse belegen. Daher werde ich in den kommenden Wochen dieses Exemplar:

    1. genau vermessen
    2. mit allen Bogenfeldern (A- wie B-Bogen) unter dem Stereo-Mikroskop vergleichen
    3. mit allen Bogenfeldern digitaloptisch vergleichen
    4. mein Netzwerk an befreundeten Sammlern um Bestätigung meiner Ergebnisse bitten

Sollten sich bei dieser Überprüfung identische Feldmerkmale finden und eine Feldzuordnung zu einem „regulären“ Bogenfeld zweifelsfrei möglich sein, wäre die Herstellung mittels eines vor Druckbeginn der Auflage vernichteten Druckzylinders widerlegt (9). Die Aussage von Christian Geigle, dass es sich bei dem testierten Exemplar um einen Probedruck handle, wäre hinfällig.

Da meine Frau und ich aktuell grenzüberschreitend umziehen, wird das Ergebnis meiner Untersuchungen einige Zeit auf sich warten lassen. Die wertvollen Analysegeräte sind wohl verpackt und warten in unserem alten Heim auf den Spediteur, während ich im neuen Heim bereits blogge. Es bleibt spannend.

Bis dann

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Anmerkungen

(1) MICHEL Deutschland-Spezial 1996, S. 539f

(2) MICHEL Saar-Spezial-Katalog 2002, S. 65

(3) MICHEL Handbuch-Katalog Saar 2003, S. 67

(4) MICHEL Handbuch-Katalog Saar 2004, S. 67

(5) MICHEL Deutschland-Spezial-Katalog 2013, Bd. 2, S. 765

(6) MICHEL Deutschland-Spezial-Katalog 2015, Bd. 2, S. 769

(7) MICHEL Saar-Spezial 2017, S. 90

(8) MICHEL Deutschland-Spezial-Katalog 2020, Bd. 2, S. 773

(9) Bei dem 1947 üblicherweise für die Herstellung von Formzylindern verwendete manuelle Ätzverfahren lässt die Herstellung eines identischen Klonsö nicht zu. Selbst dann nicht, wenn dieselbe Diapositivvorlage verwendet wird. Vgl. hierzu: Handbuch Feldmerkmale SAAR I, S. 39ff und 2338ff

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#saarphilatelie

Artikel in Deutsche Briefmarken-Revue (1/2022)

Hallo

In der Deutschen Briefmarken-Revue, Ausgabe 1/2022 ist auf Seite 40ff der erste Teil einer von mir verfassten, 20-teiligen Beitragsserie über die Feldmerkmale der SAAR I erschienen.

Die Beitragsserie verfolgt das Ziel, den Lesern das Sammelgebiet Feldmerkmale der SAAR I vorzustellen und den Hintergrund der Entstehung der 1. Offenburger Ausgabe (SAAR I), der 2. Offenburger Ausgabe sowie der Malstatt-Burbacher Überdruckausgabe (SAAR II) näherzubringen. Die Entstehungsgeschichte der Briefmarkenausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland ist auch für die Sammler der Französischen Zone interessant, wurden doch die verschiedenen Länderausgaben auf derselben Druckmaschine in derselben Druckerei hergestellt.

Die Beiträge behandeln aufeinander aufbauend verschiedene Themen rund um die Briefmarken, ihre Herstellung und ihre Feldmerkmale. Unter anderem:

    • die Drucktechnik, der Rotations-Rastertiefdruck
    • Feldmerkmale und ihre Ursachen
    • Druckdatum mit Komma und retuschiertem Komma
    • ein Wasserzeichen, zwei Orientierungen
    • Feldmerkmale in Teilauflage
    • Abklatsche
    • die Perforationsanomalie
    • ein oder zwei Formzylinder bei der Herstellung des 24 Pf.-Werts, eine offene Frage
    • die einzelnen Bildmotive
    • die Geburtsurkunden der SAAR I

Für Sammler, welche sich bereits mit der Saarphilatelie beschäftigen, ist selbstverständlich ebenfalls dabei.

    • Sämtliche Feldmerkmale, welche die aktuellen MICHEL-Kataloge für die SAAR I aufführen, sind in Farbe abgebildet. Einzige Ausnahme ist Mi. 211 IV, welches bekanntlich kein Feldmerkmal (Plattenfehler) ist.
    • Diverse Fehler bei den Unternummern der SAAR I in den MICHEL-Katalogen werden angesprochen und korrigiert.
    • Über alle Beiträge werden rund 100 Feldmerkmale mit Abbildung vorgestellt, welche bislang bloss im Handbuch Feldmerkmale SAAR I dokumentiert sind. Diese werden so einem breiteren Publikum bekannt und demnächst die eine oder andere Sammlung erweitern. Dazu beschreibe ich sehr viele wiederkehrende Feldmerkmale und Reihenmerkmale, die bislang unbekannt waren.
    • Die Sammler der SAAR I werden in verschiedenen Beiträgen anhand von Beispielen aufgefordert, an der aktuellen Forschung mitzuwirken.

Ich hoffe, mit dieser Beitragsserie wie mit meinem Handbuch Feldmerkmale SAAR I der Forschung zu diesem interessanten und spannenden Thema der Saarphilatelie neue Impulse zu geben.

Bis dann

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#saarphilatelie

Neues Feldmerkmal – 12 Pfennig Feld 77A (f)

Hallo

Die bereits umfangreiche Familie Feldmerkmale SAAR I hat ein weiteres Mitglied erhalten. Helle Stelle unten am R von SAAR auf Feld 77A, Teilauflage. Das Feldmerkmal ist ausschliesslich auf A-Bogen der frühen Druckphase vom 30. Dezember 1946 bis 3. Januar 1947 vorhanden.

     

Nachgewiesen auf diversen Einzelmarken, sowie auf mehreren Schalterbogen vom:

    • 30. Dezember 1946
    • 2. Januar 1947
    • 3. Januar 1947

Bis dann

 

Ich bedanke mich bei Winfried Gesellchen und Peter Falz, die mich zuverlässig und tatkräftig bei der Verifikation des Feldmerkmals unterstützt haben.

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#saarphilatelie

Das „Handbuch Feldmerkmale SAAR I“ erscheint in Kürze

Hallo

Es sind ziemlich genau 3 Monate seit meinem letzten Beitrag vergangen. Vielleicht habt Ihr euch gefragt, was der Hintergrund dieser langen Absenz war. In den letzten 6 Monaten habe ich ein Buch über die Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland mit Fokus auf den Feldmerkmalen der SAAR I geschrieben. Die letzten 3 Monate waren die „heisse“ Phase.

Einige Eckdaten

    • ca. 2’300 Seiten
    • 7’100 farbige Abbildungen
    • 946 Feldmerkmale, davon 446 bislang nicht dokumentiert
    • 931 Nebenmerkmale
    • 23 wiederkehrende Feldmerkmale, 5 Reihenmerkmale, 1 Zeilenmerkmal
    • Format: E-Book (PDF with individual and distinctive watermarks)
    • ca. 360 MB (passt auf jedes Smartphone)
    • «Horizonte-Erweitern» Buchverlag
    • ISBN: 978-3-952368-0-3
    • Preis: SFr. 54.90 / Euro 49.95

Das Handbuch Feldmerkmale SAAR I ist eine gute, illustrierte Ergänzung zu eurem Briefmarken-Katalog. Auf euer Smartphone geladen, könnt ihr es zum bequemen Nachschlagen auf Tauschabende und Briefmarken-Messen mitnehmen; der Begriff Handbuch erhält damit eine völlig neue Bedeutung.

Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt und wird durch einen sorgfältig zusammengestellten Anhang ergänzt. Im ersten Abschnitt gehe ich auf die Entstehung der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland, deren Herstellung, Bildmotive sowie Verwendung ein.

Im zweiten Abschnitt beschreibe ich in 20 durchgehend illustrierten Kapiteln die Feldmerkmale der einzelnen Werte der SAAR I. Jedem Wert ist eine ausführliche Einleitung sowie ein Überblick zu den beschriebenen Feldmerkmalen vorangestellt.

So sieht die Beschreibung eines Feldmerkmals aus.

Für die Feldmerkmal-Sammler habe ich im Anhang einen Sammel-Vorschlag, sozusagen den Baedeker zu den schönsten und auffälligsten Feldmerkmalen der SAAR I zusammengestellt. Dieser ist ebenfalls durchgehend illustriert und umfangreicher, als die von den MICHEL Briefmarken-Katalogen bekannten, etwa 100 Merkmale auf zwei Katalogseiten. Der Anhang enthält darüber hinaus wichtige Daten zu den Ausgaben der Berufe und Ansichten aus dem Saarland in Form von Tabellen, dazu grundlegende Informationen zum Rastertiefdruck, eine Kurzbiographie von Vytautas Kazimieras Jonynas, den Gestalter der Briefmarkenmotive, sowie eine ausführliche Bibliographie.

Falls ihr euch fragt, weshalb ich von dem schönen Titel Weisse Wolke über dem Storchennest abgerückt bin, dieser hätte das Handbuch in die Nähe so bekannter Autorinnen wie Lucinda Riley oder Sarah Lark gerückt. Das wäre dann aber das total falsche Genre.

Vorbestellungen für das Handbuch nehme ich gerne per E-Mail unter info(at)saarphilatelie.com entgegen. Die Auslieferung erfolgt, sobald das Handbuch in der Schweizer Nationalbibliothek und in der Deutschen Nationalbibliothek registriert wurde, was etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen wird.

Bis dann

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    #saarphilatelie

Basiswissen Philatelie (VIII) – Bogenrandsignaturen

Hallo

Heute wenden wir uns einem sehr interessanten Randgebiet der Philatelie zu: den Bogenrandsignaturen. Welche Aufdrucke und Angaben können wir auf den Rändern von Schalterbogen der ersten Briefmarkenausgabe für das Saarland finden?

Schauen wir uns einen Schalterbogen der 1. Offenburger Ausgabe einmal genau an.

Die Abbildung zeigt einen Schalterbogen des 75 Pfennig-Wertes bestehend aus zehn Reihen zu jeweils zehn Marken; insgesamt somit 100 Marken. Der Bogen ist im Bereich des Markenaufdrucks sowie am oberen Rand perforiert. Der Rest des Bogens, also der linke, der untere und der rechte Rand weisen keine Perforation auf.

Am oberen Rand des Schalterbogens sind über jeder der zehn Reihen Werte in der Farbe der Marken, im konkreten Fall Blau, aufgedruckt. Die Werte geben den Wert der in den Reihen vorhandenen Marken von links nach rechts addierend in Reichsmark – ohne Währungsangabe – wieder und werden als Reihenwertzähler bezeichnet. Die linke Reihe hat einen Wert von 7,50 RM, die zwei linken Reihen zusammen 15,00 RM usw. Der gesamte Bogen hat einen Wert von 75 RM. Die Postbeamten fingen mit der Trennung der Marken aus dem Schalterbogen in der Regel unten rechts an. Sie gaben also die Marken von unten nach oben und von rechts nach links aus. Am Abend konnte der Schalterbeamte bei der täglichen Bestandsaufnahme den Wert der verbleibenden Marken mit Hilfe des Reihenwertzählers rasch ermitteln. Beispiel: Es verbleiben sechs vollständige Reihen und drei Marken der siebten Reihe. Das ergibt 45 RM gemäss Reihenwertzähler der sechsten Reihe plus dreimal 75 Pfennig oder gesamt 47,25 RM. In Zeiten ohne Addiermaschine oder Taschenrechner ein nicht zu unterschätzendes Hilfsmittel.

Uns Briefmarkensammler helfen die Reihenwertzähler bei der Bestimmung des Bogenfeldes. Nehmen wir das Beispiel des 75 Pfennig-Wertes. Liegt und eine Marke mit anhängendem Reihenwertzähler 37,50 vor, wissen wir, dass es sich um eine Marke des Bogenfeldes 5 handelt.

Auch eine weitere Markierung auf dem abgebildeten Bogen half den Schalterbeamten bei der Bestandsaufnahme. Rechts oben finden wir die Zahl 59 in Handschrift notiert. Die Schalterbogen kamen in Stapeln zu den Poststellen und wurden häufig bei Erhalt von Hand durchnummeriert. Der unterste Bogen erhielt dabei die Nummer 1. Der Schalterbeamte wusste so jederzeit genau, wie viele vollständige Bogen eines Werts noch verblieben. Dies war sowohl für die rasche Bestandsaufnahme aber auch für die Steuerung von Nachbestellungen hilfreich. Diese Markierung wird auch handschriftlicher Bogenzähler genannt.

Wenden wir uns nun dem Unterrand des Schalterbogens zu.

    • Links unten die Bogennummer: der Buchstabe A, gefolgt von No der Zahl 416 und einem Stern resp. Rosette.
    • Rechts unten das Druckdatum: „Gedruckt am: 28. Dezember 1946“

Bogennummer und Druckdatum wurden nach dem Druck der Markenbögen in einem weiteren Arbeitsschritt mit einer Schnellpresse Typ Rex im Buchdruckverfahren aufgedruckt. Der linke Teil des Druckbogens (zwei Schalterbögen) erhielt bei diesem Arbeitsschritt den Buchstaben A mit fortlaufender Nummerierung, der rechte Teil des Druckbogens den Buchstaben B mit derselben Nummerierung. Die Druckerei Franz Burda verwendete rückwärts zählende Nummerierwerke. Das heisst, die früher gedruckten Bögen weisen höhere Bogennummern auf als die später gedruckten.

Beim Druck von Bogennummern und Druckdatum auf den Druckbögen des 75 Pfennig-Werts – dieser Wert wurde als erster der 20 Werte der 1. Offenburger Ausgabe an den Tagen 27./28./30. Dezember 1946 hergestellt – war das Nummerierwerk so eingestellt, dass bei kleineren Nummern keine voranlaufenden Nullen gedruckt wurden. Hierdurch kommen sowohl fünf-, vier-, drei-, und wahrscheinlich sogar zwei- und einstellige Bogennummern vor. Von zwei- und einstelligen Bogennummern liegen mir keine Exemplare vor.

Nachfolgend eine Bogennummer im Detail:

45 Pfennig-Wert, 4-stellige Bogennummer

Es handelt sich um die Bogennummer eines 45 Pfennig-Bogens. Schön zu erkennen: Das Zählwerk war auf vierstellige Nummern voreingestellt. Im Gegensatz zum 75 Pfennig-Wert jedoch mit voranlaufenden Nullen. Die Bogennummern sind somit immer vierstellig, z.B. 0092.

Die Aussage des Saarhandbuches, Kap. 402 S. 6, dass „die alten, für den Druck der 75 Pf verwendeten Nummerierwerke … für den Druck der übrigen Werte durch neue, fünfstellige Nummerierwerke ersetzt [wurden]“, ist so nicht korrekt. Wie ich in einem späteren Beitrag darlegen werde, wurden die beiden Nummerierwerke der Schnellpresse Typ Rex gar nicht ausgetauscht. Bei den ersten gedruckten Werten, 75 Pfennig, 12 Pfennig und 45 Pfennig Bogenrandsignaturhat man jedoch mit den Einstellungen der Nummerierwerke gespielt

45 Pfennig-Wert, 4-stellige Bogennummer voranlaufende Nullen

Sämtliche anderen Werte der Saar I wurden von fünfstelligen Zählwerke mit voranlaufenden Nullen bedruckt (vgl. nachstehende Abbildung).

12 Pfennig-Wert, 5-stellige Bogennummer

Beim Druckdatum unterscheiden wir gemäss Saarhandbuch drei Typen (I, II, III):

    • Typ I: Druck in Grotesk-Schrift. Nach am folgt ein Doppelpunkt. Typ I tritt bei allen Bögen vom 27. Dezember 1946 bis einschliesslich 8. Februar 1947 auf. Ausnahme: 6 Pfennig-Wert mit Druckdatum 5. Februar 1947 (vgl. Abbildung)
    • Typ II: Druck in Grotesk-Schrift. Vom 10. Februar bis zum letzten Drucktag am 21. Februar 1947 folgt dem „am“ kein Doppelpunkt.
    • Typ III: Druck in Antiqua-Schrift. An den Drucktagen 16./17. Februar 1947 wurde das Druckdatum einer Teilauflage des 8 Pfennig-Werts und der Gesamtauflage des 80-Pfennig-Werts in Antiqua gedruckt. Die ist erkennt man rasch an den Ligaturen der Buchstaben und Zahlen. Bei dem ebenfalls am 17. Februar 1947 gedruckten 40 Pfennig-Wert tritt Typ III nicht auf.
Druckdatum Typ I (mit Doppelpunkt) gedruckt in Grotesk-Schrift
Druckdatum Typ II (ohne Doppelpunkt) gedruckt in Grotesk-Schrift
Druckdatum Typ II (ohne Doppelpunkt, Ausnahme)
Druckdatum Typ III (ohne Doppelpunkt nach „am“) gedruckt in Antiqua-Schrift

Ihr habt sicherlich bemerkt, dass beim abgebildeten Druckdatum des 8 Pfennig-Werts zur Kennzeichnung der Ordnungszahl statt eines Punkts ein Komma gesetzt wurde. Dieser Fehler wurde nach etwa 2’000 bedruckten Bögen von Mitarbeitern der Druckerei Burda entdeckt und retuschiert. Die retuschierten Druckdaten des 8 Pfennig- sowie des 80 Pfennig-Werts weisen alle ein verstümmeltes Komma anstatt eines Ordnungspunktes auf.

Die drei Bogenrandsignaturen, die auf allen Schalterbögen der 1. Offenburger Ausgabe vorkommen, sind:

    • Reihenwertzähler auf dem Oberrand
    • Bogennummer auf dem Unterrand links
    • Druckdatum auf dem Unterrand rechts

Was findet ihr sonst noch auf den Bogenrändern?

    • Handschriftlicher Bogenzähler oben rechts (nicht immer)
    • Am Unterrand der Bögen oft Spuren, die die Greifer einer der beiden verwendeten Titan-Flachperforationsmaschinen hinterlassen hat.

Bis dann

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