Feldmerkmale – 2 Pfennig (VII)

Weisse Wolke über dem Storchennest

Die Feldmerkmale der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland

Hallo

In diesem Beitrag werden wir uns die Felder 21AB bis 25AB  des 2 Pfennig-Werts (SP14) – also die  Marken der beiden nachfolgend abgebildeten Fünferstreifen – genauer ansehen.

SP 14, A-Bogen, Felder 21-25
SP 14, B-Bogen, Felder 21-25

Die bekannten Werke und Kataloge weisen für die Felder 21AB bis 25AB keinerlei Einträge aus.

  • End/Becker: keine Besonderheiten
  • Staedel – Étude: keine Besonderheiten
  • SHB: keine Besonderheiten
  • Catalogue F.S.A.: keine Besonderheiten
  • Michel: keine Besonderheiten
Feld 21

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Schön zu erkennen ist die Perforationsanomalie der Marken der 1. und 2. senkrechten Bogenreihe bei A-Bögen (rechts, 2.-4. Zahnloch von oben).

Feldmerkmale

AB: „der Bogen des P der Währungsangabe PF. oben rechts vom Stamm fehlend“

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert das Feldmerkmal des Feldes 21AB als:

SP14 21AB: „der Bogen des P der Währungsangabe PF. oben rechts vom Stamm fehlend“

Unterscheidung Marken von A- resp. B-Bögen: „Konturlinie zwischen Schriftband SAAR und Wertangabe 2 reicht nicht bis zum Markenrand (A)“

Feld 22

keine auffälligen Merkmale bis auf die Perforationsanomalie am rechten senkrechten Markenrand bei Marken, welche von einem A-Bogen stammen

Feld 23

keine auffälligen Merkmale bis auf das Reihenmerkmal der 3. und 8. senkrechten Bogenreihe: „Y des Entwerfernamens V.K. JONYNAS verstümmelt oder fehlend“

Feld 24

keine auffälligen Merkmale

Feld 25

keine auffälligen Merkmale

 

Bis dann

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Feldmerkmale – 2 Pfennig (VI)

Weisse Wolke über dem Storchennest

Die Feldmerkmale der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland

Hallo

In diesem Beitrag werden wir uns die Felder 16AB bis 20AB  des 2 Pfennig-Werts (SP14) – also die  Marken der beiden nachfolgend abgebildeten Fünferstreifen – genauer ansehen.

SP 14, A-Bogen, Felder 16-20
SP 14, B-Bogen, Felder 16-20

Die bekannten Werke und Kataloge weisen für die Felder 19AB und 20AB folgende Einträge aus:

  • End/Becker: keine Besonderheiten
  • Staedel – Étude: ausschliesslich als Erwähnung – 19e timbre. „Point sur le bras droite“
  • SHB: Feld 19AB „Punkt unter dem Arm des Bergmanns“; Feld 20AB „Punkt in den Wolken links vom Kirchturm“
  • Catalogue F.S.A.: keine Besonderheiten
  • Michel: keine Besonderheiten

Wie gehabt, liefert keines der vorstehenden Werke dem Sammler eine Abbildung zu dem jeweils beschriebenen Feldmerkmal.

Feld 16

keine auffälligen Merkmale

Feld 17

keine auffälligen Merkmale

Feld 18

keine auffälligen Merkmale bis auf das Reihenmerkmal der 3. und 8. senkrechten Bogenreihe: „Y des Entwerfernamens V.K.JONYNAS verstümmelt oder fehlend“

Feld 19

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Feldmerkmale

AB: „dunkler Farbfleck an der Strebwand unterhalb der linken (1) Achsel des Bergmanns“

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert das Feldmerkmal des Feldes 19AB als:

SP14 19AB: „dunkler Farbfleck an der Strebwand unterhalb der linken Achsel des Bergmanns“

Unterscheidung Marken von A- resp. B-Bögen: „feine Farbflecken (Doppelpunkt) links vom Abschwung der Wertangabe 2 (B)“

Die Erwähnungen in den anderen Katalogen und Werken werden als Fussnote festgehalten.

Feld 20

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Feldmerkmale

AB: „dunkler Farbfleck zwischen Strebwand und Kirchturm auf Höhe der Kirchturmspitze“

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert das Feldmerkmal des Feldes 20AB als:

SP14 20AB: „dunkler Farbfleck zwischen Strebwand und Kirchturm auf Höhe der Kirchturmspitze“

Die Erwähnung im SHB wird als Fussnote festgehalten.

Bis dann

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(1) Die Angaben links und rechts in deutschsprachigen Katalogen wie auch im Saarphilatelie-Blog© beziehen sich auf die Sicht des Betrachters. Mit dem linken Hacken ist somit der rechte Hacken des Bergmanns gemeint.

Feldmerkmale – 2 Pfennig (III)

Weisse Wolke über dem Storchennest

Die Feldmerkmale der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland

Hallo

In diesem Beitrag werden wir uns die Felder 6AB bis 8AB  des 2 Pfennig-Werts (SP14) – also die jeweils ersten drei Marken der beiden nachfolgend abgebildeten Fünferstreifen – genauer ansehen.

SP 14, A-Bogen, Felder 6-10
SP 14, B-Bogen, Felder 6-10

Die bekannten Werke und Kataloge listen für die Felder 6AB bis 8AB folgende Feldmerkmale:

  • End/Becker: 206 a 2 Pfg 8. Marke, Bogen A+B: „Punkt in der Felswand“
  • Staedel – Étude: 1a 8e timbre. „Point sur le rocher à gauche du Mineur“
  • SHB: Feld 8 AB „Punkt links neben dem Bergmann in der Höhle“
  • Catalogue F.S.A.: keine Besonderheiten
  • Michel: 206 III „Punkt neben dem Bergmann in der Höhlenmitte“

Keines der vorstehenden Werke liefert dem Sammler jedoch eine Abbildung zu dem beschriebenen Feldmerkmal. Dies ist umso bedauerlicher, da ein „Punkt in einer Felswand“ ebenso schwer zu finden sein dürfte wie ein „Punkt in einer Höhle“. Fragt einmal den Mathematiklehrer eurer Kinder nach Länge, Breite und Höhe eines Punktes. Nach einem erstaunten Blick würde dieser Ihnen erklären, dass ein Punkt ein Objekt ohne jede Ausdehnung sei. Der Deutschlehrer würde sagen, ein Punkt schliesse bspw. einen vollständigen Satz ab und wäre dann auf dem Papier oder ähnlichem, jedoch niemals in irgendetwas. Ihr seht, „Punkt“ ist ein wahrlich untauglicher Begriff für die Beschreibung eines Bildmerkmals.

Item. Wir werden uns das Feld 8AB im Verlauf des Beitrages sehr genau ansehen und herausfinden, was es mit dem Punkt auf sich hat.

Feld 6

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Feldmerkmale

 

AB: „zwei feine Farbfleckchen links oben am Himmel“ (links A-Bogen, rechts B-Bogen)

A: „Farbfleck rechts oben am Himmel (rechte obere Bildecke)“

A: „Farbfleck am Ohr des Bergmanns“

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert keines der vorgestellten Merkmale, da diese zu unscheinbar und nicht eindeutig sind.

Feld 7

Keine auffälligen Merkmale

Feld 8

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Feldmerkmale

Das faszinierende an dem auffälligsten Merkmal des Feldes 8AB des 2 Pfennig-Wertes (SP14) ist … es ist in keinem Briefmarken-Katalog oder sonstigen bekannten Werk über die Werte der 1. Offenburger Ausgabe aufgeführt. Es wurde vom Projekt Saarphilatelie.com identifiziert, beschrieben, im Frühjahr 2016 in einem Vortrag vor der ArGe Saar vorgestellt und im Saarphilatelie-Blog© publiziert.

 

AB: „Heller, runder Fleck am linken Knie (1) des Bergmanns; Marken von A-Bögen weisen einen feinen Farbtupfer im Zentrum des hellen Flecks auf“

Es gibt noch weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen Marken von A- resp. B-Bögen, doch würde deren Beschreibung zu weit führen.

Bei dem beschriebenen Feldmerkmal handelt es sich um ein wiederkehrendes Feldmerkmal. Von wiederkehrenden Feldmerkmalen (2) sprechen wir, sobald dasselbe Feldmerkmal bei mindestens zwei verschiedenen Werten – in der Regel mit demselben Bildmotiv – vorkommt. Diese übereinstimmenden Feldmerkmale müssen dabei nicht zwingend auf dem gleichen Bogenfeld auftreten. Wir finden das Merkmal auch beim

  • 3 Pfennig-Wert, SP15 33AB
  • 8 Pfennig-Wert, SP17 38AB

Abbildungen

Ich finde es erstaunlich, dass ein so auffälliges Feldmerkmal wie der runde, helle Fleck am linken Knie des Bergmanns, der beim 8 Pfennig-Wert (SP17) zu eigenständigen Erwähnung in allen bekannten Katalogen und Werken führt, beim 2 Pfennig-Wert (SP14) zugunsten eines viel unauffälligeren Merkmals komplett ignoriert wird. Liegt es unter Umständen daran, dass einige Menschen helle Merkmale weniger intensiv wahrnehmen als dunkle?

Noch erstaunlicher ist aus meiner Sicht jedoch, dass beim 3 Pfennig-Wert (SP15) das Feld 33AB mit exakt demselben Feldmerkmal nirgendwo Erwähnung findet. Die Erstpublikation erfolgte wie beim 2 Pfennig-Wert (SP14) im SaarphilatelieBlog©. Ihr seht, die Beschäftigung mit der 1. Offenburger Ausgabe kann auch heute – 72 Jahre nach dem Erscheinen dieser Briefmarkenserie – noch spannend sein.

Das in fast allen Katalogen und Werken aufgeführte Feldmerkmal für das Feld 8AB ist dagegen unauffällig und kann ohne eine Abbildung schnell mit Merkmalen anderer Felder verwechselt werden, auf welche die Beschreibungen bspw. des Michel oder des Saarhandbuchs ebenfalls passen. Stichwort: Amis Faux (3).

 

AB: „dunkler Farbfleck an der Strebwand links neben dem Bergmann in Höhe der Taille“

Die dritte Auffälligkeit von Feld 8AB ist das folgende Merkmal:

 

AB: „Y des Entwerfernamens JONYNAS verstümmelt resp. nicht vorhanden“

Hierbei handelt es sich um das Reihenmerkmal der achten senkrechten Bogenreihe. Wie wir hier gesehen haben, ist dies auch das Reihenmerkmal der dritten senkrechten Bogenreihe. Das Reihenmerkmal wiederholt sich in diesem Fall – nicht grundsätzlich (vgl. hier) – nach fünf Feldern.

Zur Begründung dieser Regel: Für die Herstellung der Formzylinder für den Rastertiefdruck wurden bei den kleinformatigen Werten Diapositivbögen zu 100 Diapositiven benötigt, deren gerasterten Bilder mittels eines belichteten Pigmentpapiers auf den Kupfer des Formzylinders geätzt wurden. Die Diapositivbögen wurden durch Reproduktion des – in der Regel – gleichen ursprünglichen Diapositivstreifens aus fünf Diapositiven auf einer Montagescheibe montiert. Dies erklärt, weshalb sich Reihenmerkmale häufig, nicht grundsätzlich, nach fünf Werten wiederholen (vgl. auch SHB Kap. 402, S. 3-5).

Reihenmerkmale werden in der Étude Nouveau nicht katalogisiert, sondern bloss erwähnt.

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert die Feldmerkmale des Feldes 8AB als:

SP14 8AB: „heller, runder Fleck am linken Knie des Bergmanns; Marken von A-Bögen weisen einen feinen Farbtupfer im Zentrum des hellen Flecks auf“. Hinweis: wiederkehrendes Feldmerkmal SP15 33AB, SP17 38AB

Weiteres Merkmal: „dunkler Farbfleck an der Strebwand links vom Bergmann in Höhe der Taille“

Hinzu kommt der Hinweis zu Beginn des Abschnitts über die Feldmerkmale des 2 Pfennig-Werts:

Reihenmerkmale:

3. und 8. senkrechte Bogenreihe „Y des Entwerfernamens V.K. JONYNAS verstümmelt resp. fehlend“

Die Erwähnung des weiteren Merkmals in den anderen Katalogen und Werken wird als Fussnote festgehalten.

Bis dann

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(1) Die Angaben links und rechts in deutschsprachigen Katalogen wie auch im Saarphilatelie-Blog© beziehen sich immer auf die Sicht des Betrachters. Mit dem linken Knie ist also anatomisch das rechte Knie des Bergmanns gemeint.

(2) Wiederkehrende Feldmerkmale bei den Werten der 1. Offenburger Ausgabe entstanden durch Diapositivmontage bei der Herstellung des Diapositivbogens für einen neuen Wert, wodurch das Feldmerkmal „mitwanderte“, wenn auch jeweils auf ein anderes Bogenfeld.

(3) Amis Faux: Feldmerkmale von Marken, auf welche die unpräzisen oder falschen Beschreibung des Feldmerkmals einer anderen Marke ebenfalls passen, die jedoch von einem anderen Bogenfeld stammen unddaher verwechselt werden. Kommt häufig bei lang nicht mehr überarbeiteten Beschreibungen und/oder fehlenden Abbildungen – insbesondere beim Michel-Katalog – zum Tragen.

Feldmerkmale – 2 Pfennig (II)

Weisse Wolke über dem Storchennest

Die Feldmerkmale der Ausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland

Hallo

Dieser Beitrag knüpft nahtlos an den letzten Beitrag über die vielfältigen Feldmerkmale der Briefmarkenausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland an. Wir untersuchen im Folgenden die Felder 3AB bis 5AB des 2 Pfennig-Werts (SP14).

SP 14, A-Bogen, Felder 1-5
SP 14, B-Bogen, Felder 1-5

Von den bisherigen Katalogen und Werken führt ausschliesslich das ziemlich genaue SHB das Feld 4B als Feldmerkmal: „Splitter am Pickel“, bietet jedoch keine Abbildung. Könnt ihr euch etwas unter einem „Splitter am Pickel“ vorstellen? Nein? Ich ebenfalls nicht. Dazu später mehr.

Feld 3

Schauen wir uns die Marken vom Feld 3 genauer an. Das Feld SP14 3AB ist für den Saarsammler sehr aufschlussreich, zeigt es doch exemplarisch gleich zwei Auffälligkeiten, welche uns bei unseren Untersuchungen der Feldmerkmale der 1. Offenburger Ausgabe immer wieder begegnen werden. Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Feldmerkmale

 

AB: „rechter, unterer Bildrand oberhalb der Wertangabe 2 uneben; feine, unregelmässig geschwungene Farblinie vom Rand des Strebs zwischen Bildrand und Wertangabe hindurch bis auf den Markenrand“ (links A-Bogen, rechts B-Bogen)

Die feine Farblinie von Feld 3AB weist eine frappierende Ähnlichkeit mit dem wiederkehrenden Feldmerkmal von SP14 2AB auf; sogar die Augenbraue ist zumindest beim A-Bogen im Ansatz zu erkennen.

SP14 2AB (hier A)

Ich finde es sehr interessant, dass dieselbe Farblinie, die im Saarhandbuch beim Feld 2AB aufgeführt und beschrieben wird, beim Feld 3AB durch die Autoren keine Erwähnung findet.

Dabei drängt sich angesichts der Ähnlichkeit der Merkmale eine Frage geradezu auf: Könnte es sein, dass nicht nur Feld 2AB ein wiederkehrendes Feldmerkmal aufweist, sondern auch Feld 3AB?

Schauen wir uns dies einmal genauer an:

SP14, Felder 2AB und 3AB (hier A)
SP15 Felder 88AB und 89 AB (hier A)
SP17 Felder 44AB und 45AB (hier A)
SP18 Felder 4AB und 5AB (hier A)

Tatsächlich handelt es sich bei dem Merkmal von SP14 3AB ebenfalls um ein wiederkehrendes Feldmerkmal. Dies ergibt auch Sinn, wurden doch bei der Diapositivmontage der 100 Marken umfassenden Bögen der kleinformatigen Werte in der Regel Streifen von 5 Diapositiven verwendet (vgl. auch SHB Kap. 402).

Dies ist die erste Auffälligkeit, die uns Feld 3AB exemplarisch zeigt und auf welche wir im Verlauf der Beitragsreihe Weisse Wolke über dem Storchennest immer wieder stossen werden.

Die zweite Auffälligkeit von Feld 3AB ist das folgende Merkmal:

AB: „Y des Entwerfernamens JONYNAS verstümmelt resp. nicht vorhanden“

Hierbei handelt es sich um das Reihenmerkmal der dritten senkrechten Bogenreihe. Ein Reihenmerkmal des 12 Pfennig-Werts (SP19) habe ich in diesem Beitrag, zwei weitere Reihenmerkmale des 12 Pfennig-Werts (SP19) resp. des 75 Pfennig-Werts (SP30) in diesem Beitrag bereits vorgestellt. Reihenmerkmale werden vom Projekt Saarphilatelie.com nicht katalogisiert, sondern bloss erwähnt.

Dieses Reihenmerkmal wurde durch das Projekt Saarphilatelie.com identifiziert und 2016 im Rahmen eines Vortrages vor der Jahresversammlung der ArGe Saar erstmals dokumentiert und beschrieben. Die Erstpublikation erfolgte am 16. September 2018 in diesem Beitrag.

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert das Feldmerkmal von Feld 3AB als:

SP14 3AB: „rechter, unterer Bildrand oberhalb der Wertangabe 2 uneben; feine, unregelmässig geschwungene Farblinie vom Rand des Strebs zwischen Bildrand und Wertangabe hindurch bis auf den Markenrand“. Hinweis: wiederkehrendes Feldmerkmal SP15 89AB, SP17 45AB, SP18 5AB

Hinzu kommt der Hinweis zu Beginn des Abschnitts über die Feldmerkmale des 2 Pfennig-Werts:

Reihenmerkmale:

3. senkrechte Bogenreihe „Y des Entwerfernamens V.K. JONYNAS verstümmelt resp. fehlend“

Feld 4

Der gezeigte Anblick der Marken entspricht in etwa dem Anblick unter einer guten Briefmarkenlupe (oben A-Bogen, unten B-Bogen).

Feldmerkmale

A: „dunkler Farbtupfer rechts neben der unteren, resp. unterhalb der oberen Hand des Bergmanns“

B: „kurzer, dunkler Farbstrich rechts am Hackenblatt der Flachspitzhacke“

Ausserdem: der kurze, dunkle Farbstrich ist der „Splitter am Pickel“, mit der das Saarhandbuch das Feldmerkmal SP14 4B äusserst knapp und unvollständig beschreibt.

Fazit: Das Projekt Saarphilatelie.com katalogisiert das Merkmal vom A-Bogen nicht, jedoch das Merkmal vom B-Bogen als:

SP14 4B: „kurzer dunkler Farbstrich rechts am Hackenblatt der Flachspitzhacke“

Hier zeigt sich eine Regel des Projekts Saarphilatelie.com für die Katalogisierung von Feldmerkmalen: unauffällige Farbtupfer werden nicht aufgeführt. Für die kompletten Regeln vgl. die Auflistung am Schluss dieses Beitrags.

Die Erwähnung des Feldmerkmals im SHB wird in einer Fussnote festgehalten.

Feld 5

Keine Auffälligkeiten

Eine schöne Ausbeute für gerade einmal fünf Marken, findet ihr nicht. Drei interessante Feldmerkmale – SP14 2AB, SP14 3AB sowie SP14 4B – katalogisiert, wovon zwei wiederkehrende Feldmerkmale sind sowie ein Reihenmerkmal identifiziert. Mit den Feldern 6-10 des 2 Pfennig-Werts beschäftigen wir uns in den kommenden zwei Beiträgen.

Bis dann

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Folgt dem Projekt Saarphilatelie.com auf Facebook sowie Twitter und erhaltet so immer die aktuellen Informationen rund um die Briefmarkenausgaben Wappen und Dichter sowie Berufe und Ansichten aus dem Saarland.

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Katalognummern „Territoire de la Sarre en tant que colonie française“
  • Wappen und Dichter (SP1-SP13)
  • 1. Offenburger Ausgabe Berufe und Ansichten (SP14-SP33)
  • 2. Offenburger Ausgabe Berufe und Ansichten (SP34-SP46)
  • Malstatt-Burbacher Druck (SP47-SP59, Überdruckausgabe)

Die 13 im Buchdruck überdruckten Werte des Malstatt-Burbacher Drucks weisen jeweils zwei Typen auf:

  • Typ I = Druck auf Marken der 1. Offenburger Ausgabe (SP47 I-SP59 I)
  • Typ II = Druck auf Marken der 2. Offenburger Ausgabe (SP47 II-SP59 II)

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Regeln für Katalogisierung von Feldmerkmalen
  • Feldmerkmale müssen für Normalsichtige mit freiem Auge problemlos erkennbar sein
  • Feldmerkmale müssen auffällig sein (keine kleinen Fleckchen)
  • Feldmerkmale befinden sich, bis auf ganz wenige Ausnahmen auf dem Markenbild und nicht auf dem Markenrand (1)
  • Feldmerkmale liegen mehrfach vor und wurden zusätzlich auf mindestens zwei verschiedenen kompletten Markenbögen identifiziert (2)
  • Feldmerkmale, die bei einem Wert katalogisiert wurden, werden auch bei einem anderen Wert katalogisiert (3)
  • Reihenmerkmale, senkrechte wie waagerechte, werden erwähnt und beschrieben, jedoch nicht katalogisiert
  • die Beschreibung von Feld- wie Reihenmerkmalen soll möglichst präzis erfolgen und verwendet einheitliches Vokabular (4)

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(1) wg. der häufig vorkommenden leichten Verzähnungen

(2) eine Erwähnung oder Katalogisierung in einem anderen Werk ist für eine Katalogisierung beim Projekt Saarphilatelie.com nicht notwendig, wird jedoch in Fussnoten festgehalten

(3) In der Regel, aber nicht immer, handelt es sich hierbei um wiederkehrende Feldmerkmale

(4) Das Vokabular zur Beschreibung der 6 Bildmotive der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland werden in den kommenden Beiträgen dieser Reihe vorgestellt werden

 

Reihenmerkmale (II) – Stumpfe 1 und Kurbel

Hallo

Ich widme diesen Beitrag Werner, meinem Schwiegervater, der heute seinen 80. Geburtstag feiert. Lieber Werner, ich wünsche Dir zu den bereits gesammelten 80 Jahren viele weitere mehr in bester Gesundheit und Gesellschaft.

In diesem Beitrag werde ich euch zwei Reihenmerkmale vorstellen. Dem Begriff Reihenmerkmal sind wir in dem Beitrag zur sicheren Bestimmung von Marken des Bogenfeldes 41AB des 12 Pfennig-Werts bereits begegnet.

Das erste Reihenmerkmal ist Anstrich der 1 der Wertangabe 12 stumpf und kommt auf allen Marken der 2. und 7. senkrechten Bogenreihe (A- und B-Bögen) des 12 Pfennig-Werts der 1. Offenburger Ausgabe vor, also auf den Bogenfeldern 2, 12, 22 usw. bis 92 und 7, 17, 27 usw. bis 97.

SP49S 17A und 18A

Der Unterschied bei den beiden Anstrichen ist gut zu erkennen.

  • Étude, S. 21, 61 2e et 7e rangée verticale: „1 ayant la tige de la pointe ecourtée“
  • Saarhandbuch, Kap. 402, S. 20 Vorbemerkung zum 12 Pfennig-Wert: „In der zweiten und siebten senkrechten Reihe ist der Anstrich der 1 stumpf“
  • Michel Saar-Spezial 2017, keine Erwähnung

Das zweite Reihenmerkmal tritt beim 75 Pfennig-Wert auf. Bei einigen Marken stärker, bei anderen schwächer ausgeprägt. „Kurbel“ Farbstrich an der Hauswand links

SP30 6A und 7A

Die Kurbel – ich mag den Begriff – an der Wand des linken Gebäudes ist das kennzeichnende Feldmerkmal der 7. senkrechten Bogenreihe der 75 Pfennig-Bögen (A- wie auch B-Bögen), kommt also auf den Feldern 7, 17, 27 usw. bis 97 vor. Liegt eine 75 Pfennig-Marke mit diesem Feldmerkmal vor uns, wissen wir, dass es sich um eine dieser Marken handeln muss. Ein Reihenmerkmal hilft uns also bei der Feldbestimmung von Marken und ist für alle Sammler von Feldmerkmalen ein nicht zu unterschätzendes Hilfsmittel.

  • Étude, S. 31, Sur toute la 7e rangée verticale: „Hampe à la maison à gauche“
  • Saarhandbuch, Kap. 402, S. 41 Vorbemerkung zum 75 Pfennig-Wert: „Alle Marken der siebten senkrechten Reihe weisen einen gebogenen Strich am Hause links auf (Abb. 74)“
  • Michel Saar-Spezial 2017, keine Erwähnung

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Was ist die Ursache dieser – wiederkehrenden – Merkmale, die eine oder zwei senkrechte Bogenreihen kennzeichnen?

Erinnern wir uns kurz an die Reihenmerkmale aus dem Beitrag zur sicheren Bestimmung der Marken vom Bogenfeld 41AB des 12 Pfennig-Werts.

  • Das Merkmal dunkler Fleck oben links in der Punze des R von SAAR kam auf den Marken der 1. und 6. senkrechten Bogenreihe vor.
  • Das Merkmal Y des Entwerfernamens JONYNAS verstümmelt oder fehlend fanden wir auf den Marken der 3. resp. 8. senkrechten Bogenreihe.
  • Der Anstrich der 1 der Wertangabe 12 stumpf erscheint auf den Marken der 2. und 7. senkrechten Bogenreihe

Was auffällt: es liegen jeweils 5 senkrechte Bogenreihen zwischen den Reihenmerkmalen. Wir wissen, dass wiederkehrende Feldmerkmale – bei Reihenmerkmalen handelt es sich um wiederkehrende Merkmale – im Rotations-Rastertiefdruckverfahren ihre Ursache in der Negativ- resp. Diapositivphase der Druckvorstufe haben. En detail:

  • die Vorlage für das Bildmotiv wird fotografiert
  • es werden Negative hergestellt
  • fünf Negative werden zu einem Streifen zusammengesetzt
  • sorgfältige Negativretusche am 5er-Streifen
  • Kontrolle der Druckreife anhand von Papierabzügen der retuschierten Negative
  • die 5er-Streifen (Negative) werden so oft als Diapositiv kopiert, wie für die Herstellung eines Schalterbogens notwendig ist; für die kleinformatigen Werte 2-75 Pfennig 20 mal und für die grossformatigen Werte zu 84 Pfennig und 1 Mark 10 mal
  • die 10 resp. 20 5er-Streifen (Diapositiv) werden regelmässig auf einer Diapositivscheibe arrangiert; bei den Werten zu 2-75 Pfennig kommen die 5er-Streifen in zwei Kolonnen untereinander zu liegen

Jetzt ist klar. Weist ein 5er-Streifen ein Feldmerkmal auf dem 2. Diapositiv auf, kommt dieses bei strenger Verwendung des obigen System immer in der 2. und 7. senkrechten Bogenreihe vor. Bleibt die Frage: Weshalb erscheint die Kurbel des 75 Pfennig-Werts dann nicht auch auf den Feldern der 2. senkrechten Bogenreihe?

Der 75 Pfennig-Wert war der erste Wert der Briefmarkenausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland, der gedruckt wurde. Dazu war es die erste Briefmarkenherstellung für den Entwerfer Vytautas Kazimieras Jonynas – wenn auch nicht seine letzte – und der erste Briefmarkendruck für die Belegschaft der Druckerei Burda. Ich gehe davon aus, dass beim 75 Pfennig-Wert einmalig mit einem 10er-Streifen gearbeitet wurde. Dies erfordert zwar weniger Aufwand bei der Diapositivmontage, jedoch viel mehr Aufwand bei der Negativretusche bis das „gut zum Druck“ erteilt werden kann. Erst später ist man zu 5er-Streifen übergegangen, welche für die grossformatigen Marken zu 84 Pfennig und 1 Mark ohnehin sinnvoller waren.

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Definition Reihenmerkmal

Von einem Reihenmerkmal sprechen wir, wenn ein bestimmtes, ursprünglich für das Bildmotiv nicht vorgesehenes Charakteristikum über sämtliche oder zumindest den überwiegenden Teil der Marken einer oder sogar zweier senkrechter resp. waagerechter Bogenreihen nachzuweisen ist.

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Steckbrief des 12 Pfennig-Werts

  • Katalognummer: SP19FS, resp. Mi. 211XY
  • Wert: 12 (Reichs-)Pfennig
  • Motiv: Bergmann im Streb vor stilisierter Saarlandschaft
  • Farbe: dunkelolivgrün
  • Papier: dünnes, glattes, grauweisses Wasserzeichenpapier
  • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum, quergeriffelt
  • Wasserzeichen: sowohl mit fallenden (F) wie auch mit steigenden (S) Wellenlinien verausgabt
  • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
  • Bekannte Druckdaten: 30./31. Dezember 1946, 2.-4. sowie 6.-9. Januar 1947
  • Erstausgabedatum: 20. Januar 1947
  • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
  • Auflage: 12’020’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit etwa 8’250’000 Stück am Schalter verkauft wurden
  • Besonderes: etwa 3’600’000 Marken wurden für den Malstatt-Burbacher Druck (MBD) mit der Wertangabe 2 F überdruckt
  • Vorgestelltes Reihenmerkmal: „Anstrich der 1 der Wertangabe 12 stumpf“, 2. und 7. Reihe

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Steckbrief des 75 Pfennig-Werts

  • Katalognummer: SP30FS, resp. Mi. 222XY
  • Wert: 75 (Reichs-)Pfennig
  • Motiv: Alter Turm in Mettlach
  • Farbe: dunkelblau
  • Papier: dünnes, glattes, grauweisses Wasserzeichenpapier
  • Gummierung: gräulichbraunes Gummi arabicum, quergeriffelt
  • Wasserzeichen: sowohl mit fallenden (F) wie auch mit steigenden (S) Wellenlinien verausgabt
  • Zähnung: K14 (= 14 Zahnlöcher auf 2 Zentimeter bei Kammzähnung)
  • Bekannte Druckdaten: 27./28./30. Dezember 1946
  • Erstausgabedatum: 20. Januar 1947
  • Gültigkeit: 19. November 1947 (während der Woche vom 20.-27. November waren noch Mischfrankaturen zugelassen; Quelle: Saarhandbuch)
  • Auflage: 2’140’000 Stück, von denen innerhalb der Gültigkeit etwa 2’080’000 Stück am Schalter verkauft wurden
  • Besonderes: der einzige Wert, der komplett im Jahr 1946 hergestellt wurde
  • Vorgestelltes Reihenmerkmal: „Kurbel an der Hauswand links“ 7. Reihe

Bis dann

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Reihenmerkmale (I) – Wie bestimmt man 12 Pfennig Feld 41AB?

Hallo

Ein Sammlerkollege sprach mich auf meine Beitragsserie zu den rätselhaften Feldmerkmalen in Teilauflage beim 12 Pfennig-Wert der 1. Offenburger Ausgabe an. Ihm sei aufgefallen, dass in Folge III und VI das Feld 41 erwähnt wird. Dieses sei doch der in Michel-Katalogen gelistete Plattenfehler (sic!) Mi. 211XY IV, der so schwierig zu bestimmen sei. Er habe hierzu vor einigen Monaten einen Artikel des Projekts Saarphilatelie.com gelesen, könne diesen im Internet jedoch nicht wiederfinden.

Mein Sammlerkollege hat selbstverständlich Recht. Nicht nur mit seiner Aussage, dass es sich beim Feld 41AB des 12 Pfennig-Werts um ein im Michel katalogisiertes Feldmerkmal handelt und dieses komplex zu bestimmen sei, sondern auch damit, dass der Artikel zur sicheren Bestimmung in dieser Form nicht mehr auf dem Netz zu finden ist. Die entsprechende Plattform wurde durch das Porjekt Saarphilatelie.com abgeschaltet.

Zurück zum 12 Pfennig-Wert. Mancher von euch wird seufzen und denken: „Nicht schon wieder der 12 Pfennig-Wert“. Ich verstehe euch, doch lässt sich gerade der 12 Pfennig-Wert der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland ganz hervorragend für die unterschiedlichsten philatelistischen Themenbereiche auspressen wie eine Zitrone.

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Das hauptsächliche Feldmerkmal von Feld 41AB ist ein dunkler Fleck oben im R von SAAR. Viele Sammler, Verkäufer und sogar Briefmarken-Prüfer bekunden Probleme mit der eindeutigen Bestimmung dieses Feldmerkmals. Warum ist das so? Und wie könnt ihr das Feldmerkmal sicher bestimmen? Genau diese beiden Fragen werde ich in diesem Beitrag beantworten.

Nachstehend eine Abbildung einer Marke des 12 Pfennig-Werts von Feld 41. Es stammt von einem A-Bogen mit dem Wasserzeichen steigende Wellenlinien (S). Dies ist nebensächlich, denn auch Marken von. B-Bögen und mit Wasserzeichen fallende Wellenlinien (F) weisen exakt dasselbe Merkmal auf.

SP19S 41A, 12 Pfennig-Wert Feld 41A, WZ steigende Wellenlinien

Der dunkle Fleck ganz links oben in der Punze des R von SAAR ist das Feldmerkmal, Alleinstellungsmerkmal für den in Michel-Katalogen aufgeführten „Plattenfehler“.

Was kann daran schwer zu bestimmen sein, fragt ihr euch vielleicht. Eine ganze Menge. In der Referenzsammlung des Projekts Saarphilatelie.com befinden sich einige Marken des 12 Pfennig-Werts, welche von gestandenen Briefmarken-Prüfern fälschlicherweise mit „IV“ signiert wurden. Schaut doch einmal in eure Sammlung und prüft euer Exemplar auch bei vorhandener Prüfsignatur anhand des Leitfadens am Schluss dieses Beitrags.

Vielleicht gleicht es ja der vorstehenden Abbildung? Auch hier sehrt ihr den dunklen Fleck oben links in der Punze des R von SAAR. Dennoch handelt es sich nicht um eine Marke vom Feld 41AB und somit  n i c h t  um den im Michel gelisteten Plattenfehler. Ihr seht keinen Unterschied zu der ersten Abbildung? Macht nichts. Die Auflösung des Rätsels folgt am Schluss dieses Beitrags.

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Als separates Feldmerkmal wird der dunkle Fleck oben links in der Punze des R von SAAR in den nachstehenden Katalogen/Werken aufgeführt:

  • Saar-Briefmarken-Spezial-Katalog von End/Becker
  • Spezialkataloge (Deutschland wie auch Saar) des Michel
  • Saar-Saarland Spezial Briefmarken-Katalog 1920-1959 von Philotax

Der Saar Spezial-Katalog F.S.A. listet zwar unter dem Eintrag „h“ ebenfalls „tache dans le R“, jedoch ohne dieses Merkmal auf ein bestimmtes Feld zu beziehen.

Nun dürften wir ja annehmen, dass es sich bei den in Katalogen gelisteten Feldmerkmalen um ein gewisses Alleinstellungsmerkmal handelt, dass nicht auf jedem Markenfeld vorkommt. Immerhin sind die entsprechenden Marken mit Feldmerkmal ja auch in der Regel um einiges höher bewertet als „normale“ Marken. Diese Annahme ist jedoch ein Trugschluss.

Falls ihr jetzt verwirrt seid, verstehe ich euch. Ich habe auch nie verstanden, dass es diesem unscheinbaren Merkmal gelang in Katalogen aufgeführt zu werden. Anhand der beiden vorstehenden Abbildungen ist ja klar, dass das Merkmal Fleck oben im R von SAAR nicht ausschliesslich bei Marken vom Feld 41AB auftritt.

Wir finden das Merkmal beim 12 Pfennig-Wert auf den Feldern:

  • Feld 1A
  • Feld 31AB
  • Feld 41AB
  • Feld 51AB
  • Feld 61AB
  • Feld 71AB
  • Feld 91A
  • Feld 6A
  • Feld 6B
  • Feld 46AB
  • Feld 66AB
  • Feld 86AB

Ich habe ausschliesslich diejenigen Felder aufgezählt, bei welchen das Merkmal ohne Lupe zu erkennen ist.

Nachfolgend einige weitere Abbildungen mit den jeweiligen Feldangaben:

SP19S 6B (später Druck)
SP19S 31AB (hier A)
SP19S 51AB (hier A)
SP19S 61AB (hier A)
SP19S 86AB (hier A)

Fällt euch etwas auf? Wir finden das gleiche Feldmerkmal auf vielen Feldern der ersten und sechsten Bogenreihe. Das Merkmal dunkler Fleck links oben in der Punze des R von SAAR ist gar kein Feld- sondern ein Reihenmerkmal des 12 Pfennig-Werts. Wer von euch ein Saarhandbuch mit dem Kapitel 402 zur Hand hat, kann dieses auf Seite 20 aufschlagen. Dort seht: „In der ersten und sechsten senkrechten Reihe Punkt im R (teilweise schwach sichtbar)“. Bereits Paul Staedel katalogisiert in seinen Étude von 1955 hinsichtlich des ersten Reihenmerkmals unter 6 c mehrere Bogenfelder mit demselben Merkmal: „Champs 6e, 41e, 51e, 61e, 71e, 86e Point dans le R“.

Das Feld 41AB des 12 Pfennig-Wertes vom Feld 41AB ist somit nur ein Vertreter einer ganzen Gruppe von Bogenfeldern, die das Merkmal dunkler Fleck oben links in der Punze des R von SAAR aufweisen und somit verwechselt werden können. Dieses Auftreten desselben Merkmals auf verschiedenen Bogenfeldern macht die exakte Bestimmung einer Einzelmarke vom Feld 41AB so schwer.

ACHTUNG: Reihenmerkmal der ersten Reihe bedeutet, dass eine Marke mit einem dunkler Fleck oben links in der Punze des R von SAAR mit einem links anhängenden Stück des Bogenrandes das im Michel katalogisierte Feldmerkmal  n i c h t  eindeutig identifiziert!

Reihenmerkmale sind bei den Werten der 1. Offenburger Ausgabe generell nichts ungewöhnliches. Wir kennen allein beim 12 Pfennig-Wert – nicht schon wieder – neben dem gezeigten Reihenmerkmal noch die Reihenmerkmale Anstrich der 1 der Wertangabe 12 stumpf (zweite und siebte Bogenreihe) sowie Y des Entwerfernamens JONYNAS verstümmelt oder fehlend (dritte und achte senkrechte Bogenreihe).

Reihenmerkmal 2./7. senkrechte Bogenreihe: Anstrich der 1 der Wertangabe 12 stumpf (hier Feld 32B)
Reihenmerkmal 3./8. senkrechte Bogenreihe: Y des Entwerfernamens JONYNAS verstümmelt oder fehlend (hier Feld 63B)

Das Reihenmerkmal Y des Entwerfernamens JONYNAS verstümmelt oder fehlend wurde im Rahmen der Forschungen des Projekts Saarphilatelie.com im Jahr 2014 entdeckt erstmals beschrieben.Die Erstpublikation erfolgt in diesem Beitrag. Dieses Reihenmerkmal tritt beim 12 Pfennig-Wert auf sämtlichen Bogenfeldern der 3. und 8. senkrechten Reihe sämtlicher Bögen – A wie B, frühe und späte Druckperiode – auf. Das Reihenmerkmal ist ebenfalls bei anderen Werten der 1. Offenburger Ausgabe nachweisbar.

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Zurück zu dem Feldmerkmal dunkler Fleck oben links in der Punze des R von SAAR. Das Merkmal ist nicht nur ein Reihenmerkmal des 12 Pfennig-Werts. Wir finden es ebenso auf den Marken der werte zu  2-, 3- und 10 Pfennig.

2 Pfennig, SP14 86AB (hier 86A)
3 Pfennig, SP15 36AB (hier 36A)
10 Pfennig, SP18 61AB (hier 61A)
10 Pfennig, SP18 81AB (hier 81A)

Das Feldmerkmal dunkler Fleck oben links in der Punze des R von SAAR tritt bei den aufgeführten Werten ebenfalls in der ersten und sechsten Bogenreihe auf. Ausschliesslich beim 10 Pfennig-Wert sind die Merkmale so ausgeprägt, dass wir ebenfalls von einem Reihenmerkmal sprechen können.

Was haben wir hier, hier und hier über wiederkehrende Feldmerkmale gelernt? Diese stammen immer aus der Diapositivphase der Druckvorstufe und sind damit keine Feldmerkmale im engeren Sinne.

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Ihr wisst nun, dass es sich bei dem Feldmerkmal Mi. 211XY IV definitiv nicht um einen Plattenfehler (sic!) handelt, also könnt ihr diese Marke genauso gut aus eurer Sammlung entfernen und ich hier aufhören. Werde ich aber nicht. Denn erstens gibt es viele Sammler, die nach Katalog auf Vollständigkeit sammeln – jeder kan ja in der Philatelie nach seiner Façon selig werden – und zweitens hätte ich die Frage nach der sicheren Bestimmung des Feldes 41AB nicht beantwortet.

SP19S 41AB (hier 41A)

Die eindeutige Identifikation des Feldes 41AB gestaltet sich komplex. Wie müsst ihr vorgehen, wenn euch eine 12 Pfennig-Marke mit dem Merkmal dunkler Fleck oben links in der Punze des R von SAAR vorliegt?

Leitfaden Mi. 211 IV des Projekts Saarphilatelie.com

  1. Das Feldmerkmal dunkler Fleck oben links in der Punze des R von SAAR ist vorhanden, somit ist die Auswahl von möglichen 200 Bogenfeldern auf rund 20 Bogenfelder eingegrenzt.
  2. Nun solltet ihr prüfen, ob das Markenbild oben am rechten Bein des Hauers beim Hosenbund einen dunklen oder einen hellen ovalen Fleck aufweist. Feld 41AB weist immer einen hellen, ovalen Fleck auf. Marken mit dunklen Flecken rechts am Hosenbund und einem dunklen Fleck oben links in der Punze des R von Saar stammen von anderen Bogenfeldern, selbst wenn diese links ein Bogenrandstück aufweisen und signiert sein sollten. Irren ist menschlich und auch Briefmarken-Prüfer sind nur Menschen. Nach diesem Schritt haben wir die Auswahl auf vier Bogenfelder eingegrenzt: Die Felder 41AB und 6AB.
  3. Sollte eure Marke ein links anhängendes Teil des Bogenrandes aufweisen. Voilà. Ihr habt eine Marke mit dem im Michel als 211 IV katalogisierten Feldmerkmal vor euch. Sollte eure Marke links keinen Bogenrand aufweisen: weiter zu Schritt 4.
  4. Weist eure Marke am Anstrich des ersten A von SAAR in Höhe des Querstrichs einen weissen Flecken mit Hof auf? Voilà. Ihr habt eine Marke vom Feld 6A (früher Druck) vor euch, die im Michel als 211 V katalogisiert ist.
  5. Eure Marke weist am rechten Rand des Schriftbands SAAR eine dunkle Ausbuchtung auf? Geformt entweder wie eine Zunge oder wie eine Bootsklampe? In diesem Fall habt ihr eine Marke vom Feld 6AB (später Druck) vor euch (vgl. Abbildungen unten).
  6. Eure Marke weist am linken unteren Rand eine helle Einkerbung auf? Voilà. Ihr habt eine Marke vom Feld 41A (später Druck) und damit das katalogisierte Feldmerkmal vor euch (vgl. Abbildung unten).
  7. Ihr findet nichts dergleichen? Pech.Seht euch die zweite Abbildung dieses Beitrags an, wo ich die Frage stellte, ob ihr einen Unterschied zur ersten Abbildung feststellen könntet. Die Abbildung stammt von einer Marke von Feld 6B (früher Druck). Eine Unterscheidung zwischen dieser Marke und einer Marke von Feld 41AB (früher Druck), resp. Feld 41B (später Druck) ist nicht einfach. Daher meine dringende Empfehlung an alle Sammler: Mi. 211 IV ausschliesslich mit anhängendem linken Bogenrand und nach Überprüfung von Ziffer 1 und 2 dieses kleinen Leitfadens erwerben.
  8. Ihr seid hartnäckig und wollt es wirklich wissen? Ja, es gibt eine Möglichkeit Feld 6B (früher Druck) und Feld 41AB zu unterscheiden. Feld 6B (früher Druck): Der Bergmann hat hinten am Kopf unter dem Helm einen kleinen Zopf und die Konturlinie links vom Schriftband SAAR ist bis auf den unteren Markenrand verlängert (vgl. Abbildung).
SP19S 6A (später Druck) Farbzunge rechts am Rand des Schriftbands SAAR
SP19S 6B (später Druck) Bootsklampe rechts am Rand des Schriftbands SAAR
SP19S 41A (später Druck)
SP19S 6B (früher Druck)

So, das war’s. Ich hoffe, ihr fandet  diesen Beitrag anregend und hilfreich. Ihr seid nun in der Lage, selbst zu prüfen, ob die Marke(n) in eurer Sammlung tatsächlich von Feld 41AB stammt oder ob ihr, euer Händler oder gar der Briefmarken-Prüfer auf einen der zahlreichen Amis Faux hereingefallen seid.

Auf dem Projekt Saarphilatelie.com, resp. in diesem Blog erhaltet ihr all die Informationen, die euch von teuren Katalogen und den Briefmarken-Prüfern vorenthalten werden, franko und gratis. Ich bitte euch nur um einen Moment eurer Zeit: Empfehlt das Projekt Saarphilatelie.com weiter. Bei Sammlerfreunden oder im Briefmarkenverein. Folgt dem Projekt auf Facebook und Twitter. Ihr gebt mir dadurch das Gefühl, nicht für die Wand zu schreiben. Danke

Bis dann