Feldmerkmale – 60 Pfennig (I)

Hallo

Ich stelle euch ein weiteres Feldmerkmal der 1. Offenburger Ausgabe der Berufe und Ansichten aus dem Saarland vor.

Das nachfolgende Feldmerkmal des 60 Pfennig-Wertes ist bislang in keinen einschlägigen Katalogen und auch nicht im Saarhandbuch aufgeführt. Einmal mehr eine Erstpublikation von Saarphilatelie.com.

SP29 73B: „dunkler, leicht gebogener, dicker Farbstrich mittig des Markenbildes; von der mittleren der drei von einem Blendbogen überspannten Öffnungen links, über den Rand des Umganges hinaus bis zum Buschwerk links neben dem Eingangstor reichend“

SP29 73B ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP29 73B ©Sammlung Saarphilatelie.com

Ich habe das Feldmerkmal auf drei Schalterbögen nachgewiesen.

    • B 04750
    • B 04748
    • B 01718 (G)

Des weiteren liegen mir drei weitere Exemplare vor, darunter zwei 4er-Blocks.

Ich bedanke mich bei Winfried Gesellchen, einem Sammlerfreund und engagiertem Philatelisten aus dem schönen Saarland, für seine wertvolle Unterstützung bei der Verifikation. Das Material von Winfried Gesellchen zur 1. Offenburger Ausgabe ist mit (G) markiert.

Bis dann

Feldmerkmale – 30 Pfennig (I)

Hallo

Ich stelle euch ein weiteres Feldmerkmal der 1. Offenburger Ausgabe der Berufe und Ansichten aus dem Saarland vor.

Das nachfolgende Feldmerkmal des 30 Pfennig-Wertes ist bislang in keinen einschlägigen Katalogen und auch nicht im Saarhandbuch aufgeführt. Eine weitere Erstpublikation von Saarphilatelie.com.

SP25 93AB: „dunkler Farbfleck im hellen Bereich zwischen stilisierter Industrielandschaft und dem dunklen Hintergrund in Höhe des Scheitels der rechten Bäuerin“

Unterscheidung Marken von A- resp. B-Bögen: „Konturstrich rechts von der 0 der Wertangabe 30 bis auf Höhe der Währungsangabe reichend (A)“

SP25 93A ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP25 93A ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP25 93A ©Sammlung Saarphilatelie.com

Sehr interessant ist der rechtwinklig um die Wertangabe 30 herumführende Konturstrich. Dieser zeigt exemplarisch, wie bei den einzelnen Bildmotiven – hier Bäuerinnen bei der Rübenernte vor stilisierter Industrielandschaft – die unterschiedlichen Wertstufen entstanden. Das Saarhandbuch (1) schreibt hierzu:

„… Man ersetzte die alte Wertziffer der Diapositive durch eine neue (Diapositivmontage). Dabei wurde der bestehende Diapositivbogen eines Wertes auseinandergeschnitten, die neue Wertziffer eingesetzt und der Bogen […] wieder zusammengesetzt. … „

Auf Briefmarken der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland sichtbare Konturstriche markieren immer Stösse der auf der Montageplatte zusammengesetzten Diapositive (Markenbild, Schriftband SAAR, Währungs- und Wertangabe. Im vorliegenden falls zeigen die Konturstriche den feinen Übergang von Markenbild zu eingesetzter Wertangabe.

Weitere Informationen zur Herstellung der Werte der Ausgaben Berufe und Ansichten aus dem Saarland findet ihr in diesem Beitrag.

SP25 93B ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP25 93B ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP25 93B ©Sammlung Saarphilatelie.com

Schön zu erkennen der bei Exemplaren vom B-Bogen kürzere Konturstrich rechts von der Wertangabe 30.

Ich konnte dieses Feldmerkmal auf 13 Schalterbögen nachweisen:

    • B 07262
    • B 06665 (G)
    • B 06663
    • A 04383
    • A 04343
    • B 02464
    • B 02398
    • A 02307 (G)
    • B 02130
    • A 01160
    • A 01068
    • A 00909
    • A 00503

Des weiteren liegen mir sieben weitere Exemplare vor, darunter fünf 4er-Blocks – davon drei mit Unterrand – sowie ein Dreierstreifen 92A-94A.

Diese Anzahl an Belegstücken und die Streuung der Schalterbögen von früh (07262) bis spät (01068) sind für eine Klassifizierung der gezeigten Abweichung als genuines Feldmerkmal hinreichend. Dies gilt insbesondere, da die 1’520’000 Marken, resp. 7’600 Druckbögen des 30 Pfennig-Wertes komplett an einem Tag, dem 15. Februar 1947 gedruckt wurden.

Ich bedanke mich bei Winfried Gesellchen, einem Sammlerfreund und engagiertem Philatelisten aus dem schönen Saarland, für seine wertvolle Unterstützung bei der Verifikation. Das Material von Winfried Gesellchen zur 1. Offenburger Ausgabe ist mit (G) markiert.

Bis dann

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(1) Saarhandbuch Kap. 402, 4

Feldmerkmale – 50 Pfennig (II)

Hallo

Ich bin bei der Suche nach Feldmerkmalen beim 50 Pfennig-Wert so schön in Schwung gewesen. Daher stelle ich euch ein weiteres, sehr auffälliges Feldmerkmal vor.

SP28 28AB: „dunkler Farbfleck am unteren rechten Bildrand im hellen Bereich oberhalb der 0 der Wertangabe 50“

Dieses Feldmerkmal ist keine Erstpublikation. Es wird bereits erwähnt in:

    • Staedel – Étude: 15b 28e „0 limè et gros point au-dessus du 0 dans le fonds“
    • Saarhandbuch (SHB): 28 AB „Fleck im rechten Bildrande“
SP28 28A ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP28 28A ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP28 28B ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP28 28B ©Sammlung Saarphilatelie.com

Dieses Feldmerkmal habe ich auf 10 Schalterbögen nachweisen können:

    • B 04943
    • A 04049
    • A 01761
    • A 01723
    • B 01513
    • B 01082
    • A 00842
    • A 00650
    • A 00201
    • A 00199 (G)

Des weiteren liegen mir diverse weitere Exemplare vor.

Ich bedanke mich bei Winfried Gesellchen, einem Sammlerfreund und engagiertem Philatelisten aus dem schönen Saarland, für seine wertvolle Unterstützung. Winfried Gesellchen konnte das vorgestellte Feldmerkmal auf Basis des ihm vorliegenden Materials  zur 1. Offenburger Ausgabe – markiert mit (G) – verifizieren.

Bis dann

Feldmerkmale – 50 Pfennig (I)

Hallo

Ich habe euch seit geraumer Zeit kein Feldmerkmal der 1. Offenburger Ausgabe der Berufe und Ansichten aus dem Saarland vorgestellt.

Das nachfolgende Feldmerkmal des 50 Pfennig-Wertes ist bislang in keinen einschlägigen Katalogen und auch nicht im Saarhandbuch aufgeführt. Wieder eine Erstpublikation von Saarphilatelie.com.

SP28 12AB: „rechter Bildrand in der unteren Hälfte mit dunklen Farbsprenkeln übersät“

Unterscheidung Marken von A- resp. B-Bögen: „Exemplare von A-Bögen zeigen die Perforationsanomalie der Marken der 1. und 2. senkrechten Bogenreihe bei A-Bögen (links, 2.-4. Zahnloch von oben)“

SP28 12A ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP28 12A ©Sammlung Saarphilatelie.com

Schön zu erkennen ist die Perforationsanomalie der Marken der 1. und 2. senkrechten Bogenreihe bei A-Bögen (links, 2.-4. Zahnloch von oben).

SP28 12B ©Sammlung Saarphilatelie.com
SP28 12B ©Sammlung Saarphilatelie.com

Ich konnte dieses Feldmerkmal auf 10 Schalterbögen nachweisen:

    • B 04943
    • A 04049
    • A 01761
    • A 01723
    • B 01513
    • B 01082
    • A 00842
    • A 00650
    • A 00201
    • A 00199 (G)

Des weiteren liegen mir vier weitere Exemplare vor, darunter ein 4er-Block und eine komplette Bogenrandecke oben links.

Diese Anzahl an Belegstücken und die Streuung der Schalterbögen von früh (04943) bis spät (00199) sind für eine Klassifizierung der gezeigten Abweichung als genuines Feldmerkmal hinreichend. Dies gilt insbesondere, da die 1’020’000 Marken, resp. 5’100 Druckbögen des 50 Pfennig-Wertes komplett an einem Tag, dem 19. Februar 1947 gedruckt wurden.

Ich bedanke mich bei Winfried Gesellchen, einem Sammlerfreund und engagiertem Philatelisten aus dem schönen Saarland, für seine wertvolle Unterstützung. Winfried Gesellchen konnte das vorgestellte Feldmerkmal auf Basis des ihm vorliegenden Materials  zur 1. Offenburger Ausgabe – markiert mit (G) – verifizieren.

Bis dann

Saarphilatelie.com – Twitter

Hallo

Ich schalte heute meinen Twitter-Kanal (@SaarPhilatelist) ab. Mir ist bewusst, dass wahrscheinlich weniger als ein Dutzend Menschen auf dieser Welt sich tatsächlich für die Saarphilatelie interessieren. Mit meinen Tweets habe ich allerdings keinen dieser Menschen erreichen können. Na, ja … ich heisse ja auch nicht Trump.

Ich werden meinen Twitter-Account jedoch nicht löschen; @SaarPhilatelist passt ja ansonsten gut zu meinem Web-Auftritt. Vielleicht ergibt sich ja in Zukunft eine Gelegenheit, Twitter sinnvoll zu nutzen.

Bis dann

Forschung – Experiment zu Briefmarkenfarben (IX)

Hallo

20 Wochen sind vergangen, seit wir am 27. Januar 2020 die Briefmarken dem Tageslicht ständig aussetzten. Zeit für einen Zwischenstand, finde ich.

27. Januar 2020, 11:00 Uhr MEZ (unbearbeiteter Scan bei 600 dpi)
11. Juni 2020, 08:30 Uhr MESZ (unbearbeiteter Scan bei 600 dpi)

Inzwischen verblassen sämtliche Marken, die einen stärker, andere kaum. Zwei Dinge fallen sofort ins Auge:

    • Grün ist nicht gleich Grün (vgl. mittlere Reihe)
    • Rot ist nicht gleich Rot (insbesondere der rote Überdruck beim 50 Pfennig-Wert (SP56 II e) unten links und der 45 Pfennig-Wert (SP27S)

Absolut fasziniert bin ich von dem Farbtausch der beiden 3 Pfennig-Werte (SP15 und SP48 II). War anfänglich der 3 Pfennig-Wert der Originalausgabe Orangegelb und der 3 Pfennig-Wert des Malstatt-Burbacher Drucks Typ II Gelborange, so ist es nun genau umgekehrt.

Nur wenig verblasst sind die Exemplare der Werte

    • 80 Pfennig (Signalorange)
    • 20 Pfennig (Orientrot)
    • 30 Pfennig (Grasgrün)
    • 8 Pfennig (Feuerrot)

Ich bleibe für euch am Ball und schreibe, sobald sich wieder etwas tut.

Bis dann

Saarphilatelie.com – Information

Hallo

Es ist schon seltsam, welche Wendungen das Leben nimmt. Vor einem Jahr lief mein Leben exakt in der Spur. Ich wusste, was ich wollte und hatte minutiös geplant, wie ich es erreichen würde. Die Meisten der benötigten Steinchen meines Lebensmosaiks waren bereits platziert und um die Fehlenden machte ich mir – Gewohnheit der vergangenen 50 Jahre – nicht allzu viel Gedanken.

Das Jahr 2020 hat meine festgezimmerten Überzeugungen mit vier Hammerschlägen so rasch einstürzen lassen wie ein Kartenhaus im Orkan.

Der plötzliche Tod meines Vaters Ende Januar, eine schwere, noch nicht überwundene Erkrankung, die Auswirkungen von Corona sowie der Verlust des Arbeitsplatzes haben mein Leben und damit auch das Leben meiner Frau in kürzester Zeit verändert.

Wie jede Verwerfung birgt auch dieser Umbruch eine Chance … die Chance der Veränderung zum Besseren. Nur … was will ich? Was möchte ich in der mir verbleibenden Zeit erreichen? Welche Wünsche, Träume und Bedürfnisse hat meine Frau? Wie bringen wir all dies unter einen Hut?

Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich auf diese Fragen keine Antworten.

Wie wirkt sich dieser Umbruch auf Saarphilatelie.com aus? Die Forschung ruht. Die Publikationstätigkeit ebenfalls. Ich arbeite im Hintergrund weiter, doch die Ausrichtung von Saarphilatelie.com wird sich ebenso ändern, wie mein Leben.

Im Vordergrund steht ab sofort die Präsentation. Ich werde euch auf der Webseite Saarphilatelie.com meine beiden Sammlungen präsentieren.

  • Die Postgeschichte der Saar-Region von den Revolutionskriegen bis zur Gegenwart
  • Von Aden bis Zypern – Eine Reise um die Welt mit Briefmarken

Die bekannten Hilfsmittel für den Saar-Philatelisten, das Glossar, das Wörterbuch und die Chronologie werde ich ebenso weiterführen, wie den Saarphilatelie-Blog.

Alles andere wird sich weisen.

Bis dann

 

Forschung – Experiment zu Briefmarkenfarben (VIII)

Hallo

Sechs Wochen sind vergangen, seit wir uns die Briefmarken, welche in unserem Farbexperiment seit dem 27. Januar 2020 dem Tageslicht ständig ausgesetzt sind, das letzte Mal angesehen haben.

Ich zeige euch untereinander den Scan der Marken vor Beginn des Experimentes und den Scan von heute, 13:00 Uhr MESZ.

27. Januar 2020, 11:00 Uhr MEZ (unbearbeiteter Scan bei 600 dpi)
5. April 2020, 13:00 Uhr MESZ (unbearbeiteter Scan bei 600 dpi)

Keine Ausbleichung resp. kaum wahrnehmbare Ausbleichung zeigen:

Die DIN A5-Steckkarte wölbt sich und einige Marken, beginnen, sich einzurollen. Ich habe daher eine kleine Änderung an der Versuchsanordnung vorgenommen. Die Steckkarte habe ich hinten durch einen DIN A5-Karton verstärkt und über beide eine Kobra transparente Schutzhülle gesteckt.

Bis dann

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Saarphilatelie.com – Neues Erscheinungsbild

Hallo

Seit heute erstrahlt der Saarphilatelie-Blog in neuem Glanz. Ich habe das Erscheinungsbild komplett überarbeitet. Mir gefällt’s. Euch hoffentlich auch.

Bis dann

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Belege (VII) – Eine Ansichtskarte mit Fragezeichen

Hallo

Ich stelle euch in diesem Beitrag einen sehr interessanten Beleg aus der Sammlung zur Postgeschichte der Saar-Region vor.

Im Sommer 1953 unternimmt ein belgisches Paar eine Urlaubsreise in das inzwischen souveräne Saarland. In Saarbrücken kauft es eine Ansichtskarte mit einem Foto der Ludwigskirche . Diese sendet das Paar, versehen mit ein paar Zeilen und korrekt mit 18 Francs frankiert von Saarbrücken an Freunde daheim in Liége.

Soweit ein ganz normaler Vorgang. Nachfolgend Scans von Rück- sowie Vorderseite der Ansichtskarte.

© Sammlung Saarphilatelie.com

Text

Chers Amis Le 28/6/53   / Un bonjour de Saarbrucken / nous avons un temps superbe / pour notre premier voyage / en Saarre / Nanie et Jules / on voyage en Sarre avec la carte / d’identité Belge sans autres documents

Übersetzung

Liebe Freunde Der 28/6/53   / Hallo aus Saarbrücken / wir haben schönes Wetter / für unsere erste Reise / ins Saarland / Nanie und Jules / wir reisen in das Saarland [allein] mit der belgischen Identitätskarte ohne andere Dokumente

Interessant ist das Erstaunen der belgischen Touristen über das formalitätslose Reisen im inzwischen souveränen Saarland. Alles, was sie brauchen ist ihre belgische Identitätskarte. Das visumsfreie Reisen in ihre Nachbarländer Frankreich und die Niederlande ist für Belgier eine Selbstverständlichkeit. Woher rührt dann das sogar schriftlich fixierte Erstaunen? Das souveräne Saarland hatte bis Kriegsende 1945 zum Deutschen Reich gehört und für Reisen in das Deutsche Reich wie auch in die gerade erst von den Alliierten Westmächten gegründete, nicht souveräne Bundesrepublik benötigten belgische Touristen über Alter 15 Jahre Reisepass und Visum (vgl. Anm. 1; diese Regelung wird am 1.  Juli 1953, also drei Tage nach Aufgabe dieser Ansichtskarte in Saarbrücken aufgehoben). Da unsere beiden belgischen Touristen erstmals das Saarland bereisen, ist ihnen die Unabhängigkeit des Saarlandes wahrscheinlich bekannt, die genauen Auswirkungen derselben jedoch nicht bewusst gewesen. Nun schreiben sie ihren Freunden in Belgien: „Schaut, Saarland ist nicht gleich Deutschland. Hier ist alles anders und selbst das Reisen funktioniert ohne grosse Formalitäten.“

Schon vor dem Hinterrund der visumsfreien Einreise hat dieser Beleg einen Platz in der Sammlung zur Postgeschichte der Saar-Region verdient.

Das wirklich spannende Detail dieses Beleges ist nicht der Text, sondern philatelistischer Natur. Es ist die – sehr aussergewöhnliche – Frankatur. Obschon die Auslandspostkarte mit 18 Franc korrekt frankiert ist (2), sind es die verwendeten Briefmarken nicht. Verklebt wurden in Mischfrankatur zwei französische Briefmarken aus der Freimarkenserie Marianne de Gandon (3); eine Marke zu 8 Franc (Yt FR 810) und eine zu 10 Franc (Yt FR 811). Die Marianne, dargestellt als Frauenkopf mit phrygischer Mütze ist die französische Nationalfigur ähnlich der Schweizer Helvetia oder der bayerischen Bavaria. Gleichzeitig ist die Marianne eine Allegorie für die Révolution française.

Mir stellen sich gleich zwei komplexe Fragen:

    • Weshalb frankiert ein belgisches Touristenpärchen im Saarland eine saarländische Ansichtskarte mit französischen Briefmarken? Diese wurden meines Wissens nach nicht in saarländischen Postämtern verkauft. Wie gelangten diese Briefmarken also in deren Besitz?
    • Wieso wird eine ungültige – wenn auch portogerechte – Frankatur vom Postamt Saarbrücken am Abend (nach 20:00 Uhr) des 28. Juni 1953 anstandslos mit einem Maschinenwerbestempel entwertet und befördert (ich habe diesen Beleg in Belgien erstanden).

Über diese Fragen lässt sich herrlich spekulieren. Völlig befriedigende Antworten werden sich wohl nicht finden.

Bis dann

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(1) Für die Bundesrepublik galt von ihrer Gründung bis zum 1. Juli 1953 die während des Nationalsozialismus‘ eingeführte Verordnung über den Pass- und Sichtvermerkszwang sowie über den Ausweiszwang vom 10. September 1939 (RGBl. I S. 1739); verschärft durch Verordnung vom 20. Juli 1940 (RGBl. I S. 1008)

(2) Portoperiode 1. Mai 1951 bis 5. Juli 1959

(3) Die vom Graphiker Pierre Gandon (1899-1990) entworfene und vom Graveur Henri Cortot (1892-1950) gestochene Marianne wurde im Zeitraum 1945-1955 als Bildmotiv französischer Briefmarken verwendet. Henri Cortot ist uns Saarlandsammlern als Graveur der Bildmotive der Werte zu 5, 8, 20 und 30 Pfennig (SP3, SP4, SP8, SP10) der Briefmarkenausgabe Wappen und Dichter bekannt